Sommereggers Klassikwelt 15 / 2019: Ein Autounfall im Grunewald: Das Ende der großen Sängerin Johanna Gadski

Bildquelle: Wikimedia

Bestechend ist die Stilsicherheit, die aus ihren Aufnahmen spricht, man kann Gadski mit gutem Gewissen als eine der wenigen „kompletten“ Interpretinnen bezeichnen, damals wie heute eine seltene Tugend.

von Peter Sommeregger

Das elegante, mit vier Personen besetzte Automobil bog von der Rathenauallee just in dem Augenblick in die Königsallee ein, als sich ein Wagen der Straßenbahnlinie 176 in voller Fahrt näherte. Die Lenkerin des Autos reagierte zu spät, und der schwere Wagen krachte mit Wucht in die Straßenbahn. Die schnell herbei geeilten Helfer bargen drei schwer verletzte Frauen und einen Mann, die sämtlich in das Martin-Luther-Krankenhaus gebracht wurden. „Sommereggers Klassikwelt 15 / 2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Langes Klassikwelt 3 / 2019: Willkommen im Jurassic Park! Die Telekom klont sich einen Beethoven

Künstliche Intelligenz soll Beethovens Unvollendete fertig komponieren. Mit Hilfe einiger menschlicher Experten. Die Telekom will damit ihren Beitrag zur 250-Jahr-Feier leisten. Hybris? Auf jeden Fall regt das Experiment zum Nachdenken an.

von Gabriele Lange

„Die Telekom holt das Genie zurück in unsere Gegenwart und vollendet die Skizzen zu Beethovens letztem Werk!“ Das verspricht die Telekom überaus selbstbewusst per Videoclip. Ein Team aus Experten soll eine Künstliche Intelligenz (KI) soweit füttern und trainieren, bis sie aus Beethovens Skizzen eine mögliche Version der unvollendeten 10. Sinfonie erstellen kann. Die Uraufführung ist zur 250-Jahr-Feier geplant. Mit einem menschlichen Orchester. Damit es eine runde Geburtstags-Party wird, hat die Telekom außerdem Robbie Williams engagiert. „Langes Klassikwelt 3 / 2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Ladas Klassikwelt 12 / 2019: Richard Wagner und Karl May – unbeschränkte Phantasie und analytisches Denken

Winnetou lässt sich mit Wagners Siegfried vergleichen. Beide Autoren hatten eine starke Beziehung zu diesen Figuren und haben sie in den Kampf zwischen Gut und Böse verstrickt – und beide am Ende scheitern lassen. Winnetou aus den letzten Kapiteln erinnert mehr an Wagners Parsifal, weil beide Autoren sich am Ende ihres Lebens mit Religion und Mystizismus beschäftigten.

Einige Reflektionen nach dem Vortrag von Dr. Frank Piontek auf Einladung des Richard-Wagner-Verbands Hamburg

von Jolanta Lada-Zielke

„Was haben die beiden miteinander zu tun?“, dachte ich auf dem Weg zum Vortragsabend.

Dr. Frank Piontek, im Freundeskreis genannt „Pio“, habe ich vor ein paar Jahren in Bayreuth kennen gelernt. Der Kulturjournalist, Dramaturg und Autor vieler Publikationen zum Thema Oper und Richard Wagner lebt dort seit fast dreißig Jahren. Ich habe drei seiner Bücher gelesen: „Plädoyer für einen Zauberer“, seine Analyse des Pamphlets „Das Judenthum in der Musik“ und die in diesem Jahr herausgegebenen sämtlichen Gedichte Wagners. Aber die Idee der Zusammenstellung des großen Komponisten mit dem Schriftsteller populärer Jugendromane habe ich zunächst für zu „ausgedacht“ gehalten. „Ladas Klassikwelt 12 / 2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Lieses Klassikwelt 13/2019: Unter Tierfreunden

Bildquelle: Pinterest

Maria Callas nahm ihren Pudel Toy überall hin mit, er durfte auf Reisen sogar in der Flugzeugkabine Platz nehmen. Vermutlich gab es da für die Primadonna Assoluta Ausnahmekonditionen, denn leider dürfen in die Kabine gewöhnlich nur ganz kleine Hunde im Katzenformat.

