Sommereggers Klassikwelt 73: Mario Lanza, der kleine Caruso

von Peter Sommeregger
Fotos: wikipedia.com (c)

Vor genau 100 Jahren, am 31. Januar 1921, kam in Philadelphia Alfredo Arnold Cocozza als Sohn italienischer Einwanderer zur Welt. Früh zeigte sich ein musikalisches Talent, die Schallplatten Enrico Carusos aus dem Besitz seines Vaters inspirierten „Freddy“, wie er damals genannt wurde, zum mitsingen. „Sommereggers Klassikwelt 73: Mario Lanza, der kleine Caruso“ weiterlesen

Martin Fischer-Dieskau: "Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt, ist deshalb schon Dirigent" (Teil 3)

Qualifikation oder Hybris? Dirigentenexpertise in der Abwärtsspirale (3)

Foto: Martin Fischer-Dieskau, (c) Buber Doráti Festival

»Es ist die Vergangenheit, die uns vorantreibt und oftmals die Gegenwart, die uns am Weiterkommen hindert« (Hannah Arendt)

Nach dem Abklingen der Pandemie wollen Opernhäuser und Konzertsäle mit neuer Aufmerksamkeit besucht werden. Vielleicht erlaubt die Zäsur in hoffentlich naher Zukunft auch eine gewisse Reflexion über alles, was im Zusammenhang mit Orchestern und deren Leitung bislang unhinterfragt geblieben ist. Immer wieder werden Dirigenten als Dirigenten eingestuft, die es gar nicht sind. »Karrieren« sind als Beweis untauglich.

Diese fünfteilige Betrachtung des Dirigenten Martin Fischer-Dieskau ist weder Pamphlet noch Kollegenschelte. Entworfen ursprünglich als Beitrag zu einer Festschrift möchte sie noch einmal in Erinnerung rufen, dass Dirigieren kein Beruf ist, den man um seiner selbst willen ergreifen kann. Dieser Beruf ist Schimäre und bleibt eine Art Wunschvorstellung von allen Seiten, mit denen er zu tun hat. Das war von Anbeginn dieser Tätigkeit so und macht das hohe Attraktivitätspotential aus, das von ihm ausgeht. Wenn es schwierig ist, dem derart Umschwärmten gerecht zu werden, bleibt doch die Erkenntnis, dass Glanz nicht zum Sparpreis zu haben sein sollte. Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt oder sich stabfrei vor ein Orchester stellt, ist deshalb schon Dirigent. 

Wagen Sie einen im besten Sinn unvoreingenommenen Blick hinter die Kulissen!

Teil III: NICHT AUF DIE GESTIK REDUZIEREN „Martin Fischer-Dieskau, Dirigentenexpertise in der Abwärtsspirale (3)
klassik-begeistert.de“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 2. FEBRUAR 2021

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE DIENSTAG-PRESSE – 2. FEBRUAR 2021

Salzburger Mozartwoche: Finalkonzert: Daniel Barenboim, Cecilia Bartoli, Rolando Villazon. Foto: Instagram (c)

Covid-Fälle an der Staatsoper
Aufzeichnung von „Figaro“ und „Carmen“ verschoben.
Wiener Zeitung

Wien
Corona: Wiener Staatsoper muss „Carmen“-Premiere und „Nozze“ verschieben
Fälle im Haus machen Verschiebungen der Aufzeichnungen nötig.
Kurier

Ladas Klassikwelt 64: Unter dem Schwanenmond
Ich habe bereits einige meiner Bayreuther Lieder bei klassik-begeistert.de veröffentlicht; mit Ausnahme des ersten. Das hängt mit einem Liebeskummer zusammen, den ich während meines ersten Aufenthalts in Bayreuth erlebte. Richard Wagners Musik heilte mich davon. Als ich nach Krakau zurückkehrte, schrieb ich darüber ein Lied, dessen Text Joachim Neander ins Deutsche übersetzte. Aus dem Liedertitel kann man sofort erkennen, welche Oper mir als „Medizin“ diente.
von Jolanta Łada-Zielke
Klassik-begeistert.de

Martin Fischer-Dieskau: „Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt, ist deshalb schon Dirigent“ (Teil 2)
Qualifikation oder Hybris? Dirigentenexpertise in der Abwärtsspirale
Klassik-begeistert.de

