Sommereggers Klassikwelt 28: Zeit zu reden, Zeit zu schweigen

Beängstigend an der gegenwärtigen Situation ist der zum Mahlstrom angeschwollene Fluss von Botschaften, Halbwahrheiten und Stellungnahmen die ungefragt und weitgehend ungefiltert über uns hereinbrechen. Dabei scheint ein Missverhältnis zwischen ungesicherten Fakten und ihrer massenweisen Verbreitung zu bestehen. Je weniger man weiß, desto mehr wird hemmungslos schwadroniert, selbst offizielle Medien stoßen pausenlos ein schwer erträgliches Geschwürbel aus.

von Peter Sommeregger

Der Donnerschlag, mit dem das Corona-Virus in unsere scheinbar so perfekt organisierte Welt eingeschlagen hat, ist wohl nur einem Meteoriteneinschlag in der frühen Erdgeschichte vergleichbar. Die konkreten Folgen für unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft und den Kulturbetrieb sind längst noch nicht absehbar. „Sommereggers Klassikwelt 28: Zeit zu reden, Zeit zu schweigen
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Was bewegt Klassikliebhaber angesichts von Krankheit und Tod? Teil 2: Die Oper nach Corona

Wiener Staatsoper, (c) M. Pöhn

Klassik und Kultur in Zeiten der Krise: Was bewegt Musikliebhaber angesichts von Krankheit und Tod?
Lesen Sie bitte, was die Wiener Opernenthusiasten Lothar und Sylvia Schweitzer bewegt – beide sind Autoren für klassik-begeistert.de .

von Lothar Schweitzer

Wir opfern keine Menschen. Wir werden hingegen aufgerufen Opfer zu bringen, Verzicht zu üben. Die Milliarden, die unserem (Staats)Haushalt fehlen, können nur mit Sparsamkeit und Zurückstecken liebgewordener Gewohnheiten hereingebracht werden. Jedes Ministerium muss seinen Beitrag leisten und jeder Minister („Diener“) läuft Gefahr, dass ihm vom Volk keine Kränze geflochten werden. Vielleicht von der Nachwelt. Das betrifft allerdings auch die nächstuntere Etage. Die neuen Direktoren der österreichischen Bundestheater, seien sie bereits im Amt oder knapp vor ihrem Antritt, stehen vor einer schweren Aufgabe. Was an Einsparungen biete ich als meinen sozialen Beitrag? Welche Einschränkungen muss ich als Opernliebhaber mittragen? „Was bewegt Klassikliebhaber angesichts von Krankheit und Tod? Teil 2
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Die DIENSTAG-PRESSE – 24. MÄRZ 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die DIENSTAG-PRESSE – 24. MÄRZ 2020
Magdalena Kožena © Mathias Bothor, Deutsche Grammophon

Berlin
Show geht weiter: Programm für Komische Oper vorgestellt
Sueddeutsche Zeitung

Magdalena Kožená über „Idomeneo“: Eine Zerreißprobe für die Seele
Eigentlich hätte die Mezzosopranistin Magdalena Kožená in Mozarts „Idomeneo“ in der Staatsoper Berlin auftreten sollen. Doch die Premiere wurde wegen des Shutdowns abgesagt. Die Sängerin bedauert das sehr. Auch weil der Idamante ihre Lieblingsrolle sei.
Deutschlandfunk/Kultur.de

„Konzertgänger in Berlin“
Hörstörung (26): Abstand total
Gut, so viel Abstand wie jetzt hätte der kurzmütige Konzertgänger sich niemals gewünscht, bei allem Ärger über hörstörende Mitbesucher. Aber da müssen wir als verantwortungsvolle Bürger durch. Für viele Menschen gehts ja um Leben und Tod. Konzertpause heißt weitgehend Blogpause. Die Konzertgängerkinder wollen ja auch beschult und bespaßt sein und ein wenig Arbeit daheim getan. Und Live-Streamings (Igor Levit tuts bekanntlich jeden Abend um 19 Uhr auf Twitter) sind für viele eine feine, tröstende Sache, das ist wunderbar; aber für notorische Echtraum-Erleber wie mich uninteressant.
https://hundert11.net/hoerstoerung26/