von Kirsten Liese

Heute singe ich ein hohes Lied auf einen Popmusiker: Paul McCartney. Der erfolgreiche Songwriter, der neben John Lennon die meisten Stücke für die Beatles schrieb, ernährt sich vegan und setzt sich seit den 1970er Jahren für Tierrechte ein – gegen Massentierhaltung, Tierversuche und das Abschlachten von Robben. Er trägt kein Leder, macht bei Konzerten Werbung für seine „Meat-Free“-Kampagne und sagt zum Thema Klimaschutz das, was ich eigentlich von der Bundeskanzlerin erwarten würde: „Wenn jemand etwas für die Umwelt tun möchte, muss er einfach aufhören, Fleisch zu essen. Das ist der größte Beitrag, den jeder von uns leisten kann. Wenn man darüber nachdenkt, ist es einfach überwältigend: Vegetarier tun so viele gute Dinge auf einmal – für die Umwelt, gegen Welthunger und Grausamkeit.“ „Lieses Klassikwelt 13/2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 14 / 2019: Lionel Maplesons Zylinder – die akustischen Schätze vom Schnürboden

Die Unmittelbarkeit des zu Hörenden fasziniert. Es öffnet sich ein Zeitfenster in eine versunkene Welt. Das New York des beginnenden 20. Jahrhunderts und sein verwöhntes Opernpublikum ist durch den mitgeschnittenen Applaus dokumentiert und wird für Augenblicke wieder lebendig.

von Peter Sommeregger

Die Sopranistin krönt das Finale von Gounods Faust mit einem strahlenden, lange gehaltenen hohen c, frenetischer Applaus rauscht auf. Was daran ungewöhnlich ist? Diese Aufführung fand am 15. Februar 1902 an der Metropolitan Opera New York statt. Zu dieser Zeit war es zwar bereits möglich, Tonaufnahmen auch von Gesangsnummern herzustellen, dies war aber nur im Studio mit Klavierbegleitung möglich. „Sommereggers Klassikwelt 14 / 2019,
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Ladas Klassikwelt 11 / 2019: Jauchzet, frohlocket!

von Jolanta Lada-Zielke 

Weihnachten ist da, wenn ich Paukenwirbel und den Gesang >>Jauchzet, frohlocket<< höre”, sagen die meisten, nicht nur deutschen Musikliebhaber. Das „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach ertönt in der Adventszeit in vielen Kirchen und in den berühmtesten Konzertsälen Deutschlands.

Im Gasteig in München tritt der Münchener Bach-Chor mit Begleitung des Orchesters Bach Collegium München traditionell am letzten Adventssonntag mit dem Werk auf. Sein Partnerensemble Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor aus Hamburg hat das Oratorium schon zweimal in der neuen Elbphilharmonie präsentiert. Die Konzerte wurden von Hansjörg Albrecht dirigiert, der dieses Stück zum ersten Mal als vierjähriger Junge miterlebte.

„Meine Eltern haben mich zum Konzert mit dem ‚Weihnachtsoratorium‘ mitgenommen, meine Mutter hat Solo gesungen hat“, sagt Albrecht. „Das war in einer gotischen Hallenkirche, wo ein großer Chor mit Orchester Bachs Werk musiziert hat. Ich fand damals die Pauken am Anfang des ersten Satzes, („Jauchzet frohlocket“) so spannend, dass ich unbedingt Schlagzeuger werden wollte. Zu Hause habe ich versucht, diesen Wirbel auf Töpfen zu üben.“ „Ladas Klassikwelt 11 / 2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Ritterbands Klassikwelt 7 / 2019: Toscas verschwundenes Bein

Auf ihrem Grabstein steht in goldenen Lettern: Sarah Bernhardt 1844 – 1923. Im Grab modern ihre sterblichen Überreste – minus ihr rechtes Bein. Dieses ruhte an einem wesentlich weniger feierlichen Ort: Fast 600 Kilometer südwestlich von Paris, in einem Depot der Medizinischen Fakultät an der Universität von Bordeaux.

