„Boris Godunow“ in der Hamburger Staatsoper berührt nicht nur slawische Seelen

„Boris Godunow“, Ensembleszene © Brinkhoff / Mögenburg

„Boris Godunow“ von Modest P. Mussorgsky
zur Eröffnung der neuen Spielzeit der
Hamburger Staatsoper am 16. September 2023

Musikalische Leitung: Kent Nagano
Regie: Frank Castorf
Bühne: Alexander Denić
Kostüme: Adriana Braga Peretzki

von Jolanta Łada-Zielke

An diesem sonnigen Septembernachmittag entschlossen sich viele Hamburger Musikliebhaber, an der Eröffnung der neuen Spielzeit in der Staatsoper teilzunehmen und die neue Inszenierung von Mussorgskys „Boris Godunow“ zu sehen. Dies ist die achte Inszenierung dieser Oper in Hamburg, die erste fand 1924 statt. Die Eröffnungspremiere fing um 18:00 Uhr an, und zwei Stunden später konnte man ihre Übertragung auf einer Kino-Leinwand am Jungfernstieg sehen. „Modest P. Mussorgsky, „Boris Godunow“
Staatsoper Hamburg, 16. September 2023 PREMIERE“
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DIE MONTAG-PRESSE – 18. SEPTEMBER 2023 

Don Carlo © Bernd Uhlig

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE  – 18. SEPTEMBER 2023 

Berlin/Staatsoper
Wer sich mit der Macht zu Tisch setzt, dem vergeht der Appetit – Verdis „Don Carlo“ an der Berliner Staatsoper
Seit es Ideologien und Religionen gibt, werden andere unterdrückt. Seit es Imperien gibt, leiden die besiegten Völker. Und seit es Familien gibt, herrschen dort immer wieder Sprachlosigkeit und Unverständnis bis zur völligen Zerrüttung. Philipp Himmelmanns Inszenierung von Verdis „Don Carlo“ an der Berliner Lindenoper ist nun schon fast 20 Jahre alt, aber sie ist so zeitlos-modern, dass diese Produktion auch noch in den kommenden Jahrzehnten aktuell und verständlich sein wird.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

Berlin/Komische Oper
Spektakuläre Aufführung mit Abstrichen – Die Komische Oper Berlin startet mit Hans Werner Henzes „Das Floß der Medusa“ in die neue Spielzeit
NeueMusikzeitung/nmz.de

Kämpfen lohnt sich“: Polit-Oper „Floß der Medusa“ begeistert
BR-Klassik.de

Alles riesig: Die Komische Oper eröffnet ihre Exil-Spielzeit im Flugzeughangar
Mit dem aufwändigen Henze-Oratorium „Das Floß der Medusa“ feiert die Komische Oper ihre Möglichkeiten.
BerlinerZeitung.de

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Wer sich mit der Macht zu Tisch setzt, dem vergeht der Appetit – Verdis „Don Carlo“ an der Berliner Staatsoper

Don Carlo © Bernd Uhlig

Berlin, Staatsoper Unter den Linden, 16. September 2023
Premiere am 13. Juni 2004

Giuseppe Verdi, Don Carlo

Massimo Zanetti, Dirigent

Philipp Himmelmann, Inszenierung

Staatskapelle Berlin
Staatsopernchor Berlin

von Dr. Andreas Ströbl

Seit es Ideologien und Religionen gibt, werden andere unterdrückt. Seit es Imperien gibt, leiden die besiegten Völker. Und seit es Familien gibt, herrschen dort immer wieder Sprachlosigkeit und Unverständnis bis zur völligen Zerrüttung.

