Sommereggers Klassikwelt 75: Die Loreley – Mythos, Dichtung, Oper

„Vielleicht ist es einfach der Fluch der Loreley, die den Komponisten Max Bruch bestrafen will und ihn weiterhin nur als Schöpfer des populären Violinkonzerts gelten lässt.“

von Peter Sommeregger

Selbst wer noch nie am Rhein war und den spektakulären Felsen bei Bacharach mit eigenen Augen gesehen hat, weiß von der sagenhaften Loreley. Im allgemeinen Bewusstsein wird der Stoff als uralte Sage wahrgenommen, bei näherer Betrachtung stellt sich dies aber als Irrtum heraus. „Sommereggers Klassikwelt 75: Die Loreley – Mythos, Dichtung, Oper“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 74: Alban Berg – musikalischer Traditionalist und Neuerer

Am 9. Februar 1885 wurde Alban Berg in Wien geboren. Auch außerhalb von Jahren mit runden Geburts-oder Sterbetagen verdient dieser Komponist eine Würdigung, seine Kompositionen sind jedenfalls längst im Kernrepertoire internationaler Orchester und Opernhäuser angekommen.

von Peter Sommeregger

Der musikalisch und literarisch interessierte Schüler erhielt zusammen mit seiner Schwester Smaragda Klavierunterricht und begann bereits mit 16 Jahren Lieder zu komponieren. Mit 19 Jahren begann er bei dem bereits berühmten Arnold Schönberg Komposition zu studieren. Schönberg war vom Talent Alban Bergs so überzeugt, dass er seinen Unterricht ohne Bezahlung fortsetzte, als Berg nicht über die nötigen Mittel verfügte. „Sommereggers Klassikwelt 74: Alban Berg – musikalischer Traditionalist und Neuerer“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 73: Mario Lanza, der kleine Caruso

von Peter Sommeregger
Fotos: wikipedia.com (c)

Vor genau 100 Jahren, am 31. Januar 1921, kam in Philadelphia Alfredo Arnold Cocozza als Sohn italienischer Einwanderer zur Welt. Früh zeigte sich ein musikalisches Talent, die Schallplatten Enrico Carusos aus dem Besitz seines Vaters inspirierten „Freddy“, wie er damals genannt wurde, zum mitsingen. „Sommereggers Klassikwelt 73: Mario Lanza, der kleine Caruso“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt (72): Margaret Price – eine Stimme für die Ewigkeit

Im Jahr 1999 beendete Margaret Price ihre Karriere, verließ München und kehrte in ihre walisische Heimat zurück, wo sie sich der Hundezucht widmete.

„Die Unverwechselbarkeit ihres großen, reinen Tones, die Schönheit ihres Timbres und nicht zuletzt die makellose Textbehandlung machen aus ihr eine Ikone der Gesangskunst.“

von Peter Sommeregger

Die walisische Sängerin, die in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag hätte feiern können, hat leider nicht einmal ihren 70. Geburtstag erlebt, sie starb vor genau zehn Jahren an einem Herzleiden.

Dieses Herz verstand die am 13. April 1941 im walisischen Blackwood geborene Künstlerin in alle ihre Interpretationen wie kaum eine zweite Sängerin einzubringen. Egal, ob es ein Schubert-Lied war, oder ein veristischer Reißer wie Cileas „Adriana Lecouvreur“, in ihrem Gesang schwang immer mehr mit als ihre – allerdings phänomenale – Gesangstechnik. Vielleicht war sie genau deshalb wählerisch und vorsichtig bei der Auswahl ihrer Rollen, die insgesamt überschaubar blieben. „Sommereggers Klassikwelt (72): Margaret Price – eine Stimme für die Ewigkeit“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 71: Erinnerungen an zwei verklungene Stimmen – Grace Hoffman und Hilde Rössel-Majdan

„Grace Hoffman und Hilde Rössel-Majdan gehörten zu jenen Sängern, die nicht unbedingt zu den umjubelten Stars zählten. Aber Oper auf hohem Niveau braucht dringend genau das, wofür die beiden beispielhaft standen: auch in kleineren und undankbaren Rollen das Gesamtniveau einer Produktion oder eines ganzen Ensembles auf hohem Standard zu halten. Ein ehrenvolles Andenken ist den beiden gewiss.“

von Peter Sommeregger

In diesen Monat fallen die 100. Geburtstage von zwei Sängerinnen des Mezzosopran- bzw. Alt-Faches, die beide lange, in einem Fall auch internationale Karrieren hatten.

Grace Hoffman

Grace Hoffman, eine Amerikanerin mit ungarischen Wurzeln, studierte in den USA, ihre Karriere fand aber zum größten Teil in Europa statt. Als sie 1955 an die Stuttgarter Staatsoper verpflichtet wurde, war das der Beginn einer 37 Jahre währenden Erfolgsgeschichte. Von ihrem Stammhaus Stuttgart aus wurde sie aber immer wieder zu Gastspielen an nahezu sämtlichen großen Opernhäusern Europas eingeladen. Die Wiener Staatsoper wurde für sie so etwas wie ein zweites Standbein. Wien erlebte etwa 200 Aufführungen mit ihr, häufig gesungene Rollen waren die Santuzza („Cavalleria Rusticana“), Herodias („Salome“) und Eboli („Don Carlo“), aber auch für kleinere Nebenrollen war sich die Künstlerin nicht zu schade. „Sommereggers Klassikwelt 71: Erinnerungen an zwei verklungene Stimmen – Grace Hoffman und Hilde Rössel-Majdan“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 70: Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) – Klangkörper der ersten Liga

