Figaro Hip, Figaro Hop: Bonn rockt den Barbier!

Grisha Martirosyan und Tänzer © Bettina Stöß

Auf die Musik von Gioachino Rossini lässt sich gut tanzen. Regisseur Matthew Wild macht sich diese Feststellung zu Nutzen und lässt vier Hiphop-Tänzer in seiner Bonner Inszenierung des “Barbier von Sevilla” auftreten zu den teilweise irren Rhythmen des Meisters von Pesaro. Sänger und Orchester unter der Leitung vom Dirigenten Matteo Beltrami zeigen eine sehr homogene  Leistung und runden die Aufführung zum Gute-Laune-Fest für Jung und Alt ab.

Gioachino Rossini (1792 – 1868)
IL BARBIERE DI SIVIGLIA
Melodramma buffo in zwei Akten (Libretto von Cesare Sterbini)

Musikalische Leitung:  Matteo Beltrami
Inszenierung:  Matthew Wild
Bühne:  Dirk Hofacker
Kostüme:  Raphaela Rose

 Theater Bonn, Opernhaus, 10. Mai 2026

von Jean-Nico Schambourg

Wer hat noch nie beim Hören der Musik von Gioachino Rossini ein Zucken in Beinen, Armen und ganzem Körper verspürt und sich zum Tanzen angeregt gefühlt? Seine Crescendi, Accelerandi, Staccati laden dazu einfach ein.

Matthew Wild macht sich diese Feststellung zu Nutzen und lässt vier Hiphop-Tänzer (Jessica Alino, Corina Wodwarka, Gabriel de Freitas Rolfs, Kacper Iwanow) in seiner Bonner Inszenierung des “Barbier von Sevilla” auftreten. Die Choreografie hierzu stammt von Rudy Smit. Aber keine Angst, die Oper wird vom Regisseur nicht in ein Ballett mit Gesang umfunktioniert. Die Tanzeinlagen werden fein dosiert zu einigen sich perfekt dazu eignenden Szenen eingestreut. Dazwischen fungieren die tollen Tänzer als Helfershelfer für das Unterfangen von Figaro und dem Grafen Almaviva.

„Gioachino Rossini (1792 – 1868), Il barbiere di Siviglia
Theater Bonn, Opernhaus, 10. Mai 2026“
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Ich bin erschüttert! Unausweichlich muss die eine sterben, damit die andere Königin bleiben kann

Mary flüchtet nach England, Schlussbild des ersten Akts. Johanni van Oostrum, Vera-Lotte Boecker, Ensemble © Monika Rittershaus

Die Uraufführung von Brett Deans Oper Of One Blood in München ist im ersten Teil ein durchgehendes Druckfurioso. Strengt an. Ist so gewollt. Im zweiten Teil differenzieren sich Musik und die beiden Hauptrollenstimmen hervorragend aus. Die emotionale Tiefe, die bittere, doch unausweichliche Konsequenz der Entscheidung erscheint großartig in der Musik. Großer Applaus für alle. Standing Ovations für Komponist und Librettistin.
Johanni van Oostrum als Elizabeth und Vera-Lotte Boecker als Mary geben der beiden Königinnen Qual intensivsten Ausdruck. Stark!

Of One Blood
Oper in zwei Akten (2026, UA)

Komponist Brett Dean
Libretto von Heather Betts nach Texten von Mary Stuart, Elizabeth Tudor und anderen Quellen aus dem 16. Jahrhundert.

Musikalische Leitung Vladimir Jurowski
Inszenierung  Claus Guth

Elizabeth Tudor, Queen of England  Johanni van Oostrum
Mary Stuart, Queen of Scots  Vera-Lotte Boecker

Bühne  Etienne Pluss
Kostüme  Ursula Kudrna
Sounddesign  Bob Scott, Sven Eckhoff
Licht  Michael Bauer

Choreographie  Sommer Ulrickson
Chor  Christoph Heil

Dramaturgie  Yvonne Gebauer, Lukas Leipfinger

Bayerisches Staatsorchester

Bayerischer Staatsopernchor
Opernballett der Bayerischen Staatsoper

Nationaltheater, München, 10. Mai 2026 PREMIERE

von Frank Heublein

An diesem Abend findet im Nationaltheater München die Uraufführung der Oper Of One Blood des Komponisten Brett Dean statt. Es ist die Geschichte der beiden Königinnen Elisabeth I., Königin von England und Maria Stuart, Königin von Schottland. „Brett Dean, Of One Blood
Nationaltheater, München, 10. Mai 2026 PREMIERE“
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Das Lübecker Opernstudio glänzt mit überzeugenden Stimmen

Wonjun Kim, Robin Frindt, Natalie Beck, Viktor Aksentijević , Delia Bacher und Almog Aharoni (Photo Andreas Ströbl)

In zahlreichen Opernproduktionen der vergangenen Jahre begeisterten junge Sängerinnen und Sänger aus dem Lübecker Opernstudio das Publikum durch hochprofessionelle und ausgesprochen reife Leistungen. Ihnen allein gehörte am 10. Mai 2026 die Bühne; bei einem zauberhaften Konzert im Mittelrangfoyer des Lübecker Theaters überzeugten sie erneut mit einem bunten Programm, unter anderem aus aktueller und kommender Spielzeit.

