Auf den Punkt 86: Jonathan Stockhammer bringt die Symphoniker Hamburg durch den Helden-TÜV

Jonathan Stockhammer © Marco Borggreve

Meine Tätigkeit für Andreas Schmidt, den Herausgeber von klassik-begeistert, ist pro bono. Selbst Pressekarten nehme ich in der Regel nicht in Anspruch. Das hat einen riesigen Vorteil: Ich kann ein Konzert einfach nur genießen ohne Angst vor dem großen leeren weißen Blatt Papier. Schon gar nicht muss ich eine allen gefallende klassische Konzertkritik schreiben, sondern kann die erlebten künstlerischen Aussagen in eine Glosse verpacken. 

Richard Strauss / Ein Heldenleben – Tondichtung für großes Orchester op. 40

und andere Werke …

Symphoniker Hamburg
Jonathan Stockhammer / Dirigent

Laeiszhalle, Großer Saal, 22. März 2026

 von Jörn Schmidt

Damit macht sich gewiss nicht immer Freunde. Aber da halte ich es mit Horaz: „Lieber einen Freund verlieren als einen guten Witz.“  Das ist meiner Einschätzung nach desgleichen ein guter Rat für Journalisten. Horaz (65 – 8 v. Chr.) hieß eigentlich Quintus Horatius Flaccus und war ein römischer Satiriker und Dichter. Ihm werden viele weitere Aphorismen zugeschrieben, die von größerem Nutzen sind als jeder Lebenshilfe-Ratgeber. Carpe diem zum Beispiel. „Auf den Punkt 86: Symphoniker Hamburg, Jonathan Stockhammer, Strauss
Laeiszhalle, Großer Saal, 22. März 2026“
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Heinz Ferlesch und Barucco gestalten eine denkwürdige Johannespassion in Melk

© Barucco / Stiftskirche in Melk

Heinz Ferlesch hat für die vorösterliche Aufführung von Bachs Johannespassion die Erstfassung aus dem Jahr 1724 gewählt und einstudiert. Die Dramatik des Werks entfaltete sich im barocken Rahmen der Melker Stiftskirche mit unerhörter Wucht und ließ die versammelte Gemeinde tief erschüttert zurück.

Johann Sebastian Bach
Johannespassion, BWV 245

Barucco Orchester und Vokalensemble
Benedikt Kristjánsson, Evangelist
Günter Haumer, Jesus
Heinz Ferlesch, Dirigent

Stiftskirche des Benediktinerstifts Melk, 21. März 2026

von Dr. Rudi Frühwirth

Die ältere der beiden erhaltenen Passionen des großen Johann Sebastian Bach besticht durch die ungeheure Dramatik der Chöre, die kühne Chromatik zahlreicher Passagen, die packende Erzählung des Evangelisten, und als Gegengewicht die ruhigen Worte Jesu und die raffiniert harmonisierten Choräle. In seiner Einstudierung hat Heinz Ferlesch diese Facetten zu einem erschütternden Ganzen verbunden, dessen Wirkung durch die besondere Aura der Melker Stiftskirch noch verstärkt wurde. „J.S. Bach, Johannespassion BWV 245, Barucco Orchester und Vokalensemble
Stiftskirche des Benediktinerstifts Melk, 21. März 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 23.  MÄRZ 2026

NDR Elbphilharmonie Orchester Hamburg; Foto PK

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 23.  MÄRZ 2026

Hamburg/Elbphilharmonie
Klein beleuchtet kurz 70: Wenn die Türen zu sind, ist „SCHICHT IM SCHACHT“
Was man nicht alles erleben kann nach über 9 Jahren Elphi mit mittlerweile unzähligen Konzerten: Es ging bereits los, als der wunderbare Dirigent sein Podium betrat und den Taktstock zu Strauss’ Macbeth Tondichtung schwingen wollte – 2 Zuspätkommer erhielten noch Zutritt und rumpelten sich lautstark in die erste Reihe Mitte direkt hinter den Maestro – mit einem Lächeln verzögerte er den Konzertbeginn um gefühlte Minuten – wer um alles in der Welt trifft an der Türe diese Entscheidung? Wenig später dann schwebt plötzlich aus über 30 Metern Höhe ein Inlayzettel des Programmheftes in den Rücken der Orchestermusiker und landete auf der Aufhängung der riesigen Gongs!!! Man glaubt es einfach nicht…
Von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de

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Die Uraufführung von Leon Gurvitchs „Echoes of Chagall“ in der Elbphilharmonie läßt niemanden unberührt

