Die Biographie Barbara Strozzis verbleibt in Teilen im Dunkel der Geschichte

Barbara Strozzi

Lauscht, Ihr Liebenden!

Eine Hörbiographie von Jörg Handstein

BR Klassik 900938

von Peter Sommeregger

In der Reihe von Hörbüchern über bedeutende Komponisten von Jörg Handstein, die inzwischen bereits Kultstatus besitzen, ist als jüngste Ausgabe ein Porträt der Sängerin und Komponistin Barbara Strozzi erschienen. Der Umfang von lediglich einer CD erklärt sich schon aus der Tatsache, dass die von 1619 bis 1677 lebende Künstlerin ein vergleichsweise schmales Oeuvre hinterließ, und manche ihrer Lebensumstände nach 400 Jahren nicht mehr zu klären sind. „Hörbiographie: Barbara Strozzi, Lauscht, Ihr Liebenden!
klassik-begeistert.de, 8. Dezember 2023“
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Wollte Cathy Marston mit ihrer Jane Eyre-Choreographie zeigen, dass männliche Tänzer beim Ballett mehr oder weniger überflüssig sind?

Greta Jörgens (Helen Burns), Ana Torrequebrada (Junge Jane), Christopher Evans (St. John Rivers), Anna Laudere (Blanche Ingram), Karen Azatyan (Edward Rochester), Ida Praetorius (Jane Eyre) (Foto RW)

Leider bleiben auch die Pas de deux der beiden Protagonisten im Oberflächlichen haften. So hat Cathy Marston für den Schluss des Festes im Herrenhaus einen langen, von Eifersucht, Verzeihen, Liebe und Glück handelnden Pas de deux choreographiert, der aber nicht rein tänzerisch, sondern im Detail nur mimisch eingelöst wird. Gerade hier wird schmerzlich deutlich, was wir bald wegen der Emeritierung von John Neumeier vermissen werden: Pas de deux, bei denen die tiefen Gefühle der Beteiligten nur durch Tanzsprache ausgedrückt unmittelbar Zugang zu unseren Herzen finden.

 

Jane Eyre, Ballett von Cathy Marston nach dem Roman von Charlotte Brontë

Bühnenbild und Kostüme: Patrick Kinmonth

Musikarrangement und Originalkomposition von Philip Feeney unter Verwendung von Musik von Fanny Hensel, Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Schubert

Staatsoper Hamburg, 6. Dezember 2023

von Dr. Ralf Wegner

Den viktorianischen Gouvernantenroman Jane Eyre von Charlotte Brontë habe ich nie gelesen, kenne aber eine der vielen Verfilmungen sowie die Kurzfassung der Handlung. Früher nannte man so etwas wohl Lore-Roman oder, so hörte ich es einst von meiner Großmutter, Träumereien für arme Dienstmädchen (sie war eine). Als Ballett aufbereitet kann und muss die Handlung natürlich gekürzt werden und könnte choreographisch auch elegant am Tränensee des Kitsches vorbeisegeln. Das ist Cathy Marston mit ihrer Vertanzung und mit Hilfe der fabelhaften Hamburger Tänzerinnen und Tänzer weitgehend auch gelungen. „Jane Eyre, Ballett von Cathy Marston
Staatsoper Hamburg, 6. Dezember 2023“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 7. DEZEMBER 2023

Bild: Wiener Staatsoper / Monika Rittershaus

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 7. DEZEMBER 2023

Interview: J. Kaufmann
„Wann hat man bei ,Turandot‘ zuletzt geheult?“
Viele erste Male! Tenor Jonas Kaufmann steht in der Wiener Staatsoper in der Neuproduktion von Puccinis „Turandot“ zum ersten Mal als Calàf auf einer Bühne. An seiner Seite gibt Sopranistin Asmik Grigorian ihr Rollendebüt als Turandot. Außerdem haben die beiden Superstars noch nie gemeinsam Oper gesungen! Die „Krone“ sprach mit dem Sänger kurz vor der Premiere am Donnerstag.
KronenZeitung.at

„DIE DONNERSTAG-PRESSE – 7. DEZEMBER 2023“ weiterlesen

Traditionell und überzeugend

Isolde mit Brangäne im 1. Aufzug © Matthias Jung

Richard Wagner
TRISTAN UND ISOLDE
Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner. Text vom Komponisten nach dem Versroman ›Tristan‹ von Gottfried von Straßburg.
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln.

