Der Schlauberger 52: Aufs Klo in Jogginghosen – Mit Fischbrötchen

Der Schlauberger 52: Aufs Klo in Jogginghosen – Mit Fischbrötchen

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Leider zu spät: Vor einiger Zeit war der Tag des Sonnenschutzes. Wenn das kein Grund zum Jubeln ist.

Macht aber nix, wenn Sie den verpasst haben. Denn auch der Tag der Blockflöte ist bestimmt an Ihnen vorbeigerauscht. Für alle Enttäuschten ist deshalb der Internationale Kiffertag erfunden worden.

Das ist kein Scherz. Denn diese Gedenktage gibt es wirklich. Meine große Stunde zum Beispiel schlug an einem Samstag: beim Weltfischbrötchentag. Deshalb ein Wort an alle kriminellen Seefahrer unter Ihnen: Im darauffolgenden September fand der Sprich-Wie-Ein-Pirat-Tag statt.

Richtig rund ging es aber erst an einem Freitag im September vor drei oder vier Jahren. Da feierte ich den Tag des Deutschen Butterbrotes. Schäumern lege ich den Tag der Seifenblasen ans Herz, und militanten Saubermännern den Internationalen Hände-Waschtag.

Liebe Raufbolde: Für euch habe ich auch was im Angebot: den Tag der gewaltfreien Kommunikation. Merkt euch das, verdammt noch mal!

Anscheinend geht’s uns immer noch zu gut. Deshalb hat irgendein nicht ausgelasteter Mensch den Kauf-Nix-Tag erfunden. Unentbehrlich finde ich ja auch den Welttoilettentag, ausgerufen durch die Welttoilettenorganisation. Wie bitte? Welttoilettenorganisation.

Die Konkurrenz ist groß, zum Beispiel mit dem Internationalen Tag der Jogginghose. Das wäre was für Karl Lagerfeld gewesen: „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“, hat er mal gesagt.

Hoffentlich halte ich durch und werde bis dahin nicht ein Opfer des Tages der Autoren hinter Gittern. Sonst können die mich mal.

Besuchen.

Versprochen: Von all diesem Blödsinn habe ich nichts erfunden. Alles ist echt. Quelle: Wikipedia

Es wird auch immer schlimmer: Kriminalfälle aus der Zeitung

Keine Angst. Ich habe den Staatsanwalt schon eingeschaltet. Denn das können wir auch bei einer Beate Uhse nicht durchgehen lassen. Wenn dir die Töchter lästig werden, kannst du sie nicht einfach so verkaufen. Das ist nicht erlaubt! Auch wenn es schon ein paar Jahre her ist. Das verjährt nicht so schnell.

Und von den Söhnen spricht sowieso keiner. Herrschaften, so geht das nicht.

Überhaupt wird unsere Gesellschaft immer krimineller. Hemmungsloser.

Nehmen Sie die Schlitzer, also die Einwohner der entzückenden Kleinstadt im Vogelsberg. Die klauen wie die Raben. Stand in der Zeitung. Muss also wahr sein.

Die Wahrheit: Beate Uhse verkauft ihre Firmentöchter. Und mit „Schlitzer“ sind die Kriminellen gemeint, die Lastwagenplanen aufschlitzen.

Reinhard Berger, 20. Juni 2021, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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Reinhard Berger

Allerleikeiten: Reinhard Berger, geboren 1951 in Kassel, Journalist, Buchautor, Hunde- und Hirnbesitzer.
Vergänglichkeiten: Vor dem Ruhestand leitender Redakteur der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA).
Herzlichkeiten: verheiratet, zwei Söhne, zwei Schwiegertöchter, drei Enkel, ein Rottweiler.
Anhänglichkeiten: Bach, Beethoven, Bergers Nanne (Ehefrau).
Auffälligkeiten: Vorliebe für Loriot, Nietzsche, Fußball, Steinwayflügel, Harley-Davidson.
Öffentlichkeiten: Schlauberger-Satireshow, Kleinkunstbühne.
Alltäglichkeiten: Lebt auf einem ehemaligen Bauernhof.


www.facebook.com/derschlauberger

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