DIE DONNERSTAG-PRESSE – 5. MÄRZ 2026

Aufführung 27.02.26 Nabucco: Enkhbat, Vinogradov, Netrebko © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 5. MÄRZ 2026

Wien/Staatsoper
Staatsoper: Netrebko ohne Stimme, Buhrufe für ihre Einspringerin
Wütende Proteste, lahmer Anfeuerungsapplaus: ein glückloser Abend für jene Sopranistin, die in „Nabucco“ Anna Netrebko ersetzen musste.
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Lübeck
Die slawische Seele bezaubert in Lübeck mit intimer Finesse
In einer lauten, zu lauten Zeit tut es der Seele wohl, sich den feinen, sanften Tönen zu widmen und einfach einmal innezuhalten. Da passt es hervorragend, dass sich eine Handvoll hochkarätiger Musiker zusammengetan hat, um im Theater Lübeck am 28. Februar 2026 drei sehr feinnervige und tiefgründige Werke in einem Kammerkonzert aufzuführen. Die „slawische Seele“ sollte aus diesen sehr unterschiedlichen Kompositionen sprechen, doch, wie so oft, erschien diese seelenvolle Sprache vielmehr universell.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

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Die Wiener Staatsoper glänzt mit Amartuvshin Enkhbat als überragendem Nabucco

Nabucco: Enkhbat, Vinogradov, Bohinec © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Am Freitag 27. Februar 2026  sang Anna Netrebko erstmals die Abigaille, die vermeintliche und intrigante Tochter des Assyrer Königs Nabucco, der den jüdischen Tempel in Jerusalem zerstörte und die Hebräer ins babylonische Exil zwang.

Anna Netrebko meisterte diese gesanglich höllisch schwere Rolle in ihrer inzwischen in eine tiefere Lage mutierte Jahrhundertstimme mit Leuchtkraft, überragender Stärke und doch subtiler, geschmeidiger Wärme und Raffinement.

Dies obwohl, wie anschließend der Dirigent Marco Armiliato im persönlichen Gespräch erläuterte, der russische Weltstar an diesem Abend mit immer akuterer Indisposition zu kämpfen hatte.

Giuseppe Verdi    Nabucco

Musikalische Leitung: Marco Armiliato

Inszenierung: Günter Krämer
Bühne: Petra Buchholz
Choreinstudierung: Thomas Lang

Orchester und Chor der Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper, 27. Februar und 2. März 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Wie ganz anders präsentierte sich das Haus am Ring drei Tage später: Anna Netrebko hatte, schweren Herzens und nach stundenlangem Ringen, ihre Präsenz in der Vorstellung Montag, 2. März absagen müssen.

Ein Ersatz war so kurzfristig offenbar schwer zu finden – statt der vom Publikum so sehr erwarteten Anna Netrebko wurde aus Prag die durchaus renommierte tschechische Sopranistin Eliška Weissová als Abigaille herbeigeholt. Die Vorstellung begann um sieben Uhr, um 17.30h war die Sängerin erst am Wiener Hauptbahnhof eingetroffen. Man kann sich unschwer vorstellen, unter welchem Stress diese Frau gestanden haben muss. „Giuseppe Verdi, Nabucco, Eliška Weissová
Wiener Staatsoper, 2. März 2026“
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Quatuor Dutilleux: Wenn der Funke überspringt

CD/Blu-ray Besprechung:

Diese CD ist ein kurzweiliger und intelligenter Musikgenuss für alle, die das Streichquartett nicht als museale Form, sondern als lebendigen Dialog verstehen. Ein vielversprechender Auftakt zu einer Trilogie, die Beethoven nicht auf den Sockel hebt, sondern ihn dort abholt, wo er damals stand: hungrig, mutig und bereit, die Welt aus den Angeln zu heben.