Klassik und Kultur in Zeiten der Krise: Was bewegt Musiker angesichts von Krankheit und Tod?
Teil 1: Corona – oder: Wie über uns die Bombe kam…
„Wenn irgendjemand auf der Suche nach einem Halt in heutiger Zeit sein sollte, nach einem Anker, der das Schiff in aufgewirbeltem Strom sicher hält und diesen für Gott hält – er wird ihn in der Musik, im gemeinschaftlichen Gesang finden.“
Der Apotheker Wilfried Feldhusen, 57, aus Wingst (Niedersachsen) ist ein profilierter Chorsänger. Der Bass singt im Symphonischen Chor Hamburg und zwei Chören im Landkreis Cuxhaven. Feldhusen spielt auch auf höchstem Niveau Posaune, etwas Klavier und widmet sich als Imker mit Herz und Blut seinen Bienen. Lesen Sie bitte seine Corona-Impressionen.
Wilfried Feldhusen berichtet aus Wingst.
Klassik-begeistert

Ladas Klassikwelt 24: „Fée blanche“, die „weiße Fee“: Maria Kalergis-Mouchanoff war die Freundin von Franz Liszt und Richard Wagner
Sie schenkte Richard Wagner zehntausend Franken, als dieser in Not war. Sie war mit Wagners späterem Schwiegervater Franz Liszt eng befreundet. Sie weinte bei Aufführungen des „Lohengrin“. Wagner widmete ihr die geschärfte Version der Broschüre „Das Judenthum in der Musik“, was sie ehrte, obgleich sie nicht antisemitisch war: Lesen sie bitte diesen außergewöhnlichen Bericht über eine außergewöhnliche Frau des 19. Jahrhunderts – die polnische Adlige Maria Kalergis (1822-1874), genannt „fée blanche“, die „weiße Fee“.
von Jolanta Lada-Zielke – jeden Montag aus ihrer Klassikwelt…
Klassik-begeistert

Der Coronavirus bedroht freischaffende Künstler in ihrer Existenz
Die gegenwärtige Corona-Krise bedeutet nicht nur eine akute gesundheitliche Bedrohung der Menschheit, sondern auch eine exorbitante existenzielle Bedrohung der freischaffenden Künstler. Viele werden bei längerer Dauer der Krise regelrecht daran zerbrechen.
Herbert Hiess berichtet für klassik-begeistert.de aus Wien
Klassik-begeistert

Klassische Musik und Oper in digitalen Konzerthallen
Musiker und Sänger kommen jetzt zum Publikum aufs Sofa. Wir haben kostenlose Angebote von der Met bis Essen und Hagen für Sie gesammelt.
https://www.wp.de/region/sauer-und-siegerland/klassische-musik-und-oper

Eine Welt von gestern: Moskauer Klassik-Impressionen
Auch in Moskau ist der letzte Ton nun vorerst verklungen. Opernhäuser, Museen und Universitäten sind geschlossen, das Leben kommt auch hier langsam zum Stillstand. Doch bis Mitte letzter Woche, während über Liveticker die sich immer mehr beschleunigenden Ereignisse aus Deutschland, Italien und Frankreich eintrafen, herrschte in der russischen Hauptstadt noch Normalität: Die Metro war voll wie immer, die Restaurants waren gut besucht, und auch die Musik war noch zu hören. Mit Blick auf die Entwicklungen in Europa, sich schließende Grenzen und immer weniger Flüge, entschied ich mich trotz der scheinbaren Normalität dafür, der Stadt früher als geplant den Rücken zu kehren. Kurz zuvor besuchte ich noch zwei Konzerte und hatte, ohne es vorher zu ahnen, somit das Glück einige der letzten Konzerte in der Stadt zu erleben. Nach meiner überstürzten Abreise und dem Versuch, mich mit der neuen Situation zu arrangieren, nutze ich nun die Möglichkeit, meine Notizen und Impressionen zu sammeln.
Lukas Baake berichtet aus Moskau.
Klassik-begeistert

„Die DIENSTAG-PRESSE – 24. MÄRZ 2020“ weiterlesen

Reif, altersweise und trotzdem feurig: Herbert Blomstedt dirigiert Mozart

CD-Besprechung
Wolfgang Amadeus Mozart

Symphonie Nr. 40 g-Moll KV 550
Symphonie Nr. 41 C-Dur KV 551

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Herbert Blomstedt
BR Klassik 900164

