Andris Nelsons holt mit Mahler die Sterne vom Himmel

Fotos: WPHIL Nelsons (c) Antonia Wechner

Insgesamt war das Konzert eine Meisterleistung von Maestro Nelsons. Hier hörte man lyrische Passagen in vollendeter Schönheit, peinlichst genau austarierte Phrasierungen und dann wieder dramatische Ausbrüche. Man kann sich mit ihm mitfreuen, einen solchen Zyklus mit diesem großartigen Orchester vollendet haben zu können.

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8 in Es-Dur „Symphonie der Tausend“

Jacquelyn Wagner, Sarah Wegener, Ying Fang, Beth Taylor, Tamara Mumford

Benjamin Bruns, Michael Nagy, Tareq Nazmi

Wiener Singerverein
Wiener Singakademie
Wiener Sängerknaben

Wiener Philharmoniker
Andris Nelsons, musikalische Leitung

Wiener Konzerthaus, 9. Mai 2026

von Herbert Hiess

Ein seltenes Ereignis – selbst in einer Musikstadt wie Wien. Die Wiener Philharmoniker und Andris Nelsons setzten mit diesem großartigen Konzert einen Schlusspunkt in diesem Mahlerzyklus. Der Maestro begeisterte mit einer enormen Musikalität; die Chöre und die Philharmoniker folgten jedem Fingerzeig von ihm. Leider trübten akustischen Unpässlichkeiten diese Sternstunde. „Wiener Philharmoniker, Andris Nelsons, Mahler Symphonie Nr. 8
Wiener Konzerthaus, 9. Mai 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 12. MAI 2026

Mary wird ihr Sohn abgenommen. Johanni van Oostrum, Vera-Lotte Boecker, Ensemble © Monika Rittershaus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 12. MAI 2026

München/Bayerische Staatsoper
Ich bin erschüttert! Unausweichlich muss die eine sterben, damit die andere Königin bleiben kann
Die Uraufführung von Brett Deans Oper Of One Blood in München ist im ersten Teil ein durchgehendes Druckfurioso. Strengt an. Ist so gewollt. Im zweiten Teil differenzieren sich Musik und die beiden Hauptrollenstimmen hervorragend aus. Die emotionale Tiefe, die bittere, doch unausweichliche Konsequenz der Entscheidung erscheint großartig in der Musik. Großer Applaus für alle. Standing Ovations für Komponist und Librettistin. Johanni van Oostrum als Elizabeth und Vera-Lotte Boecker als Mary geben der beiden Königinnen Qual intensivsten Ausdruck. Stark!
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

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Schweitzers Klassikwelt 163: Wir erfinden ein Spiel für Opernliebhaber

© freepik

Machen wir uns Gedanken, wie die vielen Spiele entstehen? Es ist das Steckenpferd mancher Leute, solche zu erfinden und bei einschlägigen Firmen einzureichen. Machen wir gemeinsam ein Probespiel! Welche Interpretin, welcher Interpret fällt uns bei dieser oder jener Rolle spontan ein?

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Irgendwo auf den Schachteln steht gedruckt, für welche Personenanzahl dieses Spiel bestimmt ist und für welches Alter. Wir lesen zum Beispiel „ab 4 bis 99“. Bei unserem ausgedachten Spiel empfehlen wir sechs bis acht Personen, damit der Rahmen intimer bleibt und doch viel an Erfahrung eingebracht werden kann. Beim Alter ist nicht das Lebensalter entscheidend, sondern der gemeinsame Zeitraum an Erlebnissen. Sonst sind einige Sängerinnen und Sänger für die einen lebendige Erinnerungen, für andere nur mehr historische Größen. Wobei ein Laptop als Assistent und Informant gut wäre. Wie und wo hat sich eine genannte Sängerin, ein genannter Sänger weiter entwickelt.

„Schweitzers Klassikwelt 163: Wir erfinden ein Spiel für Opernliebhaber
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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Figaro Hip, Figaro Hop: Bonn rockt den Barbier!

Grisha Martirosyan und Tänzer © Bettina Stöß

Auf die Musik von Gioachino Rossini lässt sich gut tanzen. Regisseur Matthew Wild macht sich diese Feststellung zu Nutzen und lässt vier Hiphop-Tänzer in seiner Bonner Inszenierung des “Barbier von Sevilla” auftreten zu den teilweise irren Rhythmen des Meisters von Pesaro. Sänger und Orchester unter der Leitung vom Dirigenten Matteo Beltrami zeigen eine sehr homogene  Leistung und runden die Aufführung zum Gute-Laune-Fest für Jung und Alt ab.

Gioachino Rossini (1792 – 1868)
IL BARBIERE DI SIVIGLIA
Melodramma buffo in zwei Akten (Libretto von Cesare Sterbini)

Musikalische Leitung:  Matteo Beltrami
Inszenierung:  Matthew Wild
Bühne:  Dirk Hofacker
Kostüme:  Raphaela Rose

 Theater Bonn, Opernhaus, 10. Mai 2026

von Jean-Nico Schambourg

Wer hat noch nie beim Hören der Musik von Gioachino Rossini ein Zucken in Beinen, Armen und ganzem Körper verspürt und sich zum Tanzen angeregt gefühlt? Seine Crescendi, Accelerandi, Staccati laden dazu einfach ein.

