Rossini zum Anfassen in Münchens kleinstem Opernhaus

Gioachino Rossini, La Cenerentola
Komische Oper nach Aschenputtel
Wagenhalle der Pasinger Fabrik, 15. Juli 2017
Arrangement: Jörg-Oliver Werner und Andreas Pascal Heinzmann
Dirigent: Carlos Domínguez-Nieto

von Bianca Heitzer

Ist es möglich, eine Aufführung von Gioachino Rossinis La Cenerentola mit einem zehnköpfigen Orchester, einer Handvoll Solisten und ohne die Unterstützung eines mächtigen Opernchores auf die Beine zu stellen? In der Pasinger Fabrik, „Münchens kleinstem Opernhaus“, ist dieses Experiment gelungen. Während es sich die Zuschauer an den kleinen Bistrotischen bei Weißbier und Wein gemütlich machten und die Musiker auf der Bühne Platz nahmen und sich einspielten, lagen Vorfreude und entspannte Zwanglosigkeit in der Luft. „Gioachino Rossini, La Cenerentola, Wagenhalle der Pasinger Fabrik, Carlos Domínguez-Nieto,
Wagenhalle der Pasinger Fabrik, München“
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16.000 Klassik-Begeisterte feiern "Klassik am Odeonsplatz"

Klassik am Odeonsplatz, München, 15. Juli 2017
Manfred Honeck, Dirigent
Martin Grubinger, Schlagzeug
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Tan Dun – Concerto for Percussion and Orchestra „The Tears of Nature“, 1. Satz: Summer (for Timpani and Orchestra)
John Corigliano – „Conjurer”, Concerto for Percussionist and String Orchestra, 2. Satz: Metal
Bruno Hartl – Konzert für Schlagzeug und Orchester op. 23, 1. Satz: Energico, con precisione – Andante espressivo – Feroce – Cadenza, 2. Satz: Ostinato. Presto, molto ritmico – Coda
Carl Michael Ziehrer – „Hereinspaziert“, Walzer op. 518 aus der Operette „Der Schätzmeister“
Antonin Dvořák – „Rusalka-Fantasie“, Suite aus der Oper „ Rusalka“ op. 114 (zusammengestellt von Manfred Honeck, orchestriert von Tomáš Ille)
Dimitrij Schostakowitsch „Suite für Varieté-Orchester“

von Elena Milis

Zwei Konzertabende jedes Jahr seit 2000 – ausgenommen 2001. Keine schlechte Bilanz mit etwa 8.000 Besuchern pro Abend – hier sind nicht einmal die Bewohner miteingerechnet, die von ihrer Wohnung aus zuhören. Anfangs als ein Milleniumskonzert zur deutsch-französischen Aussöhnung gedacht, ist „Klassik am Odeonsplatz“ mittlerweile eines der musikalischen Highlights im Münchner Musiksommer. „Klassik am Odeonsplatz, Manfred Honeck, Martin Grubinger, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks,
München“
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Viva Diana di Lammermoor!

Foto: Hösl (c)
Gaetano Donizetti – Lucia di Lammermoor
Bayerische Staatsoper, 13. Juli 2017
Musikalische Leitung – Oksana Lini
Inszenierung – Barbara Wysocka
Bühne – Barbara Hanicka
Lord Enrico Ashton – Ambrogio Maestri
Lucia Ashton – Diana Damrau
Sir Edgardo di Ravenswood – Charles Castronovo
Lord Arturo Bucklaw – Galeano Salas
Raimondo Bidebent – Nicolas Testé
Alisa – Deniz Uzun
Normanno – Dean Power
Bayerisches Staatsorchester
Chor der Bayerischen Staatsoper

von Maria Steinhilber

 Nach dem zweiten und dritten Gong füllt sich die Bayerische Staatsoper schlagartig. Kein einziger freier Platz ist zu finden. „Ausverkauft“, verkündet die Abendkasse. Eine Weltklasse-Besetzung lockt viele Belcanto-Freunde aus dem Wohnzimmer. Jeder erwartet voller Spannung „Lucia di Lammermoor“, Gaetano Donizettis Oper in drei Akten. „Gaetano Donizetti, Lucia di Lammermoor, Oksana Lyniv, Ambrogio Maestri, Diana Damrau, Charles Castronovo
Bayerische Staatsoper“
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So sollte modernes Musiktheater aussehen!

