Leif Ove Andsnes überrascht mit skandinavischen Tönen

CD/Blu-Ray Besprechung:

Der norwegische Pianist, Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler Geirr Tveitt dürfte nur wenigen bekannt sein. Bevor Leif Ove Andsnes die 30-minütige, dreisätzige Klaviersonate etere, op. 129, im Juli 2025 in der Pfarrkirche St. Jude-on-the-Hill im Hampstead Garden Suburb im Norden Londons aufnahm, hatte er sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder mit ihr befasst und alle Facetten des Stücks zuvor schon in 35 Konzerten erprobt. Aber nicht nur das zählt.

GEIRR TVEITT – LEIF OVE ANDSNES und SOLVEIG ANDSNES mit der Klaviersonate Nr. 29, zehn Volksliedern aus Hardanger für Klavier und neun Liedern.

Simax Classics

von Dr. Ingo Waltenberger

Der 1908 in Bergen geborene Tveitt studierte vier Jahre lang am Leipziger Konservatorium. 1932 ging er nach Wien, um seine Ausbildung bei Egon Wellesz zu vervollkommnen. Weitere Anregungen erhielt er in Paris von Arthur Honegger und Heitor Villa-Lobos. Wie andere Tonsetzer der Zeit sammelte er (norwegische) Volkslieder. Seine Musik, die – so Andsnes – impressionistische Farben französischen Ursprungs mit den stechenden Rhythmen Prokofievs verbindet, gründet sich auf lydische Kirchentonarten mit ihren erhöhten Quarten. Der Komponist wollte damit alte skandinavische Tonleitern reanimieren. „Leif Ove Andsnes, Geirr Tveitt
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 11. MAI 2026

Peter Rose (Sir Morosus), Brenda Rae (Aminta) © Bernd Uhlig

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 11. MAI 2026

Berlin/Staatsoper
„Die schweigsame Frau“: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“
Bereits der Dresdner Uraufführungsdirigent, Karl Böhm, hatte mit Strauss’ Einverständnis Kürzungen vorgenommen, Christian Thielemann hätte vielleicht noch weitere vornehmen sollen, denn so drängt sich das Zitat aus dem Vorspiel der Oper Ariadne auf: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“
Von Peter Sommeregger
Klassik – begeistert.de

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Romely Pfund dirigiert mit Esprit und Eleganz

Romely Pfund und Orchester, Photo: Andreas Ströbl

Festkonzert Romely Pfund

50 Jahre auf dem Dirigentenpult – wer eine der ersten Damen mit Taktstock überhaupt am 9. Mai 2026 im Großen Haus des Lübecker Theaters in geradezu jugendlicher Frische erlebte, fragte sich, in welchem zarten Alter sie die Bühne denn zuerst betreten haben mochte. Die überraschende Aufklärung gab sie selbst während des Konzerts.

Joseph Haydn, Symphonie Nr. 102 B-Dur Hob 102
Johannes Brahms, Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a
Leonard Bernstein, Divertimento for Orchestra

Romely Pfund, Dirigentin
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Theater Lübeck, Großes Haus, 9. Mai 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Frühlingsfroher Haydn

Die Hörer der Uraufführung von Haydns Symphonie Nr. 102 im Jahre 1794 dürfte der einleitende singuläre Ton überrascht haben; hier hat der Komponist echtes Neuland betreten. Eine spannungsvolle Unruhe steckt in diesem Largo und seinem Spiel mit reinem Klang und der Entwicklung der Motive. Auch im Vivace mit seinen aufeinanderprallenden Themen ahnen Interpreten und Musikwissenschaftler schon Beethovens Neuerungen. „Festkonzert Romely Pfund, Joseph Haydn, Symphonie Nr. 102
Theater Lübeck, Großes Haus, 9. Mai 2026“
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Schammis Klassikwelt 34: Muttertag – Mütter in der Oper, im Lied und leichter Muse

Foto: Jean-Nico Schambourg

Allen Müttern (und Schwiegermüttern) sei auf diesem Weg alles Liebe zum heutigen Muttertag gewünscht!