von Charles E. Ritterband

Während die Netrebko gegenwärtig an der Mailänder Scala als Floria Tosca neue Triumphe feiert, fallen mir einige der zahlreichen Anekdoten ein, die sich um Puccinis Oper ranken. Da wäre vor allem jene bekannte Geschichte mit der Sängerin, die sich beim Bühnenpersonal so unbeliebt gemacht hatte, dass diese der Diva einen bösen Streich spielten: Sie platzierten hinter der Engelsburg statt der üblichen Matratzen, die den Todessprung der Tosca aufzufangen hatten, ein Trampolin. Und die verdutzte Sängerin, statt wie vorgesehen im Jenseits zu verschwinden, tauchte hinter der Kulisse mit einem ungeplanten Luftsprung wieder auf. Sehr zur Begeisterung des Publikums. „Ritterbands Klassikwelt 7 / 2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Lieses Klassikwelt 12/2019: Bewegende Begegnungen

… EINE GESCHICHTE, DIE SIE BERÜHREN WIRD…

Edith Mathis, Rollenfoto mit Unterschrift für die damals 11 Jahre alte Kirsten

„Es fiel mir immer schwer, über Musik und deren ‚Business‘ zu sprechen“,  schrieb Edith Mathis, 81, unserer Autorin, „meine angeborene Schüchternheit hat sich (leider!) zu einer Zurückgezogenheit ausgebildet, die jedem öffentlichen Auftritt zuwider läuft.“

von Kirsten Liese

Meine Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern zählen zu den Höhepunkten meines Journalistenlebens. Die meisten lernte ich  über Interviews kennen.

Alle aufzuzählen, würde an dieser Stelle zuviel Raum beanspruchen, selbst die Liste mit all jenen, die mir besonders in Erinnerung blieben, weil ich sie in ihrer privaten Umgebung treffen durfte, ist mit so großen Namen wie Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf, Christa Ludwig, Sena Jurinac, Catarina Ligendza, Dame Gwyneth Jones, Theo Adam, Anneliese Rothenberger, Ingeborg Hallstein, Anja Silja, Teresa Berganza, Inge Borkh, Otmar Suitner oder den Schauspielerinnen Marianne Hoppe und Jutta Lampe schon recht lang. „Lieses Klassikwelt 12/2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 13/2019: Palästina sehen und sterben

Im Frühling 1929 tritt Adolf Weißmann eine Vortragsreise nach Palästina an. In Haifa angekommen, zeigt er sich begeistert von der Schönheit des Landes – und erliegt noch am gleichen Tag einem Herzinfarkt. Man bestattet ihn auf dem alten Friedhof in Haifa, was bestimmt in seinem Sinne gewesen wäre.

von Peter Sommeregger

In Musikbibliotheken, aber auch bei historischen Recherchen im Bereich klassischer Musik stößt man immer wieder auf den Namen des Journalisten und Buchautors Adolf Weißmann (1873-1929).

Der gebürtige Oberschlesier mit jüdischen Wurzeln studierte Musik und Philosophie in Breslau, Innsbruck, Florenz und Bern. Im Jahr 1900 lässt er sich in Berlin nieder und beginnt seine journalistische Tätigkeit als Musikkritiker beim Berliner Tageblatt. In den Folgejahren schreibt er für verschiedene Berliner Zeitungen, von 1916 bis zu seinem Tod für die Berliner Zeitung am Mittag. „Sommereggers Klassikwelt 13/2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Langes Klassikwelt 2/2019: Digitalisierung killed the Weihnachtsgeschenk

Der Countdown läuft. Die Hälfte des Adventskalenders ist schon leergefuttert. Langsam wird es ernst. Ich brauche Weihnachtsgeschenke.

von Gabriele Lange

Lange Zeit war das Thema Schenken überhaupt kein Problem – im Gegenteil: Ich hatte Spaß. Es gab da eine Kiste, die sich bereits im Lauf des Jahres füllte. Mit Musik und mit Büchern. Wenn ich irgendetwas hörte, das einem meiner Freunde oder Verwandten gefallen könnte, kaufte ich die Platte, später die CD, auf Vorrat für Weihnachten und Geburtstage. Wenn ich in ein Werk komplett verknallt war, besorgte ich gleich mehrere Scheiben, weil ich die Freude mit lieben Menschen teilen wollte. „Langes Klassikwelt 2/2019
klassik-begeistert.de“
weiterlesen