Theater Lübeck, Mittelrangfoyer, Konzert für die Gesellschaft der Theaterfreunde Lübeck am 10. Mai 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Eine große Chance für junge Talente

Das Lübecker Opernstudio ist ein gemeinsames Kind des Theaters Lübeck und der Musikhochschule der Hansestadt; gefördert wird es von der Possehl-Stiftung. Die jungen Solisten werden durch ein individuelles Studienprogramm gefördert und begleitet; sie übernehmen meist kleine und mittlere Partien, springen aber auch schonmal ein, wenn eine große Rolle krankheitsbedingt umbesetzt werden muss. Ist das Opernstudio ohnehin ein Sprungbrett in die Professionalität, gerät der Erwerb der Berufspraxis dann mitunter – um in der Metapher zu bleiben – zum Sprung nicht nur ins kalte Wasser, sondern in den Erfolg. „SolistInnen des Lübecker Opernstudios
Theater Lübeck, 10. Mai 2026“
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Französischer Esprit erobert Hanau

© Sara Flohr

Lili Boulanger
„D’un matin de printemps“

Frédéric Chopin
Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21

César Franck
Sinfonie in d-Moll

Schaghajegh Nosrati, Klavier

Neue Philharmonie Frankfurt
Jens Troester, musikalische Leitung

Sinfoniekonzert im Congress Park, Hanau, 9. Mai 2026

von Dirk Schauß

Der Congress Park in Hanau verwandelte sich am Abend des 9. Mai in einen Ort französischen Esprits. Jens Troester und die Neue Philharmonie Frankfurt luden zum vierten Konzert der Reihe „Congress Park Sinfonie“ – und sie taten es mit der gewohnten Hingabe und handwerklichen Präzision. Das Orchester, das zwar den Namen der nahen Metropole Frankfurt im Titel trägt, seine künstlerische Heimat aber mit Fug und Recht in Hanau behauptet, servierte ein Programm wie ein exquisites Drei-Gänge-Menü: Lili Boulanger als spritziger Aperitif, Frédéric Chopin als virtuose Hauptspeise und César Franck als gewichtiger, aber keineswegs schwer verdaulicher Digestif. „Sinfoniekonzert im Congress Park, Jens Troester Dirigent, Klavier
Congress Park, Hanau, 9. Mai 2026“
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Die schweigsame Frau in Berlin: „In Schönheit sterben“

Manuel Winckhler (Vanuzzi), Brenda Rae (Aminta), Siyabonga Maqungo (Henry Morosus), Peter Rose (Sir Morosus), Dionysios Avgerinos (Morbio), Samuel Hasselhorn (Barbier Schneidebart), Ensemble © Bernd Uhlig

„In Schönheit sterben“ – Christian Thielemann als spiritus rector dieser feinst ziselierten, klangwirbelnden Tragikomödie

Die schweigsame Frau
Komische Oper in drei Aufzügen (1935)

Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson

Sir Morosus  Peter Rose
Barbier Schneidebart  Samuel Hasselhorn
Henry Morosus  Siyabonga Maqungo
Aminta  Brenda Rae

Inszenierung   Jan Philipp Gloger
Dirigent   Christian Thielemann

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026

von Dr. Ingobert Waltenberger

Der 10. Mai ist heute nicht nur Muttertag, sondern es gilt auch dem Gedenken an den 10. Mai 1933. Ein Mahnmal am Bebelplatz neben der Oper erinnert an die Bücherverbrennung, als unter anderem Studenten des Nationalsozialistischen Studentenbundes und Professoren unter der musikalischen ‚Anfeuerung‘ von SA und SS an die 20.000 Bücher von jüdischen und anderen missliebigen Autoren verbrannten. Darunter auch diejenigen von Stefan Zweig, dem Librettisten von „Die schweigsame Frau“. Insofern darf die gestrige Aufführung vor allem dem Augenmerk auf die fantastischen Qualitäten des Textbuchs gewidmet sein. „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026“
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„Die schweigsame Frau“: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“

Brenda Rae (Aminta), Peter Rose (Sir Morosus) ©  Bernd Uhlig

Bereits der Dresdner Uraufführungsdirigent, Karl Böhm, hatte mit Strauss’ Einverständnis Kürzungen vorgenommen, Christian Thielemann hätte vielleicht noch weitere vornehmen sollen, denn so drängt sich das Zitat aus dem Vorspiel der Oper Ariadne auf: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“

Die schweigsame Frau

Komische Oper in drei Aufzügen (1935)

Musik von Richard Strauss
Text von Stefan Zweig nach Ben Jonson

Sir Morosus  Peter Rose
Barbier Schneidebart  Samuel Hasselhorn
Henry Morosus  Siyabonga Maqungo
Aminta  Brenda Rae