Triptyque Beethoven Vol. 1
Quatuor Dutilleux

b-records, LBM086

von Dirk Schauß

Als Ludwig van Beethoven nach Wien aufbrach, gab ihm sein Gönner Graf Waldstein mit auf den Weg, er solle „Mozarts Geist aus Haydns Händen“ empfangen. Genau an diesem entscheidenden Wendepunkt der Musikgeschichte setzt das Quatuor Dutilleux an. Mit Triptyque Beethoven Vol. 1 (erschienen bei b-records) eröffnen die Musiker eine Trilogie, die weit mehr ist als eine bloße Werkschau – es ist eine packende Charakterstudie des jungen Beethoven und seiner Idole. „CD/Blu-ray Besprechung: Triptyque Beethoven Vol. 1, Quatuor Dutilleux
klassik-begeistert.de, 4. März 2026“
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Bar Avni und das magische Dreieck: Eine symphonische Entdeckungsreise

CD/Blu-ray Besprechung:

Wer glaubt, im Repertoire der großen Orchester sei bereits jeder Stein umgedreht, hat die Rechnung ohne Bar Avni gemacht. Die israelische Dirigentin, frischgebackene Gewinnerin des renommierten „La Maestra“-Wettbewerbs 2024, präsentiert bei Alpha Classics ein Debütalbum mit dem Orchestre National Bordeaux Aquitaine, das so gar nicht in die gängigen Schubladen passen will.

Symphonies in 3 Movements

Charlotte Sohy, Darius Milhaud, Carl Philipp Emanuel Bach, Igor Stravinsky

Orchestre National Bordeaux Aquitaine
Bar Avni, musikalische Leitung

Alpha Classics, Alpha 1201

von Dirk Schauß

Ihr Konzept ist so simpel wie bestechend: Vier Komponisten, vier Epochen, aber eine gemeinsame Architektur – die Dreisätzigkeit. Dass Avni im Interview behauptet, dieses verbindende Element sei ihr erst im Nachhinein aufgefallen, nehmen wir ihr als charmante Koketterie ab. Es wirkt schlicht zu stimmig, um Zufall zu sein. Die ehemalige Schlagzeugerin beweist hier Mut zur Nische und ein feines Gespür für Programme abseits ausgetretener Pfade. „CD/Blu-ray Besprechung: Symphonies in 3 Movements, Bar Avni
klassik-begeistert.de, 4. März 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 4. MÄRZ 2026

Anna Netrebko fiel bei der 2. Aufführung aus © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 4. MÄRZ 2026

Wien / Staatsoper: Nabucco ohne Netrebko
Netrebko ohne Stimme, Buhrufe für ihre Einspringerin
(Bezahlartikel)   Wütende Proteste, lahmer Anfeuerungsapplaus: ein glückloser Abend für jene Sopranistin, die in „Nabucco“ Anna Netrebko ersetzen musste.

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Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis Mezzosoprane und Altistinnen, Teil 2

Kate Lindsey als Nerone (links) und Sonya Yoncheva als Poppea © Salzburger Festspiele Maarten Van den Abeele

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Im Jahr 1963 war noch nicht das Streben nach einem Originalklang zum Ideal geworden. Außerdem ließ Monteverdi für individuelle Aufführungen genügend Freiheiten. Damals sang an der Wiener Staatsoper der interessante Charaktertenor Gerhard Stolze den Nero.

Wir zögerten daher zuerst diese Oper mit Kate Linsey als Kaiser Nero bei den Salzburger Festspielen 2018 zu besuchen. Doch unsere Skepsis wich bald nach dem Einhören. Die Psychologie lehrt uns, dass bei den Geschlechtern unterschwellig eine Gegenströmung vorhanden ist. Außerdem ist für die Grammatik die Liebe weiblich. „Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis Mezzosoprane und Altistinnen, Teil II
klassik-begeistert.de“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 3. MÄRZ 2026

L’Opera Seria © Werner Kmetitsch

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DIE DIENSTAG-PRESSE – 3. MÄRZ 2026

Wien                                                                          Bis die Opernwelt zusammenkracht!
Florian Leopold Gassmanns „L’opera seria“ amüsiert nach 257 Jahren wieder die Wiener. Eine laut akklamierte Koproduktion mit der Mailänder Scala macht es möglich                                                krone.at

