Florian Pohl (Horvendel), Anna Laudere (Ophelia), Alexandr Trusch (Hamlet), Hélène Bouchet (Geruth), Félix Paquet (Fenge), Christopher Evans (Koller, Fortinbras), Ivan Urban (Polonius), Nicolas Gläsmann (Horatio) (Foto: R. Wegner)
Hamlet 21, Ballett von John Neumeier
Hamburg Ballett, 14. Juni 2021
„Für wen sollten wir Empathie empfinden? Für Hamlet? Der sein ererbtes Land einer fremden Macht hinterlässt? Der sich auf seine eigene Befindlichkeit zurückzieht? Vielleicht ist das auch eine Sicht auf unsere Zeit. Neumeier stellt im Stück die Frage, ob wir für die Taten unserer Väter verantwortlich sind; aber auch seine Antwort lautet nur: Der Rest ist Schweigen.“
von Ralf Wegner
Hamlets Vater wird ermordet, von dessen Bruder, offensichtlich mit Billigung der Mutter. Rache ist Hamlets Motiv. Ein Thema, welches bereits in der Antike abgehandelt wurde. Von Aischylos, dort rächt Orest seinen ermordeten Vater an der eigenen Mutter und deren Liebhaber. Er selbst wird danach von den Erynnien verfolgt. Ganz so stringent wie das Drama von Aischylos oder die das Thema aufnehmende Oper Elektra von Richard Strauss ist Shakespeares Hamlet nicht. Das Theaterstück lebt eher vom Verzögern, als vom Handeln. Das Personenregister ist lang. In Erinnerung bleiben aber nur Hamlet, der mit einem Totenschädel monologisiert und eine depressive, schließlich ins Wasser gehende Ophelia. „Hamlet 21, Ballett von John Neumeier,
Hamburg Ballett, 14. Juni 2021“ weiterlesen