Inszenierung: Jan Philipp Gloger
Dirigent: Christian Thielemann

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026

von Peter Sommeregger

Als nach knapp vier Stunden der Schlussvorhang fällt, hat sich das schon von Beginn nicht voll besetzte Haus bereits merklich geleert. Man wundert sich: Samstag Abend, am Pult Stardirigent und GMD Christian Thielemann, ein selten gespieltes Werk von Richard Strauss, und dann an den seitlichen Rängen komplett leere Reihen? „Richard Strauss, Die schweigsame Frau
Staatsoper Unter den Linden, 9. Mai 2026“
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Giovanni Antonini dirigiert den Schmerz aus den Angeln

CD/Blu-ray Besprechung:

Haydn 2032
No. 19 – Trauer

Giovanni Antonini, musikalische Leitung
Il Giardino Armonico

Alpha Classics, Alpha1101

von Dirk Schauß

Giovanni Antonini wählt für den 19. Band seiner Gesamtaufnahme Haydn2032 einen eignen Weg: eine seelische Inventur in Klanggestalt. Mit Il Giardino Armonico spannt er einen Bogen von den Schlachtfeldern des dreißigjährigen Krieges bis zu den Erschütterungen des modernen Terrorismus. „Haydn 2032 No. 19 – Trauer, Giovanni Antonini
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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Leif Ove Andsnes überrascht mit skandinavischen Tönen

CD/Blu-Ray Besprechung:

Der norwegische Pianist, Dirigent, Komponist und Musikwissenschaftler Geirr Tveitt dürfte nur wenigen bekannt sein. Bevor Leif Ove Andsnes die 30-minütige, dreisätzige Klaviersonate etere, op. 129, im Juli 2025 in der Pfarrkirche St. Jude-on-the-Hill im Hampstead Garden Suburb im Norden Londons aufnahm, hatte er sich über Jahrzehnte hinweg immer wieder mit ihr befasst und alle Facetten des Stücks zuvor schon in 35 Konzerten erprobt. Aber nicht nur das zählt.

GEIRR TVEITT – LEIF OVE ANDSNES und SOLVEIG ANDSNES mit der Klaviersonate Nr. 29, zehn Volksliedern aus Hardanger für Klavier und neun Liedern.

Simax Classics

von Dr. Ingo Waltenberger

Der 1908 in Bergen geborene Tveitt studierte vier Jahre lang am Leipziger Konservatorium. 1932 ging er nach Wien, um seine Ausbildung bei Egon Wellesz zu vervollkommnen. Weitere Anregungen erhielt er in Paris von Arthur Honegger und Heitor Villa-Lobos. Wie andere Tonsetzer der Zeit sammelte er (norwegische) Volkslieder. Seine Musik, die – so Andsnes – impressionistische Farben französischen Ursprungs mit den stechenden Rhythmen Prokofievs verbindet, gründet sich auf lydische Kirchentonarten mit ihren erhöhten Quarten. Der Komponist wollte damit alte skandinavische Tonleitern reanimieren. „Leif Ove Andsnes, Geirr Tveitt
klassik-begeistert.de, 11. Mai 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 11. MAI 2026

Peter Rose (Sir Morosus), Brenda Rae (Aminta) © Bernd Uhlig

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 11. MAI 2026

Berlin/Staatsoper
„Die schweigsame Frau“: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“
Bereits der Dresdner Uraufführungsdirigent, Karl Böhm, hatte mit Strauss’ Einverständnis Kürzungen vorgenommen, Christian Thielemann hätte vielleicht noch weitere vornehmen sollen, denn so drängt sich das Zitat aus dem Vorspiel der Oper Ariadne auf: „Die Oper enthält Längen – gefährliche Längen!“
Von Peter Sommeregger
Klassik – begeistert.de

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Romely Pfund dirigiert mit Esprit und Eleganz

Romely Pfund und Orchester, Photo: Andreas Ströbl

Festkonzert Romely Pfund

50 Jahre auf dem Dirigentenpult – wer eine der ersten Damen mit Taktstock überhaupt am 9. Mai 2026 im Großen Haus des Lübecker Theaters in geradezu jugendlicher Frische erlebte, fragte sich, in welchem zarten Alter sie die Bühne denn zuerst betreten haben mochte. Die überraschende Aufklärung gab sie selbst während des Konzerts.

Joseph Haydn, Symphonie Nr. 102 B-Dur Hob 102
Johannes Brahms, Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a
Leonard Bernstein, Divertimento for Orchestra

Romely Pfund, Dirigentin
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Theater Lübeck, Großes Haus, 9. Mai 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Frühlingsfroher Haydn

Die Hörer der Uraufführung von Haydns Symphonie Nr. 102 im Jahre 1794 dürfte der einleitende singuläre Ton überrascht haben; hier hat der Komponist echtes Neuland betreten. Eine spannungsvolle Unruhe steckt in diesem Largo und seinem Spiel mit reinem Klang und der Entwicklung der Motive. Auch im Vivace mit seinen aufeinanderprallenden Themen ahnen Interpreten und Musikwissenschaftler schon Beethovens Neuerungen. „Festkonzert Romely Pfund, Joseph Haydn, Symphonie Nr. 102
Theater Lübeck, Großes Haus, 9. Mai 2026“
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