Sommereggers Klassikwelt 53: Isabel Strauss – ein Leben wie eine Oper

von Peter Sommeregger, Berlin

Der Name Isabel Strauss wird heute nur noch den wenigsten Opernfreunden ein Begriff sein, immerhin ist die Sopranistin bereits 1973 gestorben. Ein Blick auf ihren Lebensweg ist hoch interessant und zeigt, dass sich manchmal Leben und Oper erstaunlich ähneln.

Die 1926 in Gelsenkirchen geborene Margot Maria Strauss studierte ab 1944 an der Folkwang-Schule in Essen Gesang, musste dieses Studium aber kriegsbedingt bis 1946 unterbrechen. Am 31.5.1950 beendete sie ihr Studium mit einem Abschlusskonzert und wurde an das Opernhaus in Essen engagiert. Dieses Engagement trat sie aber offensichtlich nicht an, da sie inzwischen geheiratet hatte und mit ihrem Ehemann bereits im Juli 1950 nach Chile auswanderte. Dort änderte sie ihren Vornamen in Isabel und sang an verschiedenen Opernhäusern, so in Santiago de Chile, Buenos Aires und Rio de Janeiro ein breit gefächertes Repertoire das von Mimi in „La Boheme“ bis Saffi im „Zigeunerbaron“ reichte. Gelegentlich trat sie in Santiago auch an einer deutschsprachigen Bühne als Schauspielerin auf. „Sommereggers Klassikwelt 53: Isabel Strauss – ein Leben wie eine Oper
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Die MITTWOCH-PRESSE – 16. SEPTEMBER 2020

Foto: JONAS KAUFMANN: Sein neues Auto? Würde er auch für Tiefkühlgemüse und Kernseife grinsen? Warum investiert er nicht einfach mehr Zeit und Liebe in sein Rüstzeug: seine immer schwächer werdende Stimme? Instagram (c) Wie finden Sie, liebe LeserInnen von klassik-begeistert.de, solche Werbebilder von Gesangsprofis in den sozialen Netzwerken?

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MITTWOCH-PRESSE – 16. SEPTEMBER 2020

Corona trifft die Opernszene
Eine Operettenpremiere von Musikstudenten zieht 46 Infektionen nach sich – auch in der Wiener Staatsoper. Das Virus wurde vermutlich beim Plaudern vor und nach der Aufführung übertragen.
https://www.diepresse.com/5867791/corona-trifft-die-opernszene

Österreich
Sieben Regionen ab Mittwoch orange: Keine neuen Einschränkungen
Wien, Innsbruck, Bludenz, Dornbirn, Neunkirchen, Mödling und Kufstein steigen um eine Sicherheitsstufe. Was das bedeutet.
Kurier

Wien/ Staatsoper
Corona-Feuer am Operndach
Cluster rund um private Musik-Uni weitete sich aus, sieben Personen an der Staatsoper betroffen.
Wiener Zeitung

Wien/ Staatsoper: „Liebestrank mit Corona-Spuren
Zu Umbesetzungen aufgrund einer Corona-Erkrankung und der Isolierung von Kontaktpersonen kam es bei der Staatsopern-Aufführung von „L’elisir d’amore“.
http://www.diepresse.com/5867491/staatsoper-liebestrank-mit-corona-spuren

Berlin
Erste Opernaufführung seit dem Lockdown in Berlin: Neues Leben auf der Bühne der Staatsoper
Mit der Hans-Neuenfels-Inszenierung von Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ beginnt Unter den Linden eine außergewöhnliche Spielzeit.
Tagesspiegel

Berlin
Die Bühnen und die neuen Coronaregeln: Wahl der Qual

Schachbrett-Prinzip oder 1,5-Meter-Abstand: Die Berliner Klassik-Szene reagiert ganz unterschiedlich auf die Lockerungen von Senator Lederer.
Tagesspiegel

Interview mit der Akustikerin Brigitte Graner: „Wer die Augen schließt, hört mehr“
Tagesspiegel

CD-Besprechung: Mieczyslaw Weinberg: Wir gratulieren!
Oper in zwei Akten
Oehms Classics OC 990
Es ist mit Sicherheit dem großen Erfolg von Weinbergs Oper „Die Passagierin“, die 2010 posthum uraufgeführt wurde, zu verdanken, dass man sich bei Oehms Classics entschloss, diesen Mitschnitt einer weiteren Oper Weinbergs aus dem Jahr 2012 zu veröffentlichen.
Im Gegensatz zur „Passagierin“ handelt es sich bei „Wir gratulieren“ um ein heiteres Werk nach dem Theaterstück Masel tov von Scholem Alejchem. Es wurde 1975 komponiert, seine deutsche Erstaufführung erlebte es wohl erst in dieser jetzt veröffentlichten Aufzeichnung einer semi-szenischen Aufführung im Konzerthaus Berlin.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert

Wenn Corona zur neuen Operndisponentin wird
Pretty Yendes Debüt an der Wiener Staatsoper mit Donizettis „L“elisir d“amore“ überzeugte nur zum Teil
Der Standard

Wien/ Staatsoper
Puccini ohne Pathos: Madama Butterfly in Wien
bachtrack

Wien
Covid-Cluster an Wiener Privatuniversität für Musik und Kunst
Eine Opernproduktion Studierender sorgte für 46 Covid-Fälle in Wien – Theater bleiben trotz Ampelfarbe Orange geöffnet
Der Standard

Berlin/ Hamburg
HH: Unentschieden im Ariadne-Derby zwischen der Lindenoper und der Staatsoper Hamburg
Na also, geht doch: Oper trotz Corona. Ein großartiger Saisonstart in der Lindenoper! Wozu braucht man eine Premiere zur Saisoneröffnung, wenn man diese wunderbare Aufführung mit diesem genialen Dirigenten haben kann? Non molto agitato, ma eccellente, diese Vorstellung.
Von Johannes Fischer
Klassik-begeistert

DOV fordert – 50 Prozent der Plätze in Konzertsälen belegen
Planungssicherheit für Veranstalter
BR-Klassik.de „Die MITTWOCH-PRESSE – 16. SEPTEMBER 2020“ weiterlesen

Die DIENSTAG-PRESSE – 15. SEPTEMBER 2020

Plácido Domingo, Applaus in der Wiener Staatsoper, „Simon Boccanegra“, Giuseppe Verdi (c) Instagram

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die DIENSTAG-PRESSE – 15. SEPTEMBER 2020

Wien
24 Corona-Infizierte nach Theater-Premiere in Wien
http://www.krone.at/2230199

Wiener Staatsoper von Cluster an Musikuni betroffen
Dutzende Coronavirus-Fälle sind bereits auf eine Studierendenvorstellung von „Die lustige Witwe“ am Theater in der Gumpendorfer Straße (TAG) in Wien zurückzuführen – nun ist auch die Staatsoper betroffen. Das wurde am Montagabend bekannt.
http://orf.at/stories/3181363/

Wien/ Staatsoper
Staatsoper „Simon Boccanegra – die zweite Vorstellung der Serie“
Die neue Direktion hat ihren Saisonstart gut gewählt. Die Premiere der „Madama Butterfly“ hat wohlwollende Kritiken geerntet; die Wiederaufnahme von Harry Kupfers-„Elektra“-Inszenierung ebenso; und am dritten Abend folgte der Auftritt einer Sängerlegende im „Simon Boccanegra“. Berichtet wird von der zweite Vorstellung dieser Verdi-Oper in der laufenden Serie.
http://www.operinwien.at/werkverz/verdi/asimon15.htm

Wien
Es noch Karten für die Philharmonischen Konzerte im Goldenen Saal !
 http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=89E03270-F6B0-11EA-899F005056A64872

Star-Sopranistin Edita Gruberová beendet Karriere
Zum Jahresende ist Schluss
Edita Gruberová zieht sich zurück. Das bestätigte ihr Management gegenüber BR-KLASSIK. Ein wegen der Corona-Pandemie über Monate verschobenes Konzert in Florenz musste die Sängerin absagen. Die Corona-bedingte Zwangspause war für die 73-Jährige zu lang. Geplant sind nun noch zwei Termine.
https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/edita-gruberova

Wien/ Theater an der Wien
Wiener Opernchef Geyer: „Die Theater dürfen nicht schließen“ Bezahlartikel
Theater an der Wien. Intendant Roland Geyer über den Saisonstart, „Corona-Achtsamkeit“ statt Angst und das lange Warten auf Normalität.
Kurier

Berlin
Erste Opernaufführung seit dem Lockdown in Berlin: Neues Leben auf der Bühne der Staatsoper
Mit der Hans-Neuenfels-Inszenierung von Richard Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ beginnt Unter den Linden eine außergewöhnliche Spielzeit.
Tagesspiegel