Philipp Himmelmanns Inszenierung von Verdis „Don Carlo“ an der Berliner Lindenoper ist nun schon fast 20 Jahre alt, aber sie ist so zeitlos-modern, dass diese Produktion auch noch in den kommenden Jahrzehnten aktuell und verständlich sein wird. „Giuseppe Verdi, Don Carlo
Berlin, Staatsoper Unter den Linden, 16. September 2023“
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„Das wirst Du so nie wieder hören!!!“ – Anna Vinnitskaya spielt Rachmaninow, dass es einem den Atem verschlägt

Anna Vinnitskaya © Marco Borggreve

Elbphilharmonie, 14. September 2023

Sergej Rachmaninow (1873 – 1943)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 g-Moll op. 40
Entstehung: 1926; revidiert 1927/1941 / Uraufführung: Philadelphia, 18. März 1927

Sergej Prokofjew
Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100
Entstehung: 1944 | Uraufführung: Moskau, 13. Januar 1945

Elbphilharmonie, 15. September 2023

Sergej Rachmaninow  (1873 – 1943)
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll op. 18

Sergej Prokofjew
Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100

BESETZUNG

NDR Elbphilharmonie Orchester

Anna Vinnitskaya Klavier
Dirigent Juraj Valčuha

von Harald Nicolas Stazol

„Das wirst Du so nie wieder hören!!!“, flüstere ich meinem Mündel, Maurice, 16, zu – er darf mich heute in die Elphi begleiten, vielmehr ich ihn – da hat die Vinnitskaya eben so dermaßen in die Tasten gehauen, Rach 2, DAS Konzert für mich, dass einem Angst und Bange wird, obwohl meiner Sitznachbarin nun das 4. Klavierkonzert für das noch Schönere gilt, „aber ich finde es heute Abend nicht, obwohl es im Programmheft eingedruckt ist?“ – „Das war gestern“ ächze ich, es treibt mir die Tränen in die Augen, ich war am Donnerstag nicht da, obwohl ich heißumkämpfte Karten hatte!

Ich wusste es nur nicht! Es dürfte einer der schlimmsten Fehler meines Lebens gewesen sein, gleich neben das plötzlich freie Hotelzimmer am Grand Canyon nicht zu nehmen – oder dem Ruf der Vogue als Chefreporter nach München nicht nachgekommen zu sein… „NDR Elbphilharmonie Orchester, Anna Vinnitskaya, Juraj Valčuha
Elbphilharmonie, 14./15. September 2023“
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Die Komische Oper Berlin hebt ab: Saisoneröffnung im Hangar des Flughafens Tempelhof

Foto © Jaro Suffner

Hans Werner Henze
Das Floß der Medusa
Oratorium in zwei Teilen [1968]
Dichtung von Ernst Schnabel

La Mort   Gloria Rehm
Jean-Charles   Günter Papendell
Charon   Idunnu Münch
Titus Engel    Dirigent

Tobias Kratzer   Inszenierung

Hangar 1, Flughafen Tempelhof, 16. September 2023


von Peter Sommeregger

Die auf Jahre hinaus heimatlos gewordene Komische Oper Berlin muss ab dieser Spielzeit, wie schon die Staatsoper vor ihr, das Charlottenburger Schillertheater als Ausweichquartier bespielen. Die Eröffnungspremieren der nächsten Jahre will man aber an jeweils anderen, ausgefallenen Orten der Stadt präsentieren. „Hans Werner Henze, Das Floß der Medusa
Komische Oper Berlin, Flughafen Tempelhof, 16. September 2023“
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Frank Castorf, Kent Nagano und Alexander Tsymbalyuk führen Mussorgskys Oper Boris Godunow auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper zum ungetrübten Erfolg

Chor und Solisten beim Schlussbild: Jürgen Sacher (Missail), Olivia Boen (Xenia), Florian Panzieri (Gottesnarr), Marta Swiderska (Schenkwirtin), Alexey Bogdanchikov (Schtschelkalow), Vitalij Kowaljow (Pimen), Dovlet Nurgeldiyev (Grigory/Dimitrij), Alexander Tsymbalyuk (Boris Godunow), Matthias Klink (Schuiskij), Ryan Speedo Green (Warlaam), Hubert Kowalczyk (Polizeioffizier), Kady Evanyshyn (Fjodor), Julian Arsenault (Mitjucha), Renate Spingler (Xenias Amme), Mateusz Lugowski (Leibbojar) (Foto: RW)

Castorf verzichtete weitestgehend auf proletarisch-sozialistische Optik. Diese spiegelte sich eher im Dekorativen der Bühnenaufbauten wider. So ersetzte er im vorletzten Bild das Kirchlein durch eine recht monströse sozialistische Heldenplastik, die im abschließenden Bild, nach dem Tod des Zaren Boris, einer überdimensionierten Coca-Cola Flasche mit buntem Strohhalm wich.

