Standing Ovations für Schostakowitschs "Leningrader" unter Teodor Currentzis

Foto: © Claudia Höhne

Elbphilharmonie Hamburg
21. Juni 2019

SWR Symphonieorchester
Dirigent Teodor Currentzis

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60 »Leningrader«

von Leon Battran

Dieser Applaus spricht für sich. Ehrfürchtiges Schweigen? Nicht hier und heute. Schostakowitschs „Leningrader“ Sinfonie ist gerade mit einem überwältigend gedehnten Schlussklang verklungen, da bricht sich die Begeisterung schon Bahn und das Publikum in der Elbphilharmonie feiert ein weiteres Highlight-Konzert mit Teodor Currentzis und dem SWR Symphonieorchester. Standing Ovations selbstredend inklusive. „SWR Symphonieorchester, Teodor Currentzis,
Elbphilharmonie, 21. Juni 2019“
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Dieses Programm funktioniert perfekt: Hamburg ist begeistert und beschwingt

Foto: © Daniel Dittus

Elbphilharmonie Hamburg, 14. Juni 2019

Anna Vinnitskaya, Klavier
Krzysztof Urbański, Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

Konzerte für Hamburg“

Dmitri Schostakowitsch: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Dur op. 102
Piotr I. Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

von Guido Marquardt

So eingängig und dennoch anspruchsvoll kann ein Schnupperkonzert sein: In ebenso beschwingten wie konzentrierten 60 Minuten zeigen Krzysztof Urbański, Anna Vinnitskaya und das NDR Elbphilharmonie Orchester, wie harmonisch sich musikalische und emotionale Kontraste ausdrücken lassen. „Anna Vinnitskaya, NDR Elbphilharmonie Orchester, Krzysztof Urbański,
Elbphilharmonie Hamburg, 14. Juni 2019“
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Ein unvergesslicher Abend für alle Tangoliebhaber

Foto: © Maxim Schulz

Elbphilharmonie Hamburg, 6. Juni 2019

Vincent Peirani accordion
Émile Parisien saxophone
Orquesta Típica El Afronte

von Elzbieta Rydz

Wenn der Akkordeonist Vincent Peirani  barfuß die Bühne des großen Saals betritt, bringt er einen Hauch an Lebensfreude und Freiheit mit. So spielt er auch: Seinem Instrument entlockt der Künstler wirkungsvoll im ersten Teil der Session eine beeindruckende Klangbandbreite und Ausdrucksstärke. Émile Parisien folgt ihm beschwörend und tänzelnd auf dem Saxophon. „Vincent Peirani, Emile Parisien, Orquesta típica El Afronte,
Elbphilharmonie, 6. Juni 2019“
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Elbphilharmonie Hamburg: Wir fliegen mit Mariss Jansons durch ein Hochgebirge

Foto: Mariss Jansons © Peter Meisel
Schumann und Berlioz mit den Wiener Philharmonikern in der Elbphilharmonie Hamburg

Mit einer fast zu edel polierten Frühlingssinfonie startet der Konzertabend mit Mariss Jansons und den Wiener Philharmonikern. Nach der Pause drehen Maestro und Orchester richtig auf und jagen mit Verve eine Symphonie fantastique durch den Saal, die wie ein rasanter Drohnenflug durch ein zerklüftetes Hochgebirge anmutet.

Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal, 5. Juni 2019
Wiener Philharmoniker
Mariss Jansons, Dirigent
Robert Schumann, Sinfonie Nr. 1 B-Dur op. 38 „Frühlingssinfonie“
Hector Berlioz, Symphonie fantastique / Episode de la vie d’un artiste op. 14

 von Guido Marquardt

Wie kann man eigentlich nach Beethoven Sinfonien schreiben? Diese Leitfrage könnte als Klammer für das Programm mit zwei Werken von Schumann und Berlioz dienen, die nicht nur in enger zeitlicher Verwandtschaft, 1841 (Schumann) und 1830 (Berlioz) entstanden sind, sondern auch jeweils in einem recht ähnlichen Lebensalter der Komponisten, die beide um die dreißig waren. Und dann doch sehr unterschiedliche Werke schufen.

