Ein Fund aus den Archiven würdigt Franz Schmidts 150. Geburtstag

CD-Rezension:

Dieses Jahr gilt es den 150. Geburtstag Franz Schmidts zu feiern, außerdem markiert das Jahr 2024 den hundertsten Jahrestag der Berliner Uraufführung von „Fredigundis“. Willkommene Anlässe, um diese schon lange am Graumarkt erhältliche Aufnahme in bester Qualität in den Katalog aufzunehmen. Sie erinnert gleichzeitig an jene Interpreten, die inzwischen verstorben sind.

Franz Schmidt
Fredigundis

Dunja Vejzović
Werner Hollweg
Martin Egel

ORF Wiener Radio Symphonie Orchester
Ernst Märzendorfer  Dirigent

Orfeo C380012

von Peter Sommeregger

Knapp 45 Jahre liegt die konzertante Aufführung der zweiten Oper Franz Schmidts bereits zurück, jetzt erscheint der Mitschnitt endlich auch offiziell auf Tonträgern.

Nach dem großen Erfolg seines ersten Bühnenwerkes, „Notre Dame“, das 1914 an der Wiener Hofoper erfolgreich aufgeführt wurde, griff der Komponist Schmidt erneut nach einem literarischen Stoff, und ließ sich ein Libretto nach einem historischen Roman von Felix Dahn schreiben.

„CD-Rezension: Franz Schmidt, Fredigundis
Dunja Vejzović, Werner Hollweg, Martin Egel
klassik-begeistert.de, 19. April 2024“
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Auch ohne Wunder auf der Bühne lohnt es sich, diese Elsa und diesen Lohengrin zu hören

Lohengrin Berlin © Monika Rittershaus

Richard Wagner (1813 – 1883)
Lohengrin
In deutscher Sprache mit Übertiteln

Libretto vom Komponisten
Uraufführung 1870 in München

Staatsoper unter den Linden, Berlin, 14. April 2024

von Dr. Bianca Maria Gerlich

Lohengrin – kommt aus einer höheren Sphäre, um den Menschen zu helfen, doch muss sie wieder verlassen, weil sie noch nicht bereit dafür sind. Er ist, laut Wagner, sein traurigster Held, denn zu viel Neid, Missgunst und Machtgier dominieren unsere Menschenwelt. Das war im 10. Jahrhundert, in dem das Werk spielt, so, ebenfalls im 19. Jahrhundert, in dem es niedergeschrieben worden ist und auch noch heute. Dementsprechend setzt es Calixto Bieito in die Gegenwart, doch präsentiert kein Wunder.

„Richard Wagner (1813 – 1883), Lohengrin
Staatsoper unter den Linden, Berlin, 14. April 2024“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 20. APRIL 2024

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 20. APRIL 2024

CD-Rezension
Diese CD stellt eine eindrucksvolle Visitenkarte des Komponisten und Pianisten Leon Gurvitch dar
Der aus dem weißrussischen Minsk stammende Musiker Leon Gurvitch studierte zunächst Oboe, Klavier und Dirigat an der Musikhochschule seiner Heimatstadt. Anfangs fokussierte er auf Jazzmusik, gründete mit 19 Jahren eine eigene Band. In den Jahren 1993 bis 2000 musizierte er am Minsker Russischen Dramentheater und war 1999 Mitbegründer des Minsker Jazzorchesters. Im Jahr 2001 verlegte Gurvitch seinen Lebensmittelpunkt nach Hamburg, wo er seither als freischaffender Musiker lebt. Seit dem Jahr 2004 wirkt er als Dozent am Hamburger Johannes-Brahms-Konservatorium, dessen Orchester er seit 2007 leitet.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

CD-Rezension: „Herr Oluf und das Meer“
Diese CD ist eine Hommage an Carl Loewe und das Meer
Diese ungewöhnliche Produktion stellt den weitgehend gelungenen Versuch dar, einen künstlerischen Dreiklang aus Gesang, Rezitation und Fotokunst herzustellen. Die Basis dafür bilden Lieder und Balladen des Komponisten Carl Loewe, der durch seine Tätigkeit in Stettin eine große Nähe und Affinität zum Meer entwickelte, was sich auch in seiner Musik niederschlug. Der direkte Bezug zum Meer ist nicht unbedingt in jedem Text gegeben, aber man freut sich über die große Zahl zum Teil selten zu hörender Kompositionen aus Loewes Feder. Der Komponist schien längere Zeit „aus der Mode“ gekommen zu sein, begrüßenswert ist besonders die Aufnahme zweier Abschnitte seiner Grande Sonate brillante in das Programm.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

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Kernschmelze der Gefühle: „Cavalleria rusticana“ und „Pagliacci“ brodeln in Eifersucht

