DIE FREITAG-PRESSE – 9. SEPTEMBER 2022

Foto: Katharina Wagner, Foto: azonline (c)

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DIE FREITAG-PRESSE – 9. SEPTEMBER 2022

Kommentar – Stoppt den Kulturkampf! Thielemann, Winnetou und der Führer
Bitte nicht noch so eine absurde Debatte! Bei den Bayreuther Festspielen ist Streit entbrannt um das Wort „Führer“, das im „Lohengrin“ gesungen wird. Festspielchefin Katharina Wagner ließ die anstößige Vokabel durch „Schützer“ ersetzen. Dirigent Christian Thielemann hält das für einen Skandal. Beide haben Unrecht. Ein Kommentar von BR-KLASSIK-Redakteur Bernhard Neuhoff.
BR.Klassik.de

Wien/ Staatsoper
Ein nach drei ausverkauften Vorstellungen lupenreiner musikalischer Hattrick

Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ an der Staatsoper: Im Sport würde man sagen, die Wiener Staatsoper verbucht derzeit einen sehr guten Lauf. Mit Mozarts „Zauberflöte“ in der ersten Woche dieser Spielzeit schaffte sie den Hattrick mit drei ausverkauften Vorstellungen en suite. Zurecht.
Kraft- und Ausstrahlungszentrum ist Günther Groissböck als Sarastro. Klug gestaltet er diese Partie, besticht mit brillanter Stimmführung und Charisma
http://kurier.at/kultur/ein-nach-drei-ausverkauften-vorstellungen-lupenreiner-musikalischer-hattrick/402139410

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Blamage im bekanntesten Opernhaus der Welt: Babies brüllen, während Anna Netrebko singt!

Anna Netrebko als „Mimì“. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Eröffnung der Saison 2022/23 der Wiener Staatsoper mit dem Kassenschlager “La Bohème” von Giacomo Puccini am 5. September 2022

Die Saison 2022/23 sollte eigentlich mit der Oper „La Juive“ von Fromental Halévy, jedoch aufgrund der Erkrankung der zwei Hauptprotagonisten wurde die Oper abgesetzt und durch „La Bohème von Giacomo Puccini ersetzt. Als besonderes Schmankerl hat die Staatsoper Anna Netrebko für die Rolle der Mimì engagiert neben dem Tenor Vittorio Grigolo als Rodolfo.

von Jean-Nico Schambourg

Vor der Oper manifestierten ungefähr 50 Menschen gegen den Überfall Russlands auf die Ukraine und Anna Netrebko. Drinnen in der Oper war man gespannt, wie der Empfang für die  Sopranistin sein würde, die ja wegen ihrer langjährigen Putin-Nähe längere Zeit an den großen Opernhäusern ausgeschlossen wurde.

Ja, es gab zu ihrem Auftritt Buhrufe von einigen wenigen Zuschauern. Es brauchte aber nicht viele BravaRufer um die ersteren ziemlich schnell verstummen zu lassen, so dass die Vorstellung ohne weiteren Störungen über die Bühne ging.

Öfters gestört wurde die Vorstellung allerdings durch das Weinen und Schreien von Kleinkindern, die, gemäß Murphy’s Law, natürlich immer bei großen Arien (zum Beispiel von Rodolfo und Musetta) einsetzten. Die Altersuntergrenze von 6 Jahren wurde vom jetzigen Staatsoperndirektor Bogdan Roščić abgeschafft. Leider kann man sich aber nicht auf den Verstand der Eltern verlassen, die mit ihrem Opernbesuch mit der ganzen Familie weder den anderen Zuhörern, noch den Kindern selbst eine große Freude bereiten.

