Das Philadelphia Orchestra hat Rachmaninow noch immer in seiner DNA

Eine gelungene und hörenswerte CD-Einspielung der ersten Sinfonie op. 13 und der sinfonischen Tänze op. 45 unter Yannick Nézet-Séguin.

Deutsche Grammophon, DG 483 9839

von Brian Cooper, Bonn

Wieder und wieder höre ich diese erste Sinfonie Sergei Rachmaninows, die ich noch vor ein paar Wochen als sperrig und nicht unbedingt hörerfreundlich bezeichnet hatte. Wie sagt man so schön: It’s growing on me. Sie gefällt mir also immer mehr. Was dieses op. 13 allerdings nicht gebrauchen kann ist ein Dirigent, der die Aufführung versemmelt. Oder gar die Uraufführung, die Alexander Glasunow so spektakulär versemmelt haben soll, da er sturzbetrunken dirigierte. Den Komponisten stürzte das, nebst einiger böser Verrisse, in eine tiefe Depression. „CD-Rezension: Rachmaninow 1. Sinfonie, Sinfonischen Tänze Op. 45, Yannick Nézet-Séguin und PO
klassik-begeistert.de, 19. November 2023“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 19. NOVEMBER 2023

Foto © Monika Rittershaus

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DIE SONNTAG-PRESSE – 19. NOVEMBER 2023

Berlin
Daniel Barenboim sagt Nordamerika-Tournee mit Staatskapelle ab
Die Staatskapelle Berlin muss ihre Reise in die USA und nach Kanada ohne ihren langjährigen Generalmusikdirektor antreten.
BerlinerZeitung.de.kultur

Peter Sellars: Für mich ist die Oper ein heilendes Ritual (Bezahlartikel)
Bei den Barocktagen der Staatsoper zeigt der amerikanische Regisseur Peter Sellars die Charpentier-Oper „Médée“ Ein Gespräch.
BerlinerMorgenpost.de

Frankfurt/Alte Oper
Viva Puccini! – Große Puccini-Gala im Oktober 2024 mit Jonas Kaufmann jetzt bereits im Vorverkauf
Am 22. Oktober 2024 wird der international gefragte Startenor Jonas Kaufmann gemeinsam mit der Sopranistin Maria Agresta und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in der Alten Oper sein Programm »Viva Puccini!« mit Arien und Szenen aus Giacomo Puccinis weltberühmten Opern wie »La Bohème«, »Tosca« und »Madama Butterfly« präsentieren.
Kulturfreak.de

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Was hält die Welt im Innersten zusammen? – Gounods „Faust“ am Theater Lübeck

Photos © Jochen Quast (Theater Lübeck)

Faust
(Marga­rethe)
Oper in fünf Akten von Charles Gounod
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Takahiro Nagasaki, Dirigent

Kasper Wilton, Inszenierung

Arthur Espiritu, Tenor
Evmorfia Metaxaki, Sopran
Rúni Brattaberg, Bass
Jacob Scharfman, Bariton

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Chor und Extrachor des Theaters Lübeck

Theater Lübeck, Premiere am 17. November 2023

von Dr. Andreas Ströbl

Zu erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, danach strebt Faust, wie jedes deutsche Schulkind weiß, aber die Geschichte geht ja weiter. Bekanntlich begehrt der alternde Gelehrte aus dem 16. Jahrhundert bei seinem Pakt mit dem Teufel gar nicht danach, seinen Intellekt auszuweiten, sondern seine Jugend wiederzugewinnen, um sich endlich wieder der sinnlichen Liebe hingeben zu können. „Charles Gounod, Faust (Marga­rethe)
Theater Lübeck, 17. November 2023 Premiere“
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Schammis Klassikwelt 20: Ange Flégier : Mit seiner Melodie “Le cor” verewigte er sich im Repertoire großer  Bassisten

Foto: Gustave Ouvière – www.gallica.bnf.fr, Domaine public

Sein Name ist heute fast vergessen, obwohl er der Komponist einer der, lange Zeit, bekanntesten und beliebtesten französischen Melodien war. Die Rede ist von Ange Flégier und seinem größten musikalischen Erfolg “Le cor” (Das Horn). Bis in die frühen sechziger Jahre gehörte diese Melodie zum Standardrepertoire eines jeden großen Bassisten, von Paul Plançon bis Adrien Legros bei den Franzosen, von Fjodor Schaljapin bis Ezio Pinza bei den Nicht-Franzosen.

von Jean-Nico Schambourg

Ange Flégier, geboren am 25. Februar 1846 in Marseille, war nicht nur Komponist, sondern auch Pianist, Musikkritiker, Maler und Poet. Aus einer Arbeiterfamilie stammend, wurde Flégier 1866 am Konservatorium in Paris aufgenommen, wo er bei Ambroise Thomas Komposition studierte. 1869 bewarb er sich dort mit seiner Kantate “Francesca da Rimini” am großen Kompositionswettbewerb, dem “Prix de Rome”, und wurde Dritter unter den sechs Finalisten.

