Der brillante Sopranist Bruno de Sá präsentiert eine ungewöhnliche CD

The Enchanted Voice Uyaras  Bruno de Sá Comunicantus Choir  klassik-begeistert.de, 24. Oktober 2026

CD-Besprechung:

Gerne folgt man ihm auf seiner Reise von den Flussgöttinen des Amazonas bis zu den kunstvollen Liedern von Richard Strauss und George Gershwin.

Erneut beweist Bruno de Sá sich als einer der interessantesten Künstler innerhalb der wachsenden Gruppe von männlichen Sopranisten.

The Enchanted Voice
Uyaras

Bruno de Sá
Comunicantus Choir
Opéra Orchestre Normandie Rouen

Pierre Dumoussaud

Erato  0827568014849

von Peter Sommeregger

Beim Titel seiner neuen CD hat Bruno de Sá auf die Flussgöttinnen des Amazonas angespielt, deren Sagen ihm aus seiner Kindheit bekannt waren. Ihr Gesang soll Menschen, die ihnen zu nahe kommen, in den Tod locken.

Solches muss der Hörer dieser vierzehn, äußerst vielfältigen Gesänge nicht befürchten, aber die Faszination der androgynen Stimme des Sopranisten hat durchaus Suchtpotential. Neben der immer weiter fortschreitenden Entwicklung von Countertenören treten nun auch vermehrt männliche Sopranisten auf, die durch eine Laune der Natur nie in den Stimmbruch kamen, und über echte Sopranstimmen verfügen. Bruno de Sá hat sich schnell in die erste Reihe dieser Interpreten katapultiert, mit seiner neuen CD erweitert er sein musikalisches Spektrum erheblich.

Gesänge aus seiner brasilianischen Heimat von Heitor Villa-Lobos und Alberto Nepomuceno, des Spaniers Enrique Granados stehen solchen von den Franzosen Camille Saint-Saëns, Joseph Canteloube und Maurive Ravel gegenüber, auch Richard Strauss, Sergei Rachmaninoff, Heinrich Proch und George Gershwin sind mit je einem Lied vertreten.

So unterschiedlich der Stil der einzelnen Komponisten auch sein mag, ihre Lieder bieten dem virtuosen Sänger reichlich Gelegenheit, den erstaunlichen Umfang seiner Stimme, und seine subtilen Gestaltungsmöglichkeiten zu präsentieren. Zum Teil sind es Vokalisen ohne Text, ein beliebtes Vehikel von Primadonnen, die darin die Agilität ihrer Stimme demonstrieren können. Ihnen erwächst mit de Sá ernsthafte Konkurrenz.

Neben seiner vokalen Eloquenz ist es auch das sichere Stilempfinden, mit dem der Sopranist punkten kann, immerhin singt er in vier verschieden Sprachen und gänzlich unterschiedlichen Musikstilen.

Gerne folgt man ihm auf seiner Reise von den Flussgöttinen des Amazonas bis zu den kunstvollen Liedern von Richard Strauss und George Gershwin.

Erneut beweist Bruno de Sá sich als einer der interessantesten Künstler innerhalb der wachsenden Gruppe von männlichen Sopranisten.

Peter Sommeregger, 24. Oktober 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Daniels vergessene Klassiker Nr 14: Heitor Villa-Lobos – Sinfonie Nr. 4 „Der Sieg“ klassik-begeistert.de, 12. Februar 2023

Armat Quartett, Maurice Ravel, Heitor Villa-Lobos und Ludwig van Beethoven Laeiszhalle Hamburg, Kleiner Saal, 15. Januar 2023

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