Staatsoper Hamburg, 16. September 2023
Boris Godunow, Oper von Modest P. Mussorgski, Fassung von 1868/69

Musikalische Leitung: Kent Nagano
Chor sowie Kinder- und Jugendchor: Eberhard Friedrich, Luiz de Godoy

Inszenierung: Frank Castorf
Bühne: Aleksandar Denić
Kostüme: Adriana Braga Peretzki

Staatsoper Hamburg, 16. September 2023 PREMIERE

von Dr. Ralf Wegner

Es gibt Opern, die hinterlassen einen gewaltigen Eindruck. Ich habe Mussorgskis bedeutendstes Werk dreimal auf der Hamburger Opernbühne (mit Moll, Talvela, Burchuladze als Boris) gesehen und einmal konzertant. In Erinnerung blieb ein gewaltiger Bass und fast noch gewaltigere Chöre. Etwas gab es aber auch noch, eine dominante Frauenrolle mit tiefer Stimme namens Marina, der Geliebten des falschen Dimitrij. Diese Frauenrolle wurde bei der jetzigen Aufführung musikalisch gestrichen mitsamt dem gesamten Polenakt. Damit entfiel auch die Rolle des Jesuiten Rangoni (Bariton). „Boris Godunow, Oper von Modest P. Mussorgski
Staatsoper Hamburg, 16. September 2023 PREMIERE“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 17. September 2023

Luca Salsi postet: Mr. und Mrs. Macbeth

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DIE SONNTAG-PRESSE – 17. September 2023

Berlin
Netrebko mit minutenlangen Ovationen gefeiert – Proteste vor der Staatsoper

Anna Netrebko wird wegen ihrer mutmaßlichen Putin-Nähe kritisiert. Während ihres ersten Auftritts seit Kriegsausbruch wurde vor der Staatsoper gegen die Opernsängerin protestiert. Drinnen gab es viel Applaus – aber auch Buh-Rufe.
Spiegel.de

Applaus für Anna Netrebko in der Berliner Oper, Proteste davor
Intendant Schulz zum Auftritt der Opernsängerin: „Es ist, denke ich, auch ein sehr wichtiges Zeichen, dass Anna Netrebko auf so einer Bühne, die so klar ukrainisch positioniert ist, singt.“
Kurier.at

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Schammis Klassikwelt 19: Eileen Farrell: Ihre dramatische Stimme war der “Niagarafall” unter den Sopranen

Foto: Eileen Farrell als Gioconda, 1959 – Nancy Sorensen

Eigentlich bräuchte es mehr als einen Artikel, um die Gesangskunst der amerikanischen Sopranistin Eileen Farrell gebührend zu würdigen. Sie war nicht nur eine der größten dramatischen Opernsängerinnen ihrer Zeit, auch in der Unterhaltungsmusik und im Jazz stach sie hervor und feierte große Erfolge. Im Gegensatz zu späteren und heutigen Opernstars, benutzte sie dabei nicht ihre ausgebildete Opernstimme, um die verschiedenen Genres zu einem einheitlichen stimmlichen Brei zu vermischen. Nein, sie besaß die Gabe und den Gusto, jeder Musik ihre ganz eigenen Stimm- und Klangfarben zu vermitteln. Das “Life Magazine” nannte sie “das perfekte Musikinstrument” (“The perfect musical instrument”)!

 von Jean-Nico Schambourg

Eileen Farrell wurde am 13. Februar 1920 geboren als Tochter von zwei Vaudeville-Sängern und wuchs im Connecticut (USA) auf. Sie erhielt ihren ersten Gesangsunterricht bei der Altistin Merle Alcott in New York, die sie anregte, 1940 beim amerikanischen Radiosender CBS für dessen Chor vorzusingen. Schon kurze Zeit später bekam sie dort eine eigene Radiosendung mit dem Titel „Eileen Farrell sings“, in der sie sowohl Opernarien, als auch Schlager sang. Sie trat auf mit Größen wie Frank Sinatra und Tony Bennett, dem Bariton Martial Singher oder den Mezzosopranistinnen Margaret Harshaw und Risë Stevens. Weiterhin war sie Gast in vielen Shows, wie zum Beispiel der bekannten “Bell Telephone Hour”.

