Foto: Pretty Yende © 2021/Hans Jörg Michel
Zum vorletzten Mal in diesem Jahr steht in der Staatsoper Hamburg Giuseppe Verdis „La Traviata“ auf dem Programm. Das von Alexandre Dumas d.J. Roman „Die Kameliendame“ inspirierte Werk war zu damaligen Zeiten skandalöser Stoff, gilt heute jedoch selbstredend als Meisterwerk. In einer musikalisch durchgängig überzeugenden Aufführung sticht insbesondere Pretty Yende in der Hauptrolle hervor.
von David Nagel
Für ihre Interpretation als Edelkurtisane Violetta Valéry wurde die Südafrikanerin Pretty Yende bereits zuvor andernorts gefeiert und am heutigen Abend in Hamburg beweist sie einmal mehr eindrucksvoll, warum dies so ist. Die schwierige und umfangreiche Rolle der von der Männerwelt umschwärmten Dame meistert die 36-jährige scheinbar mühelos und mit viel Charisma und Leidenschaft. Hohe Töne und knifflige Koloraturen („Sempre Libera“) stellen für sie offensichtlich keine Probleme dar und werden, ohne dass es je forciert wirken würde mit Leichtigkeit, Klangschönheit und grandioser Forte/Piano-Dynamik performt, dass es eine wahre Freude ist. Das Publikum lauscht ihr gebannt, man könnte im Zuschauerraum mitunter eine Stecknadel fallen hören. Mit ihrer Ausstrahlung schafft es Pretty Yende auch schauspielerisch zu überzeugen, obwohl die bewegungsarme und spartanische Inszenierung von Johannes Erath diesbezüglich eher wenig hergibt. „Giuseppe Verdis „La Traviata“,
Hamburgische Staatsoper, 14. Dezember 2021“ weiterlesen

