Schweitzers Klassikwelt 62: „Ariadne auf Naxos“ – keine leichte Geburt

Foto: Bühnenbildentwurf von Adolph Mahnke, Staatstheater Braunschweig 1937: Läuft schon die Vorstellung oder ist noch Probe? fragt man sich, wenn der Vorhang aufgeht. © Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität Köln

Hugo versus Richard 3. Teil

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Nach den Hürden der Komödie für Musik war Hugo von Hofmannsthal für eine neuerliche Zusammenarbeit mit Richard Strauss keinesfalls entmutigt. Aber es bedurfte einer Zwischenarbeit, um sich mit der Strauss’schen Musik noch mehr auskennen zu lernen. Ihn reizte noch viel vollständiger zusammen zu kommen als im ihn nicht völlig befriedigenden „Rosenkavalier“. Er hatte bereits eine Dreißig-Minuten-Oper für Kammerorchester so gut wie fertig im Kopf. „Ariadne auf Naxos“, eine Mischung aus Heroisch-Mythologischem im Kostüm des 18. Jahrhunderts mit Reifröcken und Straußenfedern und aus Figuren der Commedia dell’arte. Unsres Erachtens wieder ein sehr komplexes, wenn nicht sogar kompliziertes Unternehmen. Für nachher schwebte dem Dichter wieder etwas Großes vor, mit einer starken Handlung, wobei das Detail des Textes weniger wichtig sei. Neue Werke greifen scheinbar auf  ältere zurück, Entwicklungen vollziehen sich aber in einer Spirale. So wie sich nach seiner Meinung der „Rosenkavalier“ zum „Figaro“ verhält, wird sich sein Zaubermärchen mit Palast und Hütte, Fackeln und Felsengängen, Chören und Kindern zur „Zauberflöte“ verhalten. Es ist für die Leserin, für den Leser ein offenes Geheimnis, dass es sich bei diesem Plan um „Die Frau ohne Schatten“ handelt. „Schweitzers Klassikwelt 62: „Ariadne auf Naxos“ – keine leichte Geburt
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„Così fan tutte“ vom Maggio Musicale Fiorentino gerät eher zur Pastete als zum Soufflé

DVD-Rezension:

Wolfgang Amadeus Mozart
Così fan tutte

Orchestra e Coro del Maggio Musicale Fiorentino
Zubin Mehta

Naxos NBD 0147 V

von Peter Sommeregger

Mozarts drittletzte Oper ist längst als ungemein doppelbödiges, ja sogar zynisches Werk erkannt worden, nachdem man es über lange Zeit als seichte Komödie abgetan hatte. Neuere Inszenierungen tragen der neuen Sicht Rechnung, das Ende wird inzwischen kaum mehr als versöhnliches Happy-End inszeniert.

Für die Produktion des Maggio Musicale Fiorentino wurde der bewährte Regisseur Sven-Eric Bechtolf verpflichtet, als Dirigent Altmeister Zubin Mehta. Daraus, und aus der Mitwirkung des Baritons Thomas Hampson als Don Alfonso, bekam die Produktion ein gewisses Übergewicht an alten Männern. Nichts gegen deren Erfahrung und abgeklärte Sichtweise, aber eine „Così“ wünscht man sich doch mit ein wenig mehr Pepp und Spritzigkeit. „DVD-Rezension: Wolfgang Amadeus Mozart, Così fan tutte
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Das Grand Théâtre de Genève blickt nach schwierigen Zeiten optimistisch in die Zukunft

Foto: Das Leitungsteam von l.n.r. Clara Pons, Aviel Cahn, Sidi Larbi Cherkaoui © Paolo Pellegrin

Insgesamt ein sehr anspruchsvolles und ambitioniertes Programm, das hoffentlich ohne pandemiebedingte Ausfälle oder Einschränkungen realisiert werden kann. Neugierig darf man auf das facettenreiche Programm in jedem Fall sein.