Ab 1870 arbeitete er als Musikkritiker für die Tageszeitung “Le Petit Marseillais”. Später, von 1877 bis 1884, übte er diese Tätigkeit für “Le Journal de Marseille” aus. Er veröffentlichte erste Werke, zunächst bei kleinen Verlagen. Erst mit dem Erfolg 1881 seiner Melodie “Le Cor“ konnte er von seiner Musik leben.

„Schammis Klassikwelt 20: Ange Flégier
klassik-begeistert.de, 19. November 2023“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 18. NOVEMBER 2023

Fidelio 2023 © Dr. Andreas Ströbl

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 18. NOVEMBER 2023

Hamburg/Staatsoper
„O welche Lust, in freier Luft den Atem leicht zu heben!“ – Beethovens Oper „Fidelio“ an der Staatsoper Hamburg
Als „Katastrophe“ wurde Beethovens „Fidelio“ an der Hamburger Staatsoper in der Inszenierung von Georges Delnon in der Presse nach der Premiere am 17. Januar 2018 bezeichnet, die Adjektive erstreckten sich über ein Spektrum von „langweilig“ und „quälend“ bis „klischeehaft“. Offensichtlich lag in der musikalischen Umsetzung damals einiges im Argen, was die reine Wiedergabe der Partitur unter Kent Naganos Dirigat und das Zusammenspiel von Orchester, Chor und Solisten angeht; auch scheint die Personen- und Bewegungsregie nicht detailliert ausgearbeitet gewesen zu sein.
Klassik-begeistert.de

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„O welche Lust, in freier Luft den Atem leicht zu heben!“ – Beethovens Oper „Fidelio“ an der Staatsoper Hamburg

Photos © Arno Declair (Staatsoper Hamburg, Premiere 2018)

Ludwig van Beethoven, Fidelio

Kent Nagano, Dirigent

Jennifer Holloway, Sopran
Matthew Polenzani, Tenor
Franz-Josef Selig, Bass
Leigh Melrose, Bariton
Narea Son, Sopran
Daniel Kluge, Tenor

Chor der Staatsoper Hamburg
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Georges Delnon, Inszenierung

Staatsoper Hamburg, 16. November 2023

von Dr. Andreas Ströbl

Als „Katastrophe“ wurde Beethovens „Fidelio“ an der Hamburger Staatsoper in der Inszenierung von Georges Delnon in der Presse nach der Premiere am 17. Januar 2018 bezeichnet, die Adjektive erstreckten sich über ein Spektrum von „langweilig“ und „quälend“ bis „klischeehaft“. „Ludwig van Beethoven, Fidelio
Staatsoper Hamburg, 16. November 2023“
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Eine ganze Felslawine von Biopics

Bildquelle: Benevento Verlag

Buchrezension:

Wolfgang Herles

Felsen in der Brandung                                    Braunfels-Hildebrand

Benevento

von Peter Sommeregger

Von dieser breit angelegte Familienbiografie zweier durch Heirat verbundener Künstlerfamilien erhofft man sich vor allem vertiefte Informationen über den Komponisten Walter Braunfels. Der Autor setzt aber bereits zwei Generationen früher an und holt damit bis weit in das 18. Jahrhundert aus. Tatsächlich finden sich in beiden Familienzweigen interessante Persönlichkeiten. Sind es im Falle der Familie Hildebrand eher bildende Künstler, so ist die Familie Braunfels mehr geisteswissenschaftlich und musikalisch geprägt. „Buchrezension: Wolfgang Herles, Felsen in der Brandung
klassik-begeistert.de, 17. November 2023“
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DIE FREITAG-PRESSE – 17. NOVEMBER 2023

Teodor Currentzis © Nadia Rosenberg

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DIE FREITAG-PRESSE – 17. NOVEMBER 2023