Ladas Klassikwelt 46
Sie war dort noch vor Richard Wagner – Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth….
Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, die Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. und die Schwester seines Nachfolgers Friedrich II. des Großen, wurde am 3. Juli 1709 in Berlin geboren. Sie hatte eine starke Beziehung zu ihrem drei Jahre jüngeren Bruder. Beide liebten Musik und spielten oft zusammen; Wilhelmine das Cembalo oder die Laute, die sie scherzhaft „Principe“ nannte, während Friedrich seine Flöte als „Principessa“ bezeichnete. Die strenge Erziehung, nicht ohne sadistische Handlungen, die sie beide bekamen, beeinflusste ihr späteres Schicksal. Im Fall von Wilhelmine hatte dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit, bei Friedrich auf seinen Charakter, da er ein ebenso despotischer und grausamer Herrscher wie sein Vater wurde.
Am Berliner Hof, voller Intrigen und Verschwörungen, denen Wilhelmine als Kind zum Opfer fiel, war ihr einziger Zeitvertreib das Lernen und Musik machen. Sie komponierte unter anderem die Barockoper „Argenore“, von der nur eine Arie erhalten ist, und ein Konzert für Cembalo, ein Streicherensemble mit Basso Continuo. Sie sprach fließend Latein, Englisch und Französisch und schrieb die Tagebücher, wie sie selbst sagte, nur zur Unterhaltung. In ihnen drückte sie wiederholt ihre Verbundenheit mit ihrem Bruder aus. Sie versuchte ihn von der Fahnenflucht nach England abzubringen, die er 1730 als Achtzehnjähriger unternehmen wollte, da er die Tyrannei seines Vaters nicht länger ertragen konnte.
von Jolanta Łada-Zielke
Klassik-begeistert „Die DIENSTAG-PRESSE – 15. SEPTEMBER 2020“ weiterlesen

"Wir gratulieren!" CD-Besprechung: Mieczyslaw Weinberg

CD-Besprechung: Mieczyslaw Weinberg
Wir gratulieren!
Oper in zwei Akten
Oehms Classics  OC 990

von Peter Sommeregger

Es ist mit Sicherheit dem großen Erfolg von Weinbergs Oper „Die Passagierin“, die 2010 posthum uraufgeführt wurde, zu verdanken, dass man sich bei Oehms Classics entschloss, diesen Mitschnitt einer weiteren Oper Weinbergs aus dem Jahr 2012 zu veröffentlichen.

Im Gegensatz zur „Passagierin“ handelt es sich bei „Wir gratulieren“ um ein heiteres Werk nach dem Theaterstück Masel tov von Scholem Alejchem. Es wurde 1975 komponiert, seine deutsche Erstaufführung erlebte es wohl erst in dieser jetzt veröffentlichten Aufzeichnung einer semi-szenischen Aufführung im Konzerthaus Berlin. „CD-Besprechung – Mieczyslaw Weinberg: Wir gratulieren!
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

B / HH: Unentschieden im Ariadne-Derby zwischen der Lindenoper und der Staatsoper Hamburg

Fotos: Premiere am 14. Juni 2015 | Monika Rittershaus (c)

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 13. September 2020

Ariadne auf Naxos 
Musik von Richard Strauss
Libretto von Hugo von Hofmannsthal

von Johannes Fischer

Na also, geht doch: Oper trotz Corona. Ein großartiger Saisonstart in der Lindenoper! Wozu braucht man eine Premiere zur Saisoneröffnung, wenn man diese wunderbare Aufführung mit diesem genialen Dirigenten haben kann? Non molto agitato, ma eccellente, diese Vorstellung.

Erst letztes Jahr habe ich „Ariadne auf Naxos“ an der Hamburgischen Staatsoper gesehen. Das war eine der vielen Aufführungen, die bewiesen haben, dass an der Dammtorstraße immer noch in den Endrunden der Opern-Champions-League gespielt wird, und nicht in der Regionalliga! Die Lindenoper bekommt hier mächtig Konkurrenz aus Hamburg. „Richard Strauss, Ariadne auf Naxos 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 13. September 2020“
weiterlesen

Die MONTAG-PRESSE – 14. SEPTEMBER 2020

Katharina Wagner, Foto: azonline (c)

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 14. SEPTEMBER 2020

Bayreuth
Die Chefin kommt zurück!
Pressesprecher Hubertus Herrmann bestätigt die Rückkehr von Festspielleiterin Katharina Wagner an ihren Arbeitsplatz.
https://rwv-bamberg.de/2020/09/die-chefin-kommt-zurueck/