Schweizerische Botschaft, Berlin, 16. Mai 2022

 von Peter Sommeregger

Für alle Kulturschaffenden, die ein Haus zu bespielen haben, waren bedingt durch die weltweite Pandemie die letzten Spielzeiten wie ein Ritt über den Bodensee, man wusste oft bis zum letzten Augenblick nicht, ob eine fertige Produktion auch gezeigt werden könnte.

Auch dem Grand Théâtre de Genève erging es nicht besser, Intendant Aviel Cahn gibt sich aber optimistisch und präsentiert bei einem eleganten Presselunch in der Schweizerischen Botschaft in Berlin die Pläne für die kommende, seine vierte Spielzeit am Grand Théâtre. Mitgebracht hatte er den neuen Ballett-Direktor des Hauses Sidi Larbi Cherkaoui, einen Belgier mit marokkanischen Wurzeln, der in der kommenden Saison mit vier Stücken vertreten sein wird. Dem Ballett wird an dem Haus traditionell ein großer Stellenwert eingeräumt. „Die Spielzeit 2022/2023 am Grand Théâtre de Genève
Schweizerische Botschaft, Berlin, 16. Mai 2022“
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Krönender Abschluss der Gluck Festspiele: Alceste feiert einen emotionalen Siegeszug

Glucks „Alceste“ beleuchtet ein bedeutendes Thema, das aktueller kaum sein könnte: Sich selbst opfern für die große Liebe. Bei den Gluck Festspielen hat man das authentisch und intensiv vermittelt.

Foto: Alceste im markgräflichen Opernhaus von Bayreuth, v.l.n.r. Aco Biščević (Evandro), Markéta Klaudová (Ismene), Anna Kasyan (Alceste) © Khrystyna Jalowa

Markgräfliches Opernhaus, Bayreuth, 14. Mai 2022

Christoph Willibald Gluck   Alceste

 von Jürgen Pathy

Wer gedacht hat, Bayreuth bietet nur Wagner, hat sich getäuscht. Unweit des „Festspielhauses“, nur einen Steinwurf entfernt von Haus Wahnfried, etabliert sich gerade ein anderes Festival in der oberfränkischen Kleinstadt. Seit Intendant Michael Hofstetter die Gluck Festspiele übernommen hat, erstrahlt das Festival in neuem Glanz.

Mit dem Markgräflichen Opernhaus hat man in Bayreuth ein Juwel erschlossen, das als eine der Spielstätten wie geschaffen ist für Gluck. 2012 hatte man das UNESCO-Weltkulturerbe geschlossen. Nach aufwändigen Renovierungsarbeiten 2018 wieder feierlich eröffnet und damit einen idealen Ort geschaffen, um Glucks außergewöhnliches Oeuvre in entsprechender Atmosphäre zu präsentieren.

Einen Beweis, wie nahtlos sich eine Inszenierung in die barocke Bausubstanz des Hauses fügen kann, boten Samstagabend die Musiker und Sänger unter der beherzten Leitung von Michael Hofstetter. In einer Koproduktion mit dem Theater Pilsen widmeten sich die Gluck Festspiele einer szenischen Aufführung von „Alceste“, in der italienischen Urfassung von 1767. Ein Geniestreich, der bereits in riesigen Schritten den Weg zum durchkomponierten Werk Richard Wagners geebnet habe, strahlt Hofstetter übers ganze Gesicht. „Christoph Willibald Gluck, Alceste
Markgräfliches Opernhaus, Bayreuth, 14. Mai 2022“
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„Es muss sein!“ – Das Brentano String Quartet und Jan Vogler rühren bei den Dresdner Musikfestspielen zu Tränen

Foto: © Oliver Killig

Dresden,
Palais im Großen Garten, 12. Mai 2022

Ludwig van Beethoven, Streichquartett Nr. 16 F-Dur op. 135 »Der schwer gefasste Entschluss«

Franz Schubert, Quintett für zwei Violinen, Viola und zwei Violoncelli C-Dur op. post. 163 D 956

