Hamburg Ballett: Die Musik wächst aus den Schritten, die Schritte wachsen aus der Musik

Foto: Hamburg Ballett (c)
Staatsoper Hamburg
, 29. Juni 2018
Duse, choreografische Phantasien über Eleonora Duse.
Musik: Benjamin Britten und Arvo Pärt
Choreografie, Bühnenbild, Licht und Kostüme: John Neumeier

Ein Gastbeitrag von Teresa Grodzinska

Ars longa, vita brevis – das Leben ist kurz, die Kunst ist lang. Jetzt nicht mehr.

„Duse“ ist das zweite Ballett von John Neumeier, das ich diese Woche sehen durfte. Das erste, „Nijinsky“, sah ich privat vor paar Tagen – daher erschien hier kein gesonderter Beitrag darüber.

Ich komme nicht umhin, die beiden Abende zu vergleichen. Es gibt wirklich frappierende Parallelen zwischen dem Leben beider Künstler und Parallelen zwischen den beiden Werken von John Neumeier. „Nijinsky“ entstand im Jahre 2001, Wiederaufnahme 2016. „Duse“ wurde am 6. Dezember 2015 in Hamburg uraufgeführt.

Beide Titel, schlicht und ohne Schnörkel daherkommend, „Nijinski“ und „Duse“ deuten es an: Es handelt sich um berühmte Namen, um berühmte Künstler. „Nijinsky, Duse, John Neumeier, Hamburg Ballett,
Staatsoper Hamburg“
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"Lulu" in Leipzig: Tut nicht weh, berührt nicht – schade um diese verschenkte Chance

Foto: Tom Schulze, Oper Leipzig (c)
Oper Leipzig
, 1. Juli 2018
Alban Berg, Lulu
Ulf Schirmer, Dirigent

von Guido Müller

Zum Ende der Jubiläumsspielzeit setzt der Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig mutig ein Werk an, das ihm seit über 30 Jahren und seinem Einspringen für Lorin Maazel in Wien emotional besonders am Herzen liegt: die unvollendete 12-Ton-Oper „Lulu“ von Alban Berg. Allerdings gibt es nur drei Vorstellungen der Leipziger Erstaufführung dieser Oper. Das klingt nach Risikominimierung. So wirkt auch das sparsame Bühnenbild (Alex Brok). Ersetzt wird es durch ständige Videofilmeinblendungen der oft wechselnden Spielorte, der Fantasien wie Erinnerungen im Kopfe der Kindfrau Lulu. „Alban Berg, Lulu,
Oper Leipzig“
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"Götterdämmerung" in Kiel: Feine Opernkunst im hohen Norden

Foto: Theater Kiel,  Olaf Struck (c)

Oper Kiel, 1. Juli 2018
Richard Wagner, Götterdämmerung
Georg Fritzsch, Musikalische Leitung
Daniel Karasek, Regie
Chiharu Shiota, Anna Myga Kasten Bühne
Claudia Spielmann,
Kostüme
George Tellos, Licht
Konrad Kästner, Video
Marc Schnittger, Großfigur, Entwurf und Bau
Lam Tran Dinh, Choreinstudierung
Kirsi Tiihonen, Brünnhilde
Bradley Daley, Siegfried
Ks. Jörg Sabrowski, Alberich
Taras Shtonda, Hagen
Tatia Jibladze, Waltraute
Thomas Berau, Gunther
Agnieszka Hauzer, Gutrune
Tatia Jibladze, 1. Norn
Agnieszka Hauzer, 2. Norn
Katrin Adel, 3. Norn
Mercedes Arcuri, Woglinde
Ks. Heike Wittlieb, Wellgunde
Tatia Jibladze, Flosshilde
Opernchor und Extrachor des Theaters Kiel
Philharmonisches Orchester Kiel
Statisterie des Theaters Kiel 

von Sebastian Koik

Wow! Gerade wenn man das erste Mal eine Oper in Kiel besucht, kann ein solch starker Beginn wie in dieser „Götterdämmerung“ massiv beeindrucken! „Richard Wagner, Götterdämmerung,
Theater Kiel“
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Die DIENSTAG-PRESSE – 3. JULI 2018

Foto: Opernhaus Zürich, Dominic Büttner (c)
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Zürich
Stühlerücken im Opernhaus Zürich: Luisi geht, Homoki bleibt, Noseda kommt
Das Opernhaus Zürich schafft Fakten: Intendant Andreas Homoki verlängert seinen Vertrag bis zum Sommer 2025, es gibt einen neuen Generalmusikdirektor – und eine Neuproduktion von Wagners «Ring des Nibelungen».
Neue Zürcher Zeitung

