Christian Thielemann triumphiert mit Strauss' „Heldenleben“ – ein krönender Abschluss bei den Osterfestspielen Salzburg

Foto: Orchesterkonzert Thielemann: Denis Matsuev, Christian Thielemann, Sächsische Staatskapelle Dresden © OFS/M. Creutziger

Großes Festspielhaus Salzburg, 1. November 2021

Edvard Grieg: Konzert für Klavier und Orchester op. 16
Richard Strauss: Ein Heldenleben. Tondichtung für großes Orchester op. 40
Denis Matsuev, Klavier

Sächsische Staatskapelle Dresden
Leitung: Christian Thielemann

von Kirsten Liese

Für das letzte Konzert hatte Christian Thielemann noch einen  Trumpf im Köcher: das Heldenleben von Richard Strauss, um dessen Einstudierung es  im Frühjahr in Dresden zu Aufregungen gekommen war.  Manch einem anderen Dirigenten wäre die Lust darauf vielleicht vergangen nach all dem Hickhack mit dem Intendanten. Aber  Thielemann blieb gelassen und tat damit das Beste, was man wohl in einer solchen Situation tun kann. Im Mai konnte er das Stück zumindest schon einmal mit der Sächsischen Staatskapelle im Livestream musizieren, wo sich die Einmaligkeit der Interpretation bereits erahnen ließ. Nun erstrahlte die Tondichtung endlich auch vor Publikum im Großen Festspielhaus in Salzburg.

Von den ersten juvenilen, kühn-übermütigen  Aufschwüngen in den Celli an, die das Thema des Heroen exponieren, gelang wie kaum anders zu erwarten eine mitreißende Wiedergabe.

Dass es stellenweise in diesem Stück bombastisch zugeht, täuscht freilich nicht darüber hinweg, dass es stellenweise auch  wie in Strauss’ Opern Capriccio und Arabella äußerst kammermusikalisch zugeht. Entsprechend spielen Opernorchester  – das wird Christian Thielemann nicht müde zu betonen –, die diese Werke einstudiert haben, auch das Heldenleben anders, mit einem ausgeprägten Gespür für das Filigrane, Feingliedrige in dieser Musik.

Genau das nun war in diesem Konzert zu erleben, zu allererst in dem langen Geigensolo, in dem Strauss den Seitengedanken an die Gefährtin des Helden anlegt. Es ist letztlich ein kleines, anspruchvolles Violinkonzert für sich genommen, gespickt mit virtuosen Girlanden und schnörkelreichen Kadenzen. Konzertmeister Matthias Wollong beeindruckte aber nicht nur damit, wie schlafwandlerisch sicher er das alles meisterte, sondern auch mit der delikaten Vortragsweise von Passagen, in denen sein Monolog ganz intim und leise wurde.

Nicht immer trumpft das Blech in Großbesetzung zudem auf der Bühne groß auf, zu dem programmatischen Teil des Helden „Walstatt“ tönten die Fanfaren auch hinter der Bühne wie aus weiter Ferne. „Christian Thielemann, Denis Matsuev, Edvard Grieg, Richard Strauss,
Salzburg, 01. November 2021“
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Die MITTWOCH-PRESSE – 3. NOVEMBER 2021

Foto: Christian Thielemann© SF / Marco Borrelli

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Die MITTWOCH-PRESSE – 3. NOVEMBER 2021

Salzburger Oster-„Lohengrin“ kommt an die Wiener Staatsoper
Christian Thielemann dirigiert in der Spielzeit 2023/24 auch die Wiener Premierenserie
Der Standard.at

Salzburg
Osterfestspiele 2022 wieder „pünktlich“ zu Ostern
Die Osterfestspiele bilanzieren heuer mit einer Auslastung von 85 Prozent. Wegen der CoV-Infektionslage im Frühjahr wurde das Kulturfestival auf das Allerheiligenwochenende verschoben. 2022 sollen die Osterfestspiele dann wieder „pünktlich“ stattfinden.
https://salzburg.orf.at/stories/3128248/

Salzburg
Thielemanns Heldenleben
Osterfestspiele im Herbst
DrehpunktKultur

Die vorletzten Salzburger Osterfestspiele mit Christian Thielemann: Im Auge des Tsunamis
Münchner Merkur

Stuttgart
Prost, Jenseits: „Die Verurteilung des Lukullus“ in Stuttgart
Abrechnung im Jenseits: Bertolt Brecht und Paul Dessau lehren die Mächtigen das Gruseln und verurteilen sie zum Nichts – doch diesmal kann sich der raffgierige römische Gourmet und Feldherr im Ufo ins Weltall absetzen. Eine anstrengende Bilderflut.
BR-Klassik.de

