DIE MONTAG-PRESSE, 3. AUGUST 2026

DIE MONTAG-PRESSE, 3. AUGUST 2026

Bayreuther Festspiele Ring 2026 (c) Enrico Nawrath

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE MONTAG-PRESSE, 3. AUGUST 2026

Bayreuth
Trotz KI-Nachbesserung hagelt es Buhs nach der Bayreuther „Götterdämmerung“
Der heftige Buh-Sturm für das Kuratorenteam des „Rings“ nach der „Götterdämmerung“ im Bayreuther Festspielhaus war einer mit Ansage. Tomaten und Eier flogen aber dann doch nicht. Und musikalisch ging am 1. August 2026 sowieso nicht die Welt unter, sondern die Sonne auf.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik begeistert.at

Kritik „Götterdämmerung“ in Bayreuth: Bitter im Jubiläumsjahr
150 Jahre Bayreuther Festspiele – Zeit für einen neuen „Ring“. Mit seinem vierteiligen Nibelungen-Drama hat Wagner das Festspielhaus 1876 eingeweiht. Die „Götterdämmerung“ beschließt den Jubiläums-„Ring“ mit KI-generierten Bühnenprojektionen. Wie wohl das Publikum reagiert, wenn das Regieteam endlich vor den Vorhang tritt? Eine eher rhetorische Frage.
BR.Klassik.de.goetterdämmerung

Wer einmal auf den Barrikaden stand
Finale! Musikalisch sind die Hymnen auf diesen Bayreuther Jubiläums-„Ring“ zwar längst gesungen. Ansonsten aber blieben für den Schlussteil durchaus Fragen offen: Was wird der KI wohl zum Stichwort  „Götterdämmerung“ einfallen? Und welche Stärke erreicht der Buh-Orkan fürs Kurationsteam um Marcus Lobbes?
Nachtkritik.de.bayreuther.festspiele

Salzburg
Buhsturm für neue Salzburger Mars-„Ariadne“
Es klingt wie ein Klischeewitz über modernes Regietheater, Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ auf dem Mars spielen zu lassen. Und in gewissem Sinne macht der Salzburger Festspiel-Debütant Ersan Mondtag diesen Witz, wenn er bei der zweiten Opernpremiere des Festivals eben dies tut. Konzise ist der rote Planet als Spielort hier aber nicht eingesetzt. Mars macht mobil – bei dieser Regie nur sehr bedingt. Und so mischten sich am Ende nur einzelne Bravorufe in einen Buhsturm.
SalzburgerNachrichten.at

Ersan Mondtag inszeniert „Ariadne auf Naxos“ von Strauss in Salzburg
Sendung „Fazit“, Audio von Jörn Florian Fuchs (7,15 Minuten)
deutschlandfunkde.audio

Salzburg
Ex-Intendant holt aus: „Es müssen schon ein paar Dinge gesagt werden“
Bei einer Charity zu seinen Ehren blühte der Ex-Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, auf. Im Schloss Fuschl wurde gebusselt, geherzt und auch ein bisschen gelästert.
Kronen Zeitung.at.der.intendant. holt aus

Salzburg
Neue Kosten-Obergrenze bei Umbau der Festspiele
Die Salzburger Festspiele müssen das geplante Umbau- und Sanierungsprojekt deutlich abspecken. Angesichts knapper Budgets und der Warnung des Rechnungshofes vor einer Kostensteigerung stellte Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) nun klar, dass das Land nicht mehr als 400 Millionen Euro beisteuert.
https://salzburg.orf.at/stories/3365053/

Festspiel-Intendant entzürnt
Hinterhäuser rechnet mit Salzburger Politik ab. Offiziell stand die Unterstützung der Caritas Salzburg im Mittelpunkt, tatsächlich prägte jedoch die Debatte rund um Hinterhäusers Abberufung die Veranstaltung. Rund 100 Gäste aus Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft folgten der Einladung der Passauer Runde. Neben dem karitativen Zweck entwickelte sich die Veranstaltung zu einer Plattform für den ehemaligen Festspielintendanten, der sich erstmals seit seinem Ausscheiden öffentlich zur Causa äußerte.
meinBezirk.at.salzburg.politik

