Foto: Daniele Gatti (c) Markenfotografie
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE MITTWOCH-PRESSE, 20. MAI 2026
Dresden/ Semperoper
Glanzstücke der deutschen und französischen Romantik vereinigen sich
Schon einmal in dieser Spielzeit erfreuten uns die Dresdner Staatskapelle und ihr Chefdirigent Daniele Gatti mit den Klängen von Wagners „Parsifal“. Damals allerdings wurde das Werk in voller Länge gespielt. Besonders der „Karfreitagszauber“ erschien mir dort auch schon, als ein außergewöhnlicher Moment. Capellvirtuose 2025/26 Gautier Capuçon betrat nun das Podium. Das erwartungsvolle Publikum wurde nicht enttäuscht.
Von Henriette Müller
Klassik-begeistert.de
Wien/ Staatsoper
19. Mai 2026: Richard Wagner, Das Rheingold
Mit der heute begonnenen Doppelserie heißt es Abschied nehmen vom Bechtolfschen „Ring“, der in Wien seit 2007–2009 gezeigt wird, und das ist sehr schade. Diese Produktion des schon lange Zeit in Wien durch Abwesenheit glänzenden Sven-Eric Bechtolf (Bühne von Rolf Glittenberg, Kostüme von Marianne Glittenberg) gehört zu seinen besseren Arbeiten: Zwar ist sie kein Meisterwerk, bietet aber grundsolides Handwerk und zeigt die Geschichte völlig traditionell, wenn auch mit (überwiegend gelungenen) modernen ästhetischen Mitteln, und das „Rheingold“ halte ich für den besten Teil dieser Inszenierung (gefolgt von der „Walküre“), vor allem die Lichteffekte am Ende sind beeindruckend. In diesem Sinne: Werde ich diese Inszenierung vermissen: ja. Wird etwas Besseres nachkommen: mit höchster Wahrscheinlichkeit nein. Aktuell gibt es aber noch zwei „Ring“-Durchläufe, und der heutige „Vorabend“ begann mit einer überwiegend wunderbaren Aufführung.
forumconbrio.com
Wien/Musikvereinj
Andris Nelsons dirigiert Schostakowitsch: Wenn die Einzelstimme Gehör findet
Das Gewandhausorchester Leipzig begann sein Musikverein-Gastspiel mit zwei Reißern des 20. Jahrhundert, Andris Nelsons und kein Ende: Acht Mal hat der Lette im Musikverein seit Jänner die Wiener Philharmoniker dirigiert, seit Montag ist er hier an zwei Abenden mit dem Gewandhausorchester Leipzig tätig. Die Künstlergarderobe? Dürfte Nelsons, in dieser Saison Fokus-Künstler des Hauses, mit verbundenen Augen finden
DerStandard.at,story.andris.nelsons
Wien/ Konzerthaus
Konzerthaus: Feinsinnige Klangarchitektur aus Berlin (Bezahlartikel)
Das Scharoun Ensemble gastierte mit Mozarts ungewöhnlichem Hornquintett, Betörendem von Hans Werner Henze sowie Schuberts umfangreichem Oktett.
DiePresse.com.klangarchitektur
Wiener Gemeinderat fixiert Förderung für Sommernachtskonzert
Der Beschluss der Förderung des Sommernachtskonzerts der Wiener Philharmoniker ist am Dienstag auf der Tagesordnung des Wiener Gemeinderats gestanden. Die Stadt unterstützt die Veranstaltung heuer mit 100.000 Euro. Dass es auch 2026 eine Förderung gibt, war keinesfalls ausgemachte Sache. Zunächst war geplant, die Dotierung zu streichen. Letztendlich wird es sie nun in reduzierter Form geben.
SalzburgerNachrichten.at.kultur
Göttingen
„Verlockungen“ – Auftakt der Händelfestspiele Göttingen mit der Oper „Deidamia“
Audio von Kirsten Liese (7,35. Minuten)
deutschlandfunk.de
„Vivaldi und ich“ – Film des Opernregisseurs Damiano Michieletto kommt ins Kino
Audio von Jörn Florian Fuchs (4,47 Minuten)
deutschlandfunk.de.audio
Paris
Opera Garnier Paris: Das glanzvolle Geheimnis von Paris
Opera Garnier Paris in Frankreich wirkt wie ein Palast der Musik: Opera Garnier verbindet Geschichte, Kunst und ein überraschendes Besuchserlebnis. Opera Garnier Paris ist eines jener Bauwerke, die man nicht nur betrachtet, sondern beinahe hört, noch bevor man den ersten Saal betritt. Schon die Fassade von Opera Garnier, dem Pariser Opernhaus im Herzen von Paris, Frankreich, verspricht eine Mischung aus Prunk, Theater und architektonischer Inszenierung, die bis heute Reisende aus Deutschland und der ganzen DACH-Region anzieht.
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München
Emotionale Archäologie: Brett Deans Uraufführung Of One Blood in München
Vor drei Jahren erst holte die Bayerische Staatsoper mit Hamlet einen von Brett Dean komponierten historischen Opernstoff auf die Bühne; in elegant klassizistischem Festsaal bewegte sich die dänische Königsfamilie, und Hamlet, Enfant terrible in eher abgetragenem Outfit, wirkte wie ein Fremdkörper in dieser feinen Gesellschaft. Nun ist es mit Maria Stuart ein klassisches Drama, dessen historischer Hintergrund in Deans neuer Oper Of One Blood eine neue Einordnung erlaubt.
bachtrack.com.de.music
Nackte Rentner und ein bisschen Tischfußball (Bezahlartikel)
Eigentlich hätte die Biennale für neues Musiktheater 2026 allen Grund zum Feiern und zur Neubestimmung gehabt. Doch sie befindet sich auf dem Weg in die völlige Infantilisierung.
FrankfurterAllgemeine.net.biennale
Berlin
Konzert mit Königin: Das DSO hat sich glanzvolle Gäste in die Philharmonie eingeladen (Bezahlartikel)
Sebastian Heindl an der Schuke-Konzertorgel, Nikolai Luganski am Klavier und Stéphane Denève dirigiert das Deutsche Symphonie-Orchester.