Leon Gurvitch und Alexander Roslavets; Foto Patrik Klein

In Zeiten von Krieg und Verfolgung auf dem gesamten Globus stimmen die musikalischen Höhepunkte von Leon Gurvitch, Alexander Roslavets und dem Leon Gurvitch Ensemble das begeisterte Publikum zu Nachdenklichkeit, aber auch zu höchstem Musikgenuss

Leon Gurvitch
Echoes of Chagall

Elbphilharmonie, Kleiner Saal, Hamburg, 22. März 2026

von Patrik Klein

Häufig habe ich in den letzten Jahren über Leon Gurvitchs Musik berichtet, weil mich seine Musik immer wieder fasziniert und berührt. In Schubladen lässt er sich schwerlich stecken. Er ist Komponist, Pianist und Dirigent, liebt Schostakowitsch und Strawinsky ebenso wie Keith Jarrett und Astor Piazzolla, spielt Jazz, Klezmer, Filmmusik und Kunstlied. All diese Impulse fließen in seine kreative Arbeit ein. „Leon Gurvitch, Echoes of Chagall
Elbphilharmonie, Kleiner Saal, Hamburg, 22. März 2026“
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Zwei musikalische Antipoden harmonieren in Lübeck

Christian Tetzlaff © Giorgia Bertazzi

Heute mögen uns die einst unüberbrückbar scheinenden Gegensätze von Komponisten und deren Anhängerschaft in ihrer Vehemenz kaum nachvollziehbar sein. Dass Wagnerianer und Brahms-Jünger aufeinander losgegangen sind oder Brahms und Bruckner sich gegenseitig das Talent abgesprochen haben, wird landauf-landab zitiert. Sei’s drum, das 6. Symphoniekonzert am 22. März 2026 in der Lübecker Musik- und Kongresshalle erwies ein erneutes Mal, dass der Hamburger und der Oberösterreicher sich sogar einen Konzertsaal teilen können – mit einem hervorragenden Ergebnis!

6. Symphoniekonzert

Johannes Brahms, Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op. 102

Anton Bruckner, Symphonie Nr. 9 d-Moll WAB 109

Tanja Tetzlaff, Violoncello
Christian Tetzlaff, Violine

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Musik- und Kongresshalle, Lübeck, 22. März 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Harmoniesuche als Kompositionsprogramm

Hinlänglich bekannt ist, dass Brahms sein Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester seinem alten Weggefährten, dem Geiger Joseph Joachim, widmete, weil die Freundschaft deutlich abgekühlt war. Die Rechnung ging auf; das Werk gilt als musikalisches Versöhnungsgeschenk. „Brahms Doppelkonzert, Tanja Tetzlaff und Christian Tetzlaff
MUK, Lübeck, 22. März 2026“
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Klein beleuchtet kurz 70: Wenn die Türen zu sind, ist SCHICHT IM SCHACHT

Elbphilharmonie, James Gaffigan, Schlussapplaus © Patrik Klein

Das sollte man mal in Bayreuth versuchen – wenn die Türen zu sind, ist „SCHICHT IM SCHACHT“.

NDR Elbphilharmonie Orchester 

Lawrence Power  Viola
James Gaffigan   Dirigent

Elbphilharmonie, 22. März 2026

von Patrik Klein

Was man nicht alles erleben kann nach über 9 Jahren Elphi mit mittlerweile unzähligen Konzerten: Es ging bereits los, als der wunderbare Dirigent sein Podium betrat und den Taktstock zu Strauss’ Macbeth Tondichtung schwingen wollte – 2 Zuspätkommer erhielten noch Zutritt und rumpelten sich lautstark in die erste Reihe Mitte direkt hinter den Maestro – mit einem Lächeln verzögerte er den Konzertbeginn um gefühlte Minuten – wer um alles in der Welt trifft an der Türe diese Entscheidung?

Wenig später dann schwebt plötzlich aus über 30 Metern Höhe ein Inlayzettel des Programmheftes in den Rücken der Orchestermusiker und landete auf der Aufhängung der riesigen Gongs!!!
„Klein beleuchtet kurz 70: NDR Elbphilharmonie Orchester, James Gaffigan
Elbphilharmonie, 22. März 2026“
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Auf den Punkt 85: Sir Simon Rattle gelingt das perfekte Soufflé

Sir Simon Rattle © Mark Allan

Die Opern von Richard Wagner bekommt man nicht kaputt, sage ich immer. Selbst wenn Peter Konwitschny die Regie verantwortet – Augen zu, und Sie werden dennoch glücklich. Mit den Sinfonien von Gustav Mahler verhält es sich grundlegend anders, sie sind wie ein Soufflé.