Brentano String Quartet:
Mark Steinberg, Violine
Serena Canin, Violine
Misha Amory, Viola
Nina Maria Lee, Violoncello

Jan Vogler, Violoncello

von Pauline Lehmann

Die Dresdner Musikfestspiele kehren im ursprünglichen Format zurück und die Freude des sich Wiedersehens und Wiederhörens ist unverkennbar groß. Neu ist die musikalische Liaison des Abends keinesfalls, denn das Brentano String Quartet und Jan Vogler waren gemeinsam bereits im Rahmen des letztjährigen Streaming-Festivals zu erleben. Nun gastieren sie gleich an zwei Konzerten an zwei aufeinanderfolgenden Abenden im Festsaal des Palais im Großen Garten. Auf dem Programm stehen mit Beethovens letztem Streichquartett in F-Dur op. 135 und Schuberts einzigem Streichquintett in C-Dur zwei Abschiedsmusiken, welche die fünf Musikerinnen und Musiker akrobatisch-virtuos und gleichsam funkensprühend-expressiv und träumerisch-seicht, ja luftig leicht und vor allem innig gehend schön interpretieren und dabei das Überirdische beschwören.

Jan Vogler, Foto: © Marco Grob

Der Festsaal in der Beletage des Palais im Großen Garten ist das kammermusikalische Juwel der Dresdner Musikfestspiele und es ist jene der vielen Dresdner Spielstätten, die Jan Vogler besonders am Herzen liegt. Auf einer Pressekonferenz verriet er einmal, dass er in der Festspielzeit überaus gern im Palais Cello übt und die dortige Ruhe und das Flair genießt. Zugegebenermaßen, bei mir ist es eine Liebe auf den zweiten Blick. Um den Palais mit seiner Denkmalkonzeption wertzuschätzen, braucht man einen wissenden Blick und einen gewissen Abstand von unserer alltäglichen Sichtweise, wo stets alles neu sein muss. „Brentano String Quartet und Jan Vogler, Dresdner Musikfestspiele
Dresden, Palais im Großen Garten, 12. Mai 2022“
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Die MONTAG-PRESSE – 16. MAI 2022

Foto: Vertanztes Begehren an der Volksoper bei Brittens „Tod in Venedig“, APA

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 16. MAI 2022

Wien
Volksoper „Der Tod in Venedig“. Premiere
Benjamin Brittens „Death in Venice“ hat in dieser Saison eine rare Konjunktur. Nach einer Produktion der Neuen Oper Wien im Oktober wird das Werk jetzt an der Volksoper gespielt – allerdings in deutscher Fassung. Es handelt sich um eine Koproduktion mit dem Royal Opera House Covent Garden.
http://www.operinwien.at/werkverz/britten/adeath3.htm

Volksoper: Brittens „Tod in Venedig“ als Tanz des Begehrens
Brittens Oper leidet etwas an der schulmäßige Regie von David McVicar, die Choreografie von Lynn Page aber überzeugt wie auch Hauptdarsteller Rainer Trost
DerStandard.at/story

Sterben in Schönheit
Die Volksoper Wien landet mit Benjamin Brittens letzter Oper einen beispiellosen Triumph.
WienerZeitung.at

Pittoreske Abgründe: „Der Tod in Venedig“ in der Volksoper
https://www.news.at/a/pittoreske-abgruende-tod-venedig-volksoper-12544594

Busonis Utopie, Schumanns „tiefe Klage“ (Bezahlartikel)
Versuch, die „Kunst der Fuge“ zu vollenden: Pianist Igor Levit war mit einem interessanten Programm im Musikverein.
DiePresse.com

Berlin
Konzert im Kammermusiksaal Anspielen gegen das Artensterben
Höchster Alarm: Ein erschütternder, heißblütig-trauriger, aufwühlender Auftritt der Geigerin Patricia Kopatchinskaja mit dem Mahler Chamber Orchestra.
Tagesspiegel.de

Tonträger
CD der Woche: „Rivales“ – Eine musikalische Entdeckungsreise
NDR.de.Kultur

Elena Margolina brilliert mit Schuberts Klaviersonaten
Franz Schubert Klaviersonaten D 850, D 958, Elena Margolina
Von Peter Sommeregger
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Elbphilharmonie Hamburg: ein Ereignis der künstlerischen Perfektion!