Der In Amerika geborene Schwede Herbert Blomstedt ist heute der Doyen unter den Internationalen Dirigenten. Es ist aber keineswegs nur sein rekordverdächtiges Alter von mittlerweile 92 Jahren, das Blomstedt zu einer Ausnahmeerscheinung macht. Wer auch nur einmal den Dirigenten am Pult eines der großen Orchester beobachtet, wird Zeuge eines emphatisch geführten Dialoges zwischen den einzelnen Musikern und dem– zumeist ohne Taktstock dirigierenden – Kapellmeister. Mit seinen Händen scheint Blomstedt die musikalischen Linien eines Stückes gleichsam in den Raum zu schreiben, lesbar für jeden, der ihm folgen will. „CD-Besprechung: Herbert Blomstedt, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Wolfgang Amadeus Mozart,
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Eine Welt von gestern: Moskauer Klassik-Impressionen von klassik-begeistert.de-Autor Lukas Baake

Großer Saal des Moskauer Konservatoriums, 12. März 2020
Russisches Nationalorchester
Dirigent, Lio Kuokman
Violine, Haik Kazazyan
Cello, Alexander Ramm
Johannes Brahms
Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81
Doppelkonzert für Violine und Cello op. 102
Camille Saint-Saens
Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33
Edvard Elgar, Cellokonzert e-Moll op. 85

Moskauer Konzertsaal Sarjadje, 13. März 2020
Nationales Philharmonisches Orchester Russlands   
Dirigent, Wladimir Spiwakow
Klavier, Konstantin Emelyanow
Sergei Prokofjew, Klavierkonzert Nr. 3 C-dur op. 26
Pjotr Tschaikowsky, Fantasie-Ouvertüre Romeo und Julia
Sergei Prokofjew, Ausschnitte aus dem Ballett „Romeo und Julia“ op. 64

Foto: Copyright meloman.ru  –
Der Konzertsaal Sarjadje im Zentrum Moskaus

von Lukas Baake

Auch in Moskau ist der letzte Ton nun vorerst verklungen. Opernhäuser, Museen und Universitäten sind geschlossen, das Leben kommt auch hier langsam zum Stillstand. Doch bis Mitte letzter Woche, während über Liveticker die sich immer mehr beschleunigenden Ereignisse aus Deutschland, Italien und Frankreich eintrafen, herrschte in der russischen Hauptstadt noch Normalität: Die Metro war voll wie immer, die Restaurants waren  gut besucht, und auch die Musik war noch zu hören. Mit Blick auf die Entwicklungen in Europa, sich schließende Grenzen und immer weniger Flüge, entschied ich mich trotz der scheinbaren Normalität dafür, der Stadt früher als geplant den Rücken zu kehren. Kurz zuvor besuchte ich noch zwei Konzerte und hatte, ohne es vorher zu ahnen, somit das Glück einige der letzten Konzerte in der Stadt zu erleben. Nach meiner überstürzten Abreise und dem Versuch, mich mit der neuen Situation zu arrangieren, nutze ich nun die Möglichkeit, meine Notizen und Impressionen zu sammeln. „Russisches Nationalorchester, Nationales Philharmonisches Orchester Russlands,
Großer Saal des Moskauer Konservatoriums, 12. März 2020 / Moskauer Konzertsaal Sarjadje, 13. März 2020“
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Ritterbands Klassikwelt 10: "Alles Virus!" – Tod und Musik

Dieser Beitrag von Autor Dr. Charles E. Ritterband (Isle of Wight) erschien zuerst bei klassik-begeistert.de am 19. März 2020. Einen Tag später erschien er online im Feuilleton einer der wichtigsten Zeitungen der westlichen Hemnisphäre: der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Wir bringen ihn deshalb noch einmal.

https://www.nzz.ch/feuilleton/alles-virus-opern-als-therapie-und-krankheitsgeschichte-ld.1547627

Jeder von uns ist irgendwie von der Corona-Krise betroffen. Mir folgte die Virus-Welle wie ein Gespenst. Es begann damit, dass ich fünf Opern in vier italienischen Städten – Mailand, Venedig, Bologna, Turin – anschaute und für klassik-begeistert.de rezensierte. In Venedig, wo gerade der Karneval dem Höhepunkt entgegenstrebte, herrschte bei strahlendem Sonnenschein fröhliches Maskentreiben. Ich sah dort „Elisir d’Amore“ – nach meiner Abreise schloss das Teatro La Fenice die Tore. Kurz darauf war ich an der Scala, „Turco in Italia“. Hinter mir schlossen sich die Tore des weltberühmten Opernhauses. Letzte Woche war ich in der Wiener Staatsoper: „Turandot“. Es sollte die letzte Vorstellung des Hauses am Ring sein … wohl für lange Zeit.