Nachtkritik: „Lukullus“ in der Stuttgarter Oper – „Lukullus“ als opulentes Musiktheater
Stuttgarter Nachrichten

Ladas Klassikwelt 84: Im Haus, in dem Richard Wagner NICHTS komponierte…
In der Nähe des Festspielparks ist jede Straße nach einer von Wagners Opern oder einigen seiner HeldInnen benannt. Die Siegfried-Allee führt direkt zum Theater. Am Zaun eines der Häuser am Rand des Festspielparks hängt ein Schild, an dem die eingravierte Inschrift verkündet: „IN DIESEM HAUSE KOMPONIERTE RICHARD WAGNER… nichts“. Das Wort „NICHTS“ steht in der letzten Zeile, so klein geschrieben, dass man es leicht übersehen kann.
Klassik-begeistert.de

Köln
Große Gefühle – in der Kölner Philharmonie jagt ein Spektakel das nächste
Diesmal wartet das WDR Sinfonieorchester mit einem abwechslungsreichen Programm auf. Vom barocken Komponistenmeister Bach persönlich, über Werke der Spätromantik bis hin zur Moderne – an diesem Samstag präsentiert das Orchester unter seinem Chefdirigenten Christian Măcelaru eine durch die Epochen gehende Gala mit einzelnen Schlaglichtern, bewegenden Kompositionen und viel Leidenschaft.
von Daniel Janz
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Dokumentarfilm Les Indes galantes: ein fantastischer Blick tief hinein wie Oper entsteht

Foto: Philippe Béziat © Hofer Filmtage

Hofer Filmtage, Scala Kino, Hof, 29. Oktober 2021
Jean-Philippe Rameau, Les Indes galantes

von Frank Heublein

An der Opéra de Paris am Place de la Bastille wurde 2019 Jean-Philippe Rameaus Oper Les Indes galantes auf die Bühne gebracht. Das Besondere: der Oper wird eine weitere künstlerische Ebene hinzugefügt, indem Streetdancer Teil der Produktion sind. Dokumentarfilmemacher Philippe Béziat hat die Entstehung der Oper filmisch begleitet. Bei den Hofer Filmtagen feiert sein Film Deutschlandpremiere und er ist dafür nach Hof angereist.

Einige Stücke aus Les Indes galantes, die funktionieren bei mir immer und überall: meine Nackenhärchen stellen sich auf und es durchströmt mich wohlig warm, zum Beispiel Danse du Grand Calumet de la Paix, Forêts paisibles und Air pour les esclaves africains. Das ist auch hier der Fall. Die Musik umfängt mich stark. Überraschenderweise, da eine doppelte Bruchstückhaftigkeit vorliegt. Einerseits liegt diese in der repetitiven Probenwiederholung und -unterbrechung. Andererseits in den Schnitten des Dokumentarfilms. Und doch komme ich nah ans Stück heran. Aber eben ganz anders als normal als Teil des Publikums einer Aufführung.

Philippe Béziat berichtet, er habe den Film aus 90 Stunden Material zusammengeschnitten. Daraus entsteht ein Film von 108 Minuten, die mir die energetische Fusion von musikalischen und tänzerischen Talenten zeigt, die manchmal gesteuert, manchmal inspiriert, manchmal gezähmt wird durch Dirigent und Regisseur. „Philippe Béziat, Les Indes galantes weiterlesen

Große Gefühle – in der Kölner Philharmonie jagt ein Spektakel das nächste

Foto: WDR Sinfonieorchester © WDR.de

Geister Duo (David Salmon und Manuel Vieillard), 1. Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs 2021 in der Kategorie Klavierduo
WDR Sinfonieorchester

Sergej Rachmaninow– Capriccio bohémien op. 12

Johann Sebastian Bach – Konzert c-Moll für zwei Klaviere, Streicher und Basso continuo – BWV 1060

Zugabe: Johann Sebastian Bach – Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit” in Bearbeitung für Klavier (vierhändig) – BWV 106

Sarah Nemtsov – Tikkun, Uraufführung im Rahmen der Reihe “Miniaturen der Zeit”

Richard Strauss – Also sprach Zarathustra op. 30

von Daniel Janz

Diesmal wartet das WDR Sinfonieorchester mit einem abwechslungsreichen Programm auf. Vom barocken Komponistenmeister Bach persönlich, über Werke der Spätromantik bis hin zur Moderne – an diesem Samstag präsentiert das Orchester unter seinem Chefdirigenten Cristian Măcelaru eine durch die Epochen gehende Gala mit einzelnen Schlaglichtern, bewegenden Kompositionen und viel Leidenschaft.