„Schammis Klassikwelt 19: Eileen Farrell
klassik-begeistert.de, 17. September 2023“
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Das Abschlusskonzert des Kammermusikfestes Oberlausitz beglückt mit einem anspruchsvollen Programm und unbändiger Spielfreude

Marlene Wendl, Nils Mönkemeyer, Nikolaus Branny und Jan Vogler © Mechthild Lehmann

Kammermusikfest Oberlausitz
Abschluss- und Kooperationskonzert mit dem Moritzburg Festival

Robert Schumann: „Märchenerzählungen“ op. 132

Ludwig van Beethoven: „Duett mit zwei obligaten Augengläsern“ Es-Dur WoO 32 und „Gassenhauer“-Trio B-Dur op. 11

Max Bruch: Drei Stücke aus „Acht Stücke“ op. 83

Johannes Brahms, Trio a-Moll op. 114, Fassung für Viola, Violoncello und Klavier

Nils Mönkemeyer, Viola
Jan Vogler, Violoncello
Marlene Wendl, Klarinette
Nikolaus Branny, Klavier

Ev.-luth. Kirche Baruth, 15. September 2023

von Pauline Lehmann

Mit dem Kammermusikfest Oberlausitz (KMO) lädt neben dem Lausitz Festival eine weitere Veranstaltungsreihe ein in den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien, in die ländliche Region zwischen den Städten Dresden und Görlitz, Hoyerswerda und Zittau. Vom 8. bis zum 15. September 2023 fanden in sechs Schlössern sowie in den Kirchen von Baruth, Ebersbach und Hochkirch insgesamt zehn Konzerte mit 100 Musikerinnen und Musikern aus zwölf Nationen statt. „Kammermusikfest Oberlausitz
Ev.-luth. Kirche Baruth, 15. September 2023“
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Mit der „Salome“ stößt die Volksoper Wien an ihre Grenzen

Omer Meir Wellber © Wilfried Hösl

„Sag beim Abschied leise Servus“, heißt es in einem bekannten deutschen Schlager. An der Volksoper Wien scheint Omer Meir Wellber die Devise von der anderen Seite aufzurollen – Ende des Jahres verlässt der Israeli ja das Haus und zieht als Generalmusikdirektor nach Hamburg: Teilweise schraubt er den Dezibelregler zu weit in die Höhe. In Summe verabsäumt er auch, aus der „Salome“-Partitur ein musikalisches Drama auf höchster Intensität zu formen. Der „Regieklassiker“ von Luc Bondy leistet da auch keine Hilfe.

Das Kernrepertoire der Volksoper Wien ist sicherlich anderswo angesiedelt. Operette, Musical und Klassiker wie Mozarts „Die Zauberflöte“ – damit hat man sich am Wiener Gürtel, der geografischen Lage des Hauses, ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Hochdramatisches Fach sollte man eher dem großen Bruder an der Wiener Ringstraße überlassen. Selbst der hat dort nämlich alle Hände voll damit zu tun.

Richard Strauss, Salome

Volksoper Wien, 15. September 2023

von Jürgen Pathy

Die „Salome“, das darf man durchaus als Königsdisziplin bezeichnen. Rund 100 (?) Orchestermusiker – der Graben in der Volksoper Wien platzt aus allen Nähten. Schon rund 20 Minuten vor dem offiziellem Start – für 19:00 Uhr ist der angesetzt – herrscht reges Treiben. Man spürt richtig die Verantwortung, die hier auf den Schultern aller lastet. An der Volksoper Wien hatte man die „Salome“ von Richard Strauss 1910 zur ersten Aufführung in Wien gebracht. Nachdem die geplante Uraufführung an der Hofoper Wien der Zensur zum Opfer gefallen ist – Dresden hatte 1905 den Zuschlag bekommen. Die Neueinstudierung (Marie-Louise Bondy) von Luc Bondys gefeierter Inszenierung erweist sich Freitagabend nun als zu großer Brocken.

„Richard Strauss, Salome
Volksoper Wien, 15. September 2023“
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