Berlin
Bleibt der Vorhang in Berlin auf unbestimmte Zeit geschlossen?
Der Kultursenat erwägt eine Verlängerung der Berliner Bühnen bis zum Sommer. Das ist nicht angemessen und richtet unendlichen Schaden an, meint Gunnar Schupelius.
https://www.bz-berlin.de/berlin/kolumne/bleibt-der-vorhang-in-berlin-auf-unbestimmte-zeit-geschlossen

Bayreuther Festspiele: Ein Haus voll Zukunftsmusik
Messen und Konzerte werden reihenweise abgesagt, doch die Bayreuther Festspiele sollen in diesem Jahr stattfinden – koste es, was es wolle.
http://www.abendzeitung-muenchen.de/kultur/musik/bayreuther-festspiele-ein-haus-voll-zukunftsmusik-art-702804 

Vor 125 Jahren: Giacomo Puccinis „La Bohème“ uraufgeführt Der Einbruch der Realität in die Oper
Giacomo Puccinis „La Bohème“ – eine der meistgespielten Opern aller Zeiten – rührt weiterhin zu Tränen. Ganz anders bei der Uraufführung am 1. Februar 1896: ein krachender Misserfolg. Musik und zumal der Stoff – die bitter-süße Liebe des Dichters Rodolfo und der Näherin Mimi – galten als empörend vulgä
DeutschlandfunkKultur.de

Daniel Serafin: Kultur-Lockdown „ist nicht mehr tragbar“
Während Handel, Friseure und Schulen vor der Entscheidung am Montag, wie es mit dem Lockdown nach dem 8. Februar weitergehen wird, vorsichtig auf eine Öffnung hoffen dürfen, muss die Kultur-Landschaft in Österreich womöglich noch länger in den sauren Apfel beißen. Für Daniel Serafin ist ein noch längerer Kultur-Lockdown aber „nicht mehr tragbar
https://www.krone.at/2332018

Kommentar/ Salzburg
Wer jubelt schon im Home office?
Wir alle hoffen, dass es die erste und einzige Mozartwoche gewesen sein wird, die aus dem realen in den virtuellen Raum gejagt worden ist. Mit den adaptierten, also den stark gekürzten, aber live abgehaltenen Salzburger Festspielen 2020 kann die digitale Mozartwoche nicht verglichen werden.
DrehpunktKultur

Größe der Deutschen Oper: US-Dirigent Kevin McCutcheon stirbt an Covid-19
Tagesspiegel

Worüber reden wir in der Oper: die Stücke oder die Kulissen? Bezahlartikel
Die Frage, ob Opernhäuser in Wahrheit Museen seien, wird nach Ende der Krise gewiss munter weiter diskutiert werden.
Die Presse

Berlin
Philosophisches Flüstern: Kirill Petrenko dirigiert Uraufführung Anna Thorvaldsdottirs in Berlin
bachtrack

Hannover
Staatsoper Hannover gründet „Internationales Opernstudio“
https://www.nmz.de/kiz/nachrichten/staatsoper-hannover-gruendet-internationales-opernstudio

Staatsoper Hannover: Sänger proben im Lockdown
https://www.ndr.de/kultur/musik/klassik/Staatsoper-Hannover-Saenger-proben-im „DIE DIENSTAG-PRESSE – 2. FEBRUAR 2021“ weiterlesen

Albéric Magnards hinreißende „Orchestral Works“ auf CD – Rettet ihn vor dem Vergessenwerden!

CD Besprechung: Albéric Magnard, „Orchestral Works“
Naxos, DDD, 2017-2019

von Dr. Holger Voigt

Das erhalten gebliebene musikalische Oeuvre des weitgehend unbekannten Komponisten besteht aus noch nicht einmal dreißig Werken. Ein großer Teil seiner Arbeiten fiel den Flammen zum Opfer, in denen auch der Leichnam des Komponisten verbrannte, nachdem er von einer deutschen Patrouille erschossen worden war, die im Begriff war, sein Anwesen zu konfiszieren. Die Soldaten trafen auf einen wehrhaften Patrioten, der nicht davor zurückschreckte, mit Waffengewalt gegen die Besatzer vorzugehen. Das passierte am 3. September 1914 in seinem 49. Lebensjahr (Baron, Department Oise, Frankreich). „CD Besprechung: Albéric Magnard, „Orchestral Works““ weiterlesen

Martin Fischer-Dieskau: "Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt, ist deshalb schon Dirigent" (2)

Qualifikation oder Hybris? Dirigentenexpertise in der Abwärtsspirale (2)