Berlin
Aus tiefster Seele. Ein grandioser, einmaliger Abend mit Teodor Currentzis und dem Utopia-Orchester
Die Arme sind weit nach vorne gestreckt, der Kopf leicht nach unten gebeugt, die Augen geschlossen. Teodor Currentzis konzentriert sich auf Tschaikowskys Fünfte. Die meisten Zuschauer sind gebannt, Spannung liegt in der Luft, aber noch nicht jeder teilt die Konzentration. Eine Frau im vorderen Block A hat ihren Platz noch nicht erreicht, irgendwo fällt ein Gegenstand zu Boden, jemand hustet. Nicht, dass es in der Berliner Philharmonie unruhig wäre – da habe ich schon ganz andere Konzerte erlebt – aber einen Künstler mit so hyperfeinen Antennen stören schon kleinere Anzeichen von Unruhe. Nach mehreren Minuten lässt Currentzis die Arme sinken, wartet mit dem Einsatz, bis die absolute Stille erreicht ist. Der atmosphärische Nährboden ist damit bereitet, in aller Ruhe und Schwere erhebt sich das mit punktierten Rhythmen markante, bedächtige Schicksalsmotiv. Wenn es im Pianissimo kurz darauf wiederkehrt, wirkt es, fast schon an der Grenze zur Unhörbarkeit, noch resignativer. Und schon nach diesen wenigen Minuten vermittelt sich die Besonderheit dieses Utopia Orchesters…
Von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

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Bellinis „I Capuleti e i Montecchi“ feiert einen umjubelten Einstand in der Staatsoper Hannover

Foto © Sandra Then    

Nach einer gelungenen Saisonöffnung mit einer Neuinszenierung des Parsifals (klassik-begeistert berichtete am 25. September) wartete die Staatsoper Hannover vergangenes Wochenende mit Bellinis „I Capuleti e i Montecchi“ auf.  Dabei deutete Regisseur Michael Talke Bellinis Erfolgsoper als Allegorie auf die Sehnsucht nach einer besseren Welt in Zeiten von Krieg und Unordnung. Auch wenn die Inszenierung nicht vollständig überzeugen konnte, feierte die Produktion, nicht zuletzt wegen des überzeugenden Sängerensembles, einen umjubelten Einstand.

„I Capuleti e i Montecchi“
Vincenzo Bellini

Staatsoper Hannover, 11. November 2023   Premiere

von Lukas Baake

Noch bevor der erste Ton aus dem Orchestergraben erklang, eröffnete sich den Zuschauern ein  sorgfältig komponiertes Bild auf der Bühne. Inmitten von Mauerfragmenten und Trümmern standen drei Personen in monochromer, historisierender Kleidung. Das regungslose Verharren der Figuren eröffnete ein Gruppenbild mit Dame im Stile holländischer Meister oder des spanischen Siglo de Oro, das zugleich einen markanten Kontrast zu der düsteren und vernarbten Trümmerlandschaft bot. „Vincenzo Bellini, I Capuleti e i Montecchi
Staatsoper Hannover, 11. November 2023 PREMIERE “
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Trompete und Orgel glänzen very british – Die CD „An English Concert“ mit Matthias Höfs und Matthias Janz

CD-Rezension:

Trompete und Orgel glänzen very british – Die CD „An English Concert“ mit Matthias Höfs und Matthias Janz

 CD erschienen bei Berlin Classics (Best.-Nr. 0303105BC)

von Dr. Andreas Ströbl

„Festliche Musik für Trompete und Orgel“ – so lautet der Untertitel der CD, die der Trompeter Matthias Höfs und der Kirchenmusiker Matthias Janz bereits 2002 eingespielt haben, aber die Auswahl und die Wiedergabe der Stücke haben in der Tat etwas Zeitloses.

Nicht weniger als 14 Komponisten von Renaissance bis Spätbarock sind auf dieser CD vertreten und es sind – eigentlich – alles englische Meister. Georg Friedrich Händel, von dem hier zwei Stücke zu hören sind, gilt auf der Insel tatsächlich als englischer Komponist, aber wir wissen natürlich, dass er aus Halle an der Saale stammt, lange Jahre in Hamburg und Italien wirkte und ab 1712 endgültig in London Fuß fasste. „CD-Rezension: „An English Concert“
klassik-begeistert.de, 16. November 2023“
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