Salzburger Festspiele: Geisterklavier und Galgenhumor (Bezahlartikel)
Klingende Kleinodien abseits des Festivaltrubels: Georg Nigls „Kleine Nachtmusiken“ sowie Pierre-Laurent Aimard mit Schubert und Kurtág.
DiePresse.com.geisterklavier

Schreckenshupen in Salzburgs Kurtág-Hommage (Bezahlartikel)
Das Klangforum Wien mit Huldigungen an und von György Kurtág, der im Februar 100 geworden ist.
DiePresse.com.schreckenshupen

Party. Meditation. Big Party
Festspiele / Ensemble Jupiter / Desandre
DrehpunktKultur.big.party

„Nachtmusiken“ bei den Salzburger Festspielen: Jeder Abend irritiert die Ohren (Bezahlartikel)
Jeder der drei „Nachtmusik“-Abende der Salzburger Festspiele irritiert die Ohren aufs Neue.
SalzburgerNachrichten.at.nachtmusiken

Salzburg
Premiere in Salzburg: Ariadne hebt bei den Festspielen zum Mars ab
Statt im Salon des „reichsten Mannes von Wien“ spielt die Handlung in einer futuristischen Kolonie auf einem fernen Planeten. Die neue „Ariadne auf Naxos“ wird bei den Salzburger Festspielen zur Weltraummission. Premiere war gestern/ Sonntag, 20 Uhr.
https://www.krone.at/4240557

Berlin
Die Kultur lässt die Stadt leuchten: Berlin darf seine größte Stärke nicht kaputtsparen
Wie viel Kultur kann sich Berlin in der Haushaltskrise leisten? Die ehemalige Kulturstaatsministerin plädiert in einem Gastbeitrag für behutsames Sparen und mehr Mut zu Investitionen.
Tagesspiegel.de.kaputtsparen

Donaufestwochen
Diese Oper erzählt von einer KI namens Sophia – aber die Musik ist purer Bach (Bezahlartikel)
Saskia Bladts Oper „Sophia“, uraufgeführt bei den Donaufestwochen, kombiniert Musik von Bach neu. Das beglückt musikalisch; Philipp Bloms Libretto leider weniger.
DiePresse.com.purer.bach

Donaufestwochen im Strudengau: Dort, wo die KI besungen wird
Intendant Johannes Hiemetsberger bietet zum Einstand überraschendes Musiktheater, u.a. von J.S. Bach und Librettist Philipp Blom
DerStandard.at.story.strudengau

Oper aus der Chip-Tüte: „Götterdämmerung“ bei den Bayreuther Festspielen
Der „KI-Ring“ provoziert einen Buh-Orkan, der „Parsifal“ kommt nun ohne AR-Brillen aus: Warum zwei digitale Projekte bei den Bayreuther Festspielen scheiterten. Und warum Christian Thielemann diese Premierenwoche dominiert.
MuenchnerMerkur.de.goetterdaemmerung

Die „Ring“-Bilanz: Wagner im Sommerschlussverkauf (Bezahlartikel)
Ausgerechnet im Jubiläumsjahr – 150 Jahre Bayreuther Festspiele – geht die Großproduktion szenisch völlig schief.
https://kurier.at/kultur/bayreuther-festspiele-ring-bilanz/403179406

Kitsch bei den Bayreuther Festspielen: Buhs und Pfeifkonzerte für den KI-Bildersalat (Bezahlartikel)
Bei den Bayreuther Festspielen feiert im Jubiläumsjahr ein mit KI-Projektionen gestalteter „Ring des Nibelungen“ ohne Personenregie Premiere. Theater geht anders.
Tagesspiegel.de.Kultur

Klar, Ihr findet das blöd. Aber KI wird die Zukunft der Oper verändern (Bezahlartikel)
Mit der Technik des neuen Bayreuther »Rings« ließe sich die genialste Inszenierung aller Zeiten kreieren. Diese ist es noch nicht. Aber lange kann es nicht mehr dauern.
DieZeit.de.feuilleton