Foto: Martin Fischer-Dieskau, (c) Buber Doráti Festival

»Es ist die Vergangenheit, die uns vorantreibt und oftmals die Gegenwart, die uns am Weiterkommen hindert« (Hannah Arendt)

Nach dem Abklingen der Pandemie wollen Opernhäuser und Konzertsäle mit neuer Aufmerksamkeit besucht werden. Vielleicht erlaubt die Zäsur in hoffentlich naher Zukunft auch eine gewisse Reflexion über alles, was im Zusammenhang mit Orchestern und deren Leitung bislang unhinterfragt geblieben ist. Immer wieder werden Dirigenten als Dirigenten eingestuft, die es gar nicht sind. »Karrieren« sind als Beweis untauglich.

Diese fünfteilige Betrachtung des Dirigenten Martin Fischer-Dieskau ist weder Pamphlet noch Kollegenschelte. Entworfen ursprünglich als Beitrag zu einer Festschrift möchte sie noch einmal in Erinnerung rufen, dass Dirigieren kein Beruf ist, den man um seiner selbst willen ergreifen kann. Dieser Beruf ist Schimäre und bleibt eine Art Wunschvorstellung von allen Seiten, mit denen er zu tun hat. Das war von Anbeginn dieser Tätigkeit so und macht das hohe Attraktivitätspotential aus, das von ihm ausgeht. Wenn es schwierig ist, dem derart Umschwärmten gerecht zu werden, bleibt doch die Erkenntnis, dass Glanz nicht zum Sparpreis zu haben sein sollte. Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt oder sich stabfrei vor ein Orchester stellt, ist deshalb schon Dirigent. 

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TEIL II: SELBST SPIELEN UND KOMPONIEREN

von MARTIN FISCHER-DIESKAU

Dirigieren ist kein Selbstzweck, keine vom Anteil weiterer Mitwirkender isolierbare Einzeldisziplin. Man muss Wege beschritten haben, um dazu zu ›gelangen‹, und zwar von Kindheit an. Wer Klavier spielt oder besser noch Geige, kann das nachvollziehen. Es sind nicht zufällig jene beiden Instrumente, deren Beherrschung den Ausgangspunkt für die Ahnen der Dirigenten früherer Jahrhunderte bildete, lange bevor man das Wort ›Dirigent‹ mit ihnen assoziierte. Bach, Haydn, Mozart und Gluck waren ›Dirigenten‹, die auf Tastatur und Griffbrett gleichermaßen zu Hause waren und sie haben zusätzlich, was sie dirigierten, auch selbst komponiert: „Martin Fischer-Dieskau: „Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt, ist deshalb schon Dirigent“ (2)“ weiterlesen

Ladas Klassikwelt 64: Unter dem Schwanenmond

von Jolanta Łada-Zielke

Ich habe bereits einige meiner Bayreuther Lieder bei klassik-begeistert.de veröffentlicht; mit Ausnahme des ersten. Das hängt mit einem Liebeskummer zusammen, den ich während meines ersten Aufenthalts in Bayreuth erlebte. Richard Wagners Musik heilte mich davon. Als ich nach Krakau zurückkehrte, schrieb ich darüber ein Lied, dessen Text Joachim Neander ins Deutsche übersetzte. Aus dem Liedertitel kann man sofort erkennen, welche Oper mir als „Medizin“ diente.

Foto: Das Bayreuther Festspielhaus im „Winterschlaf“.

 

Aufgenommen wurde ich

wie ein ungebetener Gast

nadeltief durchbohrte mich

kalter Blicke eisige Last

 

Wenn die Sprache, die mir schon vertraut ist

mich hinwegstößt von dir mit fremdem Wort

trocknet der heiße August mir die Tränen,

wird der Schatten des Gestern mir zum Hort

 

Allein nur in Bayreuth

hat der Mond Schwanengestalt

vorbei an ihm ziehen

Voltaire mit Wilhelmine,

und Richard Wagner

mit Cosima im Arm

 

Allein nur in Bayreuth

da sagt die Musik, was zu tun ist

sie löscht mit ihren Tönen Herzensdynamit

und behandelt gebrochenes Herz

mit Bandagen aus Notenlinien „Ladas Klassikwelt 64: Unter dem Schwanenmond
klassik-begeistert.de“
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DIE MONTAG-PRESSE – 1. FEBRUAR 2021

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE MONTAG-PRESSE – 1. FEBRUAR 2021

