Pathys Stehplatz 61: Die Macht der Wiener Philharmoniker, Teil II – Neujahrskonzert 2026 mit Yannick Nézet-Séguin

Yannick Nézet-Séguin © George Etheredge

Der Mythos Wiener Philharmoniker lebt. Wie unnahbar und mächtig ist dieses Orchester eigentlich, das seit fast 200 Jahren die Stadt Wien prägt, für manche wie ein Geheimbund. Ein Gespräch mit Michael Bladerer, CEO und Kontrabassist, gewährt seltene Einblicke.

von Jürgen Pathy

Nach dem Neujahrskonzert ist vor dem Neujahrskonzert. 2026 dirigiert  Yannick Nézet-Séguin. Das ist bekannt, bereits seit Januar 2025. Denn: Kaum ist der letzte Ton verklungen, läuft die PR-Maschinerie – und die Medien stürzen sich bereits auf das nächste Jahr. Dass man intern bereits drei Jahre im Voraus weiß, wer es dirigiert, überrascht dennoch. Die einzigen, die dieses wohlbehütete Geheimnis kennen, sind drei Personen: der Dirigent selbst, Bladerer als CEO und Daniel Froschauer, der Vorstand der Wiener Philharmoniker.

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Auf den Punkt 72: Verstöße gegen das Persönlichkeitsrecht? Tobias Kratzer auf dünnem Eis

Tobias Kratzer © Falk Wenzel

In der Regel gehe ich nicht in die Oper, um dort rumzuknutschen. Sondern um zu sehen, wie sich andere küssen. In der Operngeschichte gibt es da viele Varianten. Man denke nur an Salome: „Ah! Ich habe deinen Mund geküsst, Jochanaan.“ Es gibt sogar eine Oper, die so heißt. Der Kuß (Hubička) von Bedřich Smetana.

Robert Schumann // Das Paradies und die Peri

 Tobias Kratzer // Inszenierung

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Omer Meir Wellber // Dirigent

Hamburgische Staatsoper, 3. Oktober 2025

von Jörn Schmidt

Bei Sportevents in den USA und neuerdings auch in Rockkonzerten geht’s schon mal anders zu. Da haben sich sog. Kiss Cams eingebürgert. Das sind Kameras, die mit gezielter Kameraführung auf das Publikum gerichtet sind und vorzugsweise Paare auf einer Großbildleinwand zeigen. Zusammen mit der plumpen Aufforderung, man möge sich unmittelbar zur Belustigung der Zuschauer küssen. „Auf den Punkt 72: Tobias Kratzer auf dünnem Eis
Hamburgische Staatsoper, 3. Oktober 2025“
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Sommereggers Klassikwelt 294: Höre ich nur diese Weise?

Photo by Sudhith Xavier on Unsplash

von Peter Sommeregger

Jahrhunderte lang war es ein Menschheitstraum: die menschliche
Stimme aufzuzeichnen, den flüchtigen Augenblick festzuhalten. Erst der Erfindergeist am Beginn des industriellen Zeitalters ließ den Traum Wirklichkeit werden, es war letztlich Thomas Alva Edison, der den entscheidenden Durchbruch erzielte. „Sommereggers Klassikwelt 294: Höre ich nur diese Weise?
klassik-begeistert.de, 1. Oktober 2025“
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Auf den Punkt 71: Riccardo Minasi hinterlässt erstmal eine Schneise der Verwüstung

Riccardo Minasi © Sophie Wolter

Ein Orchester ist dann ganz oben angekommen, wenn nicht die ganze Kraft dabei draufgeht, richtig zu spielen und seinem Dirigenten zu folgen. Sondern den ganzen Abend lang noch genug Körner hat,  um jeder  Note tief gefühlten Ausdruck abzuringen. Das macht jeden Klangkörper regelrecht zu einer Waffe.

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
Riccardo Minasi // Dirigent

Beatrice Rana // Klavier
Carl Maria von Weber //  Ouvertüre zu „Der Freischütz“ op. 77
Ludwig van Beethoven // Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 c-Moll op. 37
Johannes Brahms // Sinfonie Nr. 4 e-Moll op. 98

Elbphilharmonie, Großer Saal, 29. September 2025

von Jörn Schmidt

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ist so eine Waffe. Und setzt die Waffen eines Orchesters höchst unterschiedlich ein, von zerstörerisch bis  bezaubernd. Oder auch karrierefördernd. Der finnische Dirigent Tarmo Peltokoski zum Beispiel ist seit 2022 Principal Guest Conductor der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

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Elbphilharmonie, 29. September 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 147: Glücklich die Opernwelt, die eine Familie ist!

Opernhaus Hanoi © Lothar Schweitzer 

 

Königliches Opernhaus in Maskat © Miriam Al-Bulushi

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Einen Monat nach der feierlichen Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper hatte am Sankt Nikolaus-Tag „La Bohème“, damals noch in deutscher Sprache Premiere. Hilde Güden sang die Mimì, Emmy Loose die Musetta, die Bohemiens waren Karl Terkal (Rodolfo), Paul Schöffler (Marcello), Walter Berry ((Schaunard) und Oskar Czerwenka (Colline). „Schweitzers Klassikwelt 147: Glücklich die Opernwelt
klassik-begeistert.de, 30. September 2025“
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Pathys Stehplatz 60: Die Macht der Wiener Philharmoniker, Teil I

Wiener Philharmoniker © Lois Lammerhuber

Der Mythos Wiener Philharmoniker lebt. Wie unnahbar und mächtig ist dieses Orchester eigentlich, das seit fast 200 Jahren die Stadt Wien prägt – für manche wie ein Geheimbund. Ein Gespräch mit Michael Bladerer, CEO und Kontrabassist, gewährt seltene Einblicke.