… So haben der Hauch des Todes, die Angst und die allgemeine Ungewissheit angesichts der rasend schnellen Verbreitung des Virus einen auf den ersten Blick unerwarteten Effekt: Es verstummt nicht die Musik, es breitet sich nicht tödliche Stille über die Welt.

von Charles E. Ritterband

„Alles Walzer!“ – noch haben wir ihn im Ohr, den rituellen Ruf an jedem der zahllosen Wiener Bälle, der, nach den Darbietungen der Debütantenpaare und der Balletttänzer, die Tanzfläche für das Publikum öffnet: Mit einem Walzer, vorzugsweise dem Donauwalzer. Längst sind die Tanzparkette leer, und mit ihnen sämtliche Kultureinrichtungen der Donaumetropole und aller anderen Städte. Statt „Alles Walzer!“: „Alles Virus“.

Humor und Musik statt tödlicher Stille

Das Virus beherrscht sämtliche Medien und alle Gespräche der Mitmenschen. Es macht Angst, evoziert archaische Todesängste – aber zugleich gibt es eine Gegenreaktion: Humor, schwarzer Humor natürlich, Galgenhumor. Und: Musik. Sie erklingt als Serenade von italienischen Fenstern und Balkonen, in Wiener Hinterhöfen und von den Apartment-Hochhäusern in Tel Aviv, die zu riesigen, improvisierten Party-Schauplätzen geworden sind. Sie tönt uns aus Laptops und Fernsehgeräten entgegen – denn die großen Opernhäuser der Welt bieten jetzt tägliche, kostenlose Streaming-Programme ihrer Opernrepertoires an: eine hervorragende Idee, denn wenn schon die Menschen nun plötzlich per Gesetz gezwungen werden, zu Hause zu bleiben, soll sich dieses Zuhause zu einer von hunderttausenden, ja Millionen von Opernlogen weltweit verwandeln. „Ritterbands Klassikwelt 10: „Alles Virus!“ – Tod und Musik“ weiterlesen

Was bewegt Musiker angesichts von Krankheit und Tod? Teil 1: Corona - oder: Wie über uns die Bombe kam

Klassik und Kultur in Zeiten der Krise: Was bewegt Musiker angesichts von Krankheit und Tod?

„Wenn irgendjemand auf der Suche nach einem Halt in heutiger Zeit sein sollte, nach einem Anker, der das Schiff in aufgewirbeltem Strom sicher hält und diesen für Gott hält – er wird ihn in der Musik, im gemeinschaftlichen Gesang finden.“

Foto: Symphonischer Chor Hamburg © Jutta Schwolow

Der Apotheker Wilfried Feldhusen, 57, aus Wingst (Niedersachsen) ist ein profilierter Chorsänger. Der Bass – er fing im 5. Lebensjahr mit dem Chorsingen an – singt im Symphonischen Chor Hamburg und in Chören der St.-Petri-Kirche in Cuxhaven. Wilfried Feldhusen  spielt auch auf höchstem Niveau Posaune, etwas Klavier und widmet sich als Imker mit Herz und Blut seinen Bienen sowie dem Zeichnen und Malen. Lesen Sie bitte seine Corona-Impressionen.

von Wilfried Feldhusen, Wingst (Niedersachsen)

Ein Tag jagt den anderen. Im Zeitraffer verläuft Vergangenheit als Wechsel zwischen Dunkel und Hell, Jahreszeiten mit Kälte oder sommerlicher Trockenheit. Irgendwie sollte es weitergehen, trotz Klimawandels, trotz politischen Gewitters um medienwirksame Vorteilsnahme, Flüchtlingskrise und Generationenkonflikt – uns geht es doch gut, dem Exportweltmeister, dem wirtschaftlichen Garanten unter allen europäischen Nationen; dem Problemlöser und sozialkompetentem Schwert jeden gordischen Knoten zu zerschlagen… und nun?

Eine gefühlte Smogwolke gleich dem Nebel über London scheinen Ausgelassenheit, gesellschaftliche Freude und Besorgnislosigkeit zu stigmatisieren. Die frühlingshaften Effloreszenzen der Kirschblüten und der Kamelienblüten sind wie der Zuckerrand eines Aperitifglases im vereisten Schockzustand. Der Atem stockt, das Herunterschlucken ist gelähmt, ein hochfrequenter Ton untermalt jegliche akustische Wahrnehmungen, imaginäre x-ray durch Nanoteilchen in Braunscher Molekularbewegung. Sie diffundieren im zur Verfügung stehenden Raum – der Raum sind auch wir.