Yannick Nézet-Séguin veredelt alles: Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Beatrice Rana mit Werken von Hans Abrahamsen, Clara Schumann und Johannes Brahms in atemberaubender Perfektion

Elbphilharmonie, Hamburg, 11. Mai 2022
Konzert, Musikfest Hamburg

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent

Beatrice Rana, Klavier

von Dr. Holger Voigt (Text und Fotos)

Am Ende des Konzertabends stand fest: Es war ein Ereignis der künstlerischen Perfektion! Der kanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin ließ das Orchester des Bayerischen Rundfunks in kongenialer Einheit mit seinen Musikern so erklingen, dass man es für Ewigkeiten festhalten möchte. Was ihm gelang, musste ihn wohl auch selbst sehr bewegt haben, denn er versank nach Konzertende geradezu in einer Umarmung mit dem Konzertmeister, was zu beobachten auch dem Publikum unter die Haut ging. An diesem Abend war eben alles perfekt, und wer es nicht glauben kann, möge sich den Elbphilharmine-Livestream ansehen. Riesiger Jubel dankte es allen Musikern.

Am Beginn des Konzertabends stand die in den letzten Pandemiejahren 2020/21 entstandene Komposition Vers le silence von Hans Abrahamsen, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten aus Dänemark. Dieses in vier Sätzen klar durchstrukturierte sinfonische Werk meditiert unter Ausreizung aller orchestrierbaren Möglichkeiten eines Sinfonieorchesters das Grundthema der (isolationistischen) Stille (Silence), der es als Endpunkt unter Durchwanderung unterschiedlichster, initial schrill-dissonantischer Klangwelten, schrittweise zustrebt. Dabei ist es in Anbetracht der Klangmöglichkeiten von Orchester und Orchesterraum (Elbphilharmonie) besonders herausfordernd und vermittelt völlig neuartige Klangerlebnisse. Mir fiel auf, dass abschnittsweise ein derartiges Werk sogar romantische Klangerfahrungen hervorrufen kann. Im letzten Satz werden die Klangmotive kontinuierlich ausgedünnt, bis zum Schluss diese quasi wie ein Schwebfaden im Klangraum der Elbphilharmonie in die Unendlichkeit fortdriften. Und gerade in diesem hochsensitiven Moment wird in der Elbphilharmonie kräftig hineingehustet! Was für ein Affront für die Musiker und Musikliebhaber! Auch an diesem Abend war das Publikum erneut ein Problemfall; und als wäre das vorangegangene „Skandal-Konzert“ (klassik-begeistert berichtete darüber) nicht gewesen, diente auch heute abend das Musikerpodium wieder als bequemer Programmheft-Ablageplatz für Besucher der ersten Reihe. Aber solange dort keine gefüllten Picknickkörbe abgestellt werden, kann man ja schon etwas gelassener sein… „BRSO, Yannick Nézet-Séguin, Dirigent, Beatrice Rana, Klavier
Elbphilharmonie, Hamburg, 11. Mai 2022“
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„L’amore dei tre re“ von Italo Montemezzi in Lübeck: Grenzenlose Verzauberung

Foto: © TL / Olaf Malzahn

Theater Lübeck, 13. Mai 2022

Die Liebe der drei Könige  – „L’amore dei tre re“
Oper von Italo Montemezzi

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck
Chor des Theaters Lübeck

Stefan Vladar Dirigent

Effi Méndez  Inszenierung

von Dr. Andreas Ströbl

„Warum wird dieses Juwel so selten aufgeführt?“ – In Gesprächen vor dem Lübecker Theater nach der bejubelten Premiere von Montemezzis „Die Liebe der drei Könige“ mischte sich Begeisterung über die bravourös geglückte Umsetzung einer opulenten Oper mit völligem Unverständnis einer so mageren Rezeption.