Den Beginn macht eine – nach Meinung des Rezensenten hoffnungslos unterschätzte – Komposition des russischen Komponisten Sergej Rachmaninow. In seinem szenischen Capriccio bohémien” von 1894 verarbeitete der junge Komponist unterschiedliche Zigeunermelodien, weshalb diese Komposition im Deutschen auch immer wieder als “Capriccio über Zigeunerweisen” bezeichnet wird. Eine bunte, abwechslungsreiche Mischung von dramatischem Einstieg über volle Orchestereinsätze, lyrischen Solopartien bis zu wuchtigen, feurigen Rhythmen, die das Potenzial zum Ohrwurm haben. „WDR Sinfonieorchester, Cristian Măcelaru
 Kölner Philharmonie, 30. Oktober 2021“
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Die DIENSTAG-PRESSE – 2. NOVEMBER 2021

Foto: Christian Thielemann © Matthias Creutziger

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Die DIENSTAG-PRESSE – 2. NOVEMBER 2021

Winterstürme bei den Osterfestspielen Salzburg
Christian Thielemann leitete ein hochkarätig besetztes Wagner-Konzert an der Salzach.
Klassik-begeistert.de

Salzburg
Kritik – Die Salzburger „Osterfestspiele im Herbst“ Thielemanns gute und schwere Tage
BR-Klassik.de

München
Die Tuba kommt aus der Seitentür:
Das BR-Symphonieorchester debütiert in der Münchner Isarphilharmonie
NeueMusikzeitung/nmz.de

Berlin
Elim Chan am Pult des Deutschen Symphonie-Orchesters
Durch Mark, Herz und Bein
Tagesspiegel.de

Frankfurt
„Naja“-Amüsement – Die Oper Frankfurt mit Carl Nielsens „Maskerade“
NeueMusikzeitung/nmz.de

Ist doch lustig
Tobias Kratzer kann noch aus dem ödesten Opernstoff einen Kommentar auf die Gegenwart herauskitzeln. An der Frankfurter Oper inszeniert er jetzt Carl Nielsens „Maskerade“ – einfach so. Schade.
SueddeutscheZeitung.de

Osnabrück
Wo man sich nicht in die Tasche lügt
Unterwegs mit Migranten: Das Theater Osnabrück zeigt die Oper „Fremde Erde“ von Karol Rathaus aus dem Jahr 1930. Ein starkes Stück.
Frankfurter Allgemeine

Annaberg-Buchholz
Spiel, Tanz, Nachdenklichkeit: Benatzkys „Der reichste Mann der Welt“ in Annaberg-Buchholz
NeueMusikzeitung/nmz.de

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Schweitzers Klassikwelt 48: Oper und Surrealismus

Foto: Les Mamelles de Tirésias, Opéra Comique, Paris

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Geläufig ist der Ausdruck „die romantische Oper“, und wir denken unwillkürlich an den „Freischütz“ von Carl Maria von Weber und an Werke von Richard Wagner wie „Der fliegende Holländer“ oder „Lohengrin“. Auch den Begriff der „opera buffa“ ist Opernliebhabern etwas Vertrautes. Diese „farse“ haben oft das Strickmuster: Die Zukunft des Liebespaars (Sopran und Tenor) wird durch den Willen des Vaters, Onkels, Vormunds der Braut (Bassbuffo) bedroht. Eine Dienerin, ein Diener, der, dem offensichtlich nichts entgeht, steht den Liebenden hilfreich zur Seite. „Schweitzers Klassikwelt 48: Oper und Surrealismus
klassik-begeistert.de“
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Die MONTAG-PRESSE – 1. NOVEMBER 2021

prein
https://www.instagram.com/p/CVOF7faIhmj/

Brian Jagde ist derzeit  Maurizio in der Wiener Staatsoper und lässt sich mit den beiden ihn begehrenden Damen für Instagram fotografieren

Aktuell singt der begehrte US-Tenor Brian Jagde (sein Nachname wird wie das englische Wort „Jade“ ausgesprochen, das G ist stimmlos!) einen großartigen Maurizio in Cilea’s Adriana Lecouvreur an der Wiener Staatsoper. Die Vorstellungen mit Ermonela Jaho in der Titelrolle und Elīna Garanča als giftmischende Prinzessin begeistern Kritik und Publikum. Der überaus sympathische Jagde, der 2012 Preisträger bei Domingo’s Gesangswettbewerb Operalia gewesen ist, zeigt sich über die Arbeit mit seinen beiden Kolleginnen begeistert und teilt dazu dieses Foto auf seinem Instagram-Account. Am 02. und 05. November hat man noch die Möglichkeit diese Adriana-Serie an der WSO zu besuchen. Absolut empfehlenswert!