Dresden
Rothe als Interimsintendant der Semperoper verabschiedet
Das sächsische Kunstministerium hat am Montag Wolfgang Rothe als kommissarischen Intendanten der Semperoper Dresden verabschiedet. Er hatte nach dem Tod von Amtsinhaberin Ulrike Hessler im Sommer 2012 die Leitung der Sächsischen Staatsoper übernommen und übergibt sie nun an Peter Theiler.
Sueddeutsche Zeitung

Star-Dirigent Zubin Mehta sagt Konzerte ab
Zubin Mehta (82), Dirigent des Israelischen Philharmonieorchesters, muss aus gesundheitlichen Gründen bis zum Ende der laufenden Konzertsaison pausieren.
Einspringen werde der deutsche Dirigent Karl-Heinz Steffens, teilte eine Sprecherin des Orchesters in Tel Aviv am Montag mit.
Oberösterreichische Nachrichten „Die DIENSTAG-PRESSE – 3. JULI 2018“ weiterlesen

Martha Argerich und Daniel Barenboim: Nach 60 Minuten ein kurzes Winken... und weg sind die beiden. Kleine, ergraute Leute, händchenhaltend... 

Foto: Daniel Dittus (c)
Laeiszhalle Hamburg
, 28. Juni 2018
Martha Argerich Festival
Peter I. Tschaikowsky (1840-1893) / Ohad Ben-Ari (* 1974),
Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester, nach dem Klaviertrio  op. 50 in a-Moll
Robert Schumann, Sechs Studien in Canonischer Form für den Pedalflügel op. 56, arrangiert für zwei Klaviere von Claude Debussy
Claude Debussy, En blanc et noir

Ein Gastbeitrag von Teresa Grodzinska

„A la memoire d’un grand artiste“ steht auf der Titelseite des Konzertprogramms – „in Erinnerung an einen großen Künstler“. Gemeint ist Nikolai G. Rubinstein, Freund und Unterstützer von Tschaikowsky. 1881 starb er plötzlich, nicht mal 50 Jahre alt. Das Konzert, nach einer mehrmonatigen Depression entstanden, ist eine Hommage an die Freundschaft, an künstlerische Leistungen von Nikolai Rubinstein (der Bruder von Anton Rubinstein) und ein Weg, sich  mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen. Da geht es den großen Künstlern nicht anders als uns allen: ein Loch klafft in unserem Leben – was nun? Sehr viele Menschen finden nach einem plötzlichen oder weniger plötzlichen Verlust zur „ernsten“ Musik. Ohne Worte, ohne irgendetwas sagen zu wollen, sprechen solche Musikstücke unser Bedürfnis nach Ewigkeit an. „Martha Argerich Festival , Martha Argerich, Daniel Barenboim, Symphoniker Hamburg,
Laeiszhalle Hamburg“
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Moritzburg Open Air: Auf dem Spitzenniveau großer Häuser

Foto: Staatskapelle Halle im Hof der Moritzburg (c) Falk Wenzel
Hof der Moritzburg, Halle (Saale)
, 28. und 30. Juni 2018
Moritzburg Openair, Oper Halle
Staatskapelle Halle, Michael Wendeberg und Peter Schedding, Dirigenten

Italienischer Belcanto und französische Belle Epoque. Gaetano Donizetti, Anna Bolena und Pariser Bohème sowie Musik der Belle Epoque

Von Guido Müller

Im Rahmen des Moritzburg Openair der Oper Halle fanden zum Ende der Spielzeit  bei herrlichem Sommerabendwetter zwei Highlights statt: die italienische Belcanto-Oper „Anna Bolena“ von Donizetti in drei konzertanten Aufführungen und ein Abend zum Thema Pariser Bohème und Musik der Belle Epoque. „Italienischer Belcanto und französische Belle Epoque, Moritzburg Openair, Oper Halle,
Hof der Moritzburg, Halle (Saale)“
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Klassik Open Air im Kloster Ettal – ein vollkommener Abend mit kleinen Schwächen

Foto: © Sammy Hart
Richard Strauss Festival 2018, Kloster Ettal, 
30. Juni 2018

Brno Philharmonic Orchestra
Dirigent: Alexander Liebreich
Violine: Lisa Batiashvili
Sergej Prokofjew, Orchestersuite aus dem Ballett Romeo und Julia op. 64
Violinkonzert Nr. 2 g-Moll op. 63
Richard Strauss, Also sprach Zarathustra op.30

von Shari Berner

Das zweite Klassik Open Air im Rahmen des Richard Strauss Festivals 2018 im wunderschönen Hof des Klosters Ettal findet vor einigen leeren Reihen statt. Die Atmosphäre ist trotzdem ausgezeichnet. Ein schöner Sommerabend, kühl, aber nicht unangenehm, vor der Kulisse des eindrucksvollen Klosters. Sergej Prokofjew lebte und arbeitete zwischen 1922 und 1923 in der Gemeinde Ettal. Deshalb ist es ein besonderer Genuss, zwei seiner Werke an diesem Ort zu hören. „Richard Strauss Festival 2018, Brno Philharmonic Orchestra, Alexander Liebreich, Lisa Batiashvili,
Kloster Ettal“
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Die MONTAG-PRESSE – 2. JULI 2018