„Eröffnung der Saison 2022/23 der Wiener Staatsoper
Wiener Staatsoper, 5. September 2022“
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Plácido Domingo entschuldigt sich für das Verona-Debakel – er will 2023 trotzdem wieder in die Arena

Foto: Turandot, Arena di Verona 2022, Foto: Dr. Charles E. Ritterband

von Dr. Charles E. Ritterband

Es war ein ernüchternder Beleg dafür, dass große Namen keineswegs immer Garanten für große künstlerische Leistungen sind: Wir haben an dieser Stelle über die beiden Abende mit Plácido Domingo in der Arena di Verona ausführlich berichtet – die Verdi-Gala mit Domingo als Sänger am 25. August und „Turandot“ mit Domingo am Dirigentenpult am 26. August 2022. Beide Abende waren desaströs: Der Weltstar schlug sich schlecht und recht durch zwei Verdi-Opern, „Aida“ und „Don Carlo“, bei der dritten, „Macbeth“, versagte die Stimme und er konnte seinen Auftritt nicht zu Ende führen. Dafür stand er am nächsten Abend voll Vitalität vor dem Orchester – und aus der grandiosen „Turandot“ wurde eine lustlos-temperamentlose Angelegenheit, noch dazu mit einer Turandot, die man lieber nicht hätte hören wollen. „Arena di Verona, Plácido Domingos Debakel
klassik-begeistert.de 8. September 2022“
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Pappano und Levit gestalten Busonis Klavierkonzert als musikalisches Feuerwerk

Musikfest Berlin – Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Leitung Sir Antonio Pappano, Igor Levit Klavier, Schönberg | Busoni, © Fabian Schellhorn

Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom

Antonio Pappano   Dirigent
Coro dellʼAccademia Nazionale di Santa Cecilia
Igor Levit   Klavier

Arnold Schönberg
Verklärte Nacht, Fassung für Streichorchester

Ferruccio Busoni
Konzert für Klavier und Orchester mit Männerchor

Coro dellʼAccademia Nazionale di Santa Cecilia
Igor Levit  Klavier

Philharmonie Berlin, 5. September 2022

 von Peter Sommeregger

Die beiden Werke, die in diesem Konzert erklangen, entstanden zeitlich nahe an der vorletzten Jahrhundertwende und sind beide geprägt von der Entstehung neuer Formen der Musik in dieser Zeit. Sie folgen allerdings formal noch den alten Traditionen. Schönberg schrieb sein Streichsextett inspiriert durch die schwüle Jugendstil-Lyrik des Dichters Richard Dehmel, der heute nur noch durch Vertonungen seiner Werke bekannt ist. Später schuf er eine Fassung des Werkes für großes Streichorchester, die auch in diesem Konzert zu hören war. „Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom, Antonio Pappano Dirigent
Philharmonie Berlin, 5. September 2022“
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Die DONNERSTAG-PRESSE – 8. SEPTEMBER 2022

Elīna Garanča (Carmen), Piotr Beczała (Don José). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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Die DONNERSTAG-PRESSE – 8. SEPTEMBER 2022

Wien/Staatsoper
Bizets „Carmen“ mit Elina Garanča an der Wiener Staatsoper
Wie stets bei Garanča bilden die verkörperte Figur und vokaler Ausdruck eine Einheit
DerStandard.at

„Carmen“ in der Staatsoper: Das Unzüchtige überlässt man den anderen (Bezahlartikel)
Wenig lasziv, dafür aber umso wirkungsvoller: Elina Garanča sang erstmals in Wien die Carmen in Calixto Bieitos bedrückender Inszenierung. Ihre ganz persönliche Sichtweise fügt sich glaubwürdig ein.
DiePresse.com

Ein Tenor allein zuhaus’
„Carmen“ mit indisponierter Garanča an der Staatsoper. Es gibt Abende im Musiktheater, da läuft alles wie am Schnürchen. Und solche, bei denen das nicht der Fall ist. Die Wiederaufnahme der „Carmen“-Produktion an der Staatsoper diesen Dienstag gehört in letztere Kategorie – was ein Blick auf den Programmzettel vorab nicht nahegelegt hätte.
WienerZeitung.at

Wien/ Staatsoper
Zwischen Buhs und Jubel: Netrebko zurück an der Staatsoper(Bezahlartikel)
DiePresse.com

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Carmen in Wien: Weltstar Piotr Beczała singt Blumenarie des Don Josés einfach perfekt!