Foto: Cecilia Bartoli © Kristian Schuller

Finale der Mozartwoche: Bartoli & Barenboim live
Man darf sich erinnern: Bob Wilsons „Messias war bei der vorjährigen Mozartwoche eine der letzten Festivalpremieren auf heimischem Boden, bevor der erste Lockdown wegen der Coronavirus-Pandemie schlagend wurde. Heuer ist die gesamte Mozartwoche in den digitalen Bereich migriert – und feierte gestern einen auch von ORF III und ORF.at live mitübertragenen Abschluss aus dem Salzburger Mozarteum.
https://orf.at/stories/3199676/

Martin Fischer-Dieskau: Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt, ist ein Dirigent
Qualifikation oder Hybris? Dirigentenexpertise in der Abwärtsspirale. Diese fünfteilige Betrachtung des Dirigenten Martin Fischer-Dieskau ist weder Pamphlet noch Kollegenschelte. Entworfen ursprünglich als Beitrag zu einer Festschrift möchte sie noch einmal in Erinnerung rufen, dass Dirigieren kein Beruf ist, den man um seiner selbst willen ergreifen kann. Dieser Beruf ist Schimäre und bleibt eine Art Wunschvorstellung von allen Seiten, mit denen er zu tun hat. Das war von Anbeginn dieser Tätigkeit so und macht das hohe Attraktivitätspotential aus, das von ihm ausgeht. Wenn es schwierig ist, dem derart Umschwärmten gerecht zu werden, bleibt doch die Erkenntnis, dass Glanz nicht zum Sparpreis zu haben sein sollte. Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt oder sich stabfrei vor ein Orchester stellt, ist deshalb schon Dirigent.
TEIL I: IMAGO
Klassik-begeistert.de

Vereinigte Bühnen Wien schrieben Geschäftsführung aus
Der Fünf-Jahres-Vertrag von Franz Patay läuft aus.
Wiener Zeitung

Münchner Kultur in der Corona-Krise: Die Bildschirmkünstler
Die Münchner Kulturinstitutionen sind alle geschlossen, aber sie haben sich per Stream ein erstaunlich großes Publikum bewahrt.
Münchner Abendzeitung

Die Noten- und Musikverlagen und Corona. Partitur der Krise
Ohne Konzerte droht vielen Noten- und Musikverlagen die Insolvenz – aber es gibt auch Gewinner. Denn die häusliche Kammermusik boomt.
Tagesspiegel.de

Grazer Musikverein zeichnete Bläser-Konzert mit Milan Turkovic auf
Kostenloser Stream ab 6. Februar – Serenaden von Richard Strauss und Wolfgang Amadeus Mozart
https://www.oe24.at/newsfeed/grazer-musikverein-zeichnete-blaeser-konzert

Zum 100. Geburtstag des Tenors Mario Lanza: Zwischen Oper und Hollywood
Er war ein Superstar der 50er-Jahre, eine Ikone des Hollywood-Kinos, für ein Millionenpublikum der Inbegriff des strahlenden Tenors. Mario Lanza war der Mann, der auf der Kinoleinwand Caruso verkörperte, eine Rolle, die für ihn sowohl Segen als auch Fluch war. Am 31. Januar wäre er 100 Jahre alt geworden.
BR-Klassik.de

Vor 100 Jahren geboren: Mario Lanza –
Opern-Popstar Hollywoods und der Schallplatte
Deutschlandfunk.Kultur

Die Lockdown-Tipps für kulturellen Genuss
Konzerthaus startet monothematische Bühne und ViennArtNetwork bringt erste Eigenproduktion auf den Spuren von „Mozart in Schönbrunn“.
Wiener Zeitung

Salzburg
Mozartwoche / Camerata Salzburg: Sogar eine Zugabe
DrehpunktKultur

Mozartwoche Salzburg: Camerata servierte Mozart-Spezialitäten
https://www.oe24.at/newsfeed/mozartwoche-salzburg-camerata-servierte

Oper im Livestream: „La clemenza di Tito“ an der Uni Mozarteum
https://www.krone.at/2330985

Klagenfurt
Ein Orchester im Lockdown
Theater haben geschlossen, Aufführungen müssen warten. Das betrifft natürlich auch das Orchester des Stadttheaters Klagenfurt, das Sinfonieorchester Kärnten. Dennoch wird weiter für die nächste geplante Oper geprobt, die am 4. Februar in Ö1 Premiere haben soll
https://kaernten.orf.at/radio/stories/3086708/