CD-Besprechung
La légende de Tristan“ von Charles Tournemire – eine musikalische Entdeckung, die fasziniert
Faszinierende Entdeckung. Theater Ulm „La légende de Tristan“ von Charles TournemireLa légende de Tristan“ von Charles Tournemire. Man kann es kaum glauben. Fast 100 Jahre nach ihrem Entstehen, hebt das Theater Ulm am 15. Dezember 2022 die Oper La légende de Tristan von Charles Tournemire (1870 bis 1939) aus der Taufe und punktet auf der ganzen Linie. Die Kritiker der Zeitschrift Opernwelt küren die Produktion zur Uraufführung des Jahres.
Von Axel Wuttke
Klassik-begeistert.de

Frankfurt
Zwischen Operita und Oratorium „María de Buenos Aires“ an der Deutschen Oper am Rhein
Tangomusik von Astor Piazzolla im Düsseldorfer Köbogen. Zur letzten Aufführung von „Maria de Buenos Aires“ hat sich die Oper Düsseldorf etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie übertrug die Lieder zu Bandoneonklängen und großem Orchester live in der Innenstadt.
feuilleton.frankfurtmmaria.de.buenos.Aires

New York
Theater in der Krise: Hat der Broadway ein Phantomproblem? (Bezahartikel)
Die Theater am Broadway machen mehr Umsatz als je zuvor. Trotzdem warnt Andrew Lloyd Webber vor einer Krise, ja dem Untergang des traditionsreichen Theaterviertels. Kann beides stimmen?
Frankfurter.Allgemeine.net.feuilleton.musik

Tonträger
Nathalie Stutzmann dirigiert: Bruckners „Romantischer“ Symphonie
Die französische Dirigentin Nathalie Stutzmann dirigiert 206 Wagners „Rienzi“ in Bayreuth und wird dafür von Kritikerinnen und Kritikern gefeiert. Sie hat außerdem ein neues Album veröffentlicht – mit Musik von einem, der Wagner sehr verehrt hat: Anton Bruckner. Stutzmann hat seine vierte Symphonie, die sogenannte „Romantische“ aufgenommen, zusammen mit „ihrem“ Orchester, dem Atlanta Symphony Orchestra. Dort ist sie seit 2022 Chefdirigentin.
BR.Klassik.de.stutzmann
Links zu englischsprachigen Artikeln

London
OHP’s Die Fledermaus: disappointing production, though there is pleasure in the singing
seeanandheard.international.com.fledermaus

Die Fledermaus review – Strauss staging has flourish and froth, but not enough fizz
Liam Steel relocates Johann Strauss’s operetta to London 1929 to create the feel of a Noël Coward-style farce. Rebecca Bottone, Olivia Carrell and Clare Presland shine amid a strong cast.
TheGuardian.com.music

Omer Meir Wellber enjoys an energetic workout with DKam at the Proms
Bachtrack.com.meir.wellber

Wormsley
Garsington Opera Announces 2027 season
https://operawire.com/garsington-opera-announces-2027-season/

Longborough
Longborough’s investment in community initiatives pays dividends in witty Hansel and Gretel
seenandheard.international com.longborough

Gloucester
Compelling Three Choirs Festival Winterreise from Mark Padmore and Christopher Glynn
seeandheard.international.com.mark.padmore

New York
Canellakis, NYO-USA and Gerstein make a superb team at Carnegie Hall
NewYorkClassical-review

Annandale-on-Hudson
The Egyptian Helen at Bard
https://operatoday.com/2026/08/the-egyptian-helen-at-bard/

Ballet / Dance

Interview: Hugo Marchand on bringing French flair to ballet in LA
With the LA Phil ensconced at its summer home in the Hollywood Bowl, ballet takes over Disney Hall this weekend as The Music Center presents BalletNOW – Superstars of Paris for four performances featuring Étoiles and Soloists from the Paris Opera Ballet, led by Hugo Marchand.
https://www.gramilano.com/2026/07/interview-hugo-marchand-la/