Mütter spielen in der Oper nicht so oft eine tragende Rolle als Väter dies tun. So stehen zum Beispiel in allen Verdi Opern nur dreimal Mütter auf der Bühne, während dreizehn Väter in Hauptrollen auftreten. Im klassischen Lied wendet sich diese Tendenz total. Haufenweise Komponisten haben Gedichte über Mütter vertont. In der leichten Muse wird dieser Trend später weitergeführt. Der folgende, nicht immer ernst zu nehmende Artikel zeigt nur einige Beispiele.

von Jean-Nico Schambourg

In Opern haben es Mütter meistens nicht leicht mit ihren Kindern: Hänsel und Gretel denken nur ans Spielen, Manrico in Verdis “Il Trovatore” nur an seine Geliebte Leonora, Jean de Leyde im “Le Prophète” von Meyerbeer vor allem an die Macht. Erst wenn die Kinder keinen Ausweg mehr sehen, heulen sie sich bei Mama aus. Es ist halt in der Oper genauso wie im echten Leben.

„Schammis Klassikwelt 34: Mütter in der Oper, im Lied und leichter Muse
klassik-begeistert.de, 10. Mai 2026“
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Düsseldorf feiert 100 Jahre Jubiläum wie ein Titan!

Ádám Fischer © Susanne Diesner

Düsseldorfer Symphoniker
Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf

Ádám Fischer, Dirigent

Béla Bartók – Der wunderbare Mandarin – Pantomime in einem Akt op. 19
Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 1 D-Dur “Titan”

Tonhalle Düsseldorf, 8. Mai 2026

von Daniel Janz

Es ist eine ganz besondere Gelegenheit, zu der diesmal in die Düsseldorfer Tonhalle geladen wird. Auf den Tag genau eröffnete heute vor 100 Jahren dieses Konzerthaus, das zunächst auf der Ausstellung „GeSoLei“ (kurz für „Gesundheit, soziale Fürsorge und Leibesübungen“) als eines der weltweit größten Planetarien abertausenden Gästen vorgestellt wurde. Das will natürlich besonders groß gefeiert werden! Kein Wunder, dass begleitet von Medienrummel und mehreren Sonderveranstaltungen zu diesem Anlass auch besonders große Werke erklingen. „100 Jahre Jubiläum, Ádám Fischer, Dirigent, Düsseldorfer Symphoniker
Tonhalle Düsseldorf, 8. Mai 2026“
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Petrenko reist mit den Berliner Philharmonikern durch drei musikalische Epochen

Kirill Petrenko © Stephan Rabold

Wieder muss man die Virtuosität aller Mitglieder dieses Orchesters bewundern, von denen jeder Einzelne Solistenqualitäten besitzt. Sie zu einem homogenen Klangkörper zu verschmelzen, ist das immer stärker zutage tretende Verdienst Kirill Petrenkos.

Igor Strawinsky: Pulcinella Suite

Peter Tschaikowsky: Variationen über ein Rokoko-Thema

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 2

Gautier Capuçon, Violoncello
Kirill Petrenko

Philharmonie Berlin, 8. Mai 2026

von Peter Sommeregger

Das Programm dieses Konzertes, mit dem die Berliner Philharmoniker bereits ihr traditionelles Europakonzert am 1. Mai in Eisenstadt absolviert hatten, dem sich noch weitere Gastspiele anschlossen, war durch drei völlig unterschiedliche Werke von besonderer Vielfalt. „Kirill Petrenko, Gautier Capuçon, Violoncello
Philharmonie Berlin, 8. Mai 2026“
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Der RIAS Kammerchor Berlin zwitschert uns was

RIAS Kammerchor Berlin 25-26 01 © Thomas Koy + Matthias Heyde

Der RIAS Kammerchor Berlin, einer der weltweiten besten Chöre überhaupt, singt a cappella außergewöhnliche Stücke an einem außergewöhnlichen Ort: Vogellieder im Kraftwerk Berlin, das früher den Bezirk Mitte mit Wärme versorgte.

Mit den Vögeln singen
RIAS Kammerchor Berlin

Justin Doyle   Dirigent

Dr. Uwe Westphal   Vogelstimmenimitation

Werke von Clément Janequin, Charles Villiers Stanford, Judith Bingham, Thomas Vautor, Edward Elgar, Edward Cowie, Orlando Gibbons, Jacques Arcadelt, Maurice Ravel, Ralph Vaughan Williams, Áine Mallon, Felix Mendelssohn Bartholdy, William Byrd, Gerald Finzi, Manning Sherwin.