Tatsächlich war der 1913 komponierte Dreiakter ein echtes Kriegsopfer, zumindest was die europäischen Spielpläne betrifft. In den USA feierte die Oper echte Erfolge, die Kritiker überschlugen sich in Superlativen. Aber bis auf, im Vergleich mit den Beispielen der sogenannten „großen“ Opernliteratur, wenige Ausnahmen war dieses Meisterwerk des „decadentismo“ in den vergangenen 100 Jahren kaum zur Aufführung gekommen. Auch die Zahl nennenswerter Einspielungen ist überschaubar; die Aufnahme mit Anna Moffo, Plácido Domingo, Pablo Elvira und Cesare Siepi (Leitung: Nello Santi) sticht dabei heraus.

Foto: © TL / Olaf Malzahn

Auch in so vielbeachteten Publikationen wie von Alex Ross (The Rest is Noise – Das 20. Jahrhundert hören, München 2009) und Bernd Feuchtner (Die Oper des 20. Jahrhunderts in 100 Meisterwerken, Hofheim 2020), die mit Detailkenntnis und Hinweise auf vergessene Kompositionen aufwarten, sucht man Werk und Schöpfer vergebens. Um so glücklicher dürfen sich also erneut die Lübecker schätzen, deren innovatives und experimentierfreudiges Theater diesen wahren Schatz gehoben und entsprechend inszenatorisch umgesetzt hat. „„L’amore dei tre re“, Oper von Italo Montemezzi
Theater Lübeck, 13. Mai 2022“
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Die SONNTAG-PRESSE – 15. MAI 2022

Festkonzert, Elbphilharmonie, Hamburg: (c) Daniel Dittus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die SONNTAG-PRESSE – 15. MAI 2022

Hamburg
Kommentar: Runter von der Couch!
Die Kultur in Hamburg ist wieder da: Konzerte, Theater und Museen. Das öffentliche Leben brummt. Das Ganze auch meistens ohne Maske. Nur das Publikum zögert noch. Warum eigentlich?
ndr.de.hamburg

Interview Teil 1
Georg Zeppenfeld: „Hans Sachs steht mir näher als Wotan“
Die Salzburger und Bayreuther Festspielgäste bewundern Georg Zeppenfeld nicht nur für seine schöne, tiefe Bassstimme, sondern auch für seine großartige Diktion. Seit Ende April 2022 erlebt ihn das Publikum der Staatsoper Hamburg als Landgraf Hermann in der neuen Tannhäuser-Inszenierung von Kornél Mundruczó und unter der Leitung von Kent Nagano.
Von Jolanta Lada-Zielke
Klassik-begeistert.de

Interview Zeppenfeld Teil 2
Georg Zeppenfeld: „Ich halte mich nicht für einen reinen Wagner-Sänger“
Wir haben uns in der Staatsoper Hamburg unterhalten, wo sich Georg Zeppenfeld gerade in der Rolle des Landgrafen Hermann in der neuen Tannhäuser-Inszenierung von Kornél Mundruczó hervorgetan hat.
Von Jolanta Lada-Zielke
klassik-begeistert.de

Hamburg/Elbphilharmonie
Klangkultur in Reinform: Das BRSO ist in bestechender Form, und von der Solistin möchten wir bitte noch lange und sehr viel hören
Beatrice Rana und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Yannick Nézet-Séguin mit zwei großen Abenden in Hamburg und Frankfurt
Klassik-begeistert.de

Frankfurt
Yannick Nézet-Séguin mit Public Viewing in der Alten Oper Frankfurt: Der Held an sich
Frankfurter Rundschau