ARMEL-Festival im Musik & Theater (MuTh), Wien
Michał Dobrzyński – OPERETKA, 2. Juli.2017 (Uraufführung am 18.5.2016)

Von Harald Lacina, Wien, Gastbeitrag

Der Komponist Michał Dobrzyński wurde am 24.November 1980 in Szczecin (Stettin) in Polen geboren, studierte Komposition und beendete sein Doktorratsstudium 2008 an der Fryderyk-Chopin-Musikuniversität in Warschau. Das Libretto zu seiner dreiaktigen Oper „Operetka“ basiert auf dem gleichnamigen Drama von Witold Gombrowicz (1904-69), an dem dieser 15 Jahre gearbeitet hat; es wurde vom Komponisten selbst verfasst. „Michał Dobrzyński: OPERETKA, ARMEL-Festival,
Musik & Theater (MuTh), Wien“
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George Gershwin, der Komponist der Opernarie "Summertime", ist vor 80 Jahren verstorben

von Alina Fischer

„Als ernster Komponist ist er nie weiter gekommen, als bis zu einem bestimmten Punkt. Aber er hat mit seinen für ihn charakteristischen Stücken etwas geschaffen, was nur er schaffen konnte: so frisch, neu und lebendig – ein Ohrenschmaus.“ So heißt es im Nachruf der New York Times über einen Komponisten, der am 11. Juli vor 80 Jahren verstarb. Er begann als ein Hilfspianist und wurde bald durch sein eigenwilliges Spiel berühmt. „Zum 80. Todestag von George Gershwin“ weiterlesen

"Die Gezeichneten" von Franz Schreker: Tolle und üppige Musik für Klassiklieberhaber

Foto: Hösl (c)
Franz Schreker – Die Gezeichneten

Bayerische Staatsoper, 7. Juli 2017
Musikalische Leitung – Ingo Metzmacher
Inszenierung – Krzysztof Warlikowski
Bühne und Kostüme – Małgorzata Szczęśniak
Choreographie – Claude Bardouil
Video – Denis Guéguin
Dramaturgie – Miron Hakenbeck
Herzog Antoniotto Adorno – Tomasz Konieczny
Graf Andrea Vitellozzo Tamare – Christopher Maltman
Lodovico Nardi – Alastair Miles
Carlotta Nardi – Catherine Naglestad
Alviano Salvago – John Daszak
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
Chor der Bayerischen Staatsoper
Bayerisches Staatsorchester

von Raphael Eckardt

Mit Franz Schrekers „Die Gezeichneten“ steht eine Produktion im Münchner Opernprogramm, die nicht allzu oft auf den Spielplänen der großen Opernhäuser dieser Welt zu finden ist. Uraufgeführt 1917 in Frankfurt, spielt die Handlung im zu dieser Zeit sehr beliebten Renaissance-Zeitalter. Da passt es wunderbar, dass wir uns in einer Art „Schreker-Renaissance“ befinden, die in München im Jahr 2017 ihren Höhepunkt zu finden scheint. „Franz Schreker, Die Gezeichneten, 07.07.2017, Ingo Metzmacher, Tomasz Konieczny, Christopher Maltman, Alastair Miles, Catherine Naglestad, John Daszak,
Bayerische Staatsoper“
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Die Pianistin Anna Vinnitskaya berauscht die Kölner Philharmonie

Anna Vinnitskaya Klavier 
WDR Sinfonieorchester Köln 
Vasily Petrenko Dirigent 
Edward Elgar – In the South (Alassio), Ouvertüre für Orchester op. 50 (1904)
Dmitrij Schostakowitsch – Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Dur op. 102 (1957)
Sergej Rachmaninow – Sinfonische Tänze für Orchester, op. 45 (1940)
Kölner Philharmonie, 1. Juli 2017

von Daniel Janz

Edward Elgar ist einer der Komponisten, die stark unterschätzt werden. Trotz vieler bekannter Werke wird der Erschaffer des „Pomp & Circumstance March“ nur selten gespielt. Dass dies völlig ungerechtfertigt ist, beweisen an diesem Abend Vasily Petrenko und das WDR Sinfonieorchester in der Kölner Philharmonie. Gespielt wird die Ouvertüre „In the South (Alassio)“, die Elgar während eines Familienurlaubes in dem gleichnamigen Dorf in Italien komponierte. „Anna Vinnitskaya, WDR Sinfonieorchester, Vasily Petrenko, Edward Elgar, Dmitrij Schostakowitsch, Sergej Rachmaninow,“ weiterlesen

