DIE DIENSTAG-PRESSE – 28. FEBRUAR 2023

Andrzej Dobber (Scarpia), Marcelo Puente (Cavaradossi), Natalya Romaniw (Tosca), Paolo Arrivabeni (musikalische Leitung) Han Kim (Angelotti) (Foto: RW)

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 28. FEBRUAR 2023

Hamburg/Staatsoper
Endlich überzeugt wieder ein Tenor als Cavaradossi mit einer Glanzleistung
Marcelo Puente erfüllte als Cavaradossi alle Erwartungen. Mit goldbronzenem Timbre, schön gebundenen Tönen und der nötigen vokalen Durchschlagskraft war es ein Erlebnis, ihm zuzuhören.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de

Kommentar
Letzte Gefechte in Bayreuth, Wien und Hamburg
Die Querelen bei den Bayreuther Festspielen, Omer Meir Wellber als designierter GMD in Hamburg, die prekäre Lage der Rundfunk-Orchester.
Crescendo-Klassikwoche9

Wiesbaden
Gerupfte Freiheit: Wiesbaden ringt um Auftritt von Anna Netrebko
Shitstorm gegen ein Staatstheater, ein kurioser Intendant, politische Einflussnahme und eine umstrittene Diva: Streit um die Wiesbadener Maifestspiele.
Merkur.de

Buchrezension
Stockhausen – Der Mann, der vom Sirius kam
„Verbünden kann man sich nur mit der Zukunft“ – Stockhausens Leben als Comic
Klassik-begeistert.de

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Die Oper des „Mozart noir“ zeigt Parallelen zu „Così fan tutte“

Es ist positiv zu werten, Bolognes Werk erstmals zugänglich zu machen. Ein großes Plus ist die aufwändige, sehr geschmackvolle Aufmachung der Box mit einem reich illustrierten Booklet, das den Text zweisprachig sowie umfangreiche Informationen über Werk und Interpreten enthält.

CD-Rezension:

Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges

L’Amant Anonyme

Haymarket Opera Company

Cedille CDR 90000 217

von Peter Sommeregger

Um die Person des Joseph Bologne ranken sich zahlreiche Geschichten, deren Wahrheitsgehalt nicht immer nachprüfbar ist. Tatsächlich wurde er 1745 als Sohn eines französischen Edelmannes und einer jungen Sklavin in Guadaloupe geboren. Ob sein Vater ihn nach der Rückkehr nach Frankreich tatsächlich legitimierte, ist unklar, jedenfalls legte sich Joseph den Titel seines Vaters, Chevalier de Saint Georges, zu. „CD-Rezension: Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges
klassik-begeistert.de, 27. Februar 2023“
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Die Oper Frankfurt spielt die deutsche Erstaufführung von “Francesca da Rimini” von Saverio Mercadante

Fotos: Francesca © Barbara Aumüller

Insgesamt 58 Opern schrieb Saverio Mercadante (1795 – 1870) und dennoch ist sein Name heute fast ganz vergessen. Selten werden seine Opern aufgeführt. Dabei darf er als das musikalische Bindeglied zwischen Gioachino Rossini und Giuseppe Verdi angesehen werden. Seine Oper “Francesca da Rimini” erlebt jetzt in Frankfurt ihre deutsche Erstaufführung.


Saverio Mercadante
Francesca da Rimini

Dramma per musica in zwei Akten

Musikalische Leitung       Ramón Tebar
Inszenierung            Hans Walter Richter

Bühnenbild                Johannes Leiacker
Kostüme                      Raphaela Rose  

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Chor der Oper Frankfurt (Leitung: Tilman Michael)

Francesca                 Jessica Pratt
Paolo                          Kelsey Lauritano
Lanciotto                  Theo Lebow
Guido                          Erik van Heyningen

Frankfurt, Oper, 26. Februar 2023

von Jean-Nico Schambourg

Zuerst sollte die Oper in der Saison 1830/31 an der Oper in Madrid uraufgeführt werden. Aus nicht geklärten Gründen kam es aber nicht hierzu und Mercadante reiste noch vor Ende der Saison ab. Im Winter 1831 sollte die Oper dann an der Mailänder Scala erstmals gespielt werden. Auch dieses Projekt scheiterte, teils an den Kapriolen der Primadonna Giuditta Pasta, die für die Hosenrolle des Paolo vorgesehen war und nicht für die Titelrolle, teils an Streitereien betreffend des Honorars des Komponisten. So fiel die Partitur in Vergessenheit, bis sie 1990 in der Bibliothek des Konservatoriums von Bologna wiedergefunden wurde. 2016 wurde sie dann schlussendlich beim Festival della Valle d’Itria in Martina Franca uraufgeführt. In Frankfurt kann man die Oper jetzt erleben, in Kooperation mit den Tiroler Festspielen Erl, wo sie im Dezember 2022 mit viel Erfolg zu sehen war. Für die Inszenierung zeichnet Hans Walter Richter verantwortlich.

