Silvesterkonzert mit Petrenko und Bernheim: Die Berliner Philharmoniker brillieren auch im Kleinteiligen

Kirill Petrenko © Monika Rittershaus

Das Silvesterkonzert mit den Berliner Philharmonikern ist eine Institution.
Der Kulturkanal ARTE übertrug Silvester 2025 ab
18.35 Uhr zeitversetzt, nicht live.

Mochten Sie  abends den Dampfplauderer Johannes B.lödsinn Kerner in der ZDF-Silvester-Show erstmals aus der Hafencity in Hamburg Blödsinn schwadronieren hören?

Die Kommunikationsfrau vom ZDF hat folgenden Text verfassen lassen:

„Wir wollen das neue Jahr mit einer Show eröffnen, die Emotionen weckt und Bilder schafft, die im Gedächtnis bleiben. Nach vielen erfolgreichen Jahren in Berlin wird die Silvesterparty 2025/2026 erstmals in Hamburg produziert. Wir freuen uns auf eine großartige Veranstaltung, die das ZDF ab 20.15 Uhr übertragen darf“, so Dr. Oliver Heidemann, Unterhaltungschef des ZDF.

„Das Programm des Silvesterkonzerts ist verflacht“, sagt der Berliner klassik-begeistert-Reporter Peter Sommeregger. Die Macher des Abends setzen eher auf „seichte Kost“.

Ihnen und Euch wünscht ein geschmeidiges und gesundes Jahr 2026,

herzlich,

Andreas Schmidt, Herausgeber

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Silvesterkonzert mit Kirill Petrenko und Benjamin Bernheim

Es ist immer ein Vergnügen, diesen Verband exzellenter Solisten musizieren zu hören, von denen jeder Einzelne ein Virtuose auf seinem Instrument ist. Auch diesmal kann der charismatische Konzertmeister Noah Bendix-Balgley mit einem wunderbaren Solo überzeugen.

Benjamin Bernheim, Tenor

Kirill Petrenko, Dirigent
Berliner Philharmoniker

Philharmonie Berlin, 29. Dezember 2025

von Peter Sommeregger

Silvesterkonzerte sind eine ganz eigene Spezies, sie sind für ein festlich gestimmtes, feierwütiges Publikum konzipiert. Dieses will in erster Linie unterhalten werden, und bevorzugt Altbekanntes zu hören. Also greift man bei der Programmgestaltung bewusst auf bewährte Zugnummern zurück, Sprödes oder zu Anspruchsvolles wird bewusst vermieden. „Silvesterkonzert mit Kirill Petrenko und Benjamin Bernheim
Philharmonie Berlin, 29. Dezember 2025“
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Sir Charles Mackerras war ein musikalischer Weltbürger

Charles-Mackerras-Box

Warner Classics 5021732623560, 63 CD

von Peter Sommeregger

Der gebürtige Australier Charles Mackerras, Jahrgang 1925, war während seines langen Lebens ein wahrer Weltbürger der Musik. Sein Repertoire schloss auch viele Randgebiete des gängigen klassischen Kanons ein. Mackerras spielte viele Werke für die Schallplatte ein, seine erste entstand bereits im Jahr 1951.

Das Label Warner hat nun anlässlich des 100. Geburtstages des Dirigenten eine umfangreiche Edition veröffentlicht, die 63 CDs umfasst. Darin nicht enthalten ist aus urheberrechtlichen Gründen der ikonische, für die DECCA eingespielte Zyklus der Opern Leoš Jánačeks, aber die Fülle der vorhandenen Werke entschädigt reich dafür. „CD-Besprechung: Charles-Mackerras-Box
klassik-begeistert.de, 7. Januar 2025“
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Wo Elefanten und Libellen tanzen – Lübeck begrüßt das neue Jahr mit einem wundervollen Programm

Stefan Vladar und Orchester – Photo Andreas Ströbl 

Neujahrskonzert in der Lübecker Musik- und Kongresshalle,
1. Januar 2026

Stücke der Familie Strauß sowie von Chatschaturjan und Strawinsky

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Von Dr. Andreas Ströbl

Ist es in Zeiten, wo fast täglich Dinge passieren, die man vor Jahren noch für unmöglich gehalten hätte, und eine Horror-Meldung die nächste jagt, nicht beruhigend und herzerquickend, wenn man einmal für wenige Stunden nur Positives erlebt und Vorhersehbares wie ein magischer Seelenbalsam wirkt? Das Neujahrskonzert in Lübeck am 1. Januar 2026 bot genau das: Ein erfrischendes, wunderbar abgestimmtes Programm mit vielen beliebten Wiener Klassikern und ein paar Überraschungen, dargeboten mit Schwung und in hervorragender Qualität. Prosit Neujahr aus Lübeck! „Neujahrskonzert 2026 in Lübeck
Lübeck, 1. Januar 2026“
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Bachs Klavierwerke und faszinierende Ansichten aus dem All ergänzen sich zu einem ungemein beeindruckenden Event

 

„Bach in Space“ (eine Produktion von MünchenMusik)

Johann Sebastian Bach  Präludien, Choräle, Suiten, Inventionen und Konzerte (teils in Ausschnitten)

Mona Asuka  Klavier

Bremer Konzerthaus Die Glocke,  2. Januar 2026


von Dr. Gerd Klingeberg

Mit dem Ausspruch: „Nicht Bach! Meer sollte er heißen!“ brachte dereinst Ludwig van Beethoven seine Bewunderung für den Großmeister barocker Tonkunst zum Ausdruck. Und versetzte ihn damit in eine quasi stark erweiterte Dimension. Bei MünchenMusik geht man indes noch einen riesigen Schritt weiter: Erst das Weltall böte wohl eine angemessene Kulisse zur Präsentation des Bach‘schen Œuvres.

