Wie Musik in Köln ein Zeichen für den Frieden setzt

Foto: Nationales Sinfonieorchester der Ukraine Quelle: https://www.mb-concerts.com/

Nationales Sinfonieorchester der Ukraine

Volodymyr Sirenko, Dirigent
Olga Scheps, Instrument

Borys Ljatoschynskyj – Hražyna op. 58, Ballade für Orchester
Franz Liszt – Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 Es-Dur S 124
Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93

Zugaben:

Olga Scheps – Variation auf ein Thema aus „Unravel 2“ von Frieda Johnson
Mykola Lyssenko – Ouvertüre „Taras Bulba“
Levko Kolodub – Finale aus „Ukrainian Carpathian Rhapsody“


Kölner Philharmonie,
6. November 2022


von Daniel Janz

Es hat schon etwas hoch Brisantes, wenn das Nationalorchester einer Nation auftritt, die gerade in einem unverschuldeten Krieg ihrer eigenen Zerstörung entgegenblickt. Ganz besonders, wenn dieses Orchester als nationaler Botschafter auftritt. Von einer solchen Botschaft kann viel abhängen. Ist sie nun ein Ruf zu den Waffen? Ein Zeichen des Widerstands? Oder sogar Ausdruck von Friedfertigkeit und Vergebung? Was es an diesem Tag in Köln zu erleben gibt, ist jedenfalls nicht von Hass geprägt, sondern vermittelt den Eindruck einer unterdrückten Nation, die sich nach Freiheit und Frieden sehnt. Eine lohnende Gelegenheit also, musikalisch der Ukraine zu begegnen. „Nationales Sinfonieorchester der Ukraine, Volodymyr Sirenko, Dirigent
Kölner Philharmonie, 6. November 2022“
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Kajtazi krönt sich zur Königin der Dammtorstraße, Buh-Rufe für Calaf

Foto: Dr. Ralf Wegner

Drei Produktionen, drei überragenden Spitzenleistungen: Elbenita Kajtazi gelingt mal wieder die triumphierende Sensation des Abends! Reichlich Buh-Rufe gab es für Sergey Polyakovs Calaf – mehr braucht man dazu nicht sagen.


Turandot

Musik von Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Adami und Renato Simoni nach Carlo Gozzi

Staatsoper Hamburg, 6. November 2022

 

von Johannes Karl Fischer

Elbenita Kajtazi stemmt einen Kraftakt gegen einen Tenor, einen Bass und ein gewaltiges Puccini-Orchester, als wolle sie und nicht Calaf, Turandot besiegen. Herzzerreißend auch ihr Einwand „È per l’amore“:  Was eigentlich eine musikalische Nebenbemerkung inmitten des türmenden Machtkampfes zwischen den zwei Hauptpartien ist, gelingt ihr zur triumphierenden Sensation des Abends! „Dove regna Turandot“ sollte heißen: „Dove regna Elbenita“. „Turandot, Musik von Giacomo Puccini
Staatsoper Hamburg, 6. November 2022“
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Elbenita Kajtazi begeistert als Liù in der aktuellen Turandot-Serie

Foto: Tigran Martirossian (Timur), Elbenita Kajtazi (Liù) und Sergey Polyakov (Calaf) 

Großer Jubel galt am Ende Elbenita Kajtazi als Liù. Schon wie sie in ihrer ersten kurzen Arie ihr inneres Empfinden in den gesanglichen Ausdruck legte, war bewunderungswürdig. In der großen Arie Tu che gel sei cinta im dritten Akt steigerte sie sich nicht nur gesanglich, sondern auch darstellerisch in das Leiden der Calaf liebenden Sklavin hinein.