Wien/ Staatsoper/ Madama Butterfly
Musikalisch ausbaufähig – vor allem was die Emotionen, die bitter-süße Melancholie betrifft…
Seppuku oder Harakiri. Der ehrenhafte Freitod der Samurais. Dieser wurde zur Saisoneröffnung zum Glück nur auf der Bühne der Wiener Staatsoper exekutiert. Von Cio-Cio-San, der Hauptdarstellerin in Puccinis „Madama Butterfly“, mit der Bogdan Roščić seine Ära als Direktor des Hauses eingeleitet hat. Ein Highlight hätte es werden sollen. Im Vorfeld hochgepriesen, kommt es erstens jedoch anders, und zweitens als man denkt. Vor allem Philippe Jordan und Asmik Grigorian bleiben einiges schuldig.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert

Sopranistin Edita Gruberova beendet ihre Karriere
73-Jährige verzichtet auf Konzert in Florenz und verabschiedet sich von der Opernbühne.
Wiener Zeitung 

Star-Sänger Matthias Goerne: „Wo ist die Empathie des Herrn Spahn?“ Bezahlartikel
So geht es nicht mehr weiter
Die Welt.de

„Konzertgänger in Berlin“
Fliegenfallend: Juraj Valčuha und Simone Lamsma
Erstmals wieder im Konzerthaus Berlin seit, Sie wissen schon. Ein bissl spooky ists schon, derart ausgedünnt im Großen Saal, jede zweite Reihe ausgebaut, je zwei von vier Plätzen in den verbleibenden Reihen bleiben frei. Andererseits, allein in der Loge mit meiner Marquise finde ich schon standesgemäß.
https://hundert11.net/fliegenfallend/

Wien
Analyse: Die Volksoper und der große Wurf
Die Volksoper sucht nicht nur einen Nachfolger für Langzeitdirektor Robert Meyer. Sie braucht auch einen Plan, wie sie zwischen Staatsoper und Theater an der Wien mithalten kann.
Der Standard „Die MONTAG-PRESSE – 14. SEPTEMBER 2020“ weiterlesen

Ladas Klassikwelt 46: Sie war dort noch vor Richard Wagner – Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth

Wenn ich in die Hauptstadt der Oberfranken komme, versuche ich die mit Wilhelmine verbundenen Orte zu besuchen. Ich muss dabei daran denken, dass diese gute und kluge Frau die größten Verletzungen von denen erlitt, die ihr am nächsten standen.      

von Jolanta Łada-Zielke

Markgräfin  Wilhelmine von Bayreuth, die Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. und die Schwester seines Nachfolgers Friedrich II. des Großen, wurde am 3. Juli 1709 in Berlin geboren. Sie hatte eine starke Beziehung zu ihrem drei Jahre jüngeren Bruder. Beide liebten Musik und spielten oft zusammen; Wilhelmine das Cembalo oder die Laute, die sie scherzhaft „Principe“ nannte, während Friedrich seine Flöte als „Principessa“ bezeichnete. Die strenge Erziehung, nicht ohne sadistische Handlungen, die sie beide bekamen, beeinflusste ihr späteres Schicksal. Im Fall von Wilhelmine hatte dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit, bei Friedrich auf seinen Charakter, da er ein ebenso despotischer und grausamer Herrscher wie sein Vater wurde.

Am Berliner Hof, voller Intrigen und Verschwörungen, denen Wilhelmine als Kind zum Opfer fiel, war ihr einziger Zeitvertreib das Lernen und Musik machen. Sie komponierte unter anderem die Barockoper „Argenore“, von der nur eine Arie erhalten ist, und ein Konzert für Cembalo, ein Streicherensemble mit Basso Continuo. Sie sprach fließend Latein, Englisch und Französisch und schrieb die Tagebücher, wie sie selbst sagte, nur zur Unterhaltung. In ihnen drückte sie wiederholt ihre Verbundenheit mit ihrem Bruder aus. Sie versuchte ihn von der Fahnenflucht nach England abzubringen, die er 1730 als Achtzehnjähriger unternehmen wollte, da er die Tyrannei seines Vaters nicht länger ertragen konnte. „Ladas Klassikwelt 46, Markgräfin  Wilhelmine von Bayreuth
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Mit Hingabe und Leidenschaft

Symbolfoto: Daniel Barenboim mit der Staatskapelle Berlin.

Die Staatskapelle Berlin feiert 450 Jahre Bestehen – Impressionen von der Jubiläumswoche

von Kirsten Liese

Der Anblick des halbleeren Saals der Berliner Staatsoper erscheint beim Betreten noch ungewöhnlich. Nur knapp 500 Zuschauer sind zugelassen. Und damit nicht etwa jemand auf die Idee kommt, sich umzusetzen, wurden alle Stühle, die mit Rücksicht auf die Abstandsregeln nicht verkauft wurden, nach Museumspraxis mit einem Sperrband markiert.