Ausstellungen/ Kunst

Wien/ Kunsthistorisches Museum
Filmreife Blicke und bewegte Geschichten im Kunsthistorischen Museum
Ein frischer Blick auf Alte Meister: Jennifer Sliwka, Direktorin der Gemäldegalerie im KHM, entwickelt neue Wege zur Erkundung und zum Verständnis der Sammlung. „Wenn die Gemälde hier sprechen könnten, würden wir gleichzeitig zehn Geschichten hören“, sagt Jennifer Sliwka und blickt durch den Saal. Sie steht in den neu gehängten italienischen Galerien des Kunsthistorischen Museums, umgeben von Alten Meistern der Renaissance und des Barocks, von Tizian, Tintoretto, Raffael und Caravaggio. Dann beginnt die Direktorin der Gemäldegalerie, einige dieser Geschichten zu erzählen. Und man möchte nicht, dass sie damit aufhört.
Kurier.at.kunsthistorisches

Medien

ORF
Bei Direktoren-Wahl: ORF-Chef Pig gibt ZiB-Moderatorin Bernhard Korb
Die Auswahl steht, Anfang der nächsten Woche erfahren die Stiftungsräte, wer den ORF in Zukunft führen soll. Die gerüchteweise geplante Erhöhung der ORF-Gebühr wird indes nicht kommen, wird vom Umfeld der Stiftungsratschefs versichert.
https://www.krone.at/4240604

Österreich
Theaterkritikerin Karin Kathrein 88-jährig gestorben
Langjährige Juryvorsitzende des Nestroy-Preises zählte zu den profiliertesten Theaterexpertinnen des Landes. Sie schrieb viele Jahre für den KURIER. Karin Kathrein zählte zu den profiliertesten Theaterexpertinnen des Landes. Sie war Theaterkritikerin, Chefredakteurin der Zeitschrift „Bühne“ und Herausgeberin eines viel genutzten Schauspielführers. Als Vorsitzende der Jury des Nestroy-Theaterpreises hielt sie jahrelang Ausschau nach preiswürdigen Regie- und Schauspielleistungen. Am 28. Juli ist die Wiener Publizistin und Theaterwissenschafterin nach langer Krankheit in Wien verstorben. Das gab ihre Familie der APA bekannt.
Kurier.at.theaterkritikerin

Politik

Österreich
„Herausforderung“: Mist, Stall, Kühe: Ein neuer Job für Edtstadler?
Die Sommermonate werden von Spitzenpolitikern gerne zur Imagepflege genutzt. Salzburgs modebewusste Landeshauptfrau Karoline Edtstadler tauschte dafür unlängst ihre sonst sehr stylishen Outfits gegen Gummistiefel und Stallgewand und packte auf einem Bauernhof mit an. Ein Video davon geht aktuell in den sozialen Medien viral.

https://www.krone.at/4240076

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Unter’m Strich

Fußball international
Infantino-Aus? Fünf Namen werden bereits gehandelt
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türzt jetzt Gianni Infantino? Der 56-Jährige will sich eigentlich beim 77. FIFA-Kongress im März nächsten Jahres in Rabat (Marokko) ein weiteres und letztes Mal für vier Jahre wählen lassen. Noch vor wenigen Wochen galt er als unantastbar. Doch das hat sich dramatisch geändert.
https://www.krone.at/4241033

Österreich
Abhebelimit bei hunderten Bankomaten auf 200 Euro gesenkt
Österreicher gelten als besonders Cash-affin. Sogar ein Gesetz zur Annahmepflicht von Bargeld oder Cash in der Verfassung sind wiederholt Thema. Doch einzelne Bankomaten spucken plötzlich pro Behebung nicht mehr wie gewohnt bis zu 400, sondern beispielsweise nur mehr 200 Euro aus – es geht um hunderte Geräte österreichweit, bestätigt die Nationalbank der APA „teilweise niedrigere Abhebelimits“. Um an 400 Euro zu kommen, muss man gegebenenfalls mehrfach hintereinander abheben.
Vol.at. 