Es ist sicherlich nicht die charmanteste Bemerkung, die man an dieser Stelle machen kann, aber der Dirigent des Abends, Mariss Jansons, ist 76 Jahre alt – und wirkt keinen Tag jünger. Was einen durchaus mit Besorgnis über seine Kondition für einen Konzertabend erfüllen könnte, verfliegt jedoch spätestens nach der Pause, wenn Jansons den Wiener Philharmonikern einen furiosen Berlioz entlockt. „Wiener Philharmoniker Mariss Jansons,
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal, 5. Juni 2019“
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IM KLANGRAUSCH DES TROSTES: TEODOR CURRENTZIS VERZAUBERT DIE ELBPHILHARMONIE

Foto: © Olya Runyova
Elbphilharmonie Hamburg, 4. Juni 2019
Teodor Currentzis

Mahler Chamber Orchestra
musicAeterna chorus of Perm Opera

von Dr. Holger Voigt

Solange man lebt, ist man noch nicht tot. Tote werden betrauert, aber Lebende bedürfen der Hoffnung, der Zuversicht und des Trostes. In diesem Sinne kehrte sich Johannes Brahms, der große symphonische Sohn Hamburgs, von der streng formalen liturgischen Struktur katholischer Messen und Requien ab und schuf – geradezu einem musikalischen Paradigmenwandel entsprechend – eine protestantische Antwort, die voller menschlicher Wärme die Lebenden trösten und Versöhnung stiften soll. „Teodor Currentzis, Mahler Chamber Orchestra, musicAeterna chorus of Perm Opera,
Elbphilharmonie Hamburg, 4. Juni 2019“
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Elbphilharmonie Hamburg: Albrecht Mayer kalibriert unser Gehör, und die Bamberger Symphoniker lassen die Moldau strömen

Ein feines Vergnügen für Gehör, Herz und Hirn…

Foto: Albrecht Mayer © Matt Dine
Elbphilharmonie Hamburg
, Großer Saal, 28. Mai 2019
Bamberger Symphoniker
Albrecht Mayer, Oboe
Jakub Hrůša, Dirigent

Edward Elgar: Soliloquy für Oboe und Orchester
Richard Strauss: Oboenkonzert D-Dur AV 144
Bedřich Smetana: Má vlast (Mein Vaterland) / Sinfonische Dichtung

von Guido Marquardt

Albrecht Mayer sorgt mit zwei eher introspektiven, zarten Kompositionen für gespannte Aufmerksamkeit. „Má vlast“ mit der berühmten „Moldau“ ist dann ein souveränes Heimspiel für den Dirigenten und ein packend konturiertes, mitreißendes Fest für sein Orchester.  

Wo man als Rezensent im Orchester sitzt, ist aus dessen Sicht reiner Zufall. Dass es sich oft um Plätze der besten Kategorie handelt, ist eine dankenswerte Fügung – aber manchmal kann eine eher suboptimale Platzierung einen geradezu zaubrischen Effekt haben. So geschah es an diesem Abend im Großen Saal der Elbphilharmonie: War der Verfasser genau mittig hinter dem Orchester positioniert, so befand sich der Solist exakt am anderen, vorderen Ende der Bühne. Nun ist der Oboen-Weltstar Albrecht Mayer weder durch sein Instrument noch durch seine Spielweise jemand, der das mit Kraft ausgleichen würde. Was ja zu den Stücken von Elgar und Strauss nun auch überhaupt nicht gepasst hätte.

