Erwin Schrott © Roland Wimmer
Back to the Roots! Erwin Schrott hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, wie es vermutlich nur er selber kann. Der Bassbariton tanzt Tango mit dem Teufel, der Liederabend heißt TANGO DIABLO und schlägt einen Bogen von Mephisto-Arien von Gounod bis Boito hin zur lateinamerikanischen Tangomusik. Wir haben angelegentlich über Scheinwelten, Melancholie, Depressionen, ein großes Gewässer und den Teufel gesprochen. Und warum das alles mit dem Tango zusammenhängt.
Jörn Schmidt im Gespräch mit Erwin Schrott, Teil I
klassik-begeistert: Wiener Walzer wird im 3/4-Takt getanzt, Tango im 2/4 oder 4/4-Takt. Aber was ist charakterlich der größte Unterschied?
Erwin Schrott: Der Wiener Walzer ist Leichtigkeit pur. Man bewegt sich schwerelos zwischen Kronleuchtern und Seide – und verdrängt den Alltag. Wenn man es kann, sieht Walzer aus, als würden Sie fliegen – eine romantische Flucht in ihrer raffiniertesten Form. Eine Illusion, die körperlich wird.
klassik-begeistert: Wem diese Schwerelosigkeit nicht liegt, der muss zum Tango wechseln?
Erwin Schrott: So gesehen, ja … Der Walzer lädt dazu ein, Dich in eleganter Hingabe selbst zu vergessen. Der Tango fordert Dich auf, an alles zu erinnern – jede Wunde, jedes Verlangen, jeden Verrat. Walzer ist ein Traum, Tango ein Gespräch, dem du nicht entkommen kannst. Selbst die Pausen sind beim Tango ein Drama. „Interview: kb im Gespräch mit Erwin Schrott, Bassbariton, Teil I
klassik-begeistert.de, 4. März 2026“ weiterlesen