Frauenklang 15: Eleonora Zernitz – die unbekannte Empfängerin der Widmung von Carl Philipp Emanuel Bach

Dame am Cembalo, Gemälde eines unbekannten Künstlers aus dem 18. Jahrhundert © öffentliche Domain

Die Autorin betont, dass diese talentierte Schriftstellerin und brillante Musikerin, von C.P.E. Bach gewürdigt, von Johann Bernoulli respektiert und von ihrem dankbaren Schüler Ludwig-Wilhelm Tepper de Ferguson geliebt, verdient es, in Erinnerung zu bleiben. Es lohnt sich daher, die Forschungen über diese hervorragende Frau fortzusetzen.

Besprechung eines Artikels von Olga Baird (Yatsenko) „Madame Zernitz, geb. Deeling, in Warschau, mit besonderem Respekt und Freundschaft…“

von Jolanta Łada-Zielke

Carl Philipp Emanuel Bachs erste Sammlung von „Sonaten für Kenner und Liebhaber“ (1779) trägt die Widmung: „Madam Zernitz, Geborne Deeling, in Warschau, aus besonderer Hochachtung und Freundschaft“.

Biografen des Komponisten zitieren diese Worte, doch erst Olga Baird (Yatsenko), eine in Großbritannien lebende Kunst- und Kulturhistorikerin russischer Herkunft, hat sich mit dieser Dame sorgfältig auseinandergesetzt. Daraus entstand ein umfangreicher, in Englisch verfasster Artikel mit der genannten Widmung im Titel. „Frauenklang 15: Eleonora Zernitz
klassik-begeistert.de, 22. November 2025“
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Sommereggers Klassikwelt 296: Der verstorbene Musikwissenschaftler Max Graf verdient eine Neuentdeckung


Kaum ein Wiener Musikfreund wird heute noch den Namen Max Graf kennen. Dabei hatte dieser bis zu seinem Tod 1958 über die Jahre verschiedene Positionen in der Musikwissenschaft besetzt. Was von ihm geblieben ist, sind mehrere Bücher, deren Entdeckung man Liebhabern der Musik, und speziell der Oper ans Herz legen sollte.

von Peter Sommeregger

Geboren 1873 in Wien, besuchte er hier und in Prag das Gymnasium. 1892 begann er an der Wiener Universität seine Studien der Rechtswissenschaft, Philosophie und Literaturgeschichte. Parallel dazu studierte er Musikgeschichte bei Eduard Hanslick und hörte musiktheoretische Vorlesungen Anton Bruckners. Bereits 1896 erfolgte seine Promotion sowohl als Dr.phil., als auch als Dr.jur. „Sommereggers Klassikwelt 296: Der Musikwissenschaftler Max Graf
klassik-begeistert.de, 19. November 2025“
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Auf den Punkt 77: Herbert Blomstedt, 98 – je oller, je doller

Herbert Blomstedt © Reinhard Winkler

Als Bernard Haitink sich 2019 mit 90 Jahren von den Berliner Philharmonikern verabschiedet hat, tat er das mit Bruckner 7. Eine gute Wahl, zumal gekoppelt mit Mozarts letztem Klavierkonzert Nr. 27. Wenn ich das Dirigat mit einem Wort beschreiben sollte: Haitinks Bruckner geriet ziemlich laut. Wie zelebriert ihn Herbert Blomstedt mit 98?

Anton Bruckner / Sinfonie Nr. 9 d-Moll

NDR Elbphilharmonie Orchester
Herbert Blomstedt / Dirigent

Elbphilharmonie, Großer Saal, 13. und 16. November 2025

 von Jörn Schmidt

In der letzten Folge meiner Kolumne habe ich zum Stichwort prima la musica 2.0 ein Plädoyer dafür gehalten, es orchestral krachen zu lassen. Wenn man es denn kann. Denn ein Orchester einfach nur laut aufspielen zu lassen, ist per se erstmal keine große Kunst. „Auf den Punkt 77: Je oller, je doller
Elbphilharmonie, 16. November 2025“
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Auf den Punkt 76: Prima la musica 2.0 – Valerio Galli ist mein Kronzeuge

Valerio Galli © Imaginarium Creative Studio

Giacomo Puccini / TOSCA
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Valerio Galli / Dirigent

Hamburgische Staatsoper, 14. November 2025

 Von Jörn Schmidt

Viele gehen in die Oper wegen der Sänger. Ich sehe das anders, die alte August-Everding-Frage: Prima la musica, dopo le parole? Die habe ich längstens für mich beantwortet. Prima la musica –  und zwar mit Fokus auf dem Orchester!

Oder, wie es der geschätzte klassik-begeistert-Kollege Jürgen Pathy unlängst formuliert hat: Orchester nix, Oper nix. Nachzulesen hier bei klassik-begeistert als Kommentar zum zweiten Teil meines Interview mit Kent Nagano. „Auf den Punkt 76: Prima la musica 2.0 – Valerio Galli
Hamburgische Staatsoper, 14. November 2025“
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Auf den Punkt 75: Tobias Kratzer als Talentscout

Tobias Kratzer © Robert Haas

Azim Karimov ist seit 2023 musikalischer Assistent von Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski an der Bayerischen Staatsoper. Gestern war Karimov  die Leitung einer Premiere anvertraut. Indes nicht in München, sondern an der Hamburgischen Staatsoper. Das macht neugierig.

Michail Glinka / Ruslan und Ljudmila PREMIERE

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Azim Karimov / Dirigent

Hamburgische Staatsoper, 9. November 2025

 von Jörn Schmidt 

Gegeben wurde „Ruslan und Ljudmila“ von Michail Glinka. Die Ouvertüre ist bei sinfonischen Konzerten sehr beliebt als Zugabe oder launiger Einstieg in das Programm. Das ganze Werk hört man indes selten. „Auf den Punkt 75: Tobias Kratzer als Talentscout
Hamburgische Staatsoper, 9. November 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 150: Seltenere Namen, die zu entdecken sind

Verbier © Verbier Promotion         

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Im nobelsten Schigebiet der Schweiz im Kanton Wallis findet im Sommer umrahmt von einer wunderschönen Bergwelt das internationale Verbier Festival statt. Dieses Jahr standen neben einer Vielzahl von Konzerten, die teilweise Klassik und Jazz verbanden, „Gianni Schicchi“ und „Cavalleria rusticana“ zusammen konzertant mit klingenden Namen wie De Tommaso, Tézier und Terfel auf dem Programm. „Schweitzers Klassikwelt 150: Seltenere Namen, die zu entdecken sind
klassik-begeistert.de, 11. November 2025“
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Klein beleuchtet kurz 65: Glinkas „Ruslan und Ljudmila“ enttäuschen an der Hamburgischen Staatsoper

Regieteam und Ensemble; Foto Patrik Klein

Die Partylaune deckte am Ende viele Unzulänglichkeiten ab!

Ruslan und Ljudmila
Musik von Michail Glinka

Musikalische Leitung: Azim Karimov
Chor der Hamburgischen Staatsoper
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Inszenierung, Bühne und Kostüme: Alexandra Szemerédy, Magdolna Parditka

Video: Janic Bebi
Licht: Bernd Gallasch
Chor: Alice Meregaglia
Dramaturgie: Katinka Deecke, Judith Wiemers

von Patrik Klein

Ich gebe zu, dass ich diese Oper zum ersten Mal auf der Bühne erlebte. So richtig mitgerissen hat mich die Musik jedoch nicht. Flott war sie zwar, besonders die bekannte Ouvertüre, aber die langen drei Stunden eher zäh und nur wenige genüssliche Highlights. „Klein beleuchtet kurz 65: Glinkas „Ruslan und Ljudmila“
Hamburgische Staatsoper, 9. November 2025 PREMIERE“
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Rising Stars 61: Mira Alkhovik, Sopran – ein guter Start eröffnet eine vielversprechende Entwicklung

Bild unter freier Lizenz (Creative Commons 1.0) verfügbar in Wikimedia Commons

Die Entwicklung und Karriere vielversprechender NachwuchskünstlerInnen übt eine unvergleichliche Faszination aus. Es lohnt sich dabei zu sein, wenn herausragende Talente die Leiter Stufe um Stufe hochsteigen, sich weiterentwickeln und ihr Publikum immer wieder von neuem mit Sternstunden überraschen. Wir stellen Ihnen bei klassik-begeistert jeden zweiten Donnerstag diese Rising Stars vor: junge Sängerinnen, Dirigentinnen und Musikerinnen mit sehr großen Begabungen, außergewöhnlichem Potenzial und ganz viel Herzblut sowie Charisma.

von Dr. Lorenz Kerscher

Beim ARD-Musikwettbewerbs 2024 beeindruckte mich im Finale Gesang vor allem die noch sehr jugendlich wirkende russische Sopranistin Mira Alkhovik durch eine substanzreiche Stimme und ein vielseitiges Ausdrucksspektrum. Einem Artikel über sie in der Cyclopedia, dem von westlichen Einflüssen abgeschotteten russischen Konkurrenzprojekt zur Wikipedia, entnehme ich, dass sie da gerade 27 Jahre alt war. Da sie erst seit kurzer Zeit in der Öffentlichkeit auftritt, war sie mir noch völlig unbekannt. Doch allein schon ihre Arie der Leila aus Bizets Perlenfischern zeigte mir, dass sie wirklich alles hat, was man sich im lyrischen Sopranfach nur wünschen kann. „Rising Stars 61: Mira Alkhovik, Sopran
klassik-begeistert.de, 9. November 2025“
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Herbert hört hin 6: Das Drama in der Dirigentenwüste

Utopia Orchestra, Teodor Currentzis © Nikolai Wolff

Ein Meinungsbeitrag von Herbert Hiess

Inspiriert durch den superben Artikel des großartigen Heinz Sichrovsky schreibe ich heute meinen Meinungs-Beitrag zu diesem Thema – Dinge, die mir schon lange am Herzen und vor allem im Magen liegen.

Link zum Artikel von Herrn Sichrovsky (https://www.news.at/menschen/spitzentoene-teodor-currentzis-ehrenzeichen).

„Herbert hört hin 6: Das Drama in der Dirigentenwüste
klassik-begeistert.de, 2. November 2025“
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Schweitzers Klassikwelt 149: Es ist noch keine Meister(sänger)in und kein Meister(sänger) vom Himmel gefallen

Titelbild: © Lothar Schweitzer

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Unvergesslich ist uns die Janowitz als Mozart- und Strauss-Sängerin. Herbert von Karajan hat sie als Barbarina (Le nozze di Figaro) nach Wien geholt. Barbarinas einfache, melancholische Arie erinnert an ein Wiegenlied und hat den Umfang einer Oktave. „Schweitzers Klassikwelt 149: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
klassik-begeistert.de, 28. Oktober 2025“
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