DIE SONNTAG-PRESSE – 11. JANUAR 2026

Nicole Car (Rusalka) und Piotr Beczała (Der Prinz) © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 11. JANUAR 2026

Wien/Staatsoper
Piotr Beczała in „Rusalka“: Märchenzauber mit kleinen Hindernissen (Bezahlartikel)
Dvořáks „Rusalka“, weitgehend neu besetzt an der Staatsoper: Nicole Car in der Titelrolle ist gut, aber Piotr Beczała als längst bewährter Prinz überstrahlt alle.
DiePresse.com

Sa., 10. Jänner 2026: Antonín Dvořák, Rusalka
Im verschneiten Wien begab ich mich heute in die Staatsoper zur Inszenierungsbedingt fast durchgehend verschneiten „Rusalka“: Stark verbessert hat sich Nicole Car, denn wo sie vorgestern mit (leider bestens vernehmbaren) unangenehmen Tönen aufwartete, zeigte sie heute leiseren und innigeren Gesang.
forumconbrio.com

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Beethoven trotzt dem Winterwetter!

Laeiszhalle © Thies Rätzke

Anschlagsprobleme am Klavier, eine witterungsbedingt verschobene Generalprobe, egal. Gemeinsam mit einem sensationellen Debüt der Pianistin Alexandra Dovgan heiterten die Hamburger Symphoniker das Publikum an diesem verschneiten Freitag musikalisch auf. Passender zu Beethoven hätte die Stimmung nicht sein können!

Symphoniker Hamburg
Pierre Bleuse, Dirigent

Alexandra Dovgan, Klavier

Werke von Ludwig van Beethoven, Manuel de Falla und Maurice Ravel

Laeiszhalle Hamburg, 9. Januar 2026

von Johannes Karl Fischer

Ein bisschen Wintereinbruch, Schnee bedeckt die Straßen, und schon liest man in jeder zweiten Tageszeitung im Norden: „Schneechaos“. Bei der schweizerischen Bundesbahn würde man das wohl Satire nennen. In Hamburg leider nichts Neues. Erstaunlich tapfer schlug sich das Klassikpublikum in die Laeiszhalle, beim ausverkauften Haspa Neujahrskonzert blieben nur noch sehr vereinzelt Plätze frei. Kein Wunder, passender zu Beethoven hätte die Stimmung nicht sein können. Anekdoten über stundenlange Uraufführungen im winterig vereisten Wien gibt’s genug. Damals halt ohne Heizung. Manchmal hat man das Gefühl, das gehört schon fast zu dieser Musik. „Symphoniker Hamburg, Pierre Bleuse, Dirigent
Laeiszhalle Hamburg, 9. Januar 2026“
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Das Doppel-Ballett Romantic Evolution/s zieht trotz des sperrigen Namens zunehmend Publikum ins Haus

Ensemble 2. Akt La Sylphide (Foto: RW)

Wie Silvia Azzoni der triebhaften, den dunklen Mächten verbundenen Madge tänzerisch Kraft verleiht, zeugt von großer darstellerischer Kunst. Allein der Wandel im mimischen Ausdruck von der triumphierenden bösen Hexe hin zur in ihr reifenden Erkenntnis, dass sie dereinst dafür wird bezahlen müssen, erweist sich als unter die Haut gehender Schlusspunkt in Bournonvilles La Sylphide.

La Sylphide, Ballett von August Bournonville
Äther, Ballett von Aleix Martínez

Musik von Herman Severin Løvenskjold; Peteris Vasks, Arvo Pärt, Arnau Obiols

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung   Henrik Vagn Christensen

Hamburgische Staatsoper, 9. Januar 2026

von Dr. Ralf Wegner

Es ist ein langer Abend mit drei Akten und zwei Pausen; das Stück Äther von Aleix Martínez, der diesmal die Hauptpartie von Jack Bruce wegen dessen Erkrankung übernommen hatte, war mit 50 Minuten der längste. Die formalen Qualitäten was Soli, Pas de deux und Ensembleformationen betrifft, stimmen immer noch, aber inhaltlich erschloss sich mir das Stück immer weniger. Unverändert bewundernswert ist es, Ida Stempelmann beim Derwisch-Drehen zuzuschauen oder am Ende Florian Pohl und Hayley Page beim Schluss-Pas de deux. Dazu sang Katja Pieweck wunderschön My Heart’s in the Highlands.

„La Sylphide/Äther
Hamburgische Staatsoper, 9, Januar 2026“
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„Fledermaus“ in Wien: Jonas Kaufmann behauptet sich in der Niavarani-Show

Diana Damrau (Rosalinde) und Jonas Kaufmann (Eisenstein) © Michael Pöhn

 

Michael Niavarani mag den Landsleuten in Deutschland vielleicht kein Begriff sein. In Österreich spielt der gebürtige Wiener mit persischen Wurzeln in der Topliga der Kabarettisten. Als Frosch setzt er an der Wiener Staatsoper nicht nur Akzente, sondern vereinnahmt diese Partie. Jonas Kaufmann gesellt sich als ausgezeichneter Sängerdarsteller dazu. Fledermaus in Wien – des is a Mordsgaudi.