Matthew Wild macht sich diese Feststellung zu Nutzen und lässt vier Hiphop-Tänzer (Jessica Alino, Corina Wodwarka, Gabriel de Freitas Rolfs, Kacper Iwanow) in seiner Bonner Inszenierung des “Barbier von Sevilla” auftreten. Die Choreografie hierzu stammt von Rudy Smit. Aber keine Angst, die Oper wird vom Regisseur nicht in ein Ballett mit Gesang umfunktioniert. Die Tanzeinlagen werden fein dosiert zu einigen sich perfekt dazu eignenden Szenen eingestreut. Dazwischen fungieren die tollen Tänzer als Helfershelfer für das Unterfangen von Figaro und dem Grafen Almaviva.

„Gioachino Rossini (1792 – 1868), Il barbiere di Siviglia
Theater Bonn, Opernhaus, 10. Mai 2026“
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Ich bin erschüttert! Unausweichlich muss die eine sterben, damit die andere Königin bleiben kann

Mary flüchtet nach England, Schlussbild des ersten Akts. Johanni van Oostrum, Vera-Lotte Boecker, Ensemble © Monika Rittershaus

Die Uraufführung von Brett Deans Oper Of One Blood in München ist im ersten Teil ein durchgehendes Druckfurioso. Strengt an. Ist so gewollt. Im zweiten Teil differenzieren sich Musik und die beiden Hauptrollenstimmen hervorragend aus. Die emotionale Tiefe, die bittere, doch unausweichliche Konsequenz der Entscheidung erscheint großartig in der Musik. Großer Applaus für alle. Standing Ovations für Komponist und Librettistin.
Johanni van Oostrum als Elizabeth und Vera-Lotte Boecker als Mary geben der beiden Königinnen Qual intensivsten Ausdruck. Stark!

Of One Blood
Oper in zwei Akten (2026, UA)

Komponist Brett Dean
Libretto von Heather Betts nach Texten von Mary Stuart, Elizabeth Tudor und anderen Quellen aus dem 16. Jahrhundert.

Musikalische Leitung Vladimir Jurowski
Inszenierung  Claus Guth

Elizabeth Tudor, Queen of England  Johanni van Oostrum
Mary Stuart, Queen of Scots  Vera-Lotte Boecker

Bühne  Etienne Pluss
Kostüme  Ursula Kudrna
Sounddesign  Bob Scott, Sven Eckhoff
Licht  Michael Bauer

Choreographie  Sommer Ulrickson
Chor  Christoph Heil

Dramaturgie  Yvonne Gebauer, Lukas Leipfinger

Bayerisches Staatsorchester

Bayerischer Staatsopernchor
Opernballett der Bayerischen Staatsoper

Nationaltheater, München, 10. Mai 2026 PREMIERE

von Frank Heublein

An diesem Abend findet im Nationaltheater München die Uraufführung der Oper Of One Blood des Komponisten Brett Dean statt. Es ist die Geschichte der beiden Königinnen Elisabeth I., Königin von England und Maria Stuart, Königin von Schottland. „Brett Dean, Of One Blood
Nationaltheater, München, 10. Mai 2026 PREMIERE“
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Das Lübecker Opernstudio glänzt mit überzeugenden Stimmen

Wonjun Kim, Robin Frindt, Natalie Beck, Viktor Aksentijević , Delia Bacher und Almog Aharoni (Photo Andreas Ströbl)

In zahlreichen Opernproduktionen der vergangenen Jahre begeisterten junge Sängerinnen und Sänger aus dem Lübecker Opernstudio das Publikum durch hochprofessionelle und ausgesprochen reife Leistungen. Ihnen allein gehörte am 10. Mai 2026 die Bühne; bei einem zauberhaften Konzert im Mittelrangfoyer des Lübecker Theaters überzeugten sie erneut mit einem bunten Programm, unter anderem aus aktueller und kommender Spielzeit.

Theater Lübeck, Mittelrangfoyer, Konzert für die Gesellschaft der Theaterfreunde Lübeck am 10. Mai 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Eine große Chance für junge Talente

Das Lübecker Opernstudio ist ein gemeinsames Kind des Theaters Lübeck und der Musikhochschule der Hansestadt; gefördert wird es von der Possehl-Stiftung. Die jungen Solisten werden durch ein individuelles Studienprogramm gefördert und begleitet; sie übernehmen meist kleine und mittlere Partien, springen aber auch schonmal ein, wenn eine große Rolle krankheitsbedingt umbesetzt werden muss. Ist das Opernstudio ohnehin ein Sprungbrett in die Professionalität, gerät der Erwerb der Berufspraxis dann mitunter – um in der Metapher zu bleiben – zum Sprung nicht nur ins kalte Wasser, sondern in den Erfolg. „SolistInnen des Lübecker Opernstudios
Theater Lübeck, 10. Mai 2026“
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Französischer Esprit erobert Hanau