Elīna Garanča (Carmen), Piotr Beczała (Don José). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Eröffnung der Saison 2022/23 der Wiener Staatsoper mit dem Kassenschlager “Carmen” von Georges Bizet am 6. September 2022.

Es stand stand “Carmen” auf dem Programm. Die bunte Zeffirelli-Inszenierung wurde seit letztem Jahr durch eine, für Wien, neue Produktion von Calixto Bieito ersetzt. Vor Wien wurde diese Produktion schon an 29 Opernhäusern gespielt, so dass ich mir eine Kritik hierzu erspare. Nur soviel: eigentlich ist nicht allzu viel an Bieito’s Auffassung auszusetzen. Doch sie verliert sich im Laufe des Abends in einer Welt von Brutalität und Grausamkeit. War die Inszenierung von Zeffirelli, wie bei seiner Bohème, auch hier mit allen Klischees betreffend Spanien behaftet, so erzählt Bieito eine Geschichte von brutalen, dauergeilen, versoffenen Außenseitern, sowohl auf der Seite der Soldaten, als auch auf Seiten der Gauner. Sogar Escamillo torkelt am Ende des 3. Akts besoffen von der Bühne, so dass man Carmens Entscheidung zu seinen Gunsten eigentlich schwer versteht.

von Jean-Nico Schambourg

Elīna Garanča als Carmen ließ sich nach der Pause wegen gesundheitlichen Problemen (Sommergrippe) entschuldigen. So lässt es sich erklären, dass ihre Arien in den ersten zwei Akten nicht mit dem gewohnten stimmlichen Glanz und Kraft vorgetragen wurden. Ihre große Professionalität ermöglichte ihr aber auch die anspruchsvolleren Passagen in den letzten beiden Akten ohne größere merkliche Probleme zu meistern. Schauspielerisch bestach sie durch ihr aufreizendes, aufgeilendes Spiel mit den verschiedenen Männergruppen die ihr nachstehen, ohne aber je ins vulgäre Gehabe abzudriften.

„Georges Bizet, Carmen,
Wiener Staatsoper, 6. September 2022“
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Eine gut geölte Maschine rattert durch Köln

Franz Welser-Möst, The Cleveland Orchestra © Claudia Höhne

Das Cleveland Orchestra gastiert unter Franz Welser-Möst mit Strauss und Berg in der Kölner Philharmonie.

Köln, Philharmonie, 5. September 2022

Richard Strauss (1864-1949) – Macbeth op. 23 TrV 163

Alban Berg (1885-1935) – Lyrische Suite für Streichquartett, Fassung der Sätze 2-4 für Streichorchester

Richard Strauss – Suite aus Der Rosenkavalier, TrV 227d (für Orchester zusammengestellt von Franz Welser-Möst)

von Brian Cooper, Bonn

Richard Strauss war 22 Jahre alt, als er mit der Komposition seiner ersten Tondichtung begann. Macbeth wird verhältnismäßig selten gespielt, und so war es ein besonderes Vergnügen, das Cleveland Orchestra damit in Köln zu hören. Das Werk steht in d-Moll, und gleich zu Beginn, ganz kurz nur, sind Anklänge an den Anfang von Beethovens Neunter unüberhörbar. Bilde ich mir zumindest ein.

Doch ist es erkennbar schon reinster Strauss, der mit seiner „spannungsgeladenen wie zugleich klangkulinarischen Tondichtung“ – diese schöne Formulierung steht im Programmheft – hier den Grundstein für spätere Werke legte. Das üppig besetzte Orchester spielte mit Verve, sattem Klang und schier unbegreiflicher Perfektion. Warum ist das Blech in den großen US-amerikanischen Orchestern so unglaublich gut? Es könnte an der Tradition der marching bands liegen – so ein interessanter und durchaus einleuchtender Erklärungsversuch. „Cleveland Orchestra, Franz Welser-Möst, Strauss und Berg
Köln, Philharmonie, 5. September 2022“
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Die DIENSTAG-PRESSE – 6. SEPTEMBER 2022

