DIE DIENSTAG-PRESSE – 8. SEPTEMBER 2026

 

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 8. SEPTEMBER 2026

Berlin
Herzchen, Herzchen für die Saison 2026/27 an der Deutschen Oper Berlin
Das Programm der Deutschen Oper Berlin ist für die kommende Saison mit Herzchen nur so gespickt. Damit niemand übersieht, dass dem Spielplan das Motto „Make Love“ vorangestellt wurde. Zur Illustration des Spielzeitthemas nutzt man also einerseits, anders als in Hamburg, keinen sich an ein Bäumchen klammernden Nackten. Andererseits sind sowohl das Motto wie auch die Herzchen-Illustration für ein Opernhaus von, sagen wir, überschaubarer Originalität.
Von Sandra Grohmann
Klassik-begeistert.de

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Daniels Anti-Klassiker 23: Jacques Offenbach – „Cancan“ aus „Orpheus in der Unterwelt“ (1858)

 

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Ahja, der Cancan, dieses Meisterwerk orchestraler Heiterkeit und lustig flockiger Unterhaltung – eines jener Stücke, das aus unserer popkulturellen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken ist. Als Untermalung varietétypischer Frivoltänze, als Klangbrimborium im Zirkus, Untermalung im Cartoon, reißerische Hymne in Werbespots oder Gassenhauer im Fernsehen – so weit das Auge (oder in diesem Fall das Ohr) reicht, wird man mit diesem Kleinod der Orchestermusik konfrontiert. Man möchte dieses Stück – ähnlich wie den Einstieg zu „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss – bereits als modernes Meme der Generation Tiktok und Snapchat einordnen. Und doch hat dieser vermarktungstechnische Geniestreich bereits eine über 150 Jahre alte Geschichte. „Daniels Anti-Klassiker 23: Jacques Offenbach – „Cancan“
klassik-begeistert.de, 8. September 2026“
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Düsseldorf kapituliert: Bauliche Mängel zwingen den Opernbetrieb in die Knie

Opernhaus Düsseldorf © Jens Wegener


Die Deutsche Oper am Rhein teilt offiziell mit, dass sie den Spielbetrieb zur neuen Saison nicht aufnehmen kann. Grund dafür sind statische Mängel am Opernhaus Düsseldorf, die bei der turnusmäßigen Sicherheitsüberprüfung des Gebäudes festgestellt worden sind. Betroffen seien Teile der Trägerkonstruktion im vorderen Bereich des Bühnenturms, die größtenteils aus der Zeit der Wiedereröffnung nach dem Zweiten Weltkrieg stammen. 

Die Landeshauptstadt teilt dazu mit:
„Eine Sicherheitsfreigabe zur Nutzung des Bühnenturms für den Probe- und Spielbetrieb wurde vom zuständigen Statikbüro nicht erteilt. Vorstellungsabsagen und -verschiebungen sind die Folge.“

von Daniel Janz

„Düsseldorf kapituliert
klassik-begeistert.de, 7. September 2026“
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Er ist ein lässiger Countertenor. Er ist eine Klasse für sich. Er ist Christophe Dumaux.

Christophe Dumaux © Edouard Brane

Bayreuth Baroque Opera Festival 2026

Er hat Samt in der Kehle. Er kann Töne auf langem Atem aufblühen und verhauchen lassen. Er modelliert die Figuren aus seiner Stimme.

Er färbt seinen Gesang mit dem Gefühl der Arie. Er verursacht frenetischen Beifall. Er reißt sein Publikum zu stehenden Ovationen hin.

Er ist ein lässiger Countertenor. Er ist eine Klasse für sich. Er ist Christophe Dumaux.

Bayreuth Baroque
Handel’s Nature

Christophe Dumaux  Countertenor
Thibault Noally  Musikalische Leitung und Violine
Les Accents

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 5. September 2026

von Sandra Grohmann

„Bayreuth Baroque, Handel’s Nature, Christophe Dumaux
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth, 5. September 2026“
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Das Beethovenfest öffnet die Himmel

Stefan Behrisch © Stefan Behrisch

Nach fast 10-jähriger Renovierung kehrt das Beethovenfest nach Hause in die Beethovenhalle in Bonn zurück. Der Auftakt gelingt furios mit dem Surround-Sound der Uraufführung „a call to the heavens“. Das Werk ist spannend und spricht nicht nur Klassikliebhaber an. Es könnte sich als maßgeschneiderte Eröffnungshymne etablieren.

Antonio Pappano und das London Symphony Orchestra führen uns auf eine andere Art mit Bruckners 9. Sinfonie in den Himmel. Klanggewaltig und Dank des exakten Dirigats transparent, erleben wir die Akustik der Halle, auf die Bonn stolz sein kann.

