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DIE FREITAG-PRESSE – 16. FEBRUAR 2024
BAYREUTH: Karten für den Online-Verkauf

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Der Blog von Andreas Schmidt
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DIE FREITAG-PRESSE – 16. FEBRUAR 2024
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Foto: Stephen Ellery, https://dossantos-entertainment.com/portfolio/dirigent,kuenstler/stephen-ellery
Musiker und Solisten der Cinema Festival Symphonics
Stephen Ellery, Dirigent
Justyna Ilnicka, Sopran Adriana Grochowska, Alt
Grzegorz Rozkwitalski, Bass
Howard Shore – Musik aus „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“
Tonhalle Düsseldorf, 13. Februar 2024
von Daniel Janz
So, wie die großen Sinfoniker ihrer Zeit unsere Kultur geprägt haben, tun es heute Film und Fernsehen. In Düsseldorf ist man sich dessen bewusst und lässt deshalb regelmäßig jene Komponisten erklingen, deren Musik man aus den bekannten Filmen der letzten 80 Jahre kennt. Das alles kombiniert mit fähigen Musikern, die sich in ihrer Materie auskennen – eigentlich ist damit ein großartiges Erlebnis garantiert. Wie man es sich trotz fabelhafter Grundlage schwer machen kann, erzählt dieses Konzerterlebnis vom letzten Dienstag aus der Düsseldorfer Tonhalle.
Christian Thielemann © Sächsische Staatskapelle Dresden / Matthias Creutziger
Extrem laute Bässe wummern, man hört Polizeidurchsagen, hier und dort explodiert ein Böller. Der Weg durch die Altstadt zur Semperoper ist am 13. Februar in Dresden jedes Jahr aufs Neue ein durchaus stressiges Unterfangen – ist dieser Tag doch der gesellschaftlich in seiner Deutung am stärksten umkämpfte Tag der sächsischen Elbmetropole. Den politischen Grabenkämpfen Kunst entgegenzusetzen, hat sich die Staatskapelle neben vielen weiteren Dresdner Kulturinstitutionen zur Aufgabe gemacht. Mit dem Brahms’schen Requiem gelingt der Sächsischen Staatskapelle unter Christian Thielemann ein vorzüglicher Abend, der in seiner interpretatorischen Deutung jedoch nicht konsequent zu überzeugen vermag.
Johannes Brahms
Ein deutsches Requiem
Christian Thielemann, Dirigent
Sächsische Staatskapelle Dresden
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
Semperoper Dresden, 13. Februar 2024
von Willi Patzelt
Die Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 hat Dresden und seine Bürgerschaft wohl wesentlicher geprägt als jede andere – bis zum heutigen Tage. In vier Angriffswellen britischer und amerikanischer Luftstreitkräfte wurde das Zentrum der Barockstadt an der Elbe, die sich dort bis dato seit den Tagen Augusts des Starken kaum bis gar nicht verändert hatte, als Folge der deutschen Angriffskriege auf das Heftigste zerbombt und kostete circa 25.000 Dresdner das Leben.
„Johannes Brahms, Ein deutsches Requiem
Semperoper Dresden, 13. Februar 2024“ weiterlesen
Gregory Kunde (Peter Grimes) mit Jennifer Holloway (Ellen Orford), Iain Paterson (Balstrode), Rosie Aldridge (Mrs. Sedley) und Clare Presland (Auntie) (Foto RW)
Der mit mehr als 60 Sängerinnen und Sängern auf der Bühne agierende Chor sang großartig. Ihm kommt wie selten in einer Oper eine weit über die einzelnen Solisten hinausgehende tragende Rolle zu. Und auch das Orchester lotet die Komposition voll aus, vor allem in den die einzelnen Szenen trennenden expressiven Zwischenspielen. Selten habe ich das Philharmonische Staatsorchester so gut spielen hören.
Peter Grimes
Oper in drei Akten und einem Prolog von Benjamin Britten
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Leitung Kent Nagano
Chor der Staatsoper Hamburg: Leitung Eberhard Friedrich
Inszenierung: nach Sabine Hartmannshenn
Bühnenbild und Kostüme: nach Wolfgang Gussmann
22. Vorstellung seit der Premiere am 17.05.1998
Staatsoper Hamburg, 14. Februar 2024
von Dr. Ralf Wegner
Gregory Kunde berührt mit seinem Gesang die Seele. Wie er mit sparsamen, zwischen Introvertiertheit und Aggression wechselnden darstellerischen Mitteln und die Rolle voll auslotendem Gesang die Empathie des Publikums gewinnt, ist schlicht phänomenal. Sein Tenor hat unverändert einen jugendlichen, nicht durch auffälliges Vibrato gestörten farbvollen Klang. Sein Timbre ist viril und gleichzeitig von opulenter Schönheit. Wie er die Stimme vom Piano zum Forte anschwellen lässt, mit Strahlkraft den Raum füllt oder auf der Linie mit gebundenen Tönen dem Melodischen der Komposition Raum lässt, beeindruckt ungemein.