© Sara Flohr

Lili Boulanger
„D’un matin de printemps“

Frédéric Chopin
Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21

César Franck
Sinfonie in d-Moll

Schaghajegh Nosrati, Klavier

Neue Philharmonie Frankfurt
Jens Troester, musikalische Leitung

Sinfoniekonzert im Congress Park, Hanau, 9. Mai 2026

von Dirk Schauß

Der Congress Park in Hanau verwandelte sich am Abend des 9. Mai in einen Ort französischen Esprits. Jens Troester und die Neue Philharmonie Frankfurt luden zum vierten Konzert der Reihe „Congress Park Sinfonie“ – und sie taten es mit der gewohnten Hingabe und handwerklichen Präzision. Das Orchester, das zwar den Namen der nahen Metropole Frankfurt im Titel trägt, seine künstlerische Heimat aber mit Fug und Recht in Hanau behauptet, servierte ein Programm wie ein exquisites Drei-Gänge-Menü: Lili Boulanger als spritziger Aperitif, Frédéric Chopin als virtuose Hauptspeise und César Franck als gewichtiger, aber keineswegs schwer verdaulicher Digestif. „Sinfoniekonzert im Congress Park, Jens Troester Dirigent, Klavier
Congress Park, Hanau, 9. Mai 2026“
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Die schweigsame Frau in Berlin: „In Schönheit sterben“

Manuel Winckhler (Vanuzzi), Brenda Rae (Aminta), Siyabonga Maqungo (Henry Morosus), Peter Rose (Sir Morosus), Dionysios Avgerinos (Morbio), Samuel Hasselhorn (Barbier Schneidebart), Ensemble © Bernd Uhlig

„In Schönheit sterben“ – Christian Thielemann als spiritus rector dieser feinst ziselierten, klangwirbelnden Tragikomödie

Die schweigsame Frau
Komische Oper in drei Aufzügen (1935)

Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson

Sir Morosus  Peter Rose
Barbier Schneidebart  Samuel Hasselhorn
Henry Morosus  Siyabonga Maqungo
Aminta  Brenda Rae

Inszenierung   Jan Philipp Gloger
Dirigent   Christian Thielemann

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026

von Dr. Ingobert Waltenberger

Der 10. Mai ist heute nicht nur Muttertag, sondern es gilt auch dem Gedenken an den 10. Mai 1933. Ein Mahnmal am Bebelplatz neben der Oper erinnert an die Bücherverbrennung, als unter anderem Studenten des Nationalsozialistischen Studentenbundes und Professoren unter der musikalischen ‚Anfeuerung‘ von SA und SS an die 20.000 Bücher von jüdischen und anderen missliebigen Autoren verbrannten. Darunter auch diejenigen von Stefan Zweig, dem Librettisten von „Die schweigsame Frau“. Insofern darf die gestrige Aufführung vor allem dem Augenmerk auf die fantastischen Qualitäten des Textbuchs gewidmet sein. „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026“
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„Die schweigsame Frau“: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“

Brenda Rae (Aminta), Peter Rose (Sir Morosus) ©  Bernd Uhlig

Bereits der Dresdner Uraufführungsdirigent, Karl Böhm, hatte mit Strauss’ Einverständnis Kürzungen vorgenommen, Christian Thielemann hätte vielleicht noch weitere vornehmen sollen, denn so drängt sich das Zitat aus dem Vorspiel der Oper Ariadne auf: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“

Die schweigsame Frau

Komische Oper in drei Aufzügen (1935)

Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson

Sir Morosus  Peter Rose
Barbier Schneidebart  Samuel Hasselhorn
Henry Morosus  Siyabonga Maqungo
Aminta  Brenda Rae

Inszenierung: Jan Philipp Gloger
Dirigent: Christian Thielemann

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026

von Peter Sommeregger

Als nach knapp vier Stunden der Schlussvorhang fällt, hat sich das schon von Beginn nicht voll besetzte Haus bereits merklich geleert. Man wundert sich: Samstag Abend, am Pult Stardirigent und GMD Christian Thielemann, ein selten gespieltes Werk von Richard Strauss, und dann an den seitlichen Rängen komplett leere Reihen? „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026“
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Giovanni Antonini dirigiert den Schmerz aus den Angeln

CD/Blu-ray Besprechung:

Haydn 2032
No. 19 – Trauer

Giovanni Antonini, musikalische Leitung
Il Giardino Armonico

Alpha Classics, Alpha1101

von Dirk Schauß

Giovanni Antonini wählt für den 19. Band seiner Gesamtaufnahme Haydn2032 einen eignen Weg: eine seelische Inventur in Klanggestalt. Mit Il Giardino Armonico spannt er einen Bogen von den Schlachtfeldern des dreißigjährigen Krieges bis zu den Erschütterungen des modernen Terrorismus. „Haydn 2032 No. 19 – Trauer, Giovanni Antonini
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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