Salzburg/ Festspiele
Hochmair verpasste wegen Gewitter fast Vorstellung
„Die Vorstellung geht gleich los, was soll ich machen?“, postete Philipp Hochmair verzweifelt auf Instagram. Der Mime hatte am Sonntagabend mit einem logistischen Problem zu kämpfen: Während er sich an einem Würstelstand in der Salzburger Altstadt kurz vor der Aufführung noch stärkte, setzte ein heftiges Sommergewitter mit Platzregen ein und versperrte dem 52-Jährigen den Weg ins Festspielhaus.
https://www.krone.at/4241767

INFOS DES TAGES (MONTAG, 3. AUGUST 2026)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 3. AUGUST 2026)

Quelle: onlinemerker.com

SALZBURG: ARIADNE AUF NAXOS

Salzburg
Buhsturm für neue Salzburger Mars-„Ariadne“
Es klingt wie ein Klischeewitz über modernes Regietheater, Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ auf dem Mars spielen zu lassen. Und in gewissem Sinne macht der Salzburger Festspiel-Debütant Ersan Mondtag diesen Witz, wenn er bei der zweiten Opernpremiere des Festivals eben dies tut. Konzise ist der rote Planet als Spielort hier aber nicht eingesetzt. Mars macht mobil – bei dieser Regie nur sehr bedingt. Und so mischten sich am Ende nur einzelne Bravorufe in einen Buhsturm.

Nun stellt die „Ariadne“ für jede Regiekraft eine Herausforderung dar, verschneiden Strauss und sein Librettist Hugo von Hofmannsthal im Werk musikalisch wie narrativ doch komplex Zeitebenen zwischen dem Zeitalter des Ancien Régimes und ihrer Jetztzeit. Mondtag entschwindet dieser Chronologie durch die Transposition des Geschehens in die Zukunft. Die im Vorfeld proklamierte Referenz an die Erdzerstörungs- und Zivilisationsneugründungsfantasien der aktuellen Silicon-Valley-Tech-Bros scheint bei einem Stück, in dem der adressierte Milliardär selbst nie auftritt, aber etwas an den inszenatorischen Haaren herbeigezogen.
SalzburgerNachrichten.at

Ersan Mondtag inszeniert „Ariadne auf Naxos“ von Strauss in Salzburg
Sendung „Fazit“, Audio von Jörn Florian Fuchs (7,15 Minuten)
deutschlandfunkde.audio

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Bayreuth: Der „Ring“ ist vollendet

Bayreuth: „GÖTTERDÄMMERUNG (Ring 10010110)“ – Premiere im Festspielhaus Bayreuth, 01. 08.2026
Musikdrama in drei Akten von Richard Wagner

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Foto: Enrico Nawrath für Bayreuther Festspiele

Bildlich wieder ein zunächst relativ friedlicher, schließlich jedoch trügerischer Beginn erwartete uns beim finalen Abend der Tetralogie – wieder eine nostalgisch-rotbraunstichige Bühnenskizze aus dem Uraufführungsjahr, dann gefolgt von einem s/w-Bild wohl aus der Wieland-Wagner-Ära, in dem sogar das Schicksalsseil zu sehen ist. Und obwohl manche Bilder seitens der KI noch länger als an den bisherigen drei Abenden auf dem Gazeschirm verweilen – meist reicht es doch nicht, diese und ihre Beziehung zur Handlung oder Musik ausreichend betrachten, begreifen und bedenken zu können…

Zum Bericht von Petra und Helmut Huber

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Götterdämmerung. Foto: Enrico Nawrath für Bayreuther Feststpiele

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Schlussapplaus. Foto: Petra und Helmut Huber

Bayreuth
Trotz KI-Nachbesserung hagelt es Buhs nach der Bayreuther „Götterdämmerung“
Der heftige Buh-Sturm für das Kuratorenteam des „Rings“ nach der „Götterdämmerung“ im Bayreuther Festspielhaus war einer mit Ansage. Tomaten und Eier flogen aber dann doch nicht. Und musikalisch ging am 1. August 2026 sowieso nicht die Welt unter, sondern die Sonne auf.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik begeistert.at