Henry Purcell / Remember Not, Lord, Our Offences Z 50
Robert Schumann / Nachtlied für gemischten Chor und Orchester op. 108

Gustav Mahler / Sinfonie Nr. 2 c-Moll für Sopran, Alt, Chor und Orchester  – Auferstehungssinfonie

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Chor des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle / Dirigent

Louise Alder / Sopran
Beth Taylor / Mezzosopran

Elbphilharmonie, Großer Saal, 21. März 2026

von Jörn Schmidt

Ich könnte Ihnen jetzt Dirigenten nennen, deren Zugang zu Wagner mir – ausnehmend höflich formuliert – nicht liegt. Die also am Werk vorbei dirigieren und denen es dennoch nicht gelingt, das Werk zu zerstören.  Aber dann bekommt Andreas Schmidt, der Herausgeber von klassik-begeistert, möglicherweise pikierte Zuschriften. Zu denen ich mich dann frühmorgens äußern möge. Das ist natürlich kein Problem, aber heute geht es um etwas anderes. „Auf den Punkt 85: Sir Simon Rattle Mahler, Sinfonie Nr. 2 c-Moll
Elbphilharmonie, 21. März 2026“
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Tarmo Peltokoski durchbricht die Wagner-Tradition

CD/Blu-ray Besprechung:

Für Fachpublikum und Wagner-Freunde ein Muss: interpretatorisch frisch, handwerklich makellos und Zeugnis einer der spannendsten Dirigenten-Orchester-Verbindungen der Gegenwart. Peltokoski beweist, dass Wagner keine Frage des Alters, sondern geistiger Durchdringung ist – und alles deutet darauf hin, dass er diesen radikal-ehrfürchtigen Weg konsequent weitergehen wird.

Richard Wagner
Der Ring des Nibelungen

An Orchestral Adventure (Arr. Henk de Vlieger)

Hong Kong Philharmonic
Tarmo Peltokoski, musikalische Leitung

Deutsche Grammophon, digitales Album

von Dirk Schauß

Während manche Dirigentenkarrieren über Jahrzehnte wie eine Belagerung Stein auf Stein schichten, bis ein Monument der Autorität steht, tritt Tarmo Peltokoski mit 25 Jahren anders auf.

Sein Debütalbum für Deutsche Grammophon mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra ist kein vorsichtiges Anklopfen, sondern ein orchestraler Paukenschlag: Eine siebzigminütige Orchestrierung von Wagners „Ring“ – Henk de Vliegers geschickte Komprimierung der Tetralogie zum „Orchestral Adventure“. Wer hier nur ein „Best-of“ für Eilige vermutet, unterschätzt die intellektuelle und dramatische Durchdringung, mit der Peltokoski diesen symphonischen Riesen angeht.

Die Aufnahme packt, schüttelt und entlässt den Hörer erst nach dem letzten Ton der „Opfertat“ in die Realität. „Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen, Tarmo Peltokoski
klassik-begeistert.de, 22. März 2026“
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Dieses Buch schließt eine empfindliche Lücke der Wien-Literatur

Buchbesprechung:

Ulla Remmer
Das verlorene Vis –à– Vis am Opernring

mandelbaum verlag

von Peter Sommeregger

Selbst für nach dem Krieg geborene Wiener war der so genannte Heinrichshof, gegenüber der Staatsoper am Opernring gelegen, aus Erzählungen der älteren Generation noch ein Begriff. Kurz nach der Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper wurde schließlich 1956 sein Nachfolgebau fertiggestellt, ein nüchternes, schmuckloses Gebäude, typisch für die Zeit. „Buchbesprechung: Ulla Remmer, Das verlorene Vis -à- Vis am Opernring
klassik-begeistert.de, 22. März 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 22.  MÄRZ 2026

Imagebilder Salzburger Festspiele 2018 © Neumayr/Leo 21. August 2018

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DIE SONNTAG-PRESSE – 22.  MÄRZ 2026

Serge Dorny wird Präsident von Opernnetzwerk Opera Europa
Serge Dorny, Intendant der Bayerischen Staatsoper, wird neuer Präsident von Opera Europa. Er übernehme damit eine zentrale Rolle im führenden Netzwerk europäischer Opernhäuser und Festivals, teilte die Staatsoper mit. Mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung werde Dorny Impulse für die strategische Weiterentwicklung der Organisation geben und die Zusammenarbeit innerhalb der europäischen Opernlandschaft weiter stärken, hieß es. Dorny setze sich seit vielen Jahren dafür ein, die Relevanz der Oper in der heutigen Gesellschaft zu erhalten und weiterzuentwickeln. In diesem Sinne verstehe er Oper als eine Kunstform, die in ihrer Tradition verankert ist und zugleich offen bleibt für neue Perspektiven und gesellschaftliche Entwicklungen.
DieZeit.de

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