Ekaterina Gubanova © Gulbenkian Música

Pietro Mascagni: „Cavalleria rusticana“

Ruggero Leoncavallo: „Pagliacci”

Philharmonisches Staatsorchester der Hamburgischen Staatsoper
Musikalische Leitung: Daniele Callegari

Chor der Hamburgischen Staatsoper
Chorleitung: Eberhard Friedrich

Kinder- und Jugendchor
Leitung: Luiz de Godoy

Staatsoper Hamburg, 9. April 2024

von Dr. Holger Voigt

Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ und Ruggero Leoncavallos „Pagliacci” – sozusagen der “Doppel-Whopper” italienischer Opernliteratur – munden vorzüglich, sind aber mit Vorsicht zu genießen, schließlich ist die Überlebensprognose der meisten Rollenprotagonisten außerordentlich dürftig. In diesen zwei Opern ist „alles drin“ – Liebe, Verrat, Eifersucht, Rache und als deren Folge der finale Tod auf der Opernbühne (oder im akustischen Hintergrund). Wer das von einer Oper erwartet, wurde an diesem begeisternden Abend an der Hamburgischen Staatsoper fürstlich bedient. „Pietro Mascagni: „Cavalleria rusticana“, Ruggero Leoncavallo: „Pagliacci”
Staatsoper Hamburg, 9. April 2024“
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Peeping Tom gelingt große Kunst, die in mich eindringt

Fotogalerie/TRIPTYCH © Virginia Rota, Peeping Tom

Programm

GASTSPIEL – PEEPING TOM: TRIPTYCH

Choreographie Gabriela Carrizo, Franck Chartier.

Physical theatre performance in drei Akten – 2020

The missing door, The lost room, The hidden floor

Regie und Choreographie   Gabriela Carrizo, Franck Chartier

Komposition und Arrangements   Eurudike De Beul, Annalena Fröhlich, Ismaël Colombani, Louis-Clément Da Costa, Raphaëlle Latini

Bühne   Justine Bougerol, Gabriela Carrizo

Kostüme   Yichun Liu, Louis-Clément Da Costa, Seoljin Kim

Licht   Tom Visser

Ensemble der Compagnie Peeping Tom

Lauren Langlois, Fanny Sage, Eliana Stragapede, Wan-Lun Yu, Konan Dayot, Fons Dhossche, Panos Malactos, Alejandro Moya

Nationaltheater, München, 16. April 2024

von Frank Heublein

An diesem Abend ist die belgische Compagnie Peeping Tom mit Triptych innerhalb der Ballettwoche im Nationaltheater in München zu Gast.

Mein Stehbänkchennachbar in der Galerie des Nationaltheaters spricht treffend aus, was auch ich fühle: ich war noch nie gleichzeitig so abgestoßen und fasziniert von einem Ballett. Ich spüre meinen inneren Konflikt. Peeping Tom gelingt große Kunst, die in mich eindringt. „Gastspiel – Peeping Tom: Triptych
Nationaltheater, München, 16. April 2024“
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DIE FREITAG-PRESSE – 19. APRIL 2024

Gautier Capuçon © Gregory Batardon

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG-PRESSE – 19. APRIL 2024

Berlin/Philharmonie
Capuçons edler Celloton adelt das Konzert mit den Wiener Symphonikern
Es ist lange her, dass mir Dvořáks Cellokonzert zuletzt im Konzertsaal vergönnt war. In den 1980er und 1990er Jahren erlebte ich es alle Nase lang mit den besten Solisten der damaligen Zeit, darunter noch Cello-Papst Rostropowitsch  in schon sehr fortgeschrittenem  Alter,  David Geringas, Natalia Gutman,  Mischa Maisky oder Yo Yo Ma. Meine Messlatte liegt insofern sehr hoch um sagen zu können: Mit Gautier Capuçon habe ich nun einen der besten heutigen Cellisten hören dürfen!
Von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

Starke Frauen und Dackelkot: Was das Gärtnerplatztheater plant
Josef E. Köpplinger stellt mit seinem Team die Premieren der Spielzeit 204/2025 vor
MünchnerAbendzeitung.de

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Weltklasse in Köln: Elim Chan und das Gürzenich-Orchester Köln versprühen mit Prokofjew, Wagner und Skrjabin pure Ekstase!