Inspiration populaire: Diese CD ist ein echtes musikalisches Vergnügen!
Die so unterschiedlichen Stücke werden von den beiden Musikerinnen mit großer Virtuosität und Stilsicherheit vorgetragen.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

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John Neumeiers Ensemble fesselt von der ersten bis zur letzten Minute

Bei der heutigen Vorstellung wurde gefilmt (französische Produktionsfirma Telmondis für Mezzo TV  und der japa­nischen Rundfunkanstalt NHK). John Neumeier trat zu Beginn vor den Vorhang und bat um Ruhe während der gesamten Aufführung. Da der Ton mitgeschnitten würde, möge man zudem von Zwischenbeifall absehen und auch nicht seiner Verwunderung ob des sehr langen Tisches am Anfang des zweiten Aktes Ausdruck geben. Bei der Veran­staltung vor einer Woche hatte es deswegen Gelächter ge­­geben. Neumeier meinte, eine (durchaus sinnfällige) Asso­ziation mit dem weltbekannten Tisch (aus dem Kreml) sei nicht beabsichtigt.

Foto: Das Anna-Karenina-Ensemble (Aufnahme vom 06. Mai 2022, RW)

Staatsoper Hamburg, 13. Mai 2022

Anna Karenina
Ballett von John Neumeier, inspiriert von Leo Tolstoi

von Dr. Ralf Wegner

Während der Aufführung vor einer Woche kollabierte offenbar je­mand im Parkett in der Mitte der zweiten Reihe. Nach ei­niger Unruhe ließ der Dirigent nicht weiter spielen; Anna Laudere, gerade die Entbindungsszene hinter sich, verharr­te, regungslos ins Publikum schauend, auf ihrem Kreiß­saalbett. Es dauerte eine Weile, bis sich Fachpersonal zur erkrankten Person durch die Reihe quetschte und noch länger, bis das Publikum dieselbige verließ und den weiteren Helfern Platz machte. Am Ende gab es noch zwei kleine technische Pannen, zum einen entgleiste der Spielzeugzug nicht richtig, denn er spuckte keine Blitze, sondern blieb einfach stehen. Als Anna Laudere sich zeitgleich nie­derwarf, versank sie nicht wie sonst sofort in der Unter­bühne, sonder verblieb noch eine zeitlang regunsglos auf der schmalen Hebevorrichtung liegen.

Wir saßen während jener Aufführung in der 16. Reihe. Drei Reihen vor uns filmte eine Dame mit ihrem Handy fast un­unterbrochen die ersten Szenen. Infolge der Blendung durch das hochgehaltene helle Display wurde die Konzen­tration auf das Bühnengeschehen deut­lich beeinträchtigt. Aber niemand der Umsitzenden beschwerte sich. Schließ­lich rief ich leise nach vorn, man möge vorn das Handy ausschalten. Die Dame folgte dem Rat und drängelte sich 5 Minuten später durch die Zuschauerreihe und begab sich zum Ausgang.

NEUMEIERS BALLETT ANNA KARENINA WURDE VERFILMT

Bei der heutigen Vorstellung wurde gefilmt (französische Produktionsfirma Telmondis für Mezzo TV  und der japa­nischen Rundfunkanstalt NHK). John Neumeier trat zu Beginn vor den Vorhang und bat um Ruhe während der gesamten Aufführung. Da der Ton mitgeschnitten würde, möge man zudem von Zwischenbeifall absehen und auch nicht seiner Verwunderung ob des sehr langen Tisches am Anfang des zweiten Aktes Ausdruck geben. Bei der Veran­staltung vor einer Woche hatte es deswegen Gelächter ge­­geben. Neumeier meinte, eine (durchaus sinnfällige) Asso­ziation mit dem weltbekannten Tisch (aus dem Kreml) sei nicht beabsichtigt. „Ballett von John Neumeier, inspiriert von Leo Tolstoi, Anna Karenina
Staatsoper Hamburg, 13. Mai 2022“
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