Tagesspiegel.de.Kultur
Hamburg/Staatsoper
Turbulenter Opernabend: „Il barbiere di Siviglia“ in Hamburg
Dieser Barbier ist kein onkelhafter Strippenzieher. Mattia Olivieri spielt ihn als sexy Figaro wie aus dem Barbershop von nebenan. Mit seinem souveränen, coolen Hit „Largo al Factotum“ setzt er den Ton für einen turbulenten Opernabend.
Ndr.de.kultur.hamburg
Bayreuth
Richard Wagner als Playmobil-Figur
Die Bayreuther Festspiele feiern im Sommer ihr 150. Jubiläum. Höchste Zeit für eine eigene Playmobil-Figur des Übervaters – inklusive Notenständer und in speziell gestalteter Verpackung. Pünktlich zum 150. Jubiläum bekommen die Bayreuther Festspiele auch ihre eigene Playmobil-Figur. Das gab die Stadt am Montag, 18.05.2026 bekannt. Natürlich ist der Gründer der Festspiele und Bayreuther Übervater, Richard Wagner selbst abgebildet: fast gänzlich in schwarz, über rotem Brusthemd, mit weißen Rüschen an den Armgelenken sowie der charakteristischen Baskenmütze. Außerdem mit dabei: ein Dirigentenstab und ein Notenpult. Welche Partitur drauf liegt, kann man allerdings nicht entziffern.
BR-Klassik.de.aktuell.news
Nürnberg
400 Jahre John Dowland: Zwischen Intimität und Melancholie
Zum 400. Todestag von John Dowland widmete die lautten compagney Berlin dem englischen Meister der Melancholie einen außergewöhnlich intimen Konzertabend in Nürnberg.
BR-Klassik.de.dowland.todestag
Karlsruhe
Brittens „Sommernachtstraum“ als lyrisch-erotisches Kammerspiel in Karlsruhe
Benjamin Britten und Peter Pears verwandelten Shakespeares „Sommernachtstraum“ 1960 in eine Oper mit magischer Klangwelt und filigraner Orchesterbesetzung. Das Badische Staatstheater Karlsruhe zeigt das Werk jetzt in Koproduktion mit dem Landestheater Linz. Regie: Francois de Carpentries, Musikalische Leitung: Georg Fritzsch.
SWR.de.kultur.sommernachtstraum
Düsseldorf
Große französische Oper: „Die Königin von Saba“ in Düsseldorf als Fest der Emotionen gefeiert
Man fragt sich, was bei der Rezeption dieser Oper schiefgelaufen ist, denn langanhaltender Beifall des Premierenpublikums in der Düsseldorfer Oper belohnte die konzertante Aufführung der „Königin von Saba“ von Charles Gounod. Die Königin von Saba, die um 950 v. Chr. den weisen jüdischen König Salomo besucht haben soll, ist ein Sujet der Buchreligionen. Das Alte Testament berichtet lediglich vom Besuch der heidnischen Königin, in Gounods Oper verspricht sie dem König, der in der Oper Soliman heißt, die Ehe, weil er sie mit seiner Weisheit beeindruckt,
opernmagazin.de.koeniginvonsaba
Frankfurt
Operndrama aus dem Vor-Franco-Spanien: Fortners „Bluthochzeit“ in Frankfurt (Bezahlartikel)
Federico García Lorcas literarisches Schaffen rückt immer wieder zerrüttete Familienkonstellationen in den Mittelpunkt. Unaufgearbeitete Schuldkomplexe, Traumata und gegenseitige Abwertungen ziehen sich durch seine Geschichten. Wobei der republikanisch gesonnene Autor anprangernde Kritik übt an der in ihren Sitten und Gebräuchen gefangenen Gesellschaft, empathiearm im innerfamiliären Dialog zwischen den Generationen. Außerhalb der Familie jedoch zusammenhaltend bis zur Blutrache. Was auch sein 1957 von Wolfgang Fortner vertontes Drama „Bluthochzeit“ prägt.
NeueMusikzeitung.de.bluthochzeit
Haydns „Jahreszeiten“ im Museumskonzert – „Von Dir, o Fleiß kommt alles Heil!“ (Bezahlartikel)
lte Oper: Joseph Haydns „Jahreszeiten“-Oratorium beim Frankfurter Museumskonzert unter der Leitung von Thomas Guggeis.
FrankfurterRundschau.de.museumskonzert
Winterthur
„Gianni Schicchi“ (Eine Ballnacht) – Das Opernhaus Zürich zu Gast im Theater Winterthur
Mit einer ganz eigenen Version von Giacomo Puccinis „Gianni Schicci“ hat sich das Opernhaus Zürich mit der jährlichen stattfindenden Produktion mit den Sänger/innen des Internationalen Opernstudios im Theater Winterthur präsentiert. Dort wird den Mitgliedern des Internationalen Opernstudios die Gelegenheit geboten, sich in größeren Rollen zu zeigen und mit viel Spielfreude eine ganze Aufführung zu gestalten
opernmagazin.de.gianni.schicchi
Eindhoven
„L’Etoile“, Emmanuel Chabrier
Eine echte Rarität hat die Operzuid ausgegraben und präsentiert in den kommenden Wochen Emmanuel Chabriers selten gespielte Opéra bouffe L’Etoile auf verschiedenen Bühnen in den Niederlanden. Dazu haben Waut Koeken, Intendant der Operazuid, und Regieassistent Geoffrey Boissy neue spritzige Dialoge ersonnen, die ganz ohne Plattitüden auskommen, und dem Werk dadurch eine frische Note verliehen.
Von Jochen Rüth
https://deropernfreund.de/musiktheater/eindhoven-letoile-emmanuel-chabrier/
Mailand
Anna Netrebko feiert Riccardo Chaillys triumphalen Abschied von La Scala
Für seine letzte Neuinszenierung als künstlerischer Leiter am Teatro alla Scala hat Riccardo Chailly Nabucodonosor gewählt, das Werk, das den eigentlichen Beginn von Giuseppe Verdis außergewöhnlicher Karriere markierte. Die Reaktion des Publikums auf dieses denkwürdige Ereignis war außergewöhnlich. Vom Moment seines ersten Auftritts im Orchestergraben an war der Applaus überwältigend und von Herzen kommend. Während eines Szenenwechsels löste ein lautes „Bravo Maestro!“ aus dem Rang eine Ovation aus, die den Dirigenten und das Orchester in eine warmherzige und liebevolle Umarmung hüllte.
bachtrack.com.de.review
Mailand
„Nabucco“ an der Scala: Was fehlt der grandiosen Stimme von Anna Netrebko? (Bezahlartikel)
Riccardo Chaillys letzte Premiere als Chefdirigent der Mailänder Scala zeigt Verdis „Nabucco“ als eindrucksvolle Bildershow – mit der enormen Bühnenpräsenz einer Anna Netrebko, deren gut beherrschter Stimme doch etwas fehlt.