Der Impresario ist immer der Esel
Es ist mehr als eine Parodie auf eine Spielart der Oper, die damals gerade gründlich aus der Mode gekommen war. Ranieri de’ Calzabigi hatte sieben Jahre zuvor das Libretto für Glucks Orfeo ed Euridice geschrieben. Jetzt war er der Librettist von Florian Leopold Gassmanns Opernsatire L’opera seria drehpunktkultur.at

Die Oper auf die Schaufel genommen: „L’opera seria“ im Theater an der Wien Eine Ausgrabung, die Freude macht: Florian Leopold Gassmanns Genre-Satire sorgt im Theater an der Wien für Lacher                                                                      DerStandard.at

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Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis beachtenswerter Mezzosoprane und Altistinnen, Teil I

Giulietta Simionato – Foto Fayer, Wien

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Es war vor sechsundsechzig Jahren. Ihre markanten Gesichtszüge sind mir mehr in Erinnerung haften geblieben als ihre Stimme, die mich in der Partie der Eboli begeisterte. Rätselhaft, warum ich ihre Amneris in meiner „Verdi-Periode“ versäumte, noch dazu im Verband mit den Baritongrößen Protti und Bastianini.

Ab 1961 war eine lange Zeit mein Interesse mehr an Wagner und Strauss ausgerichtet. Diese Komponisten fehlten in ihrem Repertoire an der Wiener Staatsoper. Sie wirkte aber in der Altpartie auch in der Produktion von Glucks „Orpheus und Eurydike“ mit, die vom 15. Dezember 1959 bis 2. Jänner 1960 im Ganzen nur drei Vorstellungen erreichte. „Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis beachtenswerter Mezzosoprane und Altistinnen, Teil I“ weiterlesen

Michael Wolffsohn plädiert für eine endgültige „Entnazifizierung“ Karajans

Buchbesprechung:

Ein wenig ermüdend ist die Endlosschleife, in der Wolffsohn immer wieder den Gegensatz zwischen Formal- und Gesinnungsnazi betont. Sein Buch und die ersten Reaktionen darauf sind aber nur der Beweis dafür, dass das Kapitel Karajan und der Nationalsozialismus längst noch nicht geschlossen ist.

Michael Wolffsohn
Genie und Gewissen

Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus

Herder

von Peter Sommeregger

 Auch fast vier Jahrzehnte nach dem Tod des gefeierten Dirigenten Herbert von Karajan ist sich die Nachwelt uneins, was dessen Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus betrifft. Ursprünglich war man noch diskret darüber hinweggegangen, aber spätestens seit den 1980er Jahren wurde speziell die – von ihm nie geleugnete –  Mitgliedschaft in der NSDAP kritisch hinterfragt. Das führte auch zur Entfernung einer Büste im Aachener Theater, dessen GMD er einst gewesen war, selbst in seiner Geburtsstadt Salzburg erwog man ernsthaft, den Herbert-von-Karajan-Platz wieder umzubenennen. „Buchbesprechung: Michael Wolffsohn, Genie und Gewissen – Herbert von Karajan
klassik-begeistert.de, 2. März 2026“
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Klein beleuchtet kurz 69: Wann tun Sie endlich etwas dagegen, Herr Lieben-Seutter?

London Philharmonic Orchestra, Karina Canellakis – Foto: Patrik Klein

Wenn die Insassen von acht Reisebussen das London Philharmonic Orchestra zersägen.

London Philharmonic Orchestra

Alexander Malofeev, Klavier
Karina Canellakis,Dirigentin

von Patrik Klein

Nach vier kulturlosen Wochen in den Tropen war man ausgehungert nach Musik, nach klassischer Musik, ja nach berührender Musik.

Und eigentlich darf man sicher sein, dass wenn man ein Ticket für das London Philharmonic Orchestra hat, dass es gut wird – manchmal sogar sehr gut – gelegentlich sogar exzellent.

Gestern Abend war es anders. Es kann jedoch auch sein, dass mir der Hörgenuss durch das ungehörige Publikum dermaßen verhagelt wurde, dass ich die Feinheiten überhörte, nicht wahrnahm, sondern einfach nur genervt war. „London Philharmonic Orchestra, Alexander Malofeev, Klavier, Klein beleuchtet kurz 69
Elbphilharmonie, 25. Februar 2026“
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