Johann Strauss, Die Fledermaus
Libretto von Karl Haffner und Richard Genée
Wiener Staatsoper, 6. Januar 2026

von Jürgen Pathy

Nach der Vorstellung herrscht bei Teilen des Publikums Verwirrung. „Das muss ein Double gewesen sein“, zeigt sich ein Gast ungläubig. Dass der so gut Wienerisch spricht, verdeutliche diese Vermutung nur. Nein, Jonas Kaufmann war es an diesem Abend wirklich. Als Eisenstein brilliert der deutsche Startenor an der Wiener Staatsoper so richtig. Dass er angeblich ein „viel fescherer Kerl“ sei, mit weniger Leibesfülle und größerer Präsenz, macht den Herrn ebenfalls stutzig.

„Johann Strauss, Die Fledermaus
Wiener Staatsoper, 6. Januar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil II 

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Dem „Fidelio“, in der dreiaktigen Urfassung „Leonore“ genannt, diente als Vorlage die Oper „Leonore, oder Die eheliche Liebe“ 1798 von Pierre Gaveaux. Im Personenverzeichnis lesen wir an der Spitze irritiert:

„Dom Fernand, Minister und Grande von Spanien (Basse Taille)“ Basse Taille wörtlich übersetzt: Niedere Gürtellinie. Als Nächstes steht: „Dom Pizarre, Gouverneur eines Staatsgefängnisses (2nde Haute-Contre)“ Und darunter lesen wir: „Florestan, Gefangener (1ière Haute-Contre)“. Wir recherchieren im Internet. Haute-contre: Stimmumfang in der Barockzeit, eine Männerstimme mit besonders hohem Tonumfang. „Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil II 
klassik-begeistert.de, 7. Januar 2026“
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Hamburg: Pianistische Nachwuchselite begeistert zum Jahresauftakt

© Shigeru Kawai Europa

Neujahrskonzert der Stiftung Flügel-Fundus

Neues Jahr, neue musikalische Freude: Mittlerweile unter der Schirmherrschaft der gefeierten Pianistin Anna Vinnitskaya stehend präsentierte die Hamburger Stiftung Flügel-Fundus ihre derzeitigen Stipendiaten und Stipendiatinnen in der Elbphilharmonie. Die allesamt auf höchstem Niveau spielenden Musiker sorgten auch an diesem verschneiten Sonntagmorgen für viel feurigen Applaus! 

Julius Egensperger, Klavier
Louisa Sophia Jefferson, Klavier
Sergey Tanin, Klavier
Andrey Denisenko, Klavier
Emiliano Ramniceanu, Klavier

Daniel Arias, Violoncello

Werke von Ludwig van Beethoven, Igor Strawinsky, Joseph Nicolas Pancrace Royer, Felix Mendelssohn Bartholdy, Morris Wolf, Wolfgang Amadeus Mozart, Astor Piazzolla und Vittorio Monti

Elbphilharmonie, Hamburg, 4. Januar 2026

von Johannes Karl Fischer

Mozart über Strawinsky bis Piazzolla: Vor ausverkauftem Kleinen Saal der Elbphilharmonie beschenkten die insgesamt 6 Musiker und Musikerinnen das Publikum mit quasi allem, was die klassische Klavierliteratur zu bieten hat. „Neujahrskonzert der Stiftung Flügel-Fundus
Elbphilharmonie, Hamburg, 4. Januar 2026“
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Das Hamburger Haus an der Dammtorstraße überstand den kulturellen Umbruch des vergangenen Jahres ganz passabel

Hamburgische Staatsoper Außenansicht Seite Nacht © Niklas Marc Heinecke

Ein Meinungsbeitrag von Dr. Ralf Wegner

Das Jahr 2025 bescherte uns zwei positive Ereignisse an der Dammtorstraße, zum einen den Abgang von Demis Volpi als Intendant des Hamburger Balletts und zum anderen den Entwurf einer neuen Oper auf dem Baakenhöft. Wer hätte Anfang des Jahres gedacht, dass sich zwei Probleme so rasch lösen lassen. In einem Beitrag hatte ich mir, auf den Nachfolger von John Neumeier bezogen, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende gewünscht. So ist es auch gekommen. „Kommentar: Jahresrückblick Hamburgische Staatsoper 2025
Hamburgische Staatsoper, 6. Januar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil I 

„Il Barbiere di Siviglia“ von Giovanni Paisiello im Theater an der Wien 2015 mit Mari Eriksmoen (Rosina) und Pietro Spagnoli (Bartolo) User: Francisco Peralta Torrejón

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Sind es hormonelle Veränderungen, dass Basilios Stimme bei Rossini wie Kanonendonner klingt, bei Mozarts Fortsetzung der Geschichte wie die eines Tenorinos?

Drei Jahre vor der Wiener Premiere von „Le nozze di Figaro“ wurde in Giovanni Paisiellos „Barbiere di Siviglia“ oder „Die nutzlose Vorsichtsmaßnahme“ (Uraufführung Petersburg 1782) Rosinas Gesangslehrer wie bei Rossini für einen Bass resp. Bassbariton geschrieben. Rossinis „Barbiere“ kam erst nach Mozarts Tod in Rom zur Uraufführung. Also in dem Fall die Vorgeschichte nach der Fortsetzung. „Schweitzers Klassikwelt 154: Wie sich Stimmen ändern, Teil I 
klassik-begeistert.de, 6. Januar 2026“
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Die Vendetta des Narren geht unter die Haut

Rigoletto © Toni Suter

Alles fühlt sich toxisch und unheilvoll an. Ständig wird nach Vendetta gerufen. All das hat die Regisseurin sehr fein herausgearbeitet, so sehr, dass es in manchen Augenblicken schwer fällt zu schauen und zu ertragen. Die Tatsache, dass dies so aktuell ist, macht es nicht leichter. Parallelen zu Präsidenten, die sich für ihr unsägliches Tun feiern, drängen sich geradezu auf.

Wiederaufnahme

RIGOLETTO
Musik von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave nach Victor Hugo

Musikalische Leitung:   Francesco Ivan Ciampa

Inszenierung:  Tatjana Gürbaca
Szenische Einstudierung:  Ulrich Senn
Bühnenbild und Lichtgestaltung:  Klaus Grünberg
Bühnenbildmitarbeit:  Mechthild Feuerstein
Kostüme:   Silke Willrett
Kostümmitabeit:  Carl-Christian Andresen
Choreinstudierung:  Klaas-Jan de Groot
Dramarturgie:  Claus Spahn

Orchester der Oper Zürich
Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich, 4. Januar 2026

von Kathrin Beyer

Diese Oper findet (fast) ohne Frauen statt. Allerdings kann sich jede Frau glücklich schätzen, nicht in den Dunstkreis jener Herrengesellschaft rund um den Herzog von Mantua zu geraten. An dessen Hofe wird nicht regiert, sondern gefeiert. Derb, gemein, erniedrigend und entwürdigend, allen voran der Herzog selbst. Damen werden als Freiwild betrachtet, geschändet und ihre Ehemänner und Väter verhöhnt und gedemütigt. An der Seite des Herzogs tut sich Rigoletto als erbärmlicher Hofnarr hervor, der nach oben buckelt und nach unten tritt.

Ob man davon wohl buckelig wird? „Giuseppe Verdi, Rigoletto
Opernhaus Zürich, 4. Januar 2026“
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Die Deutsche Bahn schwächelt Tag für Tag, die Deutsche Oper Berlin strahlt Abend für Abend

WA Figaro Davtyan, Kim © Bettina Stöß

Es stimmt natürlich und lässt sich nicht leugnen: Die Deutsche Bahn fährt Tag für Tag selbst mit ihren neusten Zügen Verspätungen ein, Brandstiftungen an der Strom-Infrastruktur verlangen nach ausgeprägter Solidarität und die Rückkehr der ausgestorben geglaubten (durchweg männlichen) Autokraten in dieser Welt macht einen fassungslos.

Es stimmt ebenso und lässt sich nicht leugnen: Zuverlässig finden Abend für Abend in ganz Deutschland hochkarätige Theater- und Opernaufführungen statt. Man erreicht die Bühnen in aller Regel trotz Schnee und Eis mit einem Verkehrsmittel der Wahl. Und die teils uralten, teils brandneuen, tragischen oder komischen Stücke, die auf den Programmen der Republik stehen, führen uns die ewig gleichen menschlichen Irrungen vor Augen.

Wolfgang Amadeus Mozart
Le nozze di Figaro

Commedia per musica
Text von Lorenzo Da Ponte

Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 14. Dezember 1978

Musikalische Leitung  Ben Glassberg

Inszenierung  Götz Friedrich
Bühne  Herbert Wernicke
Kostüme  Herbert Wernicke, Ogün Wernicke

Das Orchester der Deutschen Oper Berlin
Der Chor der Deutschen Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin, 4. Januar 2026

von Sandra Grohmann

Morgens waren wir noch vom Stromausfall im Süden Berlins überrascht, versuchten außerdem, für einen Freund eine nicht ausverkaufte Bahnverbindung von Berlin nach Itzehoe zu finden und verfolgten atemlos die Entwicklungen zwischen den USA und Venezuela. Zeitgeschichte im Brennglas. Lange Diskussionen.

„Wolfgang Amadeus Mozart, Le nozze di Figaro
Deutsche Oper Berlin, 4. Januar 2026“
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