FrankfurterAllgemeine.net.netrebko
Carnuntum/NÖ
Mit Heinz Ferlesch und Barucco erleben wir die wahre Macht der Musik
Der Abend der Klassik-Konzertreihe “Haydnregion Niederösterreich” bot im Schloss Petronell einem musikalischen Leckerbissen: das “Alexanderfest” von Georg Friedrich Händel, in der von Heinz Ferlesch intensiv und mitreißend gestalteten Interpretation durch das Originalklangensemble Barucco und Barucco Vokal. Das Programm wurde eingeleitet mit einem “Te Deum” des Namenpatrons Joseph Haydn.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik.begeistert.de
Lübeck
„Und dann spricht’s aus der Wand heraus“ – Der Lübecker „Wozzeck“ wird noch intensiver!
Bereits die umjubelte Premiere von Alban Bergs Oper „Wozzeck“ in der Regie von Brigitte Fassbaender in Lübeck ging musikalisch und darstellerisch unter die Haut (https://klassik-begeistert.de/alban-berg-wozzeck-brigitte-fassbaender-inszenierung-theater-luebeck-25-april-2026-premiere/). Aber die Produktion entwickelt eine noch intensivere Wirkung, wovon sich ein erneut begeistertes Publikum am 17. Mai 2026 im Lübecker Jugendstiltheater mit manchem Gänsehautschauer überzeugen konnte.
Von Dr.Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de
Frankfurt/Alte Oper
Avdeeva singt, Schostakowitsch schlägt zu
Es gibt Konzertabende, die man vergisst, sobald man den Mantel anzieht. Und es gibt solche, die einem noch auf dem Heimweg durch den Kopf hallen, als hätte das Orchester eine Spur in den Schädel gebrannt. Der17. Mai in der Alten Oper Frankfurt gehörte unzweifelhaft zur zweiten Sorte.Das Gewandhausorchester Leipzig brachte zum Auftakt Sergej Rachmaninows zweites Klavierkonzert mit – und mit ihm eine Pianistin, die dem Abend von der ersten Note an ihren Stempel aufdrückte. Yulianna Avdeeva ließ den c-Moll-Akkord des Beginns aus der Stille wachsen, fast als wäre er immer schon dagewesen: leise, dann zunehmend intensiv, die Schwere dieser dumpfen Glockenschläge physisch spürbar im Saal. Wer die Herkunft dieser Gesten kennt – den orthodoxen Kirchengesang, den Glockenklang der russischen Provinz, den Rachmaninow als Kind in der Geborgenheit des Großmutterhauses tief in sich aufsog –, der versteht, dass hier keine bloße Eröffnungsgeste erklingt. Es ist ein Bekenntnis.
Klassik-begeistert.de
Os Agostos, Algarve, Budens, Portugal, 14. Mai 2026
Das Duo Cristian de Sá and Keigo Mukawa trifft bei den Amigos de Música seine Freunde
Das Klassik-Konzertangebot an der Algarve ist leider überschaubar, aber einem Club mit nur 100 Mitgliedern gelingt es monatlich, exquisite Konzerte zu organisieren. Nur wenn ein Mitglied nicht am Konzert teilnimmt, kann man eine Konzertkarte ergattern. Wir hatten Glück und kurven voller Vorfreude zum malerischen Landgut „Os Agostos“. Allein der Ort ist schon magisch. Bei delikaten Häppchen und Wein treffen sich die Amigos de Música, plaudern in den letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages, bevor der Schatzmeister mit der Glocke in die nun als Konzertsaal dienende „Scheune“ ruft.
Von Petra und Dr. Guido Grass
Klassik-begeistert.de
Feuillton
Gut abgehangener Skandal
Im dritten und letzten Teil unseres Saisonchecks schauen wir nach Hannover, Stuttgart, Nürnberg, Wien und Berlin. In den ersten beiden Teilen unseres Saisonchecks war die neue Vielfalt der Stile auffällig. Im dritten Teil regiert eher ein wenig Einfallslosigkeit: Alte Provokations-Garanten, Ex-Intendanten als Regisseure … Da geht mehr!
https://backstageclassical.com/gut-abgehangener-skandal/
Links zu englischsprachigen Artikeln
Berlin
Orlando revisited: Olga Neuwirth’s Virginia Woolf adaptation comes to Berlin
bachtrack.com.review.virginiawoolf
Hamburg
A Musically Triumphant New The Barber of Seville in Hamburg
operatoday.com.barberofseville
Hannover
Mirko Roschkoswski’s remarkable role debut in Hannover’s compelling Die Tote Stadt
seenandheard.international.com.roschkowski
Mailand
Nabucodonosor — Anna Netrebko leads La Scala production of peerless musical authority (Subscription required)
A middling staging is made up for by astonishing performances in Verdi’s biblical ‘Nabucco’
https://www.ft.com/content/27c4d603-b6d5-4503-9a83-54a9c90adc93
London
Samson et Dalila – a sizzling showcase for two star voices
SeokJong Baek and Aigul Akhmetshina excel in Richard Jones’s sharp take on the ancient battle between faith and greed. Plus, a harrowing, humane Peter Grimes at the Royal Opera
observer.co.uk.classical.london
Boston
Boston Cecilia closes 150th season with meaningful works from the past and present
bostonClassical.review.com
Cleveland
A stirring Fidelio in concert at Cleveland’s Mandel Opera and Humanities Festiva
seenandheard.international.com.fidelio
Wilmington
Traditional Virtues: Andrea Chénier at OperaDelaware
operatoday.traditional
San Francisco
The SFCV Summer Music Festival Guide, 2026
https://www.sfcv.org/articles/feature/sfcv-summer-music-festival-guide-2026
Feature
Q & A: Alexandre Dratwicki on Palazzetto Bru Zane, Clémence de Grandval’s ‘Mazeppa’ & Rediscovering Rare Works
operawire.com.alexandre.dratwicki
Sprechtheater
St.Pölten/NÖ
Einstands-Interview: Patricia Nickel-Dönicke: „Ich möchte eine Rakete in St. Pölten zünden“
NiederösterreichischeNachrichten.st.poelten
Landestheater NÖ 2026/27 mit vier Uraufführungen
news.yoyn.at.landestheater
Landestheater NÖ: Feministische Gegenwartsfragen mit Gretchen und Geierwally (Bezahlartikel)
Patricia Nickel-Dönicke beginnt als Direktorin des Landestheaters NÖ mit Bertolt Brecht, inszeniert von einem zwölfköpfigen Regieteam
Kurier.at.landestheater.noe
Wien/ Festwochen
Festwochen: Die Heilige Messe mit Alice Diop (Bezahlartikel)
Die französische Filmregisseurin Alice Diop und ihr erster Theaterabend „Le Voyage de la Vénus Noire“.