„„Bach in Space“ (eine Produktion von MünchenMusik)
Bremer Konzerthaus Die Glocke,  2. Januar 2026“
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Tosca 2026: Nicholas Brownlee entfacht als Scarpia Puccinis Drama neu

Oper Frankfurt, 2. Januar 2026
Giacomo Puccini,
Tosca

Inszenierung: Andreas Kriegenburg
Musikalische Leitung:  Takeshi Moriuchi

Fotos © Barbara Aumüller und Monika Ritterhaus

von Dirk Schauß

Ausverkauftes Haus am 2. Januar 2026 in der Oper Frankfurt. Die Inszenierung von Andreas Kriegenburg gehört längst zum festen Repertoire, ihre Bilder sind vertraut, ihre szenischen Mittel bekannt. Umso bemerkenswerter war dieser Abend, der sich deutlich vom routinierten Betrieb abhob. Nicht durch neue Regieakzente, sondern durch eine zentrale Besetzung, die der Produktion plötzlich neue Spannung und dramatische Schärfe verlieh. „Giacomo Puccini, Tosca
Oper Frankfurt, 2. Januar 2026“
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Die Staatskapelle Dresden feiert mit Andrés Orozco-Estrada schwungvoll ins neue Jahr

Andrés Orozco-Estrada © Martin Sigmund

Silvesterkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Andrés Orozco-Estrada, musikalische Leitung
Sächsiche Staatskapelle Dresden

Pretty Yende, Sopran
Benjamin Appl, Bariton

Gautier Capuçon, Violoncello

Semperoper Dresden, 31. Dezember 2025

von Henriette Müller

Silvester ist vorbei. Erinnerungen bleiben. Erinnerungen und Eindrücke an ein Silvesterkonzert, die die Autorin vor dem heimischen Fernseher gewinnen konnte. Vielen Zuschauern wird es ebenso ergangen sein.

Maestro Estrada wählte die Ouvertüre zu „La gazza ladra“, in Deutschland besser als „Die diebische Elster“ bekannt, zum Programmstart. Spritzig und leicht vorgetragen, blieb trotzdem noch ein wenig Luft nach oben. „Silvesterkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden
Semperoper Dresden, 31. Dezember 2025“
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John Neumeiers Nussknacker altert nicht

John Neumeier vor seinem Hamburger Ensemble, hinter ihm Olivia Betteridge (Marie), rechts von ihm Alessandro Frola (Drosselmeier) (Foto: RW)

Man sieht, John Neumeiers klassisch orientierte Nussknacker-Version zieht mehr junges Publikum an als modernistische Experimente, die offensichtlich eher von einem mittelalterlichen Publikum wie den Kulturredakteuren und -innen einer Hamburger Lokalzeitung goutiert werden.
Der Nussknacker des US-Amerikaners altert nicht. Die Coming of age-Geschichte eines jungen Mädchens, das ihre Träume verwirklich sieht und daran reift, ist unverändert modern und berührt Jung und Alt.

Der Nussknacker
Ballett in zwei Akten und drei Bildern

Musik: Peter Tschaikowsky

Choreographie, Inszenierung und Licht: John Neumeier
Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung: Simon Hewett, Solo-Violine: Daniel Cho

Hamburgische Staatsoper, 29. Dezember 2025

366. Vorstellung seit der Premiere am 27. Oktober 1974
Online-Übertragung bei ARTE, bis 30. März 2026 in der Mediathek abrufbar

Von Dr. Ralf Wegner

Vor Beginn der Aufführung trat, vom Publikum herzlich begrüßt, John Neumeier vor den Vorhang und kündigte die Übertragung für den Fernsehsender ARTE und eine spätere DVD- bzw. Blu-ray-Veröffentlichung an. Das habe lange gedauert, mittlerweile werde seine als Hommage an das klassische Ballett gedachte Choreographie in Hamburg ja bereits zum 366. Mal aufgeführt.

Damit hatte Neumeiers Nussknacker allein in Hamburg mehr als eine halbe und weltweit wohl mehr als eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer. „Der Nussknacker, Hamburg Ballett, John Neumeier
Hamburgische Staatsoper, 30. Dezember 2025“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 3. JÄNNER 2026

 © APA/WIENER PHILHARMONIKER/DIETER NAGL

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 3. JANUAR 2026

Charmeoffensive mit Nézet-Séguin
Mit dem strahlenden, die Welt umarmenden Debütanten Yannick Nézet-Séguin am Pult, flotten Klängen und heiterer Miene verbreiten die Wiener Philharmoniker die Botschaft: Alles wird gut! – Auch wenn die Walzer dabei blass bleiben.
BR-Klassik.de

„Einfach nur großartig: Dieses Neujahrskonzert war ein Ohren- und ein Augenschmaus!“
Das Neujahrskonzert 2026 aus dem Musikverein Wien hat Maßstäbe gesetzt. Noch nie erreichten uns so viele Kommentare wie nach diesem Konzert. Bei über 300 Zuschriften lief das kb-Postfach über. Wir bekamen nur drei Meinungen, die dem größten Klassik-Event der Welt nichts abgewinnen konnten, zwei von Ihnen lesen Sie gerne weiter unten. klassik-begeistert-Leser waren beseelt, beglückt und betört ob der superben Leistung des kanadischen Dirigenten Yannick Nézet-Séguin und des Welt-Orchesters Wiener Philharmoniker. Dieses Konzert machte die Zuschauer glücklich und war ein nachhaltiger Beitrag für die Gesundheit in diesem Jahr.
Von Andreas Schmidt
Klassik-begeistert.de

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 3. JANUAR 2026“ weiterlesen

Simon Gaudenz vollendet mit Herzblut seinen Mahler-Zyklus

CD-Blu-ray-Besprechung:

Ein gelungener Zyklus, der anders ist und ebenso klingt, findet seinen würdigen Abschluss. Simon Gaudenz und die Jenaer Philharmonie schenken uns einen Mahler, der jung, menschlich und bewegend ist. Ein Projekt voller Mut, Wärme und Wahrhaftigkeit – und ein Beweis dafür, dass Musik immer etwas zu sagen hat, wenn man ihr wirklich zuhört.

Gustav Mahler – Andrea Lorenzo Scartazzini
Complete Symphonies Vol. 5

Jenaer Philharmonie
Simon Gaudenz, musikalische Leitung

Odradek Records, ODRCD467

von Dirk Schauß

Mahler aus Jena – Der Kreis schließt sich

Wenn ein musikalisches Projekt über Jahre hinweg wächst, wenn sich Musiker, Publikum und Komponist Schritt für Schritt aneinander annähern – dann entsteht etwas, das über bloße Tondokumente hinausgeht. So ist es mit Simon Gaudenz und der Jenaer Philharmonie. Nach fünf Doppelalben, nach unzähligen Proben, Konzerten und Momenten des Zweifels und der Begeisterung, ist es nun vollbracht: Der Mahler-Scartazzini-Zyklus ist abgeschlossen. Und was bleibt, ist nicht nur eine beeindruckende Sammlung von Aufnahmen, sondern ein klingendes Zeugnis von Entwicklung, Hingabe und Mut. „CD-Besprechung: Gustav Mahler/Andrea Lorenzo Scartazzini, Complete Symphonies Vol. 5
klassik-begeistert.de, 3. Januar 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 7. JANUAR / JÄNNER 2026

Kongenial: Jonas Kaufmann und Helmut Deutsch ©  Lena Wunderlich/

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE  – 7. JANUAR/JÄNNER 2026

Berlin
Die Deutsche Bahn schwächelt Tag für Tag, die Deutsche Oper Berlin strahlt Abend für Abend
Es stimmt natürlich und lässt sich nicht leugnen: Die Deutsche Bahn fährt Tag für Tag selbst mit ihren neusten Zügen Verspätungen ein, Brandstiftungen an der Strom-Infrastruktur verlangen nach ausgeprägter Solidarität und die Rückkehr der ausgestorben geglaubten (durchweg männlichen) Autokraten in dieser Welt macht einen fassungslos. Es stimmt ebenso und lässt sich nicht leugnen: Zuverlässig finden Abend für Abend in ganz Deutschland hochkarätige Theater- und Opernaufführungen statt. Man erreicht die Bühnen in aller Regel trotz Schnee und Eis mit einem Verkehrsmittel der Wahl. Und die teils uralten, teils brandneuen, tragischen oder komischen Stücke, die auf den Programmen der Republik stehen, führen uns die ewig gleichen menschlichen Irrungen vor Augen.
Wolfgang Amadeus Mozart: Le nozze di Figaro
Von Sandra Grohmann
Klassik-begeistert.de

Salzburg
Mozartwoche 2026 – Star-Tenor Rolando Villazón im Interview
„Lux Aeterna“ lautet das Motto der Jubiläums-Mozartwoche 2026. Mozart als Freund, Genie und besondere Quelle der Freude und des Glücks: Star-Tenor Rolando Villazón, Intendant der Mozartwoche in Salzburg, spricht im Interview über die Mozartwoche 2026, neue Formate, eine besondere Zauberflöte und warum Salzburg der authentischste Ort für Mozart ist.
salzburgerland.com „DIE MITTWOCH-PRESSE  – 7. JANUAR/JÄNNER 2026“ weiterlesen