Insofern entstand die Situation, sich gerade von einem solchen Sitzplatz umso besser davon überzeugen zu können, ob der Solist dennoch durchdringt, ob das Orchester ihm Raum zur Entfaltung lässt und ob es möglicherweise sogar klangliche Auswirkungen gibt, die man nicht trotz, sondern gerade wegen des Platzes erleben darf. Die Antwort darauf ist simpel: Ja, ja und ja! „Bamberger Symphoniker, Albrecht Mayer, Jakub Hrůša,
Elbphilharmonie Hamburg, 28. Mai 2019“
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Der Gesang von Elina Garanca macht glücklich. Er lässt einen alle Widrigkeiten des Lebens vergessen. Er verzaubert. Er beseelt.

Foto: Elina Garanča und Andreas Schmidt © Andreas Schmidt
Die Glocke / Elbphilharmonie Hamburg, 17. und 19. Mai 2019
Elina Garanca
Konzert mit Karel Mark Chichon
NDR Radiophilharmonie

Wer bei diesen Konzerten dabei war, wird sie sein Leben lang nicht vergessen. Die Abende mit Elina Garanča und ihrem Ehemann Karel Mark Chichon in der Glocke in Bremen und in der Elbphilharmonie Hamburg waren an Hingabe und Perfektion nicht zu überbieten. Elina Garanča singt auf dem Olymp ihrer Schaffenskraft, die noch lange anhalten wird. Ihre Stimme ist vital, sinnlich und unverbraucht. Sie ist die – mit Abstand – beste Mezzosopranistin der Welt. „Elina Garanča, Konzert mit Karel Mark Chichon, NDR Radiophilharmonie,
Die Glocke, Elbphilharmonie Hamburg, 17. und 19. Mai 2019“
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Das Internationale Musikfest führt die Freie und Hansestadt Hamburg in eine neue musikalische Zukunft

Foto © Herzog de Meuron Bloomimages
4. Internationales Musikfest Hamburg, 27. April – 29. Mai 2019

Quelle: www.musikfest-hamburg.de

Das 4. Internationale Musikfest Hamburg ist ein voller Erfolg. Alle Aufführungen in der Elbphilharmonie sind ausverkauft. Star-Musiker wie Anne-Sophie Mutter und Elina Garanca sowie Star-Dirigenten wie Daniel Barenboim und Alan Gilbert reichen sich die Klinke. Das Internationale Musikfest wird Hamburgs Ruf als europäische Kulturmetropole festigen und untermauern. Wenn nun auch die Staatsoper Hamburg ihre Hausaufgaben macht, ihre schlechte Auslastung nachhaltig steigert und mit herausragenden Produktionen und Sängern wieder die deutsche und europäische Spitze erschließt, könnte der Slogan der „Musikstadt Hamburg“ Realität werden.

Die Seelen berührte der Abend mit dem NDR Elbphilharmonie Orchster am 16. Mai im Großen Saal der Elbphilharmonie. 

Nur knapp 20 Minuten spielte das NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von Paavo Järvi, bevor es in die Pause ging (Alban Berg
Sieben frühe Lieder). Anfangs begleitet von der Sopranistin Laura Aikin, die kurzfristig Hanna-Elisabeth Müller aus gesundheitlichen Gründen vertrat, war der zweite einstündige Teil ausschließlich instrumental.

© Julia Bayer

Leidenschaftlich und mitreißend mit Höhen und Tiefen fügte sich Bruckners Sinfonie in die Elbphilharmonie ein, als wäre sie dafür geschrieben.

Ebenso wie die Elbphilharmonie in ihrer wellenartigen Form daherkommt, so gleicht Bruckners Werk dem Wellenspektakel auf hoher See. Anfangs düster, dann etwas heiterer, zwischenzeitlich in zarten Klängen. Nach ruhigen Momenten drängen wieder dramatisch klingende Bässe und Trommeln in den Vordergrund bis das gesamte  Orchester das Publikum erneut mitreißt. „4. Internationales Musikfest Hamburg, 27. April – 29. Mai 2019“ weiterlesen

Orchester und Zuhörer verlassen in glücklichster Erschöpfung die Elbphilharmonie - wenn doch Revolutionen und Utopien immer so mitreißend wären!