Eröffnungskonzert, Beethovenhalle Bonn, 4. September 2026

Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zum Festspiel „Die Weihe des Hauses“, op. 124
Stefan Behrisch
„a call to the heavens“ für 14 Trompeten und Orgel (Uraufführung)
Anton Bruckner Sinfonie Nr. 9 d-Moll, WAB 109 (Edition Musikwissenschaftlicher Verlag Wien)

Andy Harderer und Studierende der Hochschule für Musik und Tanz Köln (Trompeten)
George Fletcher Warren (Orgel)
London Symphony Orchestra
Antonio Pappano (Dirigent)

von Petra und Dr. Guido Grass „Eröffnungskonzert Beethoven, London Symphony Orchestra, Antonio Pappano
Beethovenhalle Bonn, 4. September 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 7. SEPTEMBER 2026

Bayerische Staatsoper Nationaltheater © G. Schied

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DIE MONTAG-PRESSE – 7. SEPTEMBER 2026

München
Die neue Saison an der Bayerischen Staatsoper und des Bayerischen Staatsballetts
Wagnerfreunde dürfen dicke Terminkreuze machen. Liebhaberinnen und Liebhaber des zeitgenössischen Musik- und Tanztheaters dürfen München nicht außer Acht lassen. Gespannt bin ich auf die Dirigate von Gemma New (Doctor Atomic) und Karina Canellakis (Werther).
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

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Daniels Anti-Klassiker 22: Bedřich Smetana – „Moldau“ aus „Mein Vaterland“ (1882)

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Die Moldau – einer der zeitlosen Hits tschechischer Orchesterkomposition, die Bedřich Smetanas Stellung als Nationalkomponist noch einmal unterstrich. Kaum ein anderes Werk dieses Komponisten ist so nachhaltig wirksam. Als echter Klassiker ist es auch von keinem Spielplan wegzudenken. Dazu kommt die ihm zugeschriebene Mystifizierung: Smetana, zum Zeitpunkt dieser Komposition selbst bereits komplett ertaubt, wird ob dieses Umstandes nicht selten auch mit Beethoven verglichen. Und doch – diese Geschichte des vermeintlichen Meisterstücks hat einen Knick. „Daniels Anti-Klassiker 22: Bedřich Smetana – „Die Moldau“
klassik-begeistert.de, 7. September 2026“
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Herzchen, Herzchen für die Saison 2026/27 an der Deutschen Oper Berlin

Das Programm der Deutschen Oper Berlin ist für die kommende Saison mit Herzchen nur so gespickt. Damit niemand übersieht, dass dem Spielplan das Motto „Make Love“ vorangestellt wurde. Zur Illustration des Spielzeitthemas nutzt man also einerseits, anders als in Hamburg, keinen sich an ein Bäumchen klammernden Nackten. Andererseits sind sowohl das Motto wie auch die Herzchen-Illustration für ein Opernhaus von, sagen wir, überschaubarer Originalität.

von Sandra Grohmann 

„Programmvorschau 2026/27 Deutsche Oper Berlin
klassik-begeistert.de, 6. September 2026“
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Eine triumphale Aufführung lässt auf eine endgültige Rehabilitierung hoffen!

CD-Buch:

Die nun erstmals auf Tonträgern offiziell erhältliche Gesamtausgabe der Oper ist hoch willkommen, nicht zuletzt, weil sie instrumental und vokal packend und mitreißend musiziert ist. Sie vermittelt darüber hinaus dank des energischen Zugriffs Erik Nielsens, jenen Zunder, der einen vom Hocker reißt. Absolute Empfehlung!


LOUIS JOSEPH FERDINAND HÉROLD:  ZAMPA ou La Fiancée de marbre; Palazzetto Bru Zane

von Dr. Ingobert Waltenberger

„Ferdinand Hérold, Zampa ou La Fiancée de marbre, Bru Zane
klassik-begeistert.de, 6. September 2026“
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kb empfiehlt: Der Klang der Stradivari – jetzt im Kino

Filmplakat © Les Films Velvet/Baxter Films, Weltkino Filmverleih GmbH

Der Klang der Stradivari
Originaltitel: Les Musiciens

Ein französischer Kinofilm von 2025

Regie:  Grégory Magne
Drehbuch:  Grégory Magne in Zusammenarbeit mit Haroun
Kamera:  Pierre Cottereau
Musik:  Grégoire Hetzel

Theatiner Kino, München, 29. August 2026

von Frank Heublein

Es ist spannend, mitzuverfolgen, was ein Streichquartett braucht, um ein gutes Quartett zu sein und nicht nur vier exzellente Solisten.

Es musizieren und schauspielen professionelle Musiker. Sie treffen ihre Musiker- und Musikerinnencharaktere sehr gut. Darüber verrate ich nichts weiter, denn das hat viel mit dem zu tun, was ein Streichquartett ausmacht.

Daneben treten die Mäzenin und der Komponist auf. Sie, der es eher um die väterliche Verpflichtung geht, sein Vorhaben zu realisieren, die vier Stradivaris – eine erfundene Geschichte – endlich nach sechsundzwanzig Jahren das vom Vater in Auftrag gegebene Streichquartett spielen zu lassen.

Der Komponist herrlich verstrahlt, doch zugleich empathisch.  Schmankerl sind die  tollen Nahaufnahmen des Instrumentenspiels.

Frank Heublein, 6. September 2026, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Der Klang der Stradivari, Regie: Grégory Magne klassik-begeistert.de, 30. August 2026