Schweitzers Klassikwelt 18: Ljubomir Pantscheff, der Mensch – Teil 3

In den zwei bisherigen Folgen konnten wir staunen, welch interessantes künstlerisches Leben ein einfaches Ensemblemitglied  haben kann.  Im letzten Teil arbeiten wir neben den Aufbaujahren der Wiener Staatsoper nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg den Menschen Ljubomir Pantscheff und seine Wesenszüge markanter heraus.

von Lothar Schweitzer

Foto: Georgi Zlatew mit seinem Schüler Ljubomir Pantscheff als Philipp II. © Pantscheff-Archiv, Wien

Ljubomir Pantscheff von seiner anderen Seite gesehen

Zum Leidwesen seiner Mutter bahnte sich nichts zwischen Ljuba (Welitsch) und Ljubo an. Die Sängerkollegin war auch sehr kapriziös – und arm wie eine Kirchenmaus. Unser am Anfang nach Beschreibungen noch dürrer junger Mann wurde immer fescher und hatte das „Ideal“ eine reiche Frau mit einer Liebesheirat zu verbinden. „Ljubomir Pantscheff, der Mensch
Wiener Staatsoper“
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Schweitzers Klassikwelt 17: Das Leben des Sängers Ljubomir Pantscheff, Teil 2

Im ersten Teil der Biografie des Bassisten Ljubomir Pantscheff erfuhren wir von seinen ersten Begegnungen mit der Kunst, wenn ihn sein Vater zu Stummfilmvorführungen mitnahm, die nicht nur von Pianisten begleitet wurden, sondern manchmal auch von Sängern. Der tragische Tod seines Vaters liest sich wie ein Politthriller. Sein Gesangspädagoge ebnete ihm dann den Weg nach Wien. Doch jetzt im zweiten Teil erfahren wir bald, dass Amerika ruft, unser Opernsänger knapp an einer Filmkarriere in Hollywood vorbeigegangen ist und seine Heimkehr nach Wien in den sicheren Hafen der Wiener Volksoper.

Foto: Ljubomir Pantscheff, 1939 in Sofia © Pantscheff-Archiv, Wien

von Lothar Schweitzer

Wien wird zweite Heimat

Im Herbst 1935 begann für Ljubo nach der Aufnahmeprüfung sein Studium an der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst, für seinen Lehrer Zlatew die Assistentenstelle bei Professor Lierhammer. Der Alltag der Studenten Pantscheff, sein Bruder Boris studierte Architektur in Wien: Ein gemeinsames unbeheizbares Zimmer in dem zwei Betten mit Mühe Platz hatten  und in welches vom Nebenzimmer Rauch einer nie verlöschenden Virginia-Zigarre ins Zimmer des zukünftigen Sängers eindrang. Für die Schummerbeleuchtung bei ihrer Stief-Großmama galt das Argument, man könnte ja die Lampe versehentlich brennen lassen, was teuer käme. Ein Schmalzbrot zum Frühstück, je zwei Schmalzbrote für Mittag- und Abendessen. „Schweitzers Klassikwelt 17: Das Leben des Sängers Ljubomir Pantscheff, Teil 2
Wiener Staatsoper“
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Sommereggers Klassikwelt 59: Hermann Leopoldi – ein Wiener mit Unterbrechung

von Peter Sommeregger

Auch heute, mehr als sechzig Jahre nach seinem Tod, ist der Wiener Sänger und Komponist Hermann Leopoldi durch seine zahlreichen Kompositionen und Schallplatten bekannt und beliebt.

