Foto: Andreas Schager (Siegfried) © Monika Rittershaus
Christian Thielemann triumphiert, Buhorkan für Tcherniakov
von Kirsten Liese
Soviel vornweg: Siegfried und Götterdämmerung konnte ich entspannter als die ersten beiden Teile des Zyklus erleben, da keine Tiere in Käfigen leiden mussten. Überzeugender wirkten die Inszenierungen dieser Teile gleichwohl nicht, die gesamte Produktion kam vielmehr einer Bankrotterklärung an die zeitgenössische Opernregie gleich, der bereits dritten in der jüngeren Rezeptionsgeschichte von Wagners „Ring“ nach den Desastern an der Deutschen Oper Berlin (Stefan Herheim) und bei den Bayreuther Festspielen (Valentin Schwarz).
Tcherniakov verweigert sich dem Libretto, seine „Übersetzung“ der Geschichte steht zum Text in keinem Bezug, das Geschehen wirkt daher – und dies vor allem in seinen entscheidenden Wendepunkten – unglaubwürdig. „Richard Wagner, Der Ring des Nibelungen in Berlin – eine Bilanz
11. Oktober 2022“ weiterlesen