Foto: Andreas Schmidt (c)
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Bayreuth
Alagna-Absage: Bayreuther Festspiele denken an Klage
Nach Roberto Alagnas Lohengrin-Absage sucht Bayreuth nicht nur einen neuen Tenor, sondern überlegt auch juristische Schritte
Münchner Merkur

Bayreuther Festspiele Roberto Alagna wirft den „Lohengrin“ hin
Münchner Abendzeitung

Bayreuth sucht einen neuen Lohengrin
Die Idee klang charmant – ein aufs italienische und französische Fach spezialisierter Tenor verkörpert Richard Wagners Lohengrin. Doch dreieinhalb Wochen vor der Eröffnung der Bayreuther Festspiele springt Roberto Alagna ab. Und nun?
Hamburger Abendblatt

Schwere Hypothek für Thielemanns großen Wagner-Festtag
Wenige Wochen vor der Premiere ist Bayreuth der Schwanenritter abhanden gekommen. Roberto Alagna mag nicht den Lohengrin singen
Die Presse „Die MONTAG-PRESSE – 2. JULI 2018“ weiterlesen

Anna Karenina: Die beste Münchner Ballettproduktion der letzten 10 Jahre

Foto: Wilfried Hösl (c)
Bayerische Staatsoper München,
30. Juni 2018
Anna Karenina
, nach Sergej Rachmaninov, Witold Lutoslawski

Choreographie, Christian Spuck
Musikalische Leitung, Robertas Servenikas
Dramaturgie, Michael Klüster, Claus Spahn
Sängerin, Helena Zubanovich
Pianist, Adrian Oetiker
Alexej Karenin, Emilio Pavan
Anna Karenina, Ksenia Ryzhkova
Graf Alexej Wronski, Jonah Cook
Stepan Oblonski (Stiwa), Tigran Mikayelyan
Darja Oblonsjaka (Dolly), Elvina Ibraimova
Konstantin Lewin (Kostja), Jinhao Zhang
Jekatarina Schtscherbazkaja (Kitty), Laurretta Summerscales
Betsy Twerskaja, Prisca Zeisel
Betsys Begleiter, Dustin Klein
Gräfin Lydia Iwanowna, Séverine Ferrolier
Gräfin Wronskaja, Elaine Underwood
Prinzessin Sorokina, Madeleine Dowdey
Solisten und Ensemble des Bayerischen Staatsballetts
Bayerisches Staatsorchester

Von Raphael Eckardt

Mit „Anna Karenina“ hat die Bayerische Staatsoper seit geraumer Zeit eine Ballettproduktion im Spielplan, die an Superlativen kaum zu übertreffen ist. Nicht nur aufgrund eines tänzerisch und musikalischen Weltniveaus, sondern auch aufgrund einer thematisch beeindruckenden Aktualität: Eine Frau nimmt sich selbst ihre Freiheiten und bringt damit die russische Gesellschaft gegen sich auf. Dass Lew Tolstoi bereits 1878 in seinem Roman „Anna Karenina“ auf derartiges Themenmaterial zurückgriff, zeigt nicht nur die scheinbare Zeitlosigkeit von Gesellschaftsproblemen in Osteuropa auf, sondern stellt auch den Choreographen dieser Fabelproduktion, Christian Spuck, regelmäßig vor neue Aufgaben. Denn: Besonders komplex ist Tolstois Literatur zwar selten, durch ihre oft unüberschaubare Länge und ihre schier endlose Auswahl an verflochtenen Handlungssträngen als Bühnenspielumsetzung aber sehr herausfordernd. „Anna Karenina, nach Sergej Rachmaninov, Witold Lutoslawski,
Bayerische Staatsoper, München“
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Fulminanter Auftakt zum Schleswig-Holstein Musik Festival in Lübeck

Foto: Uwe Arens (c)
Musik- und Kongresshalle, Lübeck
, 30. Juni 2018
Eröffnungsvorkonzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals
Sol Gabetta, Violoncello
NDR Elbphilharmonie Orchester
Christoph Eschenbach, Dirigent

von Leonie Bünsch

Das Schleswig-Holstein Musik Festival geht los! Knapp zwei Monate finden in zahlreichen Spielstätten Schleswig-Holsteins vielfältige Konzerte erster Klasse statt. An diesem Samstag gab das Eröffnungsvorkonzert in Lübeck den Startschuss mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung seines einstigen Chefdirigenten Christoph Eschenbach. „Eröffnungsvorkonzert des Schleswig-Holstein Musik Festivals, Sol Gabetta, NDR Elbphilharmonie Orchester, Christoph Eschenbach,
Musik- und Kongresshalle, Lübeck“
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