Bayreuth
Kritik „Götterdämmerung“ in Bayreuth: Bitter im Jubiläumsjahr
150 Jahre Bayreuther Festspiele – Zeit für einen neuen „Ring“. Mit seinem vierteiligen Nibelungen-Drama hat Wagner das Festspielhaus 1876 eingeweiht. Die „Götterdämmerung“ beschließt den Jubiläums-„Ring“ mit KI-generierten Bühnenprojektionen. Wie wohl das Publikum reagiert, wenn das Regieteam endlich vor den Vorhang tritt? Eine eher rhetorische Frage.
BR.Klassik.de.goetterdämmerung

Wer einmal auf den Barrikaden stand
Finale! Musikalisch sind die Hymnen auf diesen Bayreuther Jubiläums-„Ring“ zwar längst gesungen. Ansonsten aber blieben für den Schlussteil durchaus Fragen offen: Was wird der KI wohl zum Stichwort  „Götterdämmerung“ einfallen? Und welche Stärke erreicht der Buh-Orkan fürs Kurationsteam um Marcus Lobbes?
Nachtkritik.de.bayreuther.festspiele

Oper aus der Chip-Tüte: „Götterdämmerung“ bei den Bayreuther Festspielen
Der „KI-Ring“ provoziert einen Buh-Orkan, der „Parsifal“ kommt nun ohne AR-Brillen aus: Warum zwei digitale Projekte bei den Bayreuther Festspielen scheiterten. Und warum Christian Thielemann diese Premierenwoche dominiert.
MuenchnerMerkur.de.goetterdaemmerung

Die „Ring“-Bilanz: Wagner im Sommerschlussverkauf (Bezahlartikel)
Ausgerechnet im Jubiläumsjahr – 150 Jahre Bayreuther Festspiele – geht die Großproduktion szenisch völlig schief.
https://kurier.at/kultur/bayreuther-festspiele-ring-bilanz/403179406

Kitsch bei den Bayreuther Festspielen: Buhs und Pfeifkonzerte für den KI-Bildersalat (Bezahlartikel)
Bei den Bayreuther Festspielen feiert im Jubiläumsjahr ein mit KI-Projektionen gestalteter „Ring des Nibelungen“ ohne Personenregie Premiere. Theater geht anders.
Tagesspiegel.de.Kultur

Klar, Ihr findet das blöd. Aber KI wird die Zukunft der Oper verändern (Bezahlartikel)
Mit der Technik des neuen Bayreuther »Rings« ließe sich die genialste Inszenierung aller Zeiten kreieren. Diese ist es noch nicht. Aber lange kann es nicht mehr dauern.
DieZeit.de.feuilleton

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00 a apropos renate ipse 300

Gedanken zu „Rienzi“

„Rienzi“ war anstrengend. Obwohl ich leichtest bekleidet auf meinem bequemen Sofa lag, großer Bildschirm, gute Tonanlage, gekühlter Orangensaft in Reichweite. Ich musste mich nicht in ein Abendkleid zwängen, schauen, wie ich wieder einmal den Grünen Hügel hinauf komme, mich nicht in die engen Reihen mit den Holzklappsesseln drängeln, die dafür sorgen, dass das Festspielhaus nur von „Wagnerianern“ gefüllt ist, denn die anderen halten das nicht aus.

3sat hatte auch nicht die „Stunden“-Pausen zwischen den Akten (die man sich in Bayreuth mit Bratwurst und dann mit Kaffee und Kuchen verkürzt), sondern nur kurze Pausen mit Künstler-Interviews. Und außerdem war man mit einer Übertragung, die Totale und Ausschnitte auf die Protagonisten mischt, besser dran, als wenn man nur immer dieselbe Gesamtansicht vor sich hat – und in dieser Inszenierung besonders nicht weiß: Wer ist gerade an der Reihe  und wo steht er und was will er?