Angst geht um. Das Kaninchen verharrt in Schockstarre vor der Schlange. Sechzig Prozent Durchseuchung – wir schaffen das?

Vielleicht versterben drei bis fünf Prozent von uns allen, das hieße, dass wir uns im Symphonischen Chor Hamburg von sechs Chorschwestern und Chorbrüdern trennten?

Wilfried Feldhusen, Apotheker und Musiker aus Wingst (Niedersachsen)

Es ist so wie beim Untergang der Titanic: Das Orchester spielt das „Say GoodBye“, während die dem Schicksal des Untergangs Geweihten den eisigen Fluten überlassen werden und in der unendlichen Tiefe der nächtlichen See versinken.

Es ist vorbei – wie heißt es in „Nänie“ von Johannes Brahms zum Tode seines befreundeten Malers Anselm Feuerbach – “auch das Schöne muss sterben.“

Deutlich wie lange nicht mehr zuvor wird uns die Endlichkeit menschlicher Existenz unmissverständlich und drastisch vor Augen geführt. Da beruhigt nicht der Entfernung vorgaukelnde Schleier des Internets oder des „Fernsehens“ – wir sind „dran“.

Und die Musik? Vermag sie uns zu helfen, nicht nur als ein verzweifelter Aufschrei, die entfesselte Seele aus tiefer Not zu befreien?

Nein: die Musik macht uns zu wahren Menschen. Sie setzt uns ein Zeichen. Wir gehören zusammen in der Begeisterung für die klassische Musik von Bach, Beethoven und vielen anderen bedeutungsschweren Schöpfern überirdischer Schönheit wie auch für die Moderne…

„Klassik und Kultur in Zeiten der Krise: Was bewegt Musiker angesichts von Krankheit und Tod? Wilfried Feldhusen
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Der Coronavirus bedroht freischaffende Künstler in ihrer Existenz

Wien, 23. März 2020
Foto: Wotan, Tomasz Koniezcny, in „Das Rheingold“ an der Wiener Staatsoper, Michael Pöhn (c)

von Herbert Hiess

Die gegenwärtige Corona-Krise bedeutet nicht nur eine akute gesundheitliche Bedrohung der Menschheit, sondern auch eine exorbitante existenzielle Bedrohung der freischaffenden Künstler. Viele werden bei längerer  Dauer der Krise regelrecht daran zerbrechen.

Aber auch für die Kulturinstitutionen (Veranstalter, Opernhäuser, Orchester) ist diese Krise eine brutale Belastungsprobe.

Deswegen suchen viele der Institutionen die Social Media, um so einerseits irgendwie das Publikum zu erreichen und vielleicht auch mittels Zuwendungen nicht allzu viel Geld zu verlieren. „Corona bedroht freischaffende Künstler / Notprogramm in Netz
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Die MONTAG-PRESSE – 23. MÄRZ 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 23. MÄRZ 2020
Foto: 
© Salzburger Festspiele / Marco Borrelli

Opernstar ist infiziert. Plácido Domingo positiv auf Coronavirus getestet
Wegen Husten und Fieber ließ sich Plácido Domingo testen, schreibt er auf seiner Facebook-Seite. Er befinde sich mit seiner Familie in Isolation, so der Opernstar.
Tagesspiegel

Placido Domingo positiv auf Corona getestet
euronews

Placido Domingo am Coronavirus erkrankt
Eigentlich sollte Domingo an diesem Sonntag als Simon Boccanegra in Giuseppe Verdis gleichnamiger Oper in der Staatsoper Hamburg auftreten – sowie an zwei weiteren Abenden. Domingo hatte diesen Auftritt bereits am 10. März 2020 abgesagt. „Die Absage erfolgt auf Grund von medizinischen Empfehlungen bezüglich Alter und Komorbidität, was ein hohes Risiko im Falle einer Infektion mit COVID-19 bedeutet. Die Staatsoper Hamburg versteht und respektiert diese Entscheidung, auch wenn sein Publikum und seine Fans es sehr bedauern werden, ihn nicht in Hamburg erleben zu können“, schrieb Pressesprecher Dr. Michael Bellgardt damals.
Klassik-begeistert