Oper Wuppertal, NI 29. Oktober 2023

von Dr. Klaus Billand

Nach einigen Jahren, genau 2009, als ich hier schon einmal einen „Tristan“ in der Regie von Roland Aeschlimann erlebte, in dem die schweizerische Sopranistin Marion Ammann eine sehr lyrische, fesselnde Isolde sang, konnte ich nun wieder in meine Heimatstadt an der Wupper mit der Schwebebahn zu einer „Tristan“-Inszenierung zurückkehren. „Richard Wagner, TRISTAN UND ISOLDE
Oper Wuppertal, NI 29. Oktober 2023“
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Aida erreicht die virtuelle Welt

Foto © Tobias Witzgall

AIDA
Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Libretto von Antonio Ghislanzoni nach Auguste Mariette

PREMIERE: 4. NOVEMBER 2023 / FELSENREITSCHULE

Salzburger Felsenreitschule, 1. Dezember 2023

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Nach dem wunderbaren Abend mit Anna Netrebko und Elīna Garanča in Wien war es die erste „Aida“ danach. Das Ambiente täuscht. Man zeigte keine Aufführung im Rahmen von Festspielen, sondern eine Produktion des an sich von mir geschätzten Salzburger Landestheaters. Aber Anpassungsfähigkeit war angesagt. „Giuseppe Verdi, AIDA
Salzburger Felsenreitschule, 1. Dezember 2023“
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In love with Trifonov: Hammerklaviersonate trifft auf Tastenstreichler 

Daniil Trifonov © Dario Acosta

Ja, ist denn heute schon Weihnachten? Nein, sogar der erste Advent ist schon vorbei. Dennoch liefert Daniil Trifonov im Wiener Konzerthaus einen Klavierabend, der eine Überraschung nach der anderen platzen lässt. Mit vielen Synonymen hat die Presse den „seltenen Geist des Genialischen“, den „pianistischen Hexenmeister“ aus Russland umschrieben. „Molekularkoch“, „schwarzer Magier“ und neuerdings gar „Medium einer besseren Welt“ gesellen sich hinzu. Was die meisten dabei vergessen haben: Erneuerer und Tastenstreichler, der viel Unerwartetes aus den Fingern zaubert.

Daniil Trifonov, Klavierabend

PROGRAMM

Jean-Philippe Rameau
Suite a-moll (Nouvelles suites de pièces de clavecin) (1728 ca.)

Wolfgang Amadeus Mozart
Sonate F-Dur K 300k (1781–1783)

Felix Mendelssohn Bartholdy
Variations sérieuses op. 54 (1841)

***

Ludwig van Beethoven
Sonate B-Dur op. 106 »Hammerklaviersonate« (1817–1818)

—————————————–

Zugabe:

Art Tatum, Johnny Green
I cover the waterfront (Notation: Daniil Trifonov)

Alexander Skrjabin
3. Satz: Andante (Sonate Nr. 3 fis-moll op. 23) (1897)

Federico Mompou
Variation IX. Valse und Variation XII. Galope e epílogo (Variationen über ein Thema von Chopin) (1938–1957)

Wiener Konzerthaus, 4. Dezember 2023

von Jürgen Pathy

„Was treibt der da?“, ist der dominierende Gedanke vor der Pause, während der die Gespräche ganz klar von einem Thema dominiert sind. „Dieser Mozart war schon sehr eigenartig“, bemerkt ein junger Herr in Jeans, um die 30. Eine Dame, jenseits der 60, nobel, dick aufgetragener Eyeliner und viel Lippenstift zieren ihr Gesicht, ergänzt am Nebenplatz. „Den Mozart hat er zu schnell gespielt – aber: sehr gut!“. Klingt beinahe so, als müsse man schon relativieren. Immerhin ist Trifonov in seinen jungen Jahren, 32 ist er erst, schon so hochstilisiert, als wäre er der nächste Tastengott, der am Thron von Vladimir Horowitz kratzt.