Foto: © Nicolas Maack
Elbphilharmonie Hamburg
, Großer Saal, 19. Mai 2019
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Konradin Seitzer, Violine
Dennis Russell Davies, Dirigent

Ludwig van Beethoven: Leonoren-Ouvertüre Nr. 2 op. 72a
Felix Mendelssohn Bartholdy: Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64
Dmitri Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 12 d-Moll op. 112 „Das Jahr 1917“

von Guido Marquardt

Zu erleben ist an diesem Mai-Vormittag in Hamburg ein mitreißender Konzertvormittag mit einem hochkonzentrierten Orchester und einem Publikum, dem am Ende sogar der Atem für die obligatorischen Hustenattacken ausgeht.

Brave Abonnenten-Matinee? Sichere Nummer für Bustouristen? Von wegen! Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg feuert ein furioses Programm raus, das sich gewaschen hat. Beinahe erwartet man, dass die zuhörenden Volksdorfer Rentner im Anschluss auf die Straße stürmen, die Revolution ausrufen und irgendeine Hafenbarkasse beschießen. Aber vielleicht halten sie dann doch inne und erinnern sich daran, dass vor dem Schostakowitsch noch ein dramatischer Beethoven und ein lieblicher Mendelssohn auf dem Programm standen. Und zudem nicht zuletzt Schostakowitschs eigene Geschichte die Brüche des 20. Jahrhunderts hinreichend widerspiegelt, um keine Kurzschlussreaktionen aufkommen zu lassen.

„Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Konradin Seitzer, Dennis Russell Davies,
Elbphilharmonie Hamburg, 19. Mai 2019“
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Große Musik kommt auch aus Hamburg

Foto: Le Grand Macabre, Elbphilharmonie, Peter Hundert (c)
4. Internationales Musikfest Hamburg, 27. April – 29. Mai 2019

Das 4. Internationale Musikfest Hamburg ist ein voller Erfolg. Alle Aufführungen in der Elbphilharmonie sind ausverkauft. Star-Musiker wie Anne-Sophie Mutter und Elina Garanca sowie Star-Dirigenten wie Daniel Barenboim und Alan Gilbert reichen sich die Klinke. Das Internationale Musikfest wird Hamburgs Ruf als europäische Kulturmetropole festigen und untermauern. Wenn nun auch die Staatsoper Hamburg ihre Hausaufgaben macht, ihre schlechte Auslastung nachhaltig steigert und mit herausragenden Produktionen und Sängern wieder die deutsche und europäische Spitze erschließt, könnte der Slogan der „Musikstadt Hamburg“ Realität werden.

Das Musikfest nähert sich dem Motto »Identität« auf vielgestaltige Weise und legt zudem einen Schwerpunkt auf das Schaffen des Komponisten György Ligeti, der lange Jahre in Hamburg als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater wirkte und seine Wohnung in Alsternähe auch nach seiner Emeritierung beibehielt. Der Komponisten-Schwerpunkt gehört zu den Charakteristika des Internationalen Musikfests. Nach Johannes Brahms (2016) und Karlheinz Stockhausen (2018) ist Ligeti,  dessen Werken das Musikfest in mustergültigen Interpretationen breiten Raum gibt, der dritte Komponist mit starkem Bezug zu Hamburg. Spektakulärer Höhepunkt hierbei waren drei Aufführungen seiner einzigen Oper »Le Grand Macabre« (10., 12./13.5.).

Die Produktion von »Le Grand Macabre« mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und internationalen Solisten war eine auf die Gegebenheiten des Großen Saals der Elbphilharmonie abgestimmte Wiederaufnahme der Inszenierung von Doug Fitch aus dem Jahr 2010 in New York, mit der Alan Gilbert damals ein sensationeller Überraschungserfolg in seiner ersten Saison als Chefdirigent des New York Philharmonic glückte. Die Hamburger Aufführungsserie markierte nun zugleich so etwas wie den vorgezogenen Einstand von Alan Gilbert als neuer Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters ab der Saison 2019/20.