Aber unübersehbar brachten die Musiker ihre unbändige Freude zum Ausdruck, erstmals seit dem Lockdown in großer Formation wieder spielen zu dürfen. Abend für Abend musizierten sie mit einer Hingabe und Leidenschaft, als ginge es ums Überleben. „450 Jahre Staatskapelle Berlin, Impressionen,
Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim“
weiterlesen

Balsam für die Seele! Jurowski dirigiert Strauss und Beethoven

Foto: Vladimir Jurowski, © Simon Pauly

Philharmonie Berlin, 11. September 2020
Marco Blaauw  Trompete
Hannes Hölzl, Robert Franke. Thomas Richter, Jörg Lehmann  Posaunen
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Vladimir Jurowski Dirigent

Richard Strauss  Metamorphosen
Rebecca Saunders  „White“
Ludwig van Beethoven  Drei Equale für vier Posaunen
Symphonie Nr,. 5 c- moll

von Peter Sommeregger

Erneut präsentiert Vladimir Jurowski mit seinem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin beim Musikfestes Berlin ein klug zusammengestelltes Programm. Dieses war schon lange vor dem Eintritt der Pandemie festgelegt, aber es passt auch ausgezeichnet in diese schwierigen Zeiten.

Am Beginn stehen Richard Strauss‘ „Metamorphosen“, ein Stück für 23 Solostreicher. Strauss schrieb diese tief traurige Musik in der Erschütterung über das kriegszerstörte München. Ein wehmütiger Grundton durchzieht das Stück, dem Meister der Instrumentation, der Strauss nun einmal war, gelingen interessante Wendungen und Variationen des ursprünglichen Hauptmotivs. Dass Jurowski ein teilweise zügiges Tempo anschlägt, bekommt dem Werk doch recht gut. „Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Vladimir Jurowski, Marco Blaauw, Trompete
Philharmonie Berlin, 11. September 2020“
weiterlesen

Ghost Light: Großartige Saisoneröffnung an der Hamburgischen Staatsoper

John Neumeier macht den Unterschied in der kulturell oft nicht verwöhnten Zwei-Millionen-Stadt im Norden. Was wäre die Staatsoper Hamburg ohne diesen Giganten?

Ghost Light
Hamburg Ballett, B-Premiere, Staatsoper Hamburg, 9. September 2020

von Dr. Ralf Wegner
Foto: John Neumeier 2019 © Kiran West

John Neumeier trat auch bei der B-Premiere vor Beginn auf die Bühne und schilderte den Anlass, dieses Ballett zu kreieren. Der Corona-bedingte Lockdown habe seinen Tänzerinnen und Tänzern die Bewegungsmöglichkeit genommen, die Bühne sei verwaist. Wie nachts seit ewigen Zeiten glimme nur noch ein kleines Licht, welches den Geistern Verstorbener ermögliche, sich noch einmal auf der Bühne zu zeigen.

Und es beginnt auch mit Geistern, Anna Laudere erscheint als Marguerite auf der Bühne, sie könnte auch Anna Karenina sein, so wie sie sich mit dem Rücken zum Publikum an einer Bühnenwand bewegt. Später, bereits in den Tanz der anderen eingebunden, ist es Emilie Mazoń als Marie, die Tanzenden anhimmelnd, ganz so wie in Neumeiers Nussknacker- Ballett. Alexandre Riabko trägt das Nijinsky-Kostüm und springt auch so, flugrollenähnlich, wie in jenem Ballett.

Diese Erinnerungen an Vergangenes bleiben kurz, so wie sich Geisterscheinungen zwischen Schlaf und Aufwachen einschleichen können: Flüchtige Nebel zwischen Traum und Wirklichkeit. Im Vordergrund dieser Uraufführung steht allein der Tanz, der Ausdruck eines Gefühls durch Bewegung, nicht artistischer Hochleistungssport, nichts Narratives. Es ist Neumeiers Liebeserklärung an den Tanz und an seine Tänzerinnen und Tänzer. Eine Liebe, die vom Publikum mit anhaltenden Schlussapplaus zurückgegeben wurde.

In Ghost Light wird nichts erzählt, nur getanzt, abwechselnd solistisch und in größeren, auf Abstand haltenden Gruppen, aber auch paarweise, laut Besetzungszettel nur von Ehepaaren oder Lebenspartnern. Trotzdem berühren sich auch die anderen Tänzerinnen und Tänzer, wenn auch nur vereinzelt und eher schüchtern. Der Tanz entwickelt sich immer aus der

page1image22477024

„Ghost Light, Hamburg Ballett, John Neumeier,
B-Premiere am 9. September 2020, Staatsoper Hamburg“
weiterlesen