„Saverio Mercadante, Francesca da Rimini
Frankfurt, Oper, 26. Februar 2023“
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Endlich überzeugt wieder ein Tenor als Cavaradossi mit einer Glanzleistung

Andrzej Dobber (Scarpia), Marcelo Puente (Cavaradossi), Natalya Romaniw (Tosca), Paolo Arrivabeni (musikalische Leitung) Han Kim (Angelotti) (Foto: RW)

Marcelo Puente erfüllte als Cavaradossi alle Erwartungen. Mit goldbronzenem Timbre, schön gebundenen Tönen und der nötigen vokalen Durchschlagskraft war es ein Erlebnis, ihm zuzuhören.

Giacomo Puccini
Tosca

Staatsoper Hamburg, 26. Februar 2023

von Dr. Ralf Wegner

Die zuletzt von mir vor eineinhalb Jahren gesehene Tosca-Aufführung war leider erheblich von der stimmlichen Minderleistung des Sängers des Cavaradossi beeinträchtigt gewesen. Heute war es anders. Marcelo Puente erfüllte als Cavaradossi alle Erwartungen. Mit goldbronzenem Timbre, schön gebundenen Tönen und der nötigen vokalen Durchschlagskraft war es ein Erlebnis, ihm zuzuhören. Anfangs, bei der Eingangsarie, charakterisierte seine Stimme noch ein leicht schwebendes, als Gestaltungsmittel eingesetztes Vibrato, was im Laufe des Abends mir nicht mehr auffiel. „Giacomo Puccini, Tosca
Staatsoper Hamburg, 26. Februar 2023  “
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„Verbünden kann man sich nur mit der Zukunft“ – Stockhausens Leben als Comic

Stockhausen – Der Mann, der vom Sirius kam

Thomas von Steinaecker und David von Bassewitz,
Carlsen, Hamburg 2022, 392 S.,
Comic, € 44,00, ISBN: 978-3-551-73366-5

von Dr. Andreas Ströbl

Leben und Werk eines der Meister der Avantgarde und vor allem eines Pioniers der elektronischen Musik in einem Comic darzustellen, mag wagemutig, wenn nicht fast unmöglich erscheinen. Aber das hat man von Art Spiegelmans Auschwitz-Comic „Maus“ auch gedacht und der hat Geschichte geschrieben. Diese schwarz-weiß gezeichnete „Geschichte eines Überlebenden“ schafft gerade durch die mehrfache Brechung als Tierfabel und eben Bildergeschichte eine Distanz, die letztendlich einen viel intensiveren Zugang zu so etwas Unvorstellbarem wie dem Holocaust ermöglicht. Wer „Maus“ auf sich hat wirken lassen, hat den eigentümlichen Sog dieser 1989 erschienenen Reflektion auf die eigene Familiengeschichte Spiegelmans verspürt und womöglich festgestellt, dass die Verarbeitung eben durch die distanzierte Darstellung subkutan und verzögert, aber wirkmächtig einsetzt und sich sogar in die eigenen Träume schleichen kann. „Buchrezension: Stockhausen – Der Mann, der vom Sirius kam, Thomas von Steinaecker und David von Bassewitz
klassik-begeistert.de, 27. Februar 2023“
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DIE MONTAG-PRESSE – 27. FEBRUAR 2023

Jeanine De Bique © Werner Kmetitsch

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 27. FEBRUAR 2023

Wien/Musiktheater an der Wien
Belshazzar – eine Sternstunde in Wien… aber eine Regisseurin schafft babylonische Verwirrungen
Von Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de

Wien
Thielemann zaubert göttergleichen Klangteppich im Goldenen Saal: Bruckner 8 in Wien
Das Team um Dirigent Christian Thielemann und die Wiener Philharmoniker-Altmeister zeigt sich in astronomischer Höchstform. Von Anfang bis Ende beherrscht eine goldene Stimmung den goldenen Saal des Musikvereins. Der Chef am Pult spricht eine klare, stille Sprache: Ohne Worte.
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de

München
Verstörend
Lorenzo Viotti bei den Münchner Philharmonikern mit Gustav Mahlers 6. Symphonie.
SueddeutscheZeitung.de.muenchen

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Ladas Klassikwelt 103: „Jedes zivilisierte Volk spürt die Kraft von Richard Wagners Geist“

von Jolanta Łada-Zielke

Diese Worte schrieb in seiner Biografie Richard Wagners der unseren Lesern bereits bekannte Musikschriftsteller, Musikkritiker und Komponist Ferdinand Pfohl (1862-1949). Der Verlag Ullstein & Co in Berlin veröffentlichte Pfohls Buch „Richard Wagner. Sein Leben und Schaffen“ im Jahre 1911 und in folgenden Jahren. Ich habe eins der Originalexemplare aus dem Jahr 1918, im stoffbezogenen Einband, von der Familie des Autors erhalten. „Ladas Klassikwelt 103: „Jedes zivilisierte Volk spürt die Kraft von Richard Wagners Geist““ weiterlesen

Das Revival der Hamburger Alsterspatzen beschert St. Petri eine Sternstunde und rührt zu Tränen

Was für ein erhabenes Konzert.
Was für ein wunderbarer Chor.
Welch unique Musikalität aller Beteiligten.
Was für eine tolle Gemeinschaft fürs Leben –
viele Spatzen hatten nach dem Schlusston Tränen in den Augen,
jede umarmte ihre Nachbarin.