https://kurier.at/kultur/wiener-festwochen-alice-diop-venus/403161080
„State of Faith“ bei den Festwochen: So predigte die Femen-Aktivistin in der Kirche (Bezahlartikel)
Inna Shevchenko sprach in der Elisabethkirche über Kirche und Patriarchat. Dessen Wurzeln sieht sie im – an Frauen gerichteten – Verbot, vom Baum der Erkenntnis zu essen.
DiePresse.com.aktivistin
Zum 100. Geburtstag von Peter Zadek: „Er war der Größte!“
Eine Hommage des Schauspielers und Theatermachers Paulus Manker, der mehrfach mit dem Regisseur zusammengearbeitet hat.
Kurier.at.peterzadek
Ausstellungen/Kunst
Wien/Berlin
Ein Kämpfer mit stets offenem Visier
Christoph Schliengensief: Es ist nicht mehr mein Problem! Ausstellung im Wiener MAK bis 13. September 2026, im Gropius Bau Berlin von 9. Oktober 2026 bis 17. Jänner 2027
DrehpunktKultur.at.schlingensief
Medien
ORF
Eine abgekartete Wahl, aber keine „g‘mahte Wiesn“
Den Song Contest in Wien hat der ORF gut bewältigt, aber kann der öffentlich-rechtliche Sender auch bewältigen, was ihm die Politik für die nächsten Jahre bescheren möchte? Der ORF kommt bekanntlich seit der Demontage von Generaldirektor Roland Weißmann Anfang März nicht zur Ruhe, fast täglich werden neue Skandälchen und Skandale ruchbar. Die Regierung und die offensichtlich willfährige Stiftungsratsspitze versuchen die nicht einzudämmenden Diskussionen um die Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen mit einer fatalen, vermeintlichen „Offensiv-Strategie“ zu beenden – indem man die Wahl des Generaldirektors kurzerhand vom August auf den Juni vorzieht.
https://www.krone.at/4146991
Österreich
Pläne für Streamingabgabe nun auf dem Tisch: Wer verschont bleiben könnte
Privatsender kritisieren eine Belastung heimischer Anbieter mit bis zu 12 Prozent. Der Entwurf des Kulturministeriums liegt dem KURIER vor.
Kurier.at.streamingabgabe
Rock/Pop/Song Contest
Israels Noam Bettan: „Sieg hätte den ESC gesprengt“
„Ich weiß, wie schwierig es war, in diesem Jahr am ESC teilzunehmen und wie viele Herausforderungen damit verbunden waren, aber es ist passiert – und es ist auf die bestmögliche Weise passiert, die ich mir hätte wünschen können“, sagte er Journalisten am Sonntag nach seiner Landung auf dem internationalen Flughafen bei Tel Aviv.
https://www.krone.at/4146583
„Leider, zurück zu den Moderatoren“: Internationale Medien über den Song Contest
Lob für Wien, Überraschung über die Siegerin Dara, gemischte Gefühle zur Moderation und viele Hinweise auf die Israel-Debatte: So haben internationale Medien den Song Contest in Wien gesehen.
Kurier.at.medien.moderatoren
Sprechtheater
Wien
„State of Faith“ bei den Festwochen: So predigte die Femen-Aktivistin in der Kirche
Inna Shevchenko sprach in der Elisabethkirche über Kirche und Patriarchat. Dessen Wurzeln sieht sie im – an Frauen gerichteten – Verbot, vom Baum der Erkenntnis zu essen.
DiePresse.com.festwochen
Sport
Österreich/Fußball
Gegner zieht zurück: ÖFB-Testspiel abgesagt! WM-Generalprobe gestrichen
Kurz vor der Weltmeisterschaft gibt es eine Änderung im Fahrplan des ÖFB-Teams! Das ursprünglich geplante Testspiel gegen Guatemala wird nicht stattfinden. Österreichs Fußball-Nationalteam wird nun doch kein Länderspiel gegen Guatemala als finalen WM-Test absolvieren. Wie der ÖFB am Montag bekanntgab, wurde das für 11. Juni (6 Uhr MESZ) im Großraum Los Angeles geplante Kräftemessen mit den Mittelamerikanern ersatzlos gestrichen. Damit steigt die Generalprobe für die Endrunde in Nordamerika bereits am 1. Juni im Wiener Happel-Stadion gegen Tunesien. Für diese Partie sind bis dato 27.500 Tickets abgesetzt.
https://www.krone.at/4146854
Film/ TV
„München Mord“-Star Alexander Held mit 67 Jahren verstorben
Der deutsche Film- und Fernsehschauspieler Alexander Held, bekannt aus der ZDF-Krimireihe „München Mord“ und Filmen wie „Der Untergang“ oder „Der Schuh des Manitu“, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Der gebürtige Münchner, der zuletzt in Erl lebte, verstarb bereits am vergangenen Dienstag überraschend nach kurzer Krankheit.