 Kraftwerk Berlin, 8. Mai 2026

von Sandra Grohmann

Die Eichenstämme alias Betonsäulen wachsen in den Himmel und tragen ein Blätterdach, das von einer Lichtprojektion auf die Wände und Decke des Kraftwerks Berlin getupft wird. Wir sitzen im Obergeschoss des heute als Konzert- und Ausstellungsraum dienenden Baus, also quasi kurz unter den Baumwipfeln. Hierher sind wir über eine bauhausartig schwebende Treppe gelangt, die zugleich Lichtinstallation ist. Der Raum fasziniert. „Wie eine Kathedrale“, sagt die Nachbarin zu meiner Linken. „Die Kathedrale einer Naturreligion“, spricht die Religionswissenschaftlerin zu meiner Rechten. „Und das in der naturfeindlichsten Umgebung, die die Stadt zu bieten hat.“

„Mit den Vögeln singen, RIAS Kammerchor Berlin
 Kraftwerk Berlin, 8. Mai 2026“
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Mendelssohns Violinkonzert begeistert als emphatische, elegante Darbietung

Jukka-Pekka Saraste © Felix Broede

„Wiedersehen mit Christian Tetzlaff“

Magnus Lindberg  Jubilees
Felix Mendelssohn Bartholdy
  Violinkonzert e-Moll op. 64
Johannes Brahms
  Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Christian Tetzlaff Violine
Jukka-Pekka Saraste  Dirigent
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Bremer Konzerthaus Die Glocke, 8. Mai 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Mendelssohns Violinkonzert gilt, auch wegen seiner eingängigen Melodik, als ausgesprochen populär. Bei seiner Interpretation verdeutlicht Geiger Christian Tetzlaff indes allein schon mit einem sportlich zupackenden Eingangstempo, dass er nicht auf schwelgerische Romantisierung setzt, sondern vielmehr die ausgeprägte Virtuosität und Raffinesse dieser meisterhaften Komposition betonen wird. „Christian Tetzlaff Violine, Jukka-Pekka Saraste Dirigent
Bremer Konzerthaus Die Glocke, 8. Mai 2026“
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Modestas Pitrenas zieht musikalische Bilanz in St. Gallen

theatersg portraits Modestas Pitrenas © konzertundtheater.ch

Das Sinfonieorchester St. Gallen wird seit der Saison 2018/2019 von Modestas Pitrenas geleitet, dessen Vertrag nun ausläuft. Seine letzten Konzerte in der schönen Tonhalle können als Bilanz gesehen werden, was Dirigent und Orchester in den vergangenen acht Spielzeiten gemeinsam erreicht haben: vieles!

Othmar Schoeck (1886-1957)  Sommernacht op. 58
Carl Maria von Weber (1786-1826)  Konzert für Fagott und Orchester F-Dur op. 75
Johannes Brahms (1833-1897)  Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Sinfonieorchester St. Gallen
Modestas Pitrenas,  Dirigent

Michele Ruggeri,  Fagott

Konzert und Theater St. Gallen, Tonhalle,  7. Mai 2026

von Julian Führer

Das Programm war vor der Pause besonders reizvoll, da es Werke präsentierte, die eher am Rande des Repertoires angesiedelt sind. Othmar Schoeck war jahrzehntelang seinerseits Chefdirigent in St. Gallen. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 komponierte er die „Sommernacht“, als „Pastorales Intermezzo für Streichorchester“ bezeichnet. „Sinfonieorchester St. Gallen, Modestas Pitrenas, Michele Ruggeri, Fagott
Konzert und und Theater St. Gallen, 7. Mai 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 10. MAI 2026

 

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 10. MAI 2026

Schammis Klassikwelt 34: Muttertag – Mütter in der Oper, im Lied und leichter Muse
Allen Müttern (und Schwiegermüttern) sei auf diesem Weg alles Liebe zum heutigen Muttertag gewünscht!
Mütter spielen in der Oper nicht so oft eine tragende Rolle als Väter dies tun. So stehen zum Beispiel in allen Verdi Opern nur dreimal Mütter auf der Bühne, während dreizehn Väter in Hauptrollen auftreten. Im klassischen Lied wendet sich diese Tendenz total. Haufenweise Komponisten haben Gedichte über Mütter vertont. In der leichten Muse wird dieser Trend später weitergeführt. Der folgende, nicht immer ernst zu nehmende Artikel zeigt nur einige Beispiele.
Von Jean-Nico Schambourg
Klassik-begeistert.de

„DIE SONNTAG-PRESSE – 10. MAI 2026“ weiterlesen