Turandot 

Giacomo Puccini, Finale: Franco Alfano

Staatsoper Hamburg, 6. November 2022

von Dr. Ralf Wegner

Anna Smirnova ist eine international bekannte und an den großen Opernhäusern der Welt eingesetzte Sängerin, die als Sopranistin, häufiger aber auch als Mezzosopranistin beschrieben wird. Als Turandot hat sie eine herausragende Qualifikation, sie liegt mit ihrer Stimme bombensicher über dem Orchester, vor allem im nicht mehr von Puccini komponierten Ende des Stücks. Mit ihrer Auftrittsarie In questa reggia überzeugte sie aber nicht so ganz, wenig Farbmodulation, ein übermäßiges Vibrato und eine zur Schärfe, die Grenze zum Schrillen fast berührende Tonproduktion beeinträchtigten den Eindruck von dieser Sängerin. „Turandot, Giacomo Puccini, Finale: Franco Alfano
Staatsoper Hamburg, 6. November 2022“
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Zwei Virtuosen der klassischen Gitarre beeindrucken in Bonn

Im Auditorium des Kunstmuseums gibt es Bekanntes und weniger Bekanntes in ungewöhnlicher Besetzung – für zwei Gitarren


Claude Debussy (1862-1918) – Petite Suite
Astor Piazzolla (1921-1992) – Tango Suite
Johann Sebastian Bach (1685-1750) – „Italienisches Konzert“ BWV 971
Ludwig van Beethoven (1770-1827) – Sonate pathétique op. 13

Kunstmuseum, Bonn, 6. November 2022

von Brian Cooper, Bonn (Text & Fotos)

Wie schön ist es doch, endlich wieder ein ausverkauftes Haus zu erleben. In Köln waren zuletzt viele Philharmonie-Konzerte beängstigend schlecht verkauft.

Auch die Bonner Meisterkonzerte haben derzeit große Sorgen. Diese verdiente Reihe, auf klassische Gitarre spezialisiert, sei, wie zu Beginn des Monats verkündet wurde, „akut gefährdet“. Endlich konnte man jedoch am 6. November wieder ein volles Haus im Auditorium des Bonner Kunstmuseums verzeichnen. „Weltklasse-Gitarristen Matteo Mela und Lorenzo Micheli
Kunstmuseum, Bonn, 6. November 2022“
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Durch Gordon Hamilton wird die Tonhalle Düsseldorf zur zoologischen Wunderkiste

Foto:  (c) Susanne Diesner   

Gordon Hamilton, Dirigent
Julia Smirnova, Violine
Konstantin Manaev, Violoncello
Düsseldorfer Symphoniker

Jörg Mohr, Regie

Joe Hisaishi – Prinzessin Mononoke – The Legend of Ashitaka, 1997
Joe Hisaishi Spirited Away-Suite aus Chihiros Reise ins Zauberland“, 2001
Peter I. Tschaikowsky – Nussknacker-Suite (Auszüge), 1892
John Williams – Main Title (Jurassic Park), 1993
James HornerAlien“-Suite, 1986
Gordon Hamilton – Garden of Animals, 2022
Yuanfan Yang – Duo de Charme, 2022

Düsseldorfer Symphoniker, Tonhalle Düsseldorf, 3. November 2022

Von Daniel Janz

Tiere, Erscheinungen und Gestalten – das sind heute die Inhalte, mit denen die Düsseldorfer Symphoniker unter Gordon Hamilton zum Konzert laden. Dabei ist von Naturgeistern über Dinosaurier, filigranen Gestalten der Märchenwelt bis hin zu furchterregenden Horrormonstern alles dabei. Ein Programm, das sich nicht nur als Publikumsmagnet erweist – besonders erfreulich: Vor allem junge Menschen treibt es heute in den ausverkauften Konzertsaal. Sondern auch Themen, die in Zeiten von Klimawandel und Verdrängung von natürlichen Lebensräumen nicht oft genug betont werden können; Werbung für das „Orchester des Wandelns“ als musikalische Vereinigung gegen die Klimakatastrophe inklusive. Was heute Abend also stattfindet, ist nicht weniger, als ein Statement für das Gleichgewicht von Natur und Mensch. „Düsseldorfer Symphoniker unter Gordon Hamilton
Düsseldorfer Symphoniker, Tonhalle Düsseldorf, 3. November 2022“
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Daniels vergessene Klassiker Nr 8: Alexander Skrjabin – „Le Poème de l’Ecstase“

Foto: https://www.lacooltura.com/2018/01/la-personalita-compositiva-di-skrjabin/)

Kritisieren kann jeder! Aber die Gretchenfrage ist immer die nach Verbesserung. In seiner Anti-Klassiker-Serie hat Daniel Janz bereits 50 Negativ-Beispiele genannt und Klassiker auseinandergenommen, die in aller Munde sind. Doch außer diesen Werken gibt es auch jene, die kaum gespielt werden. Werke, die einst für Aufsehen sorgten und heute unterrepräsentiert oder sogar vergessen sind. Meistens von Komponisten, die Zeit ihres Lebens im Schatten anderer standen. Freuen Sie sich auf Orchesterstücke, die trotz herausragender Eigenschaften zu wenig Beachtung finden.

von Daniel Janz

Skrjabin – eine jener tragischen und viel zu früh verstorbenen Komponistenpersönlichkeiten, die nur kurz im Rampenlicht standen. Was stand dem gerade einmal 43-jährigen doch die Welt offen. Bis heute ist er für seine Fähigkeit bekannt, Musik in Farben sehen zu können. Es verwundert daher nicht, dass seine Kompositionen auch stets ein ganz besonderes, sinnliches Erlebnis mit sich bringen. Und trotzdem wird er in den Konzertsälen der Welt selten gespielt. Zu selten! Damit sich das ändert, soll heute einmal der Blick auf eine seiner beeindruckendsten Kompositionen geworfen werden: Das (zu Deutsch) „Gedicht der Ekstase“. „Daniels vergessene Klassiker Nr 8: Alexander Skrjabin – „Le Poème de l’Ecstase“
klassik-begeistert.de 7. November 2022“
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DIE MONTAG-PRESSE – 7. NOVEMBER 2022

Foto: Patricia Kopatchinskaja © Marco Borggreve

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 7. NOVEMBER 2022

https://www.musik-heute.de/24721/meistersinger-in-frankfurt-als-sommernachtsalbtraum/

Patricia Kopatchinskaja über politisches Engagement: „Wir sind nicht unendlich“
Die Geigerin Patricia Kopatchinskaja gilt als Künstlerin, die sich gerne zu Wort meldet, auch in politischen Fragen. Mit ihrem Programm „Les Adieux“ setzt sie sich auf der Bühne mit Klimawandel und Naturschutz auseinander. Im BR-KLASSIK-Interview äußert sich die Musikerin zu ihren Ängsten und wie sich der Konzertbetrieb den aktuellen Krisen entgegenstellen kann.
BR-Klassik.de

Lille
Kritik – „Freitag aus Licht“ an der Opéra Lille. Orangerote Versöhnung nach dem Kinderkampf
Von Jörn Florian Fuchs
Mehrere Jahrzehnte arbeitete der 2007 verstorbene Komponist Karlheinz Stockhausen an seinem monumentalen Licht-Zyklus. Sieben Opern, jede ist einem Wochentag gewidmet, dazu besitzt jeder Tag noch besondere Symbole und Farben. Im Zentrum aller Opern stehen Michael, Eva und Luzifer. Wer hier an die Bibel denkt, hat zwar recht, jedoch packte Stockhausen auch jede Menge privater Mythologie und Esoterik mit hinein. In Lille wurde jetzt der Freitag aus Licht inszeniert, von Silvia Costa, die lange Zeit Romeo Castellucci assistiert hat und nun eigene Wege geht.
BR-Klassik.de „DIE MONTAG-PRESSE – 7. NOVEMBER 2022“ weiterlesen

Die Staatsoper Hannover zeigt eine interessante Version von Boitos Oper Mefistofele

Foto: Zuschauerraum der Staatsoper Hannover und James Hendry, Erster Kapellmeister (Foto: RW)

Sagt uns der Inhalt von Goethes Dichtungen Faust 1 und Faust 2 heute überhaupt noch etwas, abgesehen vom Gretchendrama? Hat der Kampf zwischen Himmel und Hölle, der in Boitos Oper den Hauptteil einnimmt, für uns noch Aussagekraft?

Mefistofele
Oper von Arrigo Boito (1842 – 1918)
Libretto vom Komponisten, nach Goethes Faust

Chor der Staatsoper Hannover,
Extrachor der Staatsoper Hannover,
Kinderchor der Staatsoper Hannover,
Statisterie der Staatsoper Hannover,
Niedersächsisches Staatsorchester Hannover
James Hendry, Musikalische Leitung

 

Staatstheater Hannover, Opernhaus 5. November 2022

 

von Dr. Ralf Wegner

Hannover kann sich gratulieren, mit James Hendry einen so versierten, die Effekte liebenden Ersten Kapellmeister engagiert zu haben. Wie bereits gestern im Ballett erlebt, führte er auch heute das Niedersächsische Staatsorchester wieder zu einer herausragenden Leistung. Zudem hat das Hannoversche Opernhaus eine gute Akustik mit durchsichtigem, fast stereophonem, warmem Klang. „Mefistofele, Oper von Arrigo Boito
Staatstheater Hannover, Opernhaus 5. November 2022“
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Einklang der Macht und Liebe sind von Beginn an zum Scheitern verurteilt

Foto: Kapellmeister Mino Marani und Ensemble beim Schlussapplaus; Foto Patrik Klein

Das Rheingold
Musikdrama von Richard Wagner
Vorabend des Bühnenfestspiels »Der Ring des Nibelungen« in vier Bildern
Dichtung vom Komponisten
in deutscher Sprache mit Übertiteln

Staatstheater Braunschweig, 5. November 2022

von Patrik Klein

Das Rheingold: Ausweitung des Ringgebietes in Braunschweig

– Braunschweig – Wagner – Das Rheingold –

Als mit den Schlussakkorden Brünnhilde mit fauchender Fackel in der Hand schreiend und Verse (Wagner – a piece like fresh chopped eschenwood von Thomas Köck) deklamierend auf Walhall zu rennt, um es zu zerstören, lagen knapp 3 Stunden Musiktheater mit neuen Ansätzen und Sichtweisen hinter dem gespalten applaudierenden Publikum. „Das Rheingold: Ausweitung des Ringgebietes in Braunschweig
Staatstheater Braunschweig, 5. November 2022“
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Kirill Petrenko präsentiert Musik aus drei Epochen

Philharmonie Berlin, Noah Bendix-Balgley (Foto: Sebastian Hänel)

Andrew Norman
Unstuck

Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Violine und Orchester Nr.1 KV 207
Noah Bendix-Balgley  Violine

Erich Wolfgang Korngold
Symphonie Fis-Dur op.40


Kirill Petrenko  Dirigent
Berliner Philharmoniker

Philharmonie Berlin, 3. November 2022

von Peter Sommeregger

Die Programmgestaltung dieses Konzertes war ausgesprochen ungewöhnlich, fügte sich dann aber letztlich doch zu einem sinnvollen Ablauf.

Das 2008 entstandene, nur 10-minütige Werk „Unstuck“ des 1979 geborenen Komponisten Andrew Norman bildet den temperamentvollen Auftakt. In kurzen, markanten Passagen können sich die Musiker der großen Orchesterbesetzung solistisch beweisen. Normans Musik ist von großem Einfallsreichtum, originell in der Verarbeitung der einzelnen Segmente und wird vom Publikum mehr als nur freundlich aufgenommen. „Kirill Petrenko dirigiert Korngold, Mozart und Norman
Philharmonie Berlin, 3. November 2022“
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