Joyce DiDonato singt die berühmte Arie „Remember me!“ mit solch berückender Innigkeit und sichtlicher Ergriffenheit, dass eines klar ist: Jeder, der diesen Abend miterlebt hat wird genau das tun – sich erinnern und mit Dankbarkeit an ein Kunstereignis zurückdenken, das schließlich mit größtem Jubel und stehenden Ovationen gefeiert wird.
Giacomo Carissimi, Historia di Jephte – Oratorium
Henry Purcell, Dido and Aeneas – Oper in drei Akten
Konzertante Aufführung mit deutschen Übertiteln
Ensemble „Il Pomo d’Oro“
Maxim Emelyanychev, Cembalo und Dirigent
Joyce DiDonato, Sopran
Andrew Staples, Tenor
Fatma Said, Sopran
Carlotta Colombo, Sopran
Beth Taylor, Mezzosopran
Großer Saal der Hamburger Elbphilharmonie, 14. Februar 2024
von Dr. Andreas Ströbl
„O lachend frevelnder Leichtsinn!“ – das ist Frickas Kommentar zum Handel, den die Herren Götter und Riesen ausgemacht und als Bezahlung für das neue Wotan-Hauptquartier einfach mal die für die Götter lebenswichtige Freia geopfert haben – vorläufig, meint der Göttervater, das kriegen wir schon irgendwie hin!
Wenn es um Macht, den Nachweis unbedingten Gehorsams oder das eigene Überleben geht, sind Männer schnell dabei, Gelübde abzulegen, ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen. Abraham ist bereit, seinen Sohn Isaak zu schlachten, nur weil ihn ein archaisch anmutender Gott auf die Probe stellen will. Idomeneo will seinen Sohn opfern, weil sein Versprechen, nämlich das erste Lebewesen, was ihm zu Hause begegne, den Göttern zu schenken, falls er in einer Notlage überlebe, ihn bindet. Genauso ist es mit Jephta, der dem Allmächtigen gelobt hat, ihm im Falle eines Sieges dasjenige Geschöpf darzubringen, was ihm auf der heimischen Schwelle entgegenträte – das ist Drama mit Ansage. „Purcell, Dido and Aeneas / Joyce DiDonato, Fatma Said, Andrew Staples
Elbphilharmonie, 14. Februar 2024“ weiterlesen
Il Pomo d’Oro, Solistenensemble bei Dido and Aeneas; Foto Patrik Klein
Die Elbphilharmonie Hamburg beschert uns wieder eine Sternstunde der alten Musik
Henry Purcells „Dido and Aeneas“ ist nicht nur für eingefleischte Barockfans eine der berühmtesten Opern überhaupt. In Kombination mit einer Starbesetzung aus u.a. Joyce DiDonato, Andrew Staples und Fatma Said begleitet von den Musikern der preisgekrönten italienischen Barockformation Il Pomo d’Oro waren alle Zutaten für einen Konzertabend gegeben, der das Schlagwort Sternstunde voll und ganz erfüllte.
Diese neue Edition ist eine weitere Bereicherung der inzwischen erfreulich angewachsenen Zahl von Veröffentlichungen der Berliner Philharmoniker auf ihrem Eigenlabel, die nicht nur das Ohr, sondern auch das Auge erfreuen.
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko
Sergei Rachmaninoff
BPHR 230461
von Peter Sommeregger
Im letzten Jahr wurde des 150. Geburtstages von Sergei Rachmaninoff gedacht, zahlreiche Tonträger wurden dafür neu aufgelegt, auch neue entstanden.
Die nun vorliegende prächtige Box der Berliner Philharmoniker schöpft einmal mehr aus dem Vollen, und veröffentlicht insgesamt vier Konzertmitschnitte, in denen Chefdirigent Kirill Petrenko zwischen 2020 und 2022 Werke seines Landsmannes dirigierte.