New York
Metropolitan Opera stellt Musiker ohne Bezahlung frei
Die Metropolitan Opera in New York zieht Konsequenzen aus der derzeitigen Coronakrise. Intendant Peter Gelb verkündete gestern das Ende der laufenden Spielzeit. Diese Entscheidung hat auch personelle Folgen: Während die Führungsetage auf einen Teil ihres Lohns verzichtet, werden Chor und Orchestermusiker freigestellt und erhalten ab April keinen Lohn mehr.
BR-Klassik

Lieses Klassik-Welt 26: Zeit zum Üben
Lange habe ich über meine journalistische Arbeit mein Klavierspiel vernachlässigt. Das hat mich oft sehr bekümmert, denn bekanntlich verliert sich das, wenn man nicht mehr übt. Die Corona-Krise bringt es mit sich, dass ich immerhin dafür nun wieder Zeit finde.
Klassik-begeistert

Lieses Klassikwelt 27: Musik heilt
In Krisenzeiten ist der Hunger auf Kultur groß. Manche Ältere unter Ihnen erinnern sich vielleicht noch an die langen Schlangen vor den Kinos oder dem Berliner Titania Palast nach Kriegsende – Bilder, die für mich Geschichte sind, ich kenne sie zum Glück nur aus alten Wochenschauen. In heutigen Zeiten des Ausnahmezustands belegt das große Interesse an den vielfach angebotenen Streaming-Angeboten von Opernhäusern und Konzertveranstaltern nicht minder die Bedeutung von Musik als Seelen- und Nervennahrung. Manchmal entfaltet sie sogar Heilkräfte, die an ein Wunder grenzen. Von solchen Fällen will ich heute anhand dreier außergewöhnlicher Künstler-Persönlichkeiten erzählen.
https://klassik-begeistert.de/lieses-klassikwelt-27-musik-heilt-klassik-begeistert-de/

3244 Infizierte in Österreich, China startet Impfstoff­studie, Placido Domingo positiv
ach US-Schauspieler Tom Hanks, seiner Ehefrau und Idris Elba ist nun auch der Opernsänger Placido Domingo positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 79-jährige Spanier befindet sich nach eigenen Angaben mit seiner Familie in häuslicher Quarantäne.
Die Presse „Die MONTAG-PRESSE – 23. MÄRZ 2020“ weiterlesen

Ladas Klassikwelt 24: „Fée blanche“, die „weiße Fee": Maria Kalergis-Mouchanoff war die Freundin von Franz Liszt und Richard Wagner

Bild: Maria Kalergis-Mouchanoff, geborene Comtesse Nesselrode

Sie schenkte Richard Wagner zehntausend Franken, als dieser in Not war. Sie war mit Wagners späterem Schwiegervater Franz Liszt eng befreundet. Sie weinte bei Aufführungen des „Lohengrin“. Wagner widmete ihr die geschärfte Version der Broschüre „Das Judenthum in der Musik“, was sie ehrte, obgleich sie nicht antisemitisch war: Lesen sie bitte diesen außergewöhnlichen Bericht über eine außergewöhnliche Frau des 19. Jahrhunderts – die polnische Adlige Maria Kalergis (1822-1874), genannt „fée blanche“, die „weiße Fee“,

von Jolanta Lada-Zielke

Zum ersten Mal hörte ich von Maria Kalergis (1822-1874) in der Grundschule, als ich zehn war. Meine Polnisch-Lehrerin erklärte uns die Umstände der Uraufführung der berühmtesten Oper „Halka“ von Stanisław Moniuszko in Warschau 1858. Maria Kalergis half dem Komponisten finanziell und logistisch bei diesem Vorhaben. Wenig später erfuhr ich, dass diese herausragende Frau auch einen anderen Vertreter der nationalen Opernbewegung im Europa des 19. Jahrhunderts unterstützte, nämlich Richard Wagner. Jetzt in den letzten drei Wochen ergänzte ich mein Wissen zu diesem Thema dank des neuen Buches von Luc-Henri Roger: „Maria Kalergis-Mouchanoff, née Comtesse Nesselrode. Itinéraires et correspondence de la Fée blanche“, das im Januar 2020 auf Französisch im BoD Verlag veröffentlicht wurde. „Ladas Klassikwelt 24, Franz Liszt, Richard Wagner und die „Fée blanche“ – die „weiße Fee“,
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