„Daniil Trifonov, Klavierabend
Wiener Konzerthaus, 4. Dezember 2023“
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Rising Stars 49: Laura Lootens verzaubert ihre Gitarre in das beste aller Klaviere

Laura Lootens © Frank Lübke

von Dr. Lorenz Kerscher

Als Anfang 2022 meine Freunde vom Arcis Saxophon Quartett dafür warben, die Debüt-CD der jungen Gitarristin Laura Lootens per Crowdfunding zu unterstützen, schaute ich in ihren YouTube-Kanal und war sehr angetan von ihrem schönen Spiel. Also leistete ich einen Beitrag und wählte als Dankschön die Option, die CD sofort nach Erscheinen zu erhalten. Und vor kurzem ging sie mir zu. Schon die Titelliste zeigte mir, dass die junge Künstlerin viel bewegen wollte, denn eingespielt waren ausschließlich Klavierwerke von Isaac Albéniz in von ihr selbst erstellten Transkriptionen. Auch die Aufnahmen erfolgten zunächst in Eigenregie, doch als das Ergebnis beim Label CAvi erschien, wurde die Deutsche Grammophon darauf aufmerksam und veröffentlichte auf ihrem YouTube-Kanal einige in schönem Ambiente spanischer Natur gedrehte Musikvideos. „Rising Stars 49: Laura Lootens verzaubert ihre Gitarre in das beste aller Klaviere
klassik-begeistert.de, 7. Dezember 2023“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 6. DEZEMBER 2023

Nuron Mukumi © by MIKE_mod

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 6. DEZEMBER 2023

Köln/Philharmonie
Nuron Mukumi versprüht wärmende Lebensfreude in der Kölner Philharmonie
Vor Kälte frierend treten wir den Weg zur Kölner Philharmonie an, erwarten wir doch ein schönes Konzert auf hohem musikalischen Niveau. Unsere Erwartungen werden bei weitem übertroffen. Auf dem Weg zurück ist für uns klar: Dieses Konzert war sensationell! Nuron Mukumi, den wir zum ersten Mal live hören, begeistert uns mit seinem nuancierten Klavierspiel. Das Staatliche Sinfonieorchester Litauen musiziert unter dem vorbildlichen Dirigat Gintaras Rinkevičius’ auf Weltklasseniveau und heizt mit seiner Tango-Zugabe so richtig ein.
Von Petra und Dr. Guido Grass
Klassik-begeistert.de

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Ich schlage vor, künftig en suite zu spielen

Jane Eyre © Kiran West

Jane Eyre
Ballett von Cathy Marston
nach dem Roman von Charlotte Brontë

Staatsoper Hamburg, 3. Dezember 2023 Premiere

Uraufführung, Northern Ballet, 19. Mai 2016 –  Deutschlandpremiere, Hamburg Ballett, 3. Dezember 2023


von Harald Nicolas Stazol

„Ich sehe, Sie schreiben Kritiken, – wie spricht sich das aus?“ fragt der ehrwürdig-graue Dandy mit den Pailletten-Slippern, gelbgoldener Cartier „Tank“ und dem Lapislazuli-blauen Siegelring neben mir, und jetzt geht es ans Eingemachte:

„Eyrrr-äe“ – „Eier?“ – „EY-rrr-äe! Sie müssen beim r mit Der Zunge unter den Gaumen…“ – „Eier!“ – „rrr“ „Eier?“ – „Genau! richtig!“ rette ich mich, – dann, ich schnappe nach Luft ,„Und wer ist das?“ – „Das versucht die englische Literaturwissenschaft seit 200 Jahren zu ergründen!“ – „Eier?“ – doch da beginnt zum Glück das Ballett, dessen Namen man nicht aussprechen kann – und dessen Bedeutung dieser Abend an der Hamburgischen Staatsoper sprichwörtlich lassen werden wird, vorausgesetzt, hier und heute Abend begreift das noch jemand außer mir und John Neumeier. „Jane Eyre, Ballett von Cathy Marston
Staatsoper Hamburg, 3. Dezember 2023 Premiere“
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Sommereggers Klassikwelt 213: Hans Hotters Interpretationen setzen bis heute Maßstäbe

Hans Hotter © Spotify

von Peter Sommeregger

Der Bariton Hans Hotter ist für viele Opern- und Stimmenliebhaber bis heute das Maß aller Dinge, wenn es z.B. um Schuberts „Winterreise“, Wagners Wotan und Holländer geht. Seine Karriere dauerte ungewöhnlich lange, bereits in den 1930er Jahren sang er große Partien, seine letzten Auftritte fanden bis in die 1990er Jahre statt. Als er am 6. Dezember 2003 in München im Alter von 94 Jahren starb, wurde er zurecht in Nachrufen als Jahrhundertsänger gefeiert. „Sommereggers Klassikwelt 213: Hans Hotter
klassik-begeistert.de, 5. Dezember 2023“
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