Teodor Currentzis © Liliya Olkhovaya
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 15. FEBRUAR 2024
Wien
Wiener Festwochen laden Teodor Currentzis aus
Er hat sich nicht klar vom russischen Angriffskrieg distanziert: Nach ukrainischen Protesten haben die Wiener Festwochen ein geplantes Konzert des russisch-griechischen Dirigenten Teodor Currentzis abgesagt. Der Intendant Milo Rau hatte für die Wiener Festwochen zwei Konzerte zum Thema Krieg geplant. Neben der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv sollte auch der russisch-griechische Dirigent Teodor Currentzis mit seinem SWR Symphonieorchester auftreten. Doch er wurde nun ausgeladen.
DerSpiegel.de
Currentzis nach Kritik von Lyniv ausgeladen
Teodor Currentzis hat sich nie klar vom russischen Angriffskrieg distanziert. Auf Drängen der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv haben die Wiener Festwochen den Dirigenten Teodor Currentzis nun mit seinem SWR-Symphonieorchester ausgeladen.
BR-Klassik.de
Christian Thielemann © Matthias Creutziger
So sehr ich das konzentriert lauschende Publikum in Dresden schon immer geschätzt habe: So ergriffen wie an diesem Abend habe ich es selten erlebt. Am Ende stand der ganze Saal, verbunden in Gedanken an jenen Tag, an dem Dresden unterging. In aller Stille. Es war das letzte denkwürdige Gedenkkonzert Thielemanns an diesem Ort, aber hoffentlich nicht das letzte überhaupt.
6. Symphoniekonzert
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45
Julia Kleiter, Sopran
Markus Eiche, Bariton
Sächsische Staatskapelle Dresden
Sächsischer Staatsopernchor Dresden (Leitung: André Kellinghaus)
Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Semperoper, Dresden 13. Februar 2024
von Kirsten Liese
Was lässt sich noch über einen genialen Dirigenten sagen, der alle bedeutenden Werke seines Repertoires aus dem Kopf abrufen kann, sogar Opern wie vor zehn Tagen Wagners Tristan? Eigentlich ist das unvorstellbar, keiner macht das Christian Thielemann nach.
Nach dem jüngsten Konzert in Dresden lässt sich tatsächlich noch etwas hinzufügen: Der Berliner hat als Einziger mit dem gebotenen Ernst ein ehrenwertes Gedenken an den 13. Februar 1945 ermöglicht – ein Datum, das wie kaum ein anderes für die Sinnlosigkeit von Krieg und Gewalt steht. „6. Symphoniekonzert, Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op. 45
Semperoper, Dresden 13. Februar 2024“ weiterlesen
Milo Rau © Bea Borgers
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 14. FEBRUAR 2024
Wien
Müssen die Wiener Festwochen wirklich Teodor Currentzis ausladen?
Kommentare wie diesen zu schreiben ist nie angenehm und meistens zwingt einen geradezu ein zwiespältiger und beklemmender Anlass dazu. War es im Dezember 2022 die Absage von Sergej Prokofievs „Alexander Nevsky“ durch den Haus- und Hobbychor eines Konzertveranstalters, hat dieses Mal der Festwochen-Intendant Milo Rau geradezu „den Vogel abgeschossen“. Anlass an diesem Montag war die ursprünglich großartige Programmierung einerseits des Kaddish-Requiems „Babyn Jar“ unter der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv und andererseits Benjamin Brittens „War Requiem“ unter der Leitung von Teodor Currentzis, auf dessen Wiederkehr sich viele Musikbegeisterte sehr gefreut haben und folgendes veröffentlichte Statement von Milo Rau, der seit 1. Juli 2023 Intendant der Wiener Festwochen ist: Musik und ihre politischen und moralischen Dimensionen spielen bei den Festwochen 2024 eine tragende Rolle. Festwochen-Intendant Milo Rau dazu: „Wir begrüßen die engagierten und auch kritischen Nachfragen, die die Ankündigung von zwei Konzerten, die sich mit Krieg und Völkermord ebenso auseinandersetzen wie mit Verständigung und Versöhnung, vorab ausgelöst haben: Kaddish Requiem „Babyn Jar“ unter der Leitung der ukrainischen Dirigentin Oksana Lyniv gemeinsam mit dem Kyiv Symphony Orchestra und „War Requiem“ unter der Leitung des griechisch-russischen Dirigenten Teodor Currentzis und sein SWR-Orchester.“
Von Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de