TirolerTageszeitung.com
Gesellschaft
Wien
Toni Faber, zwischen Society-Priester und progressivem Seelsorger
Der Wiener Dompfarrer spaltet schon lange die katholischen Gemüter. Jetzt geht er – wohl nicht ganz freiwillig – in Pension. Die STANDARD-Story über die bevorstehende Pensionierung von Toni Faber als Dompfarrer zu St.Stephan löste im STANDARD-Forum diametral entgegengesetzte Reaktionen aus. Die Kommentare reichen von: „Ein Priester, der öffentlich den Zölibat und andere Vorschriften der Kirche missbilligt und in Saus und Braus lebt, kann nicht so eine prominente Position innehaben“; bis: „Was für ein Verlust – Ein so positiver, lustiger aber auch von Gott erleuchteter Mensch -dem das Wohl der Menschen wirklich ein Anliegen ist.“. Viele rühmen seine seelsorgerischen Qualitäten.
DerStandard.at.story.seelsorgerfaber
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Unter’m Strich
Die WHO ruft wegen Ebola den Gesundheitsnotstand aus. Ist auch Europa gefährdet? Wie tödlich ist der Erreger?- Die afrikanische Gesundheitsbehörde meldete bis zum Montagmorgen 513 Verdachtsfälle und 131 Todesfälle. Es werden weitere Infizierte erwartet. Antworten auf die drängendsten Fragen zum Ebolavirus.
Jetzt lesen
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft gleitet beschwingt übers Eis – und verpasst Deutschland die kräftigste Ohrfeige seit Jahrzehnten- Die Schweizer feiern in Zürich einen für Deutschland demoralisierenden 6:1-Sieg. Die Festspiele des Gastgebers dürften diese Woche andauern.
Jetzt Lesen
Wien/ ESC
Handys und Notrufe lahmgelegt: Chinese in Haft
Der Song Contest in Wien wurde trotz gemischter Gefühle vorweg zum Mega-Erfolg. Hinter den Kulissen lief allerdings ein massiver Cyber-Krimi: Hunderte Attacken auf Systeme beschäftigten die Sicherheitsbehörden. Ermittler schlugen schließlich zu und nahmen am Donnerstag einen Chinesen fest. Ziel des Hackers waren offenbar Daten von ESC-Fans.
https://www.krone.at/4147697
Österreich
Hipp-Erpressung: Ex-Manager bleibt hinter Gittern
Erneut musste sich der 39-jährige dreifache Familienvater Pavel S. Dienstagnachmittag ab 14 Uhr einer Haftrichterin im Landesgericht Eisenstadt stellen. Im Beisein seines Rechtsanwalts Manfred Arbacher-Stöger blieb aber auch diesmal ein Geständnis im Fall der Hipp-Erpressung aus. Trotzdem wird die U-Haft des Verdächtigen um vorerst einen weiteren Monat wegen Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr verlängert. „Geldwerte Mittel für die Freilassung wurden abgelehnt, ich werde eine Haftbeschwerde einlegen“, so der Verteidiger danach zur „Krone“.
https://www.krone.at/4148036
INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 20. MAI 2026)
INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 20. MAI 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Die Wiener Staatsoper startet den „Ring“

Foto: Klaus Billand

WIEN / Staatsoper;
DAS RHEINGOLD von Richard Wagner
26.Aufführung in dieser Inszenierung
19. Mai 2026
Alberichs gewaltiger Fluch
Das letzte Stündlein hat geschlagen. Mit zwei Zyklen des „Rings des Nibelungen“ verabschiedet die Wiener Staatsoper die Inszenierung von Sven-Eric Bechtolf, die in der Ära Holender innerhalb von zwei Spielzeiten zwischen 2007 und 2009 herauskam – mit dem „Rheingold“ übrigens als letzter Premiere (!), was man sich bei einem so erfahrenen Theatermann wie Ioan Holender nicht erklären konnte. Aber inzwischen ist so viel mehr passiert, worüber man nur den Kopf schütteln kann…
Man hat offenbar eine Menge geprobt, ein neuer Dirigent, zahllose Rollendebuts, ein Hausdebut für Erda, Immerhin war es nicht allzu schwer, sich in diese Inszenierung einzufügen, sie ist eher schlicht gestrickt. Das hat natürlich den Vorteil, dass sie einfach die Geschichte erzählt – wenn es in der übernächsten Saison einen neuen „Ring“ für Wien geben wird, wobei der Direktor erfahrungsgemäß wohl keine Gnade walten lässt, werden wir uns vielleicht nach der Produktion von Bechtolf, die man nie besonders gemocht hat, zurück sehnen…
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Foto: Klaus Billand
Ende Mai begann die Wiener Staatsoper mit den letzten zwei Durchgängen des „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner in der Regie von Sven-Eric Bechtolf aus den frühen 2020er Jahren. Im Jahre 2028 soll ja dann ein neuer „Ring“ entstehen, wie verlautbart mit der Regie des jungen Ersan Mondtag, der mit den gerade an der Staatsoper herausgekommenen „Perlenfischern“ von Georges Bizet allerdings keine gute Visitenkarte abgegeben hat.
Hervorzuheben sind am gestrigen Abend des „Rheingold“ vor allem die musikalische Leistung des Orchesters der Wiener Staatsoper unter Pablo Heras-Casado und die Rollendebuts einiger großer Wagner-Sänger, die ungewöhnlich spät hier zu ihren jeweiligen Partien kamen, allen voran Michael Volle als der wohl momentan weltbeste Wotan…
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Internationale Barocktage Stift Melk: [er]warten. Auftakt am 21.5. mit Familienprogramm & öffentlicher Generalprobe

Sehr geehrte Damen und Herren!
Zum 35. Mal laden die Internationalen Barocktage Stift Melk 2026 zu Pfingsten in die prunkvollen Räumlichkeiten des Benediktinerstifts.
Mit einem Klangfeuerwerk und einer besonderen Familienvorstellung beginnt der Konzertreigen in Melk am Donnerstag, 21. Mai 2026.
Beim musikalisch-artistischen Abenteuer mit dem Musikzirkus Cantillo und dem Programm >Kopfüber und Landunter< werden Akrobatik und Musik auf faszinierende Weise verbunden. Die jüngsten Besucher:innen dürfen nicht nur staunen, sondern auch aktiv mitmachen.