Und trotzdem war die „Rienzi“-Übertragung, obzwar auf vier Stunden zurückgefahren, anstrengend. Weil man einer Inszenierung zusah, die einzig der Chaostheorie verpflichtet schien.
*
Die Musik, natürlich, die ist phantastisch. So viel Schwung, Pracht, Melodik. Welch herrliche Mischung aus Carl Maria von Weber und Giacomo Meyerbeer. Wenn Wagner nach „Rienzi“, der eine umjubelte Uraufführung erlebte, so weiter komponiert hätte, wäre er widerstandslos lebenslang erfolgreich geblieben. Aber er wäre nicht Richard Wagner geworden, Richard der Einzige, der Mann mit dem überdimensionalen Selbstvertrauen, das ihn ein einzig und allein ihm gewidmetes Opernhaus fordern ließ – und der es bekam. Der Mann, der die Musikwelt in schmähende Gegner und leidenschaftliche Anhänger teilte. All das wäre nach „Rienzi“ nicht nötig gewesen. So eine schöne Musik! Und er wäre irgendwo zwischen seinen Zeitgenossen gelandet, von der Nachwelt gelegentlich hervorgeholt.

Er war klüger. Er hat Richard Wagner aus sich gemacht.
*
Ich hätte nie gedacht, dass man Andreas Schager fast in die Knie zwingen könnte. Ich bewundere ihn seit dem Wiesbadener „Ring“, und seit dem letzten „Ring“ in  Wien, wo er mit „Siegfried“ in ungeahnte Höhen aufstieg und das Publikum in den Opernhimmel mitnahm. Ich hätte ich nie gedacht, dass irgendjetwas diese Stimme „knicken“ könnte. Rienzi hat es fast geschafft. So angestrengt, mit so vielen flachen Tönen zwischendurch, habe ich ihn nie gehört. Natürlich leistet er noch immer mehr als wohl die meisten seiner Wagner-Tenor-Kollegen… aber an ihm (und den beiden großen Frauenrollen – die dunklen Männerstimmen waren ohnedies eher schwach) merkte man, was Wagner von Sängern damals schon verlangt hat. Na, wir wissen ja, was noch nachgekommen ist…

Zudem musste Schager, Rotschopf erst im gestreiften Ruderleiberl, dann im Smoking und in der Freizeit-Jacke immer gleich proletarisch wirkend, durch und durch den Antihelden geben. Na ja, wenn schließlich Hitler gemeint war… Diese Parallele konnte man sich nicht entgehen lassen…
*
In der Pause gab es einige Interviews. Dirigentin Nathalie Stutzmann hörte sich wie ein Mann an (etwa wie die Staatsanwältin im Münsteraner „Tatort“). Am interessantesten war natürlich das Regieduo Alexandra Szemerédy, Magdolna Parditka, die wie zwei jugendliche Twens wirkten (Geburtsdaten sind im Internet nicht zu finden), aber entschieden älter sein müssen, schließlich arbeiten sie schon seit 2006 zusammen. Machen alles, Regie, wilde Bühnenbilder, hässliche Kostüme (in diesem Fall). Gesagt haben sie, was zu erwarten war – dass man Bayreuths „hässliche Vergangenheit“ hier mitinszenieren müsse. Weshalb es neben einer überladenen Gegenwartswelt jede Menge optische faschistische Referenzen gab. Was auch gute Kritiken sichert…
*
„Rienzi“ und der NS-Schatten.
Was sagt diese Oper über „Hitlers Psyche“?
Diesen Opernhelden erkor sich Adolf Hitler als Rollenmodell
Hitlers Lieblingsoper wird zum Mahnmal gegen Faschismus