Ich wäre auch gern ein Spatz gewesen.


„Kommt mit in unser Land der Lieder“

Gedenkkonzert für Jürgen Luhn (23. November 1939 – 17. November 2022), Gründer und Leiter der Hamburger Alsterspatzen von 1975 bis 2019

St. Petri Hamburg (Hauptkirche), 25. Februar 2023


von Andreas Schmidt

Stellen Sie sich bitte vor, Sie sitzen in einer der schönsten protestantischen Kirchen Deutschlands, mitten in der Hamburger Innenstadt, an der Mönckebergstraße… ein Chor steht bereit mit mehr als hundert Frauen, das erste Lied fängt an, und die Stimmen dieser Frauen werfen Sie zurück in die Kirchenbänke, so rein, so klar, so unisono und voller jugendlicher Strahlkraft.

1991 Jügen Luhn © Alsterspatzen

Als das Lied „Komm mit mir ins Land der Lieder“ ertönt, erfüllt viele Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Hamburger Hauptkirche ein wohliges Gänsehautgefühl. Mich auch.

„Hamburger Alsterspatzen (Revival), Gedenkkonzert für Jürgen Luhn
St. Petri Hamburg (Hauptkirche), 25. Februar 2023“
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Wiener Stehplatzpublikum urteilt "furchtbarer Fidelio" an der Wiener Staatsoper

Christof Fischesser (Rocco) und Brandon Jovanovich (Florestan). Alle Fotos: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Die haben wohl alle die Philharmonikerwürdige Leonore 3 vergessen.

Ja, dieses Haus hatte sicherlich schon bessere Tage. Vor allem gesanglich ist da noch Luft nach oben. Doch eine Philharmonikerwürdige Darbietung der dritten Leonore Ouvertüre wird zum Highlight des Abends. Stehende Ovationen sind die Folge. Slávka Zámečníková darf mächtig mitfeiern. 

Fidelio
Musik von Ludwig van Beethoven
Libretto von Joseph Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke nach Jean Nicolas Bouilly

Wiener Staatsoper, 25. Februar 2023

von Johannes Karl Fischer

Stehplatztratsch nach dem Schlussapplaus. „Furchtbar“ so das Urteil eines Gastes. Gesanglich unter aller Kanone, Chor und Orchester seien vollkommen auseinander. Die Tempi obendrein eine Katastrophe. „Furchtbar, euch beim Meckern zuzuhören“, meint eine andere. „Musste halt zweimal die Woche herkommen, dann weißt du, warum das nix taugt.“ Soso, das verwöhnte Stammpublikum nimmt mal wieder das beste Opernhaus der Welt auseinander. Ausnahmsweise mal ohne Buh-Rufe.  „Ludwig van Beethoven, Fidelio
Wiener Staatsoper, 25. Februar 2023“
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Christian Thielemann zelebriert den Abschluss eines Konzertreigens

© SF / Marco Borrelli

Also wieder mal ein denkwürdiges Konzert mit dem „Kapellmeister“ (die Bezeichnung wird von ihm gewünscht) und dem Wiener Meisterorchester. Das Publikum dankte mit frenetischen Applaus; der Dirigent wurde auch noch nach Abgang des Orchesters einige Male aufs Podium geholt.

Anton Bruckner
Symphonie Nr. 8 in c-moll (Fassung 1887/90, erstellt von Robert Haas)

Wiener Philharmoniker
Christian Thielemann, Dirigent

Musikverein Wien (Konzert der Gesellschaft der Musikfreunde), 25. Februar 2023

von Herbert Hiess

Maestro Thielemann hat mit diesem Konzert und dieser Symphonie von Anton Bruckner eine schwere Hypothek zu bewältigen. Gerade im Musikverein und mit den Wiener Philharmonikern haben Pultlegenden wie Herbert von Karajan, Sir Georg Solti, Carlo Maria Giulini, Bernard Haitink usw. dieses Werk einprägsam dirigiert; heute sind noch die Konzerte mit Karajan und Giulini in absolut aktueller Erinnerung.

Außerdem führen die Philharmoniker mit Thielemann dieses Werk in der traditionellen „Philharmoniker-Woche“ in New York auf. Dieses Konzertereignis wurde 1989 vom Orchester ins Leben gerufen, wo Herbert von Karajan auch diese Bruckner-Symphonie dirigierte. Und zwar so, dass man heute noch davon spricht und dieses Konzert als Legende einstuft. „Anton Bruckner Symphonie Nr. 8 in c-moll (Fassung 1887/90, erstellt von Robert Haas), Wiener Philharmoniker, Christian Thielemann, 26. Februar 2023“ weiterlesen