ERÖFFNUNGSKONZERT >IL TRIONFO DEL TEMPO< AM 22.5.2026,
GENERALPROBE AM 21.5.2026
Den Auftakt gestaltet traditionell der Concentus Musicus Wien. In der Stiftskirche interpretiert das Residenzorchester – gemeinsam mit einem erlesenen Solist:innenquartett – unter der Leitung von Stefan Gottfried das erste Oratorium Georg Friedrich Händels. >Il Trionfo del Tempo e del Disinganno< (>Der Triumph der Zeit und der Wahrheit<) thematisiert die Vergänglichkeit irdischer Werte und widmet sich Fragen, die seit dem 18. Jahrhundert nicht an Bedeutung verloren haben. Tickets für die Generalprobe am 21.5. sind noch erhältlich.
Weitere Höhpunkte sind u.a. ein spätabendliches Orgelkonzert mit Martin Haselböck in der Stiftskirche, ein musikalisch-literarischer Vormittag mit Michael Schade und Serge Falck, oder das Abschlusskonzert am 25.5. mit der Academia Mellicensis – einer Orchesterakademie, die ausgewählten Nachwuchstalenten die Chance bietet, sich intensiv mit der Welt des Originalklangs auseinanderzusetzen und das Erarbeitete im feierlichen Rahmen zu präsentieren. Am Programm steht das selten zu hörende Oratorium >Il Fonte della Salute< von Johann Josef Fux.
Karten sind online über die Website www.barocktagemelk.at sowie im Kartenbüro der Wachau Kultur Melk erhältlich.
Die Internationalen Barocktage Stift Melk im Überblick
- Festival-Zeitraum: Freitag, 22. Mai, bis Montag, 25. Mai 2026
- Barocktage für Kinder: Donnerstag, 21. Mai 2026
- Rahmenprogramm: Frühstücksmatinee „Prima Colazione“,
Vernissage „Die Barocktage-Galerie“ und Podiumsdiskussion „Warum später und nicht jetzt?“
Die Internationalen Barocktage Stift Melk werden nach den Vorgaben des Österreichischen Umweltzeichens als Green Event durchgeführt.
Alle Infos:
www.barocktagemelk.at
Infos & Karten
Wachau Kultur Melk GmbH
Jakob-Prandtauer-Straße 11, A-3390 Melk
+43 2752 540 60
www.barocktagemelk.at
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BERLIN / Staatsoper Unter den Linden: SYMPHONIEKONZERT VII mit CHRISTIAN THIELEMANN und IGOR LEVIT; 18.5.2026
HANS PFITZNERS Klavierkonzert in Es-Dur, op. 31, lädt zu neuem Hören ein. Thielemann und Levit überzeugen als kongeniales Duo

Foto-Credits Stephan Rabold
Nein pomphaft ist er nicht, der erste Satz, für den Pfitzner die Vortragsbezeichnung mit Kraft und Schwung wählte. Denn nach einem relativ knappen Holla-Kraftlackl-Auftakt mit wuchtigen Klavierakkorden lässt Pfitzner das Publikum in einem thematisch stückhaften, wie einem aus Wüstenwässerchen sich speisenden Sonatenhauptsatzform-Dschungel braten. Da wird motivisch verdichtet, in Chromatik herumgestöbert. Das Klavier als anfangs laut aufbegehrender, hierauf zaghaft integrierter Partner dieser „Symphonie mit obligatem Klavier“ fräst sich langsam in den von Thielemann trotz Riesenbesetzung schlank gehaltenen Orchesterklingklang hinein.
Ich habe mir allerdings gerade die Aufnahme mit Rosl Schmid am Klavier, den Münchner Philharmonikern und Hans Pfitzner selbst am Pult (RRG vom 23. März 1941) angehört und staune, wie sehr diese (authentische) Interpretation im ersten, wesentlich aufgerauteren Satz tempomäßig und in den kräftigeren Kontrasten von der abgesehen vom Beginn softeren und elegischeren Gangart von Christian Thielemann abweicht.
Dann aber geht der Schelm mit dem Komponisten durch. Der zweite, von Pfitzner als heiter bezeichnete Satz startet im krassen Gegensatz zum Ersten, allzu langen, nahtlos mit einer flotten Kaskade am Klavier, auf die das Orchester mit kecken Antworten repliziert. In atemlosem Tempo sorgt eine mitreißende Dusche nach der anderen an spritzigen Perlagen für den gehörigen Koffeinkick und jähes Erwachen aus dem klanglichen Nirwana.
Die Märchenhaftigkeit der Stimmung fühlt sich an, als ob ein Prokofiev außer Rand und Band sich in einem jähen Anfall auf Mendelssohns „Sommernachtstraum“ gestürzt hätte. Wie leicht Pfitzner hier das Miteinander von Klavier und Orchester handhabt, wie unterhaltsam er Sinn und Hintersinn völlig beiseite lässt, spielerisch mit den solistisch immer wieder gefragten Holzbläsern experimentiert, verblüfft über allen Maßen.
Was für ein genialer Trick und typisch Pfitzner, möchte man sagen: Ärgere das Publikum zuerst mit dräuender Langatmigkeit und vorgetäuschter Ziellosigkeit, um sodann umso wirksamer aufzutrumpfen. Es ist der Moment, wo der Pianist Igor Levit beeindruckend solitär vorführt, was er an pianistischer Bravour, aber auch an dynamischer und phrasierender Gestaltungsvision drauf hat.
Erstaunlich immer wieder, wie sehr Levit mit Thielemann in kleinsten Nuancen, grosso modo im weiten Atem der Musik musikalisch zu harmonieren scheint, wie wir das bereits bei den Brahms Klavierkonzerten mit den Wiener Philharmonikern bewundernd feststellen konnten. Die Staatskapelle Berlin ist konzentriert bei der Sache und bleibt dank Thielemann selbst in den heftigsten Orchestertutti auf die Hörbarkeit des Klaviers bedacht.
Der langsame Satz knüpft in der kammermusikalischen Textur, der zarten Lyrik der melodischen Invention klanglich an das Palestrina-Vorspiel an. Ob hier aller schwärmerisch versonnener diatonischer Stimmung ungeachtet das „Dürerisch-Faustische“ (Thomas Mann in seinen “ Betrachtungen eines Unpolitischen“ über „Palestrina“) den abgründigen Hintergrund zur (Schein)Idylle bildet? Auf jeden Fall bezaubert der Satz mit seiner romantischen Duftigkeit in den Streichern und einem klangfarblich wie aus Kirchenfenstern leuchtenden, hymnisch mit Blechfanfaren gewürzten diaphanem Bauschen.