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Die MONTAG-PRESSE – 1. NOVEMBER 2021

Graz / Musikverein
„L’Orfeo“ mit Rolando Villazón: Von der magischen Kraft des Gesangs
Musik ist Leben. Ewig. Die Alte-Musik-Expertin Christina Pluhar zelebrierte mit Rolando Villazón in der Titelrolle Claudio Monteverdis Oper „L’Orfeo“ konzertant im Grazer Musikverein.
Kleine Zeitung

Christian Thielemann eröffnet die herbstlichen Osterfestspiele mit Mozarts Requiem
Was lange währt, wird endlich gut, sagt der Volksmund, und in der Tat: Nachdem die Osterfestspiele, zweimal verschoben, nun verspätet an den Start gehen konnten, war mit Mozarts „Requiem“ ein fulminanter Auftakt zu erleben.
von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

Wien
Festival Wien Modern mit Oper ohne Stimme gestartet
https://volksblatt.at/festival-wien-modern-mit-oper-ohne-stimme-gestartet/

Auch bei „Wien Modern“ – Fennesz: Prophet elektronischer Isolationsklänge
https://www.krone.at/2543185

Salzburg
Zweites Konzert bei den Osterfestspielen: Frühlingsgefühle im Herbst und ein Preis für Hilary Hahn (Bezahlartikel)
Salzburger Nachrichten

Graz
Nachtkritik Oper Graz: Unfall mitten in „Clivia“-Premiere, Tenor sang weiter (Bezahlartikel)
Nach mehr als 70 Jahren zurück auf der Grazer Opernbühne: die Operette „Clivia“ des Österreichers Nico Dostal. Matthias Koziorowski riss sich beim ersten Auftritt die Achillessehne und sang die Premiere zu Ende.
Kleine Zeitung

Halle
Nordische Weite: ein Sinfoniekonzert der Staatskapelle Halle
Dies zählt zu den vielen Ungerechtigkeiten der Musikgeschichte, an denen die ausgefallenen Programme der Sinfoniekonzerte der Staatskapelle Halle in dieser Saison etwas ändern wollen.
von Dr. Guido Müller
Klassik-begeistert.de     

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Die SONNTAG-PRESSE – 31. OKTOBER 2021

Foto: Christian Thielemann© SF / Marco Borrelli

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Die SONNTAG-PRESSE – 31. OKTOBER 2021

Salzburg
Osterfestspiele im Herbst starteten mit Mozarts Requiem: Der Maestro setzt die Sänger in Szene
Christian Thielemann spielte zu Festivalstart seine kapellmeisterlichen Fähigkeiten aus.
Salzburger Nachrichten

Christian Thielemann eröffnet die herbstlichen Osterfestspiele mit Mozarts Requiem
Was lange währt, wird endlich gut, sagt der Volksmund, und in der Tat: Nachdem die Osterfestspiele, zweimal verschoben, nun verspätet an den Start gehen konnten, war mit Mozarts „Requiem“ ein fulminanter Auftakt zu erleben.
von Kirsten Liese
Klassik-begeistert.de

Salzburg
Christian Thielemann im Interview: „Die Musik ist wichtiger als wir “ (Bezahlartikel)
Christian Thielemann leitet 2022 letztmals die Osterfestspiele Salzburg. Seine Bilanz eröffnet Perspektiven.
Salzburger Nachrichten

Glamour und Bratwurst
„Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“ heißt ein sehenswerter Dokumentarfilm von Axel Brüggemann, der am 28. Oktober in die Kinos kommt.
von Monika Beer
http://rwv-bamberg.de/2021/10/glamour-und-bratwurst/

Scheußlicher Mensch, himmlische Musik
In Japan und Israel, bei den Schwarzen in Newark und beim Scheich von Abu Dhabi, aber auch bei einem fränkischen Metzger-Ehepaar findet man eine Faszination fürs gleiche Phänomen: Der Film „Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt“ teilt sie instinktiv klug.
Frankfurter Allgemeine