Diese Musik ist seelenhaft

Foto: Hösl (c)
Franz Schreker ­– Die Gezeichneten
Bayerische Staatsoper, 4. Juli 2017
Musikalische Leitung – Ingo Metzmacher
Inszenierung – Krzysztof Warlikowski
Bühne und Kostüme – Małgorzata Szczęśniak
Choreographie – Claude Bardouil
Video – Denis Guéguin
Dramaturgie – Miron Hakenbeck
Herzog Antoniotto Adorno – Tomasz Konieczny
Graf Andrea Vitellozzo Tamare – Christopher Maltman
Lodovico Nardi – Alastair Miles
Carlotta Nardi – Catherine Naglestad
Alviano Salvago – John Daszak
Kinderchor der Bayerischen Staatsoper
Chor der Bayerischen Staatsoper
Bayerisches Staatsorchester

von Maria Steinhilber

Nach langer Zeit kommt Franz Schreker mit seinen „Die Gezeichneten“ zurück auf die Münchner Opernbühne. Der Österreicher Schreker (1878 – 1934) war selbst ein „Gezeichneter“. Er stammte aus einer jüdischen Familie. Die Nationalsozialisten diffamierten seine Werke als „entartet“. Sie gerieten nahezu in Vergessenheit. Ende der 1970er Jahre setzte eine Schreker-Renaissance ein, die bis heute anhält. „Franz Schreker, Die Gezeichneten, 4.7.2017, Ingo Metzmacher, Tomasz Konieczny, Christopher Malmten, Alastair Miles, Catherine Naglestad, John Daszak,
Bayerische Staatsoper“
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"Lange Nacht des Singens": 34 Hamburger Chöre bringen die Elbphilharmonie zum Klingen

Jessy Martens und die Medical Voices aus Hamburg-Boberg machen Stimmung auf der Bühne vor der Elbphilharmonie.
Foto: Andreas Dinkelmeyer (c)

Chorcovado, Chorus Virus Wahnsinn, O’Capella, die Melodiven, Medical Voices: Schon die Namen mancher der kaum zählbaren Chöre, in denen sich Hamburgerinnen und Hamburger regelmäßig zum gemeinschaftlichen Singen treffen, zeugen von ausgeprägter Fantasie. Gleich 34 dieser von größter Freude am Mitmachen getragenen Laienchöre aus Hamburg waren am Sonnabend vor und in der Elbphilharmonie zu erleben. Bei der ersten »Langen Nacht des Singens« erhoben sie an sechs verschiedenen Orten im neuen Konzerthaus an der Elbe ihre Stimmen. 
„Lange Nacht des Singens: 34 Chöre bringen die Elbphilharmonie zum Klingen,
Elbphilharmonie“
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Hier verrichtet ein Meister bodenständig und menschlich seine Arbeit

Foto: Höhne (c)
Elbphilharmonie
, Großer Saal, 29. Juni 2017
Daniel Barenboim
Staatskapelle Berlin
Richard Wagner – Vorspiel und Liebestod / aus: Tristan und Isolde
Anton Bruckner – Sinfonie Nr. 9 d-moll

von Ricarda Ott

Der Blick aufs Programm lässt keine Zweifel offen: Es ist ein Konzert der Superlative. Daniel Barenboim. Die Staatskapelle Berlin. Die Komponisten Wagner und Bruckner. Das sind nicht nur programmatisch zwei Ausrufungszeichen. Mit Barenboim steht legendäre Klassikprominenz am Pult der Elbphilharmonie. „Daniel Barenboim, Staatskapelle Berlin, Richard Wagner, Anton Bruckner,
Elbphilharmonie“
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