Christian Thielemann hat das Es-Dur-Klavierkonzert von Hans Pfitzner bereits mit der Staatskapelle Dresden und Tzimon Barto am Klavier aufgenommen und bei profil/hänssler veröffentlicht. Aber erst jetzt scheint er ganz bei dieser heterogenen, in ihren Brüchen so modernen Musik angekommen, hat sie sich ganz persönlich zu Eigen gemacht, wie das vor allem beim vierten Satz in der von Pfitzner vorgesehenen Gangart „rasch, ungeschlacht, launig“ zum Ausdruck kam. Jubel für Solist, Orchester und Dirigent, den Igor Levit mit der Zugabe „Nun komm, der Heiden Heiland“ von Bach/Busoni erwiderte.
1922 komponiert, 1923 von Walter Gieseking und der Staatskapelle Dresden unter Fritz Busch uraufgeführt, wird das Werk des persönlich wie politisch so unangenehm chauvinistischen, sich an das Naziregime anbiedernden polemischen Charakters sicherlich weiter für Gesprächsstoff und Diskussion sorgen. Musikalisch ist dieses hybride Klavierkonzert jedenfalls jede Beschäftigung wert.
Nach der Pause setzte Thielemann zwei sinfonische Dichtungen von Franz Liszt auf das Programm. Dies ist in dem größeren Zusammenhang zu sehen, als sich der seit der Saison 2024/25 als Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden wirkende Dirigent zum künstlerischen Ziel setzt hat, mit der Staatskapelle Berlin alle 40 Orchesterlieder von Richard Strauss (12 sind bereits ‚im Kasten‘) als auch alle Sinfonischen Dichtungen von Franz Liszt peu à peu zu erarbeiten. Diesmal sind nach der bereits aufgeführten „Bergsinfonie“ und „Tasso“ die Sinfonischen Dichtungen Nr. 4 und Nr. 5, „Orpheus“ und „Prometheus“ an der Reihe.
Mit einem zugrunde gelegten Programm und der meist einsätzigen Anlage unterscheiden sie sich wesentlich von der klassischen viersätzigen Symphonie. Liszt schrieb „Orpheus“ 1853/1854, ungewöhnlich genug, als Einleitung für die Weimarer Erstaufführung von Glucks „Orpheus und Eurydike“. Thematisch ließ sich Liszt von einer etruskischen Vase im Louvre inspirieren. Mit ungewohnt zarten, verinnerlichten Orchesterfarben mag man bei dieser am wenigsten martialisch sich gerierenden sinfonischen Dichtung von Liszt eher an französische Impressionisten als an deutsche Hochromantik denken. Thielemann und die Staatskapelle Berlin fanden zu betörenden Orchesterfarben. Man konnte sich dabei ausmalen, wie sehr Orpheus imstande war, mit Lyra und Gesang selbst wilde Tiere zu zähmen oder die dunkle Unterwelt zu berühren. Thielemann spannte in schwebender Tonalität den meditativ kontemplativen Bogen mit Hilfe von Harfen, Holz und Hörnern bis zur finalen Entrückung, ja Verzückung. Wunderbar.
Dagegen wirkte der Tschingderassabum von „Prometheus“ nach der Szenenfolge „Der entfesselte Prometheus“ von Herder in seiner schroffen Expressivität und wüsten Kontrapunktik zwar zukunftsweisend, aber genauso idealisierend hochgestochen wie das von Liszt selbst formulierte künstlerische Credo. Er bezog sich dabei auf eine von ihm so empfundene Wesenheit, gleichsam die Seele des Mythos:„Kühnheit, Leiden, Ausharren, Erlösung, Hinanstreben nach den höchsten Zielen, welche dem menschlichen Geiste erreichbar scheinen…“
Als Abschluss des Programms erklang Richard Wagners Ouvertüre zu „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ in einer kompakt flott pulsierenden, vorwärtsdrängenden Interpretation, die detailbedacht den ganzen Klangrausch der Partitur fokussiert entfachte. Christian Thielemann at his best! Das Publikum war dementsprechend begeistert und spendete dafür, verdientermaßen, den größten und lautesten Beifall.

Foto-Credits Stephan Rabold
A propos „Tannhäuser“: Thielemann wird zu den Festtagen 2027 am 20., 23. und 26 März 2027 Richard Wagners „Tannhäuser“ mit Andreas Schager, Krassimira Stoyanova, Andrè Schuen, Marina Prudenskaya und René Pape in den Hauptrollen dirigieren.
Dr. Ingobert Waltenberger
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Grand Opera Avignon „Turandot“ von Giacomo Puccini am Sonntag, den 17.Mai 2026

Copyright: Opera Avignon
Am 17.Mai 2026 stand zum zweiten Mal in dieser Spielzeit Giacomo Puccini`s letztes großes Werk „ Turandot“ auf dem Spielplan des Opernhauses in Avignon.
Die Stadt Avignon in Südfrankreich liegt am östlichen Ufer der Rhone und ist eine prächtige Stadt . Sie gilt mit ihren mittelalterlichen Bauten auch als die „Stadt der Päpste“, denn sie war die Residenz der Päpste von 1309- 1376 und ist sicherlich alleine schon eine Reise wert.
„Turandot“ wurde an diesem besagten Abend in „gestrichener Form“ gespielt, das heißt, dass nur der Teil des Werkes, den Puccini selbst komponiert hatte, gezeigt wurde. Sie endet mit dem Tod der Liu. Somit wurde also auf den Teil, den Franco Alfano in meisterhafter Weise nach dem tragischen Tod des großen Meisters aus dem Restmaterials zusammengestellt hatte, verzichtet. Eine seltene, aber durchaus vor allem für Opernpuristen gängige Praxis.
Als Turandot zeigte sich Catherine Hunold als eisige Prinzessin. Die französische dramatische Sopranistin, die die großen dramatischen Sopran und hohen Mezzosopranpartien im deutschen und italienischen Fach in den letzten Jahren abdeckt und zuletzt auch als Elektra in Mexiko zu hören war, sang die Titelpartie. Die voluminöse Stimme passt für die Rolle perfekt, auch die Spitzentöne kommen sicher. Sie zeigt eine wirklich sehr beeindruckende Leistung dieser enorm schwierigen Partie. Zurecht wird sie gerne mit Regine Crespin verglichen.