In Bayreuth hat es wieder gebrodelt. Man „stelle sich seiner Vergangenheit“, hieß es.
Seit man denken kann, seit die Enkel Wieland und Wolfgang Bayreuth nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zum Leben erweckten, ist permanent von nichts anderem die Rede als von Bayreuths brauner Vergangenheit.
Hitler, der Wagner-Fan, hat sich den Festspielen in die Arme geworfen, und diese haben die Umarmung entzückt erwidert. Wie denn auch nicht – für Bayreuths „hohe Frau“ Winifred, die gebürtige Engländerin, war es, als ob ein Kaiser sie hofierte. Und dann waren da noch zwei Söhne von echtem Richard-Wagner-Blut, die der kinderlose Hitler vermutlich am liebsten adoptiert hätte (wie Augustus die Söhne seines besten Freundes Agrippa). Und da war Hitlers echter Wagner-Fanatismus  – ein dummer Laie war er nicht. Was hätte Bayreuth, wenn es im Dritten Reich leben wollte, schon anderes tun können?

Ja, nachher haben Wieland und Wolfgang alles getan, die peinliche Mama zu verstecken, aber die ließ sich den Mund nicht verbieten, sagte – wie auch Kollegin im Geist Leni Riefenstahl – in öffentlichen Interviews, die hohe Wellen schlugen, kein böses Wort gegen den so höflichen Oberösterreicher. Das taten die anderen, ununterbrochen.

Jetzt so zu tun, als stellte sich das Bayreuth der doch recht berechnenden Wolfgang-Tochter Katharina erstmals seiner Vergangenheit, ist Blödsinn und nur wieder einmal ein Heischen nach Aufmerksamkeit, die man mit diesem Thema hundertprozentig bekommt.

Als ich, vor langer, langer Zeit einmal für kurze Zeit für “News“ gearbeitet habe, hat Wolfgang Fellner bei den Redaktionskonferenzen (es waren die neunziger Jahre) Titelgeschichten erwogen. Und wenn man wollte, dass die Auflage sicher steigt, setzte man Jörg Haider oder Adolf Hitler aufs Cover. Mit Jörg Haider holt man heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, Hitler funktioniert noch immer.

Die Deutschen und auch die Österreicher haben eine Hitler-Manie und die Linken jedenfalls eine Hitler-Phobie, sonst hätten sie „Nazi“ nicht zu ihrem Lieblingsschimpfwort erklärt. Gerade jene Linken, die in ihrem Haß auf Israel auf einmal den Antisemitismus für sich entdeckt haben, den sie den Nazis vorwerfen… Merkwürdiger Fall.

Also: Hitler war von „Rienzi“ begeistert. Ich nehme an, ein paar Hunderttausend andere Musikfreunde  auch. Einen Volkstribunen, der in den Flammen Roms und unter Haßbezeugungen des Volkes stirbt, als Vorbild zu nehmen, um ein „Führer“ zu werden… wie logisch ist das?

„Rienzi“ ist einfach eine tolle Oper, Wagner und Lehar können nichts dafür, dass Hitler sie mochte. Wie übrigens, das sei erwähnt, ein hoher Prozentsatz von Juden unter den Wagnerianern und Bayreuth-Pilgern zu finden war.

Renate Wagner

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Weitere Gedanken zu „Rienzi“ (von Klaus Billand)

BAYREUTH/Festspiele: RIENZI – Premiere am 26. Juli 2026

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Foto: Enrico Nawrath für Bayreuther Festspiele

 Kind mit dem Brunnen ausgeschüttet!

Richard Wagner hat den „Rienzi“, seine dritte Oper, bekanntlich in seinem Kanon von zehn Werken nicht einbezogen. Der Komponist empfand selbst oder gerade nach der erfolgreichen Premiere 1842, die durch eine Empfehlung von Gioacomo Mayerbeer an den Intendanten des Königlich Sächsischen Hoftheaters Dresden zustande kam, den „Rienzi“ noch viel zu stark der von ihm im Prinzip verachteten Grand Opéra aus dem Pariser Umfeld verhaftet. Er nannte seine frühe Oper „Ungethüm“ und „Schreihals“ und wollte sie nicht im Festspiel-Repertoire wissen.

Weiterlesen unter https://onlinemerker.com/bayreuth-festspiele-rienzi-premiere-das-kind-mit-dem-brunnen-ausgeschuettet/

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