von Jürgen Pathy

„Ja, Wiener Philharmoniker – das ist schon was ganz Besonderes“, höre ich die Stimme von Christian Thielemann imaginär im Ohr. Nachdem ich den Musikverein Wien betrete, um den CEO der Wiener Philharmoniker zu treffen. „Ja, sehr gerne!“, hatte Michael Bladerer geantwortet, nachdem ich ihn kontaktiert hatte. Auf unkonventionelle Art, denn das habe ich ebenso noch im Ohr: „Melden Sie sich per SMS.“

„Pathys Stehplatz 60: Die Wiener Philharmoniker, Teil I
klassik-begeistert.de, 28. September 2025“
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Klein beleuchtet kurz 62: Im Teatro Cervantes Malaga wird die neue Saison mit einem starken Wagner eröffnet

 Tristan und Isolde © Daniel Pérez

Da war man auf Reisen in dem kulturell sehr bedeutenden Gebiet Andalusien, dachte sich, dass man die Schönheit der Landschaft, die multikulturellen Ereignisse der letzten Jahrhunderte bestaunt, hatte Etliches auf dem Zettel wie schon die Eintrittskarten für die Alhambra in Granada, und landete schließlich im Teatro Cervantes in Málaga genussvoll einem ja fast neuen „Tristan und Isolde“ – Liebestod beizuwohnen.

von Patrik Klein

Ich konnte es halt einfach mal wieder nicht lassen, vor einer geplanten Kultur- und Erholungsreise im Netz zu scannen, was es vielleicht an Oper oder Konzert in der Umgebung der Reiseresidenz geben könnte. „Klein beleuchtet kurz 62: Richard Wagner, Tristan und Isolde
Teatro Cervantes, Málaga, 25. September 2025“
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Auf den Punkt 70: Wider eine Zensur à la Gent

Lahav Shani © Marco Borggreve

Eins muss man den Machern des „Gent Festival van Vlaanderen“ lassen, ihnen ist ein wahrer Marketingcoup gelungen. Was keine PR-Agentur mit märchenhaftem Budget vollbracht hätte, gelang über Nacht. Bislang ein nur regional bekanntes Musikfestival in der wunderschönen belgischen Hafenstadt Gent,  ist die Veranstaltung seit Tage in aller Munde. Nicht nur in interessierten Kreisen, sondern eigentlich überall. Was war passiert?

 von Jörn Schmidt  

Lahav Shani ist designierter Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Im September 2026 beginnt seine Amtszeit, aktuell läuft man sich gemeinsam  warm auf einer Europatournee. Einer von Shanis Mentoren ist Daniel Barenboim, der mit seinen Mitteln für ein friedliches Zusammenleben im Nahen Osten streitet. Sein West-Eastern Divan Orchestra überwindet kulturelle und politische Grenzen. „Auf den Punkt 70: Wider eine Zensur à la Gent
klassik-begeistert.de, 19. September 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 146: Doppelbesetzungen

Rafał Pawnuk in einer Aufführung als der den Angelus betende Sagrestano im 1. Akt Tosca. „Im dritten Akt sang er den Carceriere, der in dieser Inszenierung von Martin Kušej Cavaradossi ermordet! (ORF-Übertragung aus dem Theater an der Wien)“

Im Wörterbuch finden wir zwei Bedeutungen. Punkt 1: das Vergeben eines Postens, einer Rolle an zwei Personen. Seltener der Punkt 2: das Vergeben zweier Posten, Rollen an eine Person.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Bei „Les Contes d’Hoffmann“ ist die Frage, ob Hoffmann die Puppe Olympia, die kränkelnde Sängerin Antonia und die Kurtisane Giulietta als drei Seiten einer Frau sieht. Wir kennen „Erzählungen“, in denen eine Sängerin die Meisterschaft der auch stimmlich unterschiedlichen Figuren übernahm. Zuletzt hörten wir die Olympia noch als Giulietta, Letztere oft von dramatischen und Mezzo-Sopranen interpretiert, während eine Sängerin ganz auf die Antonia konzentriert war. „Schweitzers Klassikwelt 146: Doppelbesetzungen
klassik-begeistert.de, 16. September 2025“
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Pathys Stehplatz 59: Wer versteht schon Anton Bruckner?!

Franz Welser-Möst, Wiener Philharmoniker, WM © Terry Linke

Manchmal sollte man vielleicht besser schweigen. Ich geb’s zu: Ich habe Bruckner noch nie verstanden. Nachdem ich das Große Festspielhaus in Salzburg verlassen hatte, sind die Fragezeichen nicht kleiner geworden. Bruckners Neunte ist harter Tobak, das ist nichts für zarte Gemüter. Bei Franz Welser-Möst und den Wiener Philharmonikern ist sie: ein einziger Hilfeschrei!

von Jürgen Pathy

In Salzburg sind Konzertkarten nicht gerade günstig. Hätte ich die Pressestelle im Vorfeld kontaktiert, wären Tickets für die Sonntags-Matinee mit den Wiener Philharmonikern vermutlich einzutüten gewesen. Nur: Bruckner ist Fremdland, den wollte ich nicht anfassen, schon gar nicht seine Neunte, nicht in Salzburg. Nachdem ich aber schon die Nacht in Salzburg verbracht hatte, um Teodor Currentzis zu folgen, hat es einfach irgendwie gejuckt. Also: Kaffee runter, rein in den Bus, hinab zum Festspielgelände.

„Pathys Stehplatz 59: Anton Bruckner?!
klassik-begeistert.de, 10. September 2025“
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