Chemnitz
Knallharte Liebesnacht
Mit „Tristan und Isolde“ gelingt Elisabeth Stöppler in Chemnitz erneut ein Wagnerabend aus weiblicher Sicht, der hart und spannend ist wie ein Krimi. Daniel Kirch und Stéphanie Müther in den Titelrollen sind eine Wucht.
von Monika Beer
http://rwv-bamberg.de/2021/10/knallharte-liebesnacht/

München / Bayerische Staatsoper
„Die Nase“: Erbaulich oder postfaktisches Hansi–Bubi-Theater?
Einlassung von Tim Theo Tinn. Ein antiquiertes Wort reflektiert „Die Nase“ an der Bayr. Staatsoper nicht!
https://onlinemerker.com/muenchen-bayerische-staatsoper-die-nase

Rumschnüffeln unerwünscht: Schostakowitschs Die Nase an der Bayerischen Staatsoper
bachtrack.com

„Plötzlich lastete die Hoffnung auf mir, die gesamte Opernwelt zu retten“
Elisabeth Kulman ist eine moderne Jeanne d’Arc der Musikwelt, sie kämpft seit Jahren gegen das ungerechte Gagengefälle, gegen Sexismus und neuerdings gegen 2-G-Regeln. Jetzt nimmt sie mit 48 Jahren ihren Abschied. Doch gescheitert sei sie nicht, sagt sie.
Neue Zürcher Zeitung

„Konzertgänger in Berlin“
Konsistent einzykelnd: Hagen Quartett spielt Schostakowitsch. „Haben Sie „Zyklus“ gesagt?“
Über die inconsistency des Berliner Kulturlebens in Pandemiezeiten kriegt sich der ältere britische Streichquartettkenner hinter mir im Pierre-Boulez-Saal kaum mehr ein. Ganz Unrecht hat er nicht, es ist zwar schön, ohne Maske im vollbesetzten Saal zu sitzen.
https://hundert11.net/konsistent-einzykelnd/

München
Klangfarbenpracht

Isabelle Faust und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Jakub Hrůša in der Isarphilharmonie.
Sueddeutsche Zeitung

Leipzig
Schauspiel Leipzig katapultiert Puccinis „Bohème“ in die Gegenwart
Am Schauspiel Leipzig hat die neue Hausregisseurin Anna-Sophie Mahler die Puccini-Oper „La Bohème“ für die Theaterbühne umgeschrieben.
https://www.mdr.de/kultur/theater/la-boheme-schauspiel-leipzig-100.html „Die SONNTAG-PRESSE – 31. OKTOBER 2021“ weiterlesen

Nordische Weite: ein Sinfoniekonzert der Staatskapelle Halle

Dies zählt zu den vielen Ungerechtigkeiten der Musikgeschichte, an denen die ausgefallenen Programme der Sinfoniekonzerte der Staatskapelle Halle in dieser Saison etwas ändern wollen.

Foto: Wilhelm Stenhammar (1871-1927) © Gothenburg Concert Hall

Staatskapelle Halle, Fabrice Bollon (musikalische Leitung), Martin Sturfält (Klavier).

von Dr. Guido Müller

Der schwedische, international gefragte, leider hierzulande noch viel zu wenig bekannte Pianist Martin Sturfält brilliert in diesem Sinfoniekonzert mit dem technisch höchst anspruchsvollen, in Form und Klanglichkeit sehr originellen und vor musikalischen Einfällen sprühenden zweiten Klavierkonzert des schwedischen Pianisten, Dirigenten und leider in Deutschland kaum bekannten Komponisten Wilhelm Stenhammar (1871-1927) – uraufgeführt 1908 in Göteborg.

Wilhelm Stenhammar ist aus derselben Generation wie der viel berühmtere Finne Jean Sibelius (1865-1957), mit dem er befreundet war, und dessen gleichaltriger dänischer Kollege Carl Niesen (1865-1931), deren Werke das Klavierkonzert von Stenhammar einrahmen.

In Anbetracht des genialen und dreißig Minuten dauernden zweiten Klavierkonzerts von Stenhammar ist es absolut unverständlich, dass dieser schwedische Spätromantiker mit sehr persönlich geprägten Ausblicken in die Moderne des 20. Jahrhunderts kaum bekannt und nicht häufiger aufgeführt wird. In seiner Originalität und seinem Einfallsreichtum überragt es deutlich etwa Richard Strauss’ „Burleske“ für Klavier und Orchester. Aber auch viele andere spätromantische Klavierkonzerte, die oft mit überdrehtem Prunk auftreten.

Dies zählt zu den vielen Ungerechtigkeiten der Musikgeschichte, an denen die ausgefallenen Programme der Sinfoniekonzerte der Staatskapelle Halