Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 29. OKTOBER 2022
Berlin Barenboim sagt Konzert zum 80. Geburtstag ab
Auch Wiener Auftritte im November und Dezember werden gestrichen DerStandard.at.story
München/Bayerische Staatsoper Klamauk mit Schleichwerbung
Benedict Andrews’ erste Regie am Bayerischen Nationaltheater: Mozarts „Così fan tutte“ grenzt an elitäre Dekadenz bayerische.Staatszeitung.de
Mit Ecken und Kanten – „Così fan tutte“ an der Bayerischen Staatsoper NeueMusikzeitung/nmz.de
„Così fan tutte“ im Nationaltheater Bayerische Staatsoper: Mozarts Oper, neu inszeniert von Benedict Andrews und dirigiert von Vladimir Jurowski MuenchnerAbendzeitung.de
Der insbesondere nach dem mäßigen Erfolg der Tetralogie an der Deutschen Oper Berlin–DOB in der Regie von Stefan Herheim schon so lange und viel diskutierte neue „Ring des Nibelungen“ an der Berliner Staatsoper Unter den Linden unter dem Dirigat von Christian Thielemann erlebte Anfang Oktober in der Regie von Dmitri Tcherniakov seine Premiere. Generalmusikdirektor Daniel Barenboim hatte Thielemann aufgrund seiner derzeitigen gesundheitlichen Situation die musikalische Leitung von zwei der drei Zyklen angeboten – eine großartige Geste. Für Christian Thielemann wurde dieser Ring mit der Staatskapelle einen triumphaler Erfolg. Dazu später mehr.
Der Ring des Nibelungen, I – IV Richard Wagner
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 2. Oktober – 9. Oktober 2022
von Dr. Klaus Billand
Das Programmbuch
Wenn man als Rezensent, und es sollen etwa 65 zu diesem nach der Bayreuther „Ring“-Neuinszenierung wohl zweitwichtigsten Wagner-Event des Jahres akkreditiert gewesen sein, das immerhin 260 Seiten umfassende Programmheft, besser Programmbuch, aufschlägt, sieht man als erstes Kapitel „Die Handlung“ von Dmitri Tcherniakov. Angesichts eines bei einem solchen Umfang überraschenderweise fehlenden Dramaturgen-Gesprächs mit dem Regisseur – selbst viel kleinere Häuser bringen ein solches regelmäßig in viel dünneren Programmheften – denkt man sofort, dass Tcherniakov in seinem immerhin 14-seitigen Kapitel zur Handlung des „Ring“ etwas über die Vision seiner mehr als ungewöhnlichen, ja zeitweise abenteuerlich von Wagners Oeuvre abweichenden Regie schreiben würde. „Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen, I – IV Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 2. Oktober – 9. Oktober 2022“ weiterlesen
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DIE FREITAG-PRESSE – 28. OKTOBER 2022
München „Così fan tutte“ an der Bayerischen Staatsoper: Dildo und Blütenregen BR-Klassik.de
Billigpuff, Betongarage, Blumenfeld Bezahlartikel
Die Bayerische Staatsoper zeigt eine wundervoll leichte Version von Wolfgang A. Mozarts Liebesexperiment „Così fan tutte“. SueddeutscheZeitung.de
Erotik am Abgrund: Mozarts „Così fan tutte“ an der Bayerischen Staatsoper
Ein langer Abend, der viel Kluges durchscheinen lässt. Und doch kriegen Regisseur Benedict Andrews und Dirigent Vladimir Jurowski Mozarts „Così“ nicht ganz zu fassen. Die Premierenkritik. MuenchnerMerkur.de
München Wuchtige Gegensätze
Die Tschechische Philharmonie mit dem Pianisten Víkingur Ólafsson in der Isarphilharmonie. SueddeutscheZeitung.de
Hamburg/Staatsoper „Fidelio“ von Beethoven
Königin Elisabeth gelingt der Befreiungsschlag schlechthin, nicht länger liegt die Leonore in den Ketten ihres Librettos. So wird selbst die misslungenste Oper der Welt – Fidelio – zu einem packenden Gesangsspektakel
Von Johannes Karl Fischer https://klassik-begeistert.de/fidelio-ludwig-van-beethoven-staatsoper-hamburg-25-oktober-2022/!
Widerstand lohnt sich:
KEINE LEBENDEN KANINCHEN UND MEERSCHWEINCHEN MEHR IN DER BERLINER STAATSOPER! Leider müssen 20 Kaninchen noch zweimal am Wochenende in Wagners RING auftreten – bei gleißendem Licht und pochender Musik.
von Kirsten Liese und Andreas Schmidt (Herausgeber)
Der Proteststurm gegen den Einsatz lebendiger Kaninchen an der Berliner Staatsoper im neuen Wagner-RING hat für massive Proteste und diverse offene Briefe prominenter Künstlerinnen und Künstler gesorgt, die auf klassik-begeistert veröffentlicht wurden, aber noch immer war bis heute das Schicksal der 20 Kaninchen in den anstehenden bislang letzten Vorstellungen von „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ an diesem Wochenende ungewiss.
Am 14. Oktober 2022 hatte deshalb die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutz e.V. ein gerichtliches Eilverfahren angestrengt, das den weiteren Einsatz von lebenden Kaninchen auf der Bühne verbietet. In der Pressemitteilung des Vereins heißt es:
„Nachdem wir am 14. Oktober 2022 durch einen Offenen Brief des Bunds gegen Missbrauch der Tiere e. V. – Geschäftsstelle Berlin – von der Zurschaustellung von Kaninchen im Rahmen von Aufführungen der Berliner Staatsoper erfuhren, haben wir am heutigen Montag eine gerichtliche Anordnung eines Verbots weiterer Aufführungen der Oper ‚Das Rheingold‘ und ‚Die Walküre’“ mit Kaninchen vor dem Berliner Verwaltungsgericht beantragt.“ „Kaninchen-Skandal in der Berliner Staatsoper – der letzte Akt klassik-begeistert.de, 27. Oktober 2022“ weiterlesen
Wir leben in politisch schwierigen Zeiten. Gewalt und Blutvergießen finden wieder in Europa statt und drohen, die Welt ins Chaos zu stürzen. Ein System, das schon in der Vergangenheit großes Leid anrichtete, versucht, ein anderes einzuverleiben. Elend und Schrecken pur, die auch hier in Deutschland spürbar sind und fast schon zu einer Phobie gegenüber gewissen Komponisten geführt haben. Und das, obwohl es sogar in diesem System selbst immer Gegenstimmen gab und gibt – mal leise, mal laute. Auch im Konzertbetrieb. Wer könnte sich also heute zum Erheben einer solch kritischen Stimme besser eignen, als ein Jahrzehnte lang in diesem System leben und leidender Komponist sowie ein Dirigent, der in der Sowjetunion aufwuchs, dort wegen seiner politischen Einstellung aneckte und schließlich sogar 1975 in die USA migrierte? „Tschechische Philharmonie, Víkingur Ólafsson, Klavier, Semyon Bychkov, Dirigent Kölner Philharmonie, 24. Oktober 2022“ weiterlesen
Hamburg Fluch und Erösung
In Hamburg interpretieren Regisseur Michael Thalheimer und Dirigent Kent Nagano Wagners „Der fliegende Holländer“ neu. SueddeutscheZeitung.de
Thomas Hengelbrock: Mit dem Alter wird man immer besser
Dirigentinnen und Dirigenten müssen wissen, wo es langgeht. Immerhin tragen sie die Verantwortung für oft gut 100 Musikerinnen und Musiker. Im Interview mit BR-KLASSIK bricht Thomas Hengelbrock den Dirigenten-Mythos ein bisschen auf und erzählt von Entwicklungs- und Lernprozessen. Und warum Dirigenten im Alter immer besser werden. BR-Klassik.de
Sommereggers Klassikwelt 157: Maria Anna Mozart durfte ihr Talent nicht entfalten
„Nannerl“ Mozart, die ältere Schwester des begnadeten Komponisten, wurde biographisch zumeist auf die tüchtige Partnerin ihres Bruders beim vierhändigen Klavierspiel reduziert. Dass die triumphalen Tourneen durch Europa, auf denen Leopold Mozart seine virtuosen Kinder vermarktete, ihren Erfolg auch der hoch begabten Pianistin verdankten, wird dabei oft ausgeblendet. Klassik-begeistert.de
Königin Elisabeth gelingt der Befreiungsschlag schlechthin, nicht länger liegt die Leonore in den Ketten ihres Librettos. So wird selbst die misslungenste Oper der Welt – Fidelio – zu einem packenden Gesangsspektakel!
Fidelio Musik von Ludwig van Beethoven Libretto von Joseph Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke nach Jean Nicolas Bouilly
Kent Nagano, Dirigent Philharmonisches Staatsorchester Hamburg Chor der Hamburgischen Staatsoper
Inszenierung: Georges Delnon
Bühne: Kaspar Zwimpfer
Kostüme: Lydia Kirchleitner
Licht: Michael Bauer
Video: fettFilm
Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr, Johannes Blum
Staatsoper Hamburg, 25. Oktober 2022
von Johannes Karl Fischer
Um Beethovens einmaliges Opern-Experiment mache ich normalerweise einen großen Bogen, poetische Schlamperei statt hoher Dichtkunst ist das! Einzig die Besetzung an diesem Abend an der Staatsoper Hamburg – und die Aussicht, um Punkt halb acht fünfzehn Minuten lang beste Beethoven’sche Kunst zu hören – machte mir Mut, einen weiteren Versuch zu wagen. Lohnenswerter hätte es nicht sein können: Elisabeth Teige als Leonore singt alles, das Libretto, selbst einen herausragenden Klaus Florian Vogt, völlig in Grund und Boden. Eine Sensation!„Fidelio, Ludwig van Beethoven Staatsoper Hamburg, 25. Oktober 2022“ weiterlesen
Foto: (RW) Fidelio, Staatsoper Hamburg 2022, Klaus Florian Vogt und Elisabeth Teige
Mit großer, weit in den Raum tragender Stimme gelang der Norwegerin Elisabeth Teige eine Spitzenleistung. Vor allem ihre rund und tiefengrundiert kräftig klingende Mittellage mit vollem Klang beeindruckte.
Fidelio Musik von Ludwig van Beethoven Libretto von Joseph Sonnleithner und Georg Friedrich Treitschke nach Jean Nicolas Bouilly
Kent Nagano, Dirigent Philharmonisches Staatsorchester Hamburg Chor der Hamburgischen Staatsoper
Inszenierung: Georges Delnon
Bühne: Kaspar Zwimpfer
Kostüme: Lydia Kirchleitner
Licht: Michael Bauer
Video: fettFilm
Dramaturgie: Klaus-Peter Kehr, Johannes Blum
Staatsoper Hamburg, 25. Oktober 2022
Dr. Ralf Wegner
Kann jemand einen Grund nennen, der es ernsthaft rechtfertigt, Beethovens Leonorenouvertüre von kurz vor dem Ende, wie es früher üblich war, an den Beginn der Oper zu stellen, wo sie zum Singspielcharakter überhaupt nicht passt? Es plätscherte, von Kent Nagano gedehnt zelebriert, eher langsam dahin, wie ein beliebiges Konzertstück. Die musikalischen Motive erinnerten zwar an früher gesehene Fidelio-Aufführungen, bildeten aber nicht den musikalisch-retardierenden Höhepunkt nach dem ergreifenden Erlebnis der Befreiung Florestans durch Leonore.
Seungwoo Simon Yang (Jaquino), Andrzej Dobber (Don Pizarro), Klaus Florian Vogt (Florestan), Kent Nagano (musikalische Leitung), Elisabeth Teige (Leonore), Wilhelm Schwinghammer (Rocco), Narea Son (Marzelline), Kartal Karagedik (Don Fernando)
Die Oper Fidelio beginnt mit dem Werben Jaquinos um Marzelline als heiteres Singspiel, führt aber mit Einsetzen des Quartetts Mir ist so wunderbar, mit sehr viel Gemüt von Nareo Son begonnen, in eine tiefere, das folgende Melodram bereits andeutende Ebene des Stücks. „Ludwig van Beethoven, Fidelio Staatsoper Hamburg, 25. Oktober 2022“ weiterlesen
Christoph Loys bemerkenswerte Produktion von Rimski-Korsakows Werk an der Oper Frankfurt wurde von der Zeitschrift OPERNWELT als Aufführung des Jahres ausgezeichnet und erscheint jetzt auf DVD.
von Dr. Lorenz Kerscher
Auf das Stichwort „Märchenoper“ denkt man im deutschsprachigen Raum fast nur an Humperdincks Hänsel und Gretel, ein Werk, das in der Adventszeit die Spielpläne unserer Theater dominiert und manchmal sogar in zwei Schichten am Tag aufgeführt wird. Dass Nikolai Rimski-Korsakow (1844 – 1908) ein gutes Dutzend Märchenopern geschrieben und mit ebensoviel Tiefgang wie Klangpoesie ausgestattet hat, wird dagegen kaum wahrgenommen. Immerhin findet man Wesentliches aus seinem Schaffen als Aufzeichnungen meist russischer Produktionen in YouTube. Und nun kann man es der Oper Frankfurt gar nicht hoch genug anrechnen, dass sie zu Weihnachten 2021 eines dieser Werke auf die Bühne gebracht und nun als DVD unvergesslich gemacht hat.
Trailer zu »Die Nacht vor Weihnachten« von Nikolai A. Rimski-Korsakow | Oper Frankfurt
Die Regie führte Christof Loy, der sein Konzept in einem im Begleitheft abgedruckten Interview erläutert. „Gerade weil das Werk unbekannt ist, finde ich es wichtig, ihm zunächst einmal in seinem Kern nahezukommen“, bekundet er. Das gelingt ihm trotz der Komplexität unterschiedlicher, ineinander verwobener Handlungsebenen, die in der normalen Menschenwelt, dem Reich von Geistern und Hexen und im Mythos um die Wintersonnenwende liegen. „DVD-Rezension: Nikolay Rimski-Korsakow, Christmas Eve klassik-begeistert.de 26. Oktober 2022“ weiterlesen
Foto: Schlussapplaus Tannhäuser Ensemble; Foto Patrik Klein
Tannhäuser in Schwerin gerät durch das kurzfristige Einspringen eines jungen Dirigenten zur Sensation
Opernchor des Mecklenburgischen Staatstheaters Extra-Chor Mecklenburgische Staatskapelle Levente Török, Dirigent
Mecklenburgisches Staatstheater, Schwerin, 25. Oktober 2022
von Patrik Klein
Eine zu diskutierende Frage stelle ich zu Beginn: Wie kann es sein, dass nach über 40 Jahren Opernerfahrung mein Fazit lautet, die mit Abstand besten Musiktheaterabende hatte ich in kleinen bis mittleren Opernhäusern? Warum kommt es immer häufiger vor, dass an großen Häusern die Enttäuschung noch höher ist als die oftmals deftigen Eintrittspreise?