Elim Chan © https://www.elimchan.nl

Gürzenich-Orchester Köln
Elim Chan, Dirigent
Benjamin Grosvenor, Klavier

Sergej Prokofjew – Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 C-Dur op. 26

Richard Wagner – Vorspiel und Isoldes Liebestod aus Tristan und Isolde WWV 90, Handlung in drei Akten mit Libretto vom Komponisten

Alexander Skrjabin – Poème de l’extase op. 54 für großes Orchester

Zugabe: Chopins Nocturne, op. 9 Nr. 2

Kölner Philharmonie, 16. April 2024

von Daniel Janz

Das Gürzenich-Orchester Köln: Traditionsorchester am Rhein und in den letzten Jahren von stetig steigender Qualität. Seit 2022 gab es bei den Konzerten dieses Orchesters gefühlt einen Höhepunkt nach dem anderen. Auch deshalb überraschte es, dass dessen Programm zuletzt weniger Mut offenbarte, als in den Jahren zuvor. Da ist es natürlich eine willkommene Erfrischung, von diesem Orchester auch wieder Werke präsentiert zu kriegen, die nicht alltäglich deutsche Konzertspielpläne prägen, sondern teilweise sogar zu den vergessenen Klassikern gezählt werden müssen.

„Gürzenich-Orchester Köln, Elim Chan, Dirigent, Benjamin Grosvenor, Klavier
Kölner Philharmonie, 16. April 2024“
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Diese CD stellt eine eindrucksvolle Visitenkarte des Komponisten und Pianisten Leon Gurvitch dar

CD-Rezension:

Leon Gurvitch
Musique Mélancholique

Solo Musica SM 461

von Peter Sommeregger

Der aus dem weißrussischen Minsk stammende Musiker Leon Gurvitch studierte zunächst Oboe, Klavier und Dirigat an der Musikhochschule seiner Heimatstadt. Anfangs fokussierte er auf Jazzmusik, gründete mit 19 Jahren eine eigene Band. In den Jahren 1993 bis 2000 musizierte er am Minsker Russischen Dramentheater und war 1999 Mitbegründer des Minsker Jazzorchesters. „CD-Rezension: Leon Gurvitch Musique Mélancholique
klassik-begeistert.de, 18. April 2024“
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Capuçons edler Celloton adelt das Konzert mit den Wiener Symphonikern

Gautier Capuçon © Gregory Batardon

Antonín Dvořák:
Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op.104

Richard Strauss:
Don Juan / Tondichtung nach Nikolaus Lenau op. 20
Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28

Gautier Capuçon, Violoncello
Wiener Symphoniker
Petr Popelka, musikalische Leitung

Philharmonie Berlin, 17. April 2024


von Kirsten Liese

Es ist lange her, dass mir Dvořáks Cellokonzert zuletzt im Konzertsaal vergönnt war. In den 1980er und 1990er Jahren erlebte ich es alle Nase lang mit den besten Solisten der damaligen Zeit, darunter noch Cello-Papst Rostropowitsch  in schon sehr fortgeschrittenem  Alter,  David Geringas, Natalia Gutman,  Mischa Maisky oder Yo Yo Ma. Meine Messlatte liegt insofern sehr hoch um sagen zu können: Mit Gautier Capuçon habe ich nun einen der besten heutigen Cellisten hören dürfen! „Gautier Capuçon, Violoncello, Wiener Symphoniker, Petr Popelka, musikalische Leitung
Philharmonie Berlin, 17. April 2024“
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Die Oper “Der Silbersee” von Kurt Weill steht und fällt in Nancy mit dem Schauspieler Benny Claessens

Silbersee ® Jean Louis Fernandez

Die “Opéra national de Lorraine, Nancy” zeigt in einer Koproduktion mit “Opera Ballet Vlaanderen”, Kurt Weills “Silbersee” in einer Deutsch-französischen Version. Das Werk ist an sich schon voll mit schwarzem Humor und Unsinn. In der hier vorgeführten, aktualisierten Adaptation von Ersan Mondtag wird dieses noch um ein Vielfaches gesteigert, vor allem mithilfe des belgischen Schauspielers Benny Claessens.

Kurt Weill
DER SILBERSEE (LE LAC D’ARGENT)
Bühnenspiel in 3 Akten (Libretto: Georg Kaiser)

Musikalische Leitung  Gaetano Lo Coco
Inszenierung & Bühnenbild  Ersan Mondtag
Kostüme  Josan Marx

Orchester und Chor der “Opéra national de Lorraine”

Koproduktion, Nancy, Opéra national de Lorraine, 16. April 2024

 von Jean-Nico Schambourg

Zur Geschichte der Oper: Severin hat, von Hungersnot getrieben, eine Ananas gestohlen und wird auf der Flucht vom Polizisten Olim angeschossen. Von Gewissensbissen geplagt, nimmt Olim Severin in sein Schloss am Silbersee auf, um ihn zu pflegen. Das Schloss, was vorher dem “demokratisch abgewählten” Adel gehörte, hat er mit dem Geld eines Lottogewinns gekauft. Severin hegt stets den Gedanken, sich am Polizisten, der ihn angeschossen hat, zu rächen, bis er erfährt, dass es sich hierbei um Olim, seinen Gönner, handelt.

„Kurt Weill, Der Silbersee (Le Lac d’argent)
Koproduktion, Nancy, Opéra national de Lorraine, 16. April 2024“
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