Einige der Höhepunkte des Musikfests waren und sind:

Klavierabende von Krystian Zimerman(1.5.) und Pierre-Laurent Aimard (2.5.)
»Kreatur«Sasha Waltz & Guests (2.- 4.5., Kampnagel)
»Le Grand Macabre«NDR Elbphilharmonie Orchester, Solisten, Alan Gilbert (10., 12./13.5.)
Anne-Sophie Mutter / Kammerorchester Wien-Berlin (11./18.5.)
Staatskapelle Berlin / Daniel Barenboim(15.5)
»Thérèse« von Philipp Maintz (Kammeroper, DEA, 18./19.21.22.5.)
Arienabend mit Elina Garanca (19.5.)
»War Requiem«, Orchestre de Paris, Solisten / Daniel Harding (21./22.5.)
»The Rake’s Progress«, konzertante Aufführung, Ludwig Orchester, Solisten / Barbara Hannigan (29.5.).

klassik-begeistert.de besuchte die dritte Aufführung von „Le Grand Macabre“. Die Meinungen der Besucher waren gespalten. Nicht wenige waren schlicht und ergreifend „genervt“, vor allem von der Musik. Nach der Pause blieben zahlreiche Plätze leer. Andere waren berauscht und sehr zufrieden. Auch die (Hamburger) Zeitungen waren voll des Lobes für die Ligeti-Oper:

»Ein berauschender Erfolg, eine brillante Präsentation von Ligetis respekteinflößender Partitur und eine entwaffnende Produktion.« So urteilte die New York Times nach drei ausverkauften Aufführungen von György Ligetis Oper »Le Grand Macabre«.

„Bei dem unterhaltsamen Weltuntergangs-Spektakel wurden am Freitag Videos auf Leinwänden gezeigt, es erklangen Geräusche wie Autohupen oder Türklingeln. Das Publikum war mitten im Geschehen. Ligeti nannte das Stück ‚Anti-Anti-Oper’“, schrieb die Hamburger Morgenpost.

„Nicht alle Zuschauer konnten mit der modernen Inszenierung etwas anfangen. Wer aber bis zum Ende blieb, war begeistert, feierte das Ensemble für die Mischung aus Fantasie-Abenteuer, Apokalypse-Schauspiel und mitreißender Komödie.“

Das Hamburger Abendblatt überschlug sich vor Begeisterung:

„Für zwei tolle, rauschhafte Stunden verwandelte sich der Große Saal der Elbphilharmonie in eine Avantgarde-Arena mit Surround-Beschallung und Rundum-Bespaßung. Ein Dada-Verona, so selbstverständlich und effekttrittsicher, als sei dieser Raum genau für derartigen Wahnsinn entworfen worden. Für diese Anstrengung dürfte das NDR Elbphilharmonie Orchester bei der Vorarbeit bis an tariflich geregelten Schmerzgrenzen gegangen sein, wahrscheinlicher ist: weit darüber hinaus.

Doch der Ehrgeiz, deswegen nicht zu kollabieren und zu beweisen, wozu man nach der Zeit mit Thomas Hengelbrock nun mit dessen Nachfolger Alan Gilbert im nächsten Wachstumsschritt fähig sein will, der war deutlich größer. Generalintendant Christoph Lieben-Seutter kann nun mit dieser Musikfest-Produktion einen weiteren Titel auf seiner Repertoire-To-Do-Liste epochaler Saal-Herausforderungen abhaken (für 2020 ist dort Messiaens Heiligen-Oper „Saint François d’Assise“ geplant).“

Andreas Schmidt, 14. Mai 2019, für
klassik-begeistert.de