Mickael Spadaccini ein junger, aufstrebender italienisch -belgischer Tenor, der in unseren Gefilden weniger bekannt ist, lässt das Publikum an diesem Abend aufhorchen. Er verfügt über eine blendende äußere Erscheinung, die gut zu dem verkörpernden Helden passt. Seine baritonale Stimme, die über ein enormes Durchschlagsvermögen verfügt, wird von ihm in sehr differenzierter Weise geführt.
Seine Stimme strömt dabei in prächtiger Weise, die an die großen Zeiten dramatischer italienischer Tenöre, wie Mario del Monaco oder Franco Corelli`s erinnern lässt. Auch der Vergleich der Stimme mit der animalischen Kraft eines wilden Tieres kann bei ihm durchaus in Betracht gezogen werden. So kann er seine mächtige Stimme aber auch in wunderbarer Weise bei der Arie „ Non piangere Liu“ zurücknehmen und hüllt sie in der mittleren Passage in weichen Samt, die „high notes“ kommen allesamt strahlend.
Die Wucht des großen Puccini Orchesters bei entscheidenden Passagen, wie zum Beispiel in der Rätselszene muss er keineswegs fürchten, denn die Stimme gelangt mühelos durch die orchestralen Klangwogen.
Die Stimme wird auch sehr elegant in der großen Arie im dritten Akt „ Nessun dorma „ geführt. Spadaccini wird in naher Zukunft in Krefeld/Mönchengladbach in Deutschland erstmals den Otello singen. Er gehört meiner Meinung nach zu den jungen Sängern, von denen man eine große Karriere in naher Zukunft durchaus erwarten kann und die dem ausdrucksvollen Sänger auch zu wünschen ist.
Die französische Sopranistin Claire Antoine kann die beiden Arien der Liu mit viel Emotion und hervorragender Gesangstechnik wunderbar bewältigen und ihren lyrischen Sopran gut zur Geltung bringen. Positiv fällt auch die große Stimme des kroatischen Sängers Luciano Batinic auf. Mit Klangqualität und emotionalem Einsatz gestaltet er die kleine Rolle des Timur perfekt. Batinic spielt dabei auch seine große Präsenz und Bühnenerfahrung aus, die er in den großen Bassrollen, wie Simon Boccanegra oder Boris Godounov einzusetzen weiß.
Ping , Pang , Pong , gesungen von Vincenzo Nizzardo, Sebastian Droy und Carlos Natale passen gut in das hervorragende Ensemble der Sänger. Victor Dahhani singt mit sehr sonorer und kräftiger Stimme den alten Kaiser.
Federico Santi leitet das Orchestre National Avignon-Provence und den Chor und zeigt eine sehr einfühlsame Gestaltung des letzten großen Meisterwerks Puccinis.
Die Inszenierung von Paco Azorin zeigt ein opulentes und dem Sujet gut angepasstes Bühnenbild mit prächtigen Kostümen von Ulises Merida
Turandot wurde somit in Südfrankreich in eindrucksvoller Weise dargestellt- ein Erlebnis.
Dr. Alexander Gallee
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Opernfan Michael Tanzler (Chef der „Amici“) bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz als Glücksbringer
Top-Division: 15. bis 31. Mai 2026 in Zürich und Freiburg, Schweiz
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- Teilnehmer:
Dänemark,
Deutschland,
Finnland,
Großbritannien (Aufsteiger),
Italien (Aufsteiger),
Kanada,
Lettland,
Norwegen,
Österreich,
Schweden,
Schweiz (Gastgeber),
Slowakei,
Slowenien,
Tschechien,
Ungarn,
USA(Titelverteidiger)
- Teilnehmer:
„Amici“ Chef Michael Tanzler besuchte die Eishockey-WM in der Schweiz und erlebte dort zwei österreichische Siege binnen zweier Tage – gegen Großbritannien (5:2.) und gegen Ungarn (4:2.). Und es kam noch besser: Im dritten Spiel wurde Lettland mit 3:1 besiegt – bereits ohne Tanzler. Das kommt sicher nicht oft vor, wird auch so nicht weitergehen -deshalb gehört es erwähnt. Wir wollen doch nicht Weltmeister werden? Keine Angst, das wird nicht geschehen!


Fotos: Tanzler
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schoepfblog – Programm der 21. Kalenderwoche vom 18.05.2026 bis zum 24.05.2026
Montag:
Apropos: Wer wundert sich über unsere wirtschaftlichen Probleme, wenn die Wirtschaft jahrzehntelang als Ausbeutersystem verteufelt wurde? (Alois Schöpf)
Dienstag:
Literarische Korrespondenz: Christoph Schmarl ergänzt den satirischen Blick Reinhold Knolls auf die Touristen durch die kritische Würdigung dieses Wirtschaftszweigs.
Literatur: „Hidden Museum“ fußt auf der Überlegung, dass in allem ein Museum steckt, wenn man es als solches deutet. Über einen Ausstellungskatalog Bernhard Kathans. (Helmuth Schönauer)
Mittwoch:
Weltpolitik: Wie geht es weiter mit Donald Trump? Walter Plasil empfiehlt uns Europäern Jahre des vorsichtigen Lavierens.
Europa: Vieles deutet darauf hin , dass die über Jahrhunderte währende Vormachtstellung Europas dem Ende entgegengeht. (Reinhold Knoll)
Donnerstag:
Tourismus: Andreas Braun, bekannt für seinen Blick über den Tellerrand, hielt vor prominenten Seilbahnern eine Rede. Ihr autorisierter Abdruck.
Freitag:
Tirol-Kultur: ESC oder Schützen? Internationale Schrottmusik oder letzter Hort des Alpin- Machismo? Versuch einer Antwort. (Alois Schöpf)
Samstag:
Zeitgeist: Ein Kampfroboter stellt 3 russische Soldaten. Vorschlag für eine Fotografie des Jahres. (Elias Schneitter)
Sonntag:
Sturm im Wasserglas: Der Bischof warnt beim Drogenfest im Zillertal vor dem Blau am Himmels bzw. vor den Blauen in der Politik. (Helmuth Schönauer)