Foto: Anna Netrebko in der Spanischen Hofreitschule, Wien, (c) © Jürgen Hausmann/MET Opera

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Die DIENSTAG-PRESSE – 6. SEPTEMBER 2022

Netrebko bei Staatsopernrückkehr überwiegend gefeiert
Innen gab es überwiegend demonstrative Unterstützung, draußen die Demonstration: Die Rückkehr der austro-russischen Starsopranistin Anna Netrebko auf die Bühne der Wiener Staatsoper nach den Diskussionen um ihre Haltung zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine splittete am Montagabend die Welten. Während das Publikum nach der Repertoire-„La Bohème” ihren Star bis auf wenige Buhs feierte, hatte sich vor der Oper die ukrainische Diaspora versammelt.
Netreb­ko bei ihrer Staats­opern-Rück­kehr über­wie­gend gefeiert (apa.at)

Wien
Soll Netrebko in Wien auftreten?
Montagabend startete die Staatsoper in die neue Saison – mit einem Auftritt der umstrittenen Anna Netrebko. Ein Tabubruch oder überfällige Rückkehr zur Normalität?
DerStandard.com.at.story

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Schweitzers Klassikwelt 70: Herzlich willkommen an der Wiener Staatsoper

Foto: Wiener Staatsoper, M. Pöhn ©

Im letzten Feuilleton haben wir mit Wehmut von Künstlerinnen Abschied genommen, mit denen wir auf ganz verschiedene Weise vertraut wurden. Nicht immer waren wir von Anfang an begeistert, in einem Fall war es nötig, das Wertvolle einer Stimme aus meist mittleren Partien herauszuhören. Besonders der Direktionswechsel Ende Juni 2020 brachte einige Veränderungen im Ensemble. An vier Beispielen wollen wir das veranschaulichen.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Vera-Lotte Boecker war 2014 bis 2017 am Nationaltheater Mannheim engagiert, danach drei Jahre an der Komischen Oper Berlin, mit eingeschlossen schon Gastspiele. Unsre erste Begegnung mit ihr erfolgte bei einer Fernsehübertragung der „Carmen“. Ihre Micaëla war unkonventionell, nicht lieblich-süßlich, sondern energisch. „Live“, ohne vermittelnde Tontechnik hörten wir dann die Tugend und die Drusilla in
„L’incoronazione di Poppea“.  Im Prolog wusste sie sich als Tugend gesanglich gegenüber Göttin Fortuna zu behaupten, als Drusilla vermissten wir die Wärme, welche die  Janowitz im Jahr 1963 ausstrahlte. „Schweitzers Klassikwelt 70: Herzlich willkommen an der Wiener Staatsoper!“ weiterlesen

Ladas Klassikwelt 97: Richard Wagner kann sich verwandeln in eine Leckerei mit Mandeln

Franco Cecon, Chef von dem Eiscafé Venezia in Bayreuth, serviert das Wagner-Eis. Foto: Joanna Stich

Richard-Wagner-Pizza, Wagner-Eis, Wagner-Pralinen und Teemischungen mit Titeln von den Opern auf den Päckchen – all das ist in Bayreuth zu finden, vor allem in der Straße, die den Namen des Komponisten trägt.

von Jolanta Łada-Zielke

Während der Festspielzeit gehe ich eines Nachmittags mit meiner Freundin Joanna in die italienische Pizzeria und Hamburgeria „Mozzarella e Basilico“. Als wir auf der Speisekarte „Richard-Wagner-Pizza“ entdecken, zögern wir keinen Moment, eine zu bestellen. Zumal die Inhaltsstoffe in der Speisekarte vielversprechend aussehen: Tomatensauce, zwei Mozzarella- Sorten (darunter Büffel), Bresaola-Schinken, Rucola, Pistazienpesto, und Cherrytomaten. Ich finde sie sehr exklusiv, vor allem dieses Pistazienpesto. „Ladas Klassikwelt 97: Richard Wagner kann sich verwandeln in eine Leckerei mit Mandeln
klassik-begeistert.de 5. September 2022“
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