Nürnberg
Ausweichort für Oper und Ballett
Das Staatstheater benötigt für die Dauer des bevorstehenden Bauvorhabens Opernhaus eine Ausweichspielstätte für Musiktheater und Ballett.
Mittelbayerische Zeitung.de „DIE MONTAG-PRESSE – 1. FEBRUAR 2021“ weiterlesen

Der Schlauberger (36): Und tschüss, liebes Papier! Heute: Unsere höflichen Politiker

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, welch’ geschliffene Umgangsformen unsere Politiker haben? Ein Blick in mein Archiv macht das deutlich: Sie begrüßen alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Das ist mir damals schon bei dem ehrgeizigen Experiment einer Regierungsbildung aufgefallen. „Der Schlauberger (36): Und tschüss, liebes Papier! Heute: Unsere höflichen Politiker“ weiterlesen

Eine Liebeserklärung an die Musik und das Leben

Foto: (c) Monika Rittershaus

Kirill Petrenko dirigiert die Berliner Philharmoniker
Solist: Daniil Trifonov

Liveübertragung in der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker am 29. Januar 2021

Kaum möglich, über einen solchen Abend zu schreiben – rein aus physischen Gründen: wohlig zitternd der ganze Körper, adrenalingetränkt das Herz, aufgewühlt die Seele. Es war wieder einer jener mit Hochspannung erwarteten und jede Erwartung erfüllenden Abende, die uns Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker schenken, seit sie uns mit Tschaikowskys Pathétique beglückt haben.

von Sandra Grohmann

Das Programm schien zusammengewürfelt. Prokofjews erstes Klavierkonzert, das wie seine erste Symphonie die Wiener Klassik aufgreift und verulkt, mag man sich zwar in jede Stückfolge schönreden. Aber die Gemeinsamkeiten der Uraufführung von Anna Thorvaldsdóttirs „Catamorphosis“ und Josef Suks „Sommermärchen“ (Pohádka léta) waren auf dem Programmzettel nicht offensichtlich. Um so besser war die Verbindung überraschenderweise zu hören. „Kirill Petrenko, Berliner Philharmoniker, Daniil Trifonfov
Philharmonie Berlin, 29. Januar 2021“
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Martin Fischer-Dieskau: "Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt, ist deshalb schon Dirigent" (1)

Qualifikation oder Hybris? Dirigentenexpertise in der Abwärtsspirale

Foto: Martin Fischer-Dieskau, (c) Buber Doráti Festival

»Es ist die Vergangenheit, die uns vorantreibt und oftmals die Gegenwart, die uns am Weiterkommen hindert« (Hannah Arendt)

Nach dem Abklingen der Pandemie wollen Opernhäuser und Konzertsäle mit neuer Aufmerksamkeit besucht werden. Vielleicht erlaubt die Zäsur in hoffentlich naher Zukunft auch eine gewisse Reflexion über alles, was im Zusammenhang mit Orchestern und deren Leitung bislang unhinterfragt geblieben ist. Immer wieder werden Dirigenten als Dirigenten eingestuft, die es gar nicht sind. »Karrieren« sind als Beweis untauglich.

Diese fünfteilige Betrachtung des Dirigenten Martin Fischer-Dieskau ist weder Pamphlet noch Kollegenschelte. Entworfen ursprünglich als Beitrag zu einer Festschrift möchte sie noch einmal in Erinnerung rufen, dass Dirigieren kein Beruf ist, den man um seiner selbst willen ergreifen kann. Dieser Beruf ist Schimäre und bleibt eine Art Wunschvorstellung von allen Seiten, mit denen er zu tun hat. Das war von Anbeginn dieser Tätigkeit so und macht das hohe Attraktivitätspotential aus, das von ihm ausgeht. Wenn es schwierig ist, dem derart Umschwärmten gerecht zu werden, bleibt doch die Erkenntnis, dass Glanz nicht zum Sparpreis zu haben sein sollte. Nicht jeder, der einen Taktstock zur Hand nimmt oder sich stabfrei vor ein Orchester stellt, ist deshalb schon Dirigent. 

Wagen Sie einen im besten Sinn unvoreingenommenen Blick hinter die Kulissen! „Martin Fischer-Dieskau, Qualifikation oder Hybris? Dirigentenexpertise in der Abwärtsspirale (Teil 1)
klassik-begeistert.de“
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