Der Sohn eines jüdischen Musikers wurde 1888 in Wien als Hersch Kohn geboren, die Familie änderte ihren Namen 1911 in Leopoldi. Schon früh entschied sich Leopoldi für eine Musikerlaufbahn, die er als Klavierbegleiter und Barpianist begann. Während des Ersten Weltkrieges trat er in Frontvarietés auf, in Wien ab 1916 auch im Etablissement Ronacher. Häufig trat er auch gemeinsam mit seinem Bruder Ferdinand auf. 1922 eröffneten die Brüder zusammen mit dem Conferencier Fritz Wiesenthal das Kabarett Leopoldi-Wiesenthal, das trotz großer Erfolge 1925 aus wirtschaftlichen Gründen wieder schließen musste. „Sommereggers Klassikwelt 59: Hermann Leopoldi“ weiterlesen

Schweitzers Klassikwelt 16: Ljubomir Pantscheff, Teil 1 – ein aufregendes Sängerleben, von vielen Sternen am Opernhimmel überdeckt

von Lothar Schweitzer

In „Schweitzers Klassikwelt“ beginnt heute eine Serie mit Buchrezensionen über Biografien. Ich habe bewusst für den ersten Artikel die Lebensgeschichte des für die meisten LeserInnen  unbekannten Bassisten  Ljubomir Pantscheff ausgewählt. Seine Sängerlaufbahn ist  abwechslungsreicher als die mancher bekannterer Kollegen. Deshalb nehme ich dieses Buch immer wieder gern zur Hand. Wir erleben sehr anschaulich mit, welche Bedeutung die Wahl des richtigen Gesangspädagogen hat, wie Lebensentscheidungen an dem sprichwörtlichen seidenen Faden hängen. Wir lernen das  Wiener Opernleben während der schwierigen Zeit im Zweiten Weltkrieg und die Pionierzeit danach kennen. Einiges liest sich fast als Thriller, so der tragische Tod seines Vaters, und ich sehe in seiner Freundschaft mit einem weltberühmten Sänger Anklänge an das klassische Doppelgänger-Motiv. „Schweitzers Klassikwelt 16, Ljubomir Pantscheff, Teil 1
Wiener Staatsoper“
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Ladas Klassikwelt 52: Mein Auftritt für… Kaiser Franz Joseph

Foto: Kaiser Franz Joseph (Jarosław Szwec) mit Hofdamen (Mitte: Jolanta Lada-Zielke)

„Nach jedem gesungenen Stück verneigte ich mich zuerst vor „unserem lieben Kaiser“, und dann vor dem versammelten Publikum. „Franz Joseph“ drückte seine Zufriedenheit mit einer liebenswürdigen Handbewegung aus.“

von Jolanta Łada-Zielke

Im dritten Jahr an der Musikschule (1997) haben wir die Biographie Joseph Haydns im Musikgeschichtsunterricht studiert und uns auch einige seiner Werke angehört, darunter das „Kaiserquartett“ C-Dur. Es war unser Pflichtstück, neben der Sinfonie Nr. 103 Es-Dur „Mit dem Paukenwirbel“, das wir beim Hörtest am Ende des Semesters erkennen mussten. Die Lehrerin machte uns darauf aufmerksam, dass die Melodie des zweiten Satzes des Streichquartetts jetzt die deutsche Nationalhymne ist. Ich hätte damals nicht gedacht, dass ich drei Jahre später die Gelegenheit haben würde, dieses Stück in seiner Gesangsversion öffentlich aufzuführen; aber nicht als die Hymne Deutschlands. „Ladas Klassikwelt 52: Mein Auftritt für… Kaiser Franz Joseph“ weiterlesen

Mit einem A unterm Gaumen ... und akademischer Wucht

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Heute bin ich auf der Suche nach schönen Wörtern. In der Zeitung las ich eine Geschichte übers Waldbaden. Das ist so ein Wort, das gern unterm Gaumen verweilt. Ziehen Sie mal das zweite A ganz lang, dann wirkt es. Sonnenbaden ist auch so ein charmantes Wort. Das ist wie Waldbaden. Nur ohne Bäume. „Der Schlauberger 22: Mit einem A unterm Gaumen … und akademischer Wucht“ weiterlesen

Lieses Klassikwelt 58: Walter Berry

Ich ringe gerade mit Fassung. Ein sehr netter Mann, der meinen alten Eltern einmal pro Woche im Haushalt geholfen hat, ist vor wenigen Stunden völlig unerwartet umgefallen und war weniger später tot. Feuerwehr und Notarzt konnten ihn nicht wiederbeleben. Er starb mit gerade einmal 65 Jahren an einem Herzinfarkt. Mich erinnert der Vorfall daran, wie schnell mitunter das Leben vorbei ist. Einfach so.

von Kirsten Liese

Tatsächlich starb auch der Bassbariton Walter Berry, dem meine heutige Klassikwelt gewidmet ist, schon ziemlich früh an einem Herzinfarkt am 27. Oktober 2000 im Alter von nur 71 Jahren. „Lieses Klassikwelt 58: Walter Berry“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 58: Wer kennt noch Joseph Weigl?

von Peter Sommeregger

Die Stadt Wien leistet sich gegenwärtig den Luxus von grob gerechnet etwa 1000 Ehrengräbern oder so genannten ehrenhalber gewidmeten Gräbern. Die Kriterien, nach denen solche Gräber vergeben werden sind nicht unbedingt transparent, zielen aber insgesamt darauf ab, die kulturelle Elite des Landes zumindest mit einem Grabdenkmal zu ehren.

In vielen Fällen wären die so geehrten Persönlichkeiten sonst tatsächlich vergessen. Bei Spaziergängen über den Zentralfriedhof entdeckt man manchmal Ehrengräber, die zur Erforschung der jeweiligen Biographie anregen. Ein solcher Fall ist das Grab des Komponisten Joseph Weigl, der von 1766 bis 1846 lebte. Kaum jemand weiß heute noch, dass Weigl in seiner Lebenszeit einer der am häufigsten gespielten Opernkomponisten war. Über  gut dreißig Opern und Singspiele hinaus schuf er auch Ballette, Oratorien und Kammermusik. „Sommereggers Klassikwelt 58: Wer kennt noch Joseph Weigl?
klassik-begeistert.de“
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Der Schlauberger 21: Gegenpressing? Zu spät! Heute: Evergreens

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Gucken Sie auch so gerne Ratesendungen? Ich freue mich am meisten auf die eine Stelle, den absoluten Höhepunkt. Rateteam A liegt uneinholbar in Führung, Rateteam B gibt mal wieder den Looser. Und der Moderator tröstet, sprachlich fein ausbalanciert: „Es ist noch gar nichts entschieden …“ Wow! Obwohl doch jeder sieht, dass selbst mit gedanklichem Gegenpressing nichts mehr zu holen ist. „Der Schlauberger 21: Gegenpressing? Zu spät! Heute: Evergreens
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Ladas Klassikwelt 51: Richard Wagner als Verfechter der Versöhnung zwischen Christen und Muslimen

„Ich finde die Botschaft von Wagners „Die Sarazenin“ universell und immer noch aktuell. Dieses Drama wird Theaterregisseure und Komponisten noch lange inspirieren.“

von Jolanta Łada-Zielke

In Wagners „Gesamte Schriften und Dichtungen“ befindet sich auch dieses Libretto: „Die Sarazenin“. Die Handlung des Stücks spielt im Mittelalter zur Zeit des Staufenkaisers Friedrich II und seines Sohns Manfred, der 1258-1266 König von Sizilien war. Einerseits ist das Stück anti-kirchlich, genauer gesagt: anti-päpstlich. Anderseits würde es radikalen Muslimen wahrscheinlich nicht gefallen, dass dort eine weibliche Prophetin die Hauptrolle spielt und den Verlauf der Ereignisse entscheidend beeinflusst. Die Titelheldin, die Sarazenin Fatima, ist die stärkste Persönlichkeit der gesamten Besetzung. „Ladas Klassikwelt 51: Richard Wagner als Verfechter der Versöhnung zwischen Christen und Muslimen“ weiterlesen