Sir Simon Rattle, Foto: © Astrid Ackermann

Man darf damit rechnen, dass sich Sir Simon würdig in die Reihe der berühmten Orchesterleiter einreihen wird. Dafür sei ihm schon einmal vorab viel Glück und gutes Gelingen gewünscht!

von Peter Sommeregger

Das im Jahr 1949 aus ehemaligen Mitgliedern des Reichssenders München hervorgegangene Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) wurde unter dem Dach des 1948 gegründeten Bayerischen Rundfunks etabliert. In dem berühmten Dirigenten Eugen Jochum fand man einen prominenten ersten Chefdirigenten, der mit allen Vollmachten ausgestattet die Bildung dieses neuen Klangkörpers vorantreiben konnte. Auf Grund seiner Kompetenz und Prominenz konnte Jochum viele prominente Musiker aus aller Welt für das Orchester gewinnen. „Sommereggers Klassikwelt 70: Das BRSO München – Klangkörper der ersten Liga“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 69: Jacqueline du Pré – die Unvollendete

Foto: Jacqueline du Pré und Daniel Barenboim (c)

von Peter Sommeregger

In diesem Monat kann die Musikwelt des 76. Geburtstages der britischen Cellistin Jacqueline du Pré gedenken. Der Künstlerin selbst war allerdings ein so langes Leben nicht beschieden. Die in Oxford geborene Tochter einer Pianistin und Klavierlehrerin starb mit gerade einmal 42 Jahren an den Folgen einer Multiplen Sklerose-Erkrankung, die sie bereits 1973 zur Aufgabe ihrer bis dahin erfolgreichen Karriere zwang. „Sommereggers Klassikwelt 69: Jacqueline du Pré – die Unvollendete“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 68: Karl? Carl? Karel? Burian? Burrian? zum 150. Geburtstag

„Seine Fachkollegen Enrico Caruso und Leo Slezak, mit die bedeutendsten Zeitgenossen Burians, priesen seine Stimme als der ihrigen überlegen. Wobei Slezak in seinen Memoiren schreibt, es wäre Burian zu wünschen gewesen, neben der Stimme auch einen festeren Charakter zu besitzen.“

von Peter Sommeregger

Schnell noch, ehe das Jahr seines 150. Geburtstages zu Ende geht, sei des tschechischen Heldentenors Karel Burian gedacht, der einer der großen seines Faches war, sich aber selbst sein schlimmster Feind.

Burian, der ursprünglich Jura studierte, wurde in seiner Studentenzeit in Prag auch als Sänger ausgebildet und entschloss sich frühzeitig für diesen Beruf. Seine kräftige und schöne Tenorstimme führte ihn schon bald nach dem Debüt am Stadttheater von Brünn an immer bedeutendere Bühnen wie Köln, Hannover und Hamburg, wo er in Rollen des dramatischen Tenorfachs glänzte. „Sommereggers Klassikwelt 68: Karl? Carl? Karel? Burian? Burrian? zum 150. Geburtstag“ weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 67: Ernst Krenek – Zeitzeuge der Moderne

von Peter Sommeregger 

Am 22. Dezember 1991 starb der Komponist Ernst Krenek hoch betagt im kalifornischen Palm Springs. Mit seiner Bestattung in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof schloss sich der Kreis eines Lebens, das im Jahr 1900 in Wien begonnen hatte.

Der Sohn eines aus Böhmen stammenden K.u.K.-Offiziers besuchte in Wien das Gymnasium und begann schon während seiner Schulzeit mit 16 Jahren zu komponieren. Er wurde Schüler Franz Schrekers, dem er 1920 nach Berlin folgte und durch den er in den Kreis bedeutender Zeitgenossen Schrekers wie Ferruccio Busoni und Hermann Scherchen Aufnahme fand. Seine frühen Kompositionen sind in freier Atonalität entstanden, seine erste Oper von insgesamt 22, „Der Sprung über den Schatten“, erlebte ihre  Uraufführung 1924. „Sommereggers Klassikwelt 67: Ernst Krenek – Zeitzeuge der Moderne
klassik-begeistert.de“
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Sommereggers Klassikwelt 66: Rita Streich, die "Wiener Nachtigall" – Hommage zum 100. Geburtstag

von Peter Sommeregger

Die am 18. Dezember 1920 in Sibirien als Tochter eines Deutschen und einer Russin geborene Rita Streich gehörte und gehört zu jenen Künstlern, deren Ruhm auch viele Jahre nach ihrem Tod im Jahre 1987 noch nachwirkt. Dafür bedarf es allerdings außergewöhnlicher Leistungen und eines persönlichen Charismas. Beides konnte die blendend aussehende, dunkelhaarige Sängerin für sich in Anspruch nehmen.

Nachdem die Familie Russland verlassen hatte, und zuerst in Essen lebte, begann Rita eine Gesangsausbildung, die von ihrer Lehrerin Erna Berger stark gefördert wurde. Bereits 1943 konnte Rita Streich am Stadttheater von Aussig debütieren. Drei Jahre später war sie bereits Ensemblemitglied der Deutschen Staatsoper in Berlin, wo sie sich ein breites Repertoire von Rollen des lyrischen Sopran- und Koloratursopranfaches aneignete. Im Jahr 1950 wechselte sie innerhalb Berlins an die Städtische Oper, was wohl auch politische Gründe hatte (die Städtische Oper war in West-Berlin, die Deutsche Staatsoper in Ost-Berlin).
1953 erhielt sie einen Ruf an die Wiener Staatsoper. In der Folge wurde Wien zu ihrem Lebensmittelpunkt, was ihr den schmeichelhaften Beinamen „Wiener Nachtigall“ eintrug. „Sommereggers Klassikwelt 66: Rita Streich – Hommage zum 100. Geburtstag“ weiterlesen