Fans feiern Österreichischen Kammersänger

Foto: M. Pöhn (c)
Solistenkonzert Juan Diego Flórez
Wiener Staatsoper, 28. September 2016

Der Applaus der Fans des peruanischen Tenors mit österreichischer Staatsangehörigkeit wollte nicht enden an diesem Konzertabend in der Wiener Staatsoper: Eineinhalb Stunden hatte der Österreichische Kammersänger Juan Diego Flórez Lieder und Arien von Gioachino Rossini, Ruggero Leoncavallo, Christoph Willibald Gluck, Gaetano Donizetti und Jules Massenet dargeboten. Als Zugabe hatte er mit Gitarrenbegleitung „Paloma“ und „Heut‘ Nacht hab‘ ich geträumt von Dir“ aus der Operette „Das Veilchen vom Montmartre“ von Emmerich Kálmán für seine Frau Julia Trappe, die im Publikum saß, gegeben und dazu noch „La Donna è mobile“ aus Guiseppe Verdis Oper „Rigoletto“ sowie den Gassenhauer „Granada“. Eine Dame um die 55 Jahre warf einen Blumenstrauß aus der Loge 1, rechts, im 1. Rang auf die Bühne, und die Bravo-Rufe kamen aus allen Rängen. Ja, da saß wirklich die Fangemeinde eines herausragenden Tenors beisammen in der ausverkauften Wiener Staatsoper. „Solistenkonzert Juan D. Flórez,
Wiener Staatsoper“
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Chorsolisten glänzen ohne Stars

Die Meistersinger von Nürnberg, Richard Wagner
Komische Oper Berlin, 25. September 2016

Opernliebhaber, die in der Metropolregion Berlin leben, sind zu beneiden. Sie haben die Auswahl zwischen zwei Häusern, die oft Vorstellungen auf internationalem Top-Niveau mit großen Weltstars liefern: Die Staatsoper Berlin und die Deutsche Oper Berlin. Und sie können noch in eine dritte Oper im Bezirk Mitte gehen: Die Komische Oper Berlin, unweit der Friedrichstraße an der Behrenstraße 55 – 57 gelegen. Das dritte Opernhaus der Hauptstadt hat deutlich günstigere Eintrittspreise – und auch ein sehr interessantes Programm. „Die Meistersinger, R. Wagner,
Komische Oper Berlin“
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Zuschauer buhen die Weihnachtsbeleuchtung aus

Foto: A. Declair (c)
Die Zauberflöte, Wolfgang Amadeus Mozart
Hamburgische Staatsoper, 23. September 2016

Mit sehr schönen Worten hatte die Hamburgische Staatsoper zur Eröffnung der Saison 2016/17 zur Premiere der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart in das Haus an der Dammtorstraße geladen: „Diese Oper ist ein Theater der Welt: Sie erzählt vom Älterwerden, von Prüfungen, von undurchsichtigen Entscheidungen. Einer ist auf der Suche nach Individualität, manch anderer ist zu bequem dazu. Andere propagieren, dass die Gemeinschaft der einzig richtige Ort für den Einzelnen sei. Es wird geliebt und geträumt, getäuscht und vertraut. Selbstmorde werden verhindert, Examina abgenommen, Abenteuer bestanden. Die Welt der Zauberflöte ist undurchsichtig, jeder versucht, seinen Weg zu finden: in ihr, aus ihr hinaus oder in sie hinein. Wer steuert das Ganze? Wem ist zu trauen? Der Musik vielleicht?“ „Die Zauberflöte, W. A. Mozart,
Hamburgische Staatsoper“
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Zwei Einspringer lassen die Stars vergessen

The Dream of Gerontius, Edward Elgar
Philharmonie Berlin, 19. September 2016

Es hätte leicht ein Flop werden können. Da sagt erst der Tenor ab, und was für einer: Jonas Kaufmann. Dann sagt dessen Einspringer ab. Und dann sagt auch noch die Mezzosopranistin ab – so dass von den Solisten nur noch der angesetzte Bariton, Thomas Hampson, auf der Bühne erscheint. Aber die beiden Einspringer machten am Montagabend ihre Sache ganz hervorragend, und so geriet „The Dream of Gerontius“ von Edward Elgar in der Philharmonie Berlin zu einem ganz wunderbaren und eindrucksvollen Konzertabend. „The Dream of Gerontius, E. Elgar,
Philharmonie Berlin“
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Ein Abend voller Kraft und Schönheit

copyright: Angela Gheorghiu (c)
Tosca, Giacomo Puccini
Staatsoper im Schiller Theater, Berlin, 18. September 2016

Die Musik der Oper Tosca von Giacomo Puccini, darin sind sich die meisten Opernliebhaber einig, ist traumhaft schön. Die Magie dieser Meisterkomposition, die erstmals am 14. Januar 1900 im Teatro Costanzi in Rom erklang, war auch bei der Aufführung in der Staatsoper im Schiller Theater am Sonntag zu spüren. Die Staatskapelle Berlin unter Domingo Hindoyan, der Staatsopernchor und der Kinderchor der Staatsoper sowie mitunter phantastische Solisten sorgten für einen sehr gelungenen Abend in der kleineren, provisorischen Oper an der Bismarckstraße. „Tosca, G. Puccini,
Staatsoper, Berlin“
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Klaus Florian Vogt bringt die Staatsoper zum Toben

Foto: M. Pöhn (c)
Lohengrin, Richard Wagner
Wiener Staatsoper, 11. September 2016

Der Programmzettel versprach einen Abend der Extraklasse: Günther Groissböck als König Heinrich der Vogler, Klaus Florian Vogt als Lohengrin, Ricarda Merbeth als Elsa von Brabant, Tomasz Konieczny als Friedrich von Telramund und Petra Lang als Ortrud. Am Pult der neue Chef der New York Metropolitan Opera, Yannick Nézet-Séguin, und im Graben das Orchester der Wiener Staatsoper in bester Besetzung. Dazu der stimmgewaltige Chor und Extrachor. „Lohengrin, R. Wagner,
Wiener Staatsoper“
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Anna Netrebko singt wie von einem anderen Stern

Verismo, Konzert von Anna Netrebko und Yusif Eyvazov
Laeiszhalle Hamburg, 28. August 2016

Für die russische Sopranistin Anna Netrebko gehen manche Menschen durch Dick und Dünn. „Ich würde mein Leben geben für sie“, sagt der Hamburger Dr. Carsten Meyer-Tönnesmann, 62. Der frühere erste Trompeter in St. Michaelis und Musikwissenschaftler ist der bekanntesten Opernsängerin der Welt schon an viele Orte gefolgt. An diesem Sonntag hatte der Mann aus Hamburg-Rissen ein Heimspiel: Seine Anna sang mit ihrem Mann Yusif Eyvazov in der Hamburger Laeiszhalle 13 Arien und Duette aus ihrem neuen Album „Verismo“, das am Freitag in den Handel kommt und ab sofort im Internet zu bestellen ist. „Verismo, Anna Netrebko + Yusif Eyvazov, Laeiszhalle, Hamburg“ weiterlesen

Gewusel im Festspielhaus

Götterdämmerung, Richard Wagner
Bayreuther Festspiele, 16. August 2016

Tobias Rüther, 48, und Andreas Kühler, 48, aus München sind erfahrene Festspielbesucher. Sie sind das siebte Mal in Bayreuth und besuchen an diesem Abend die Einzelaufführung der „Götterdämmerung“, den vierten Teil des „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner. Obwohl sie Text, Musik und Handlung sehr gut kennen, blättern sie in beiden Pausen im kleinen Textbuch von Reclam. „Schade, dass es in Bayreuth keine Übertitel gibt“, sagt Tobias Rüther. „Leider sind die Sänger größtenteils nicht zu verstehen.“ „Götterdämmerung, R. Wagner,
Bayreuther Festspiele“
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Bis in die letzte Ritze des Festspielhauses

Der fliegende Holländer, Richard Wagner
Bayreuther Festspiele, 14. August 2016

Jan Philipp Glogers „Fliegender Holländer“ aus dem Jahr 2012 kommt bei den Besuchern der Bayreuther Festspiele gut an. Der Holländer ist ein erfolgreicher Geschäftsmann mit Rollkoffer und Kaffeebecher. Seinen Stoßseufzer könnte heute mancher erfolgreicher Single unterschreiben: „Was frommt der Schatz? Ich habe weder Weib noch Kind, und meine Heimat find‘ ich nie!“ „Der fliegende Holländer, Wagner,
Bayreuther Festspiele“
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Was sagten Tristan und Isolde?

Tristan und Isolde, Richard Wagner
Bayreuther Festspiele, 13. August 2016

Der Vorsitzende der Wagnergenootschap Nederland, Leo Cornelissen, 74, aus Amsterdam hat seinen großen Meister schon unzählige Male gehört. Trotzdem kommt er immer wieder gerne zu den Festspielen nach Bayreuth, vor allem wenn Christian Thielemann wie an diesem Samstag „Tristan und Isolde“ dirigiert. „Wagner machen, das kann er wie kein zweiter“, sagt der erste Wagnerianer der Niederlande, also der Chef des niederländischen Pendants zum deutschen Richard-Wagner-Verband. „Das Festspielorchester spielt unter Thielemann wirklich phänomenal, es ist berührend schön, dabei zu sein.“

„Tristan und Isolde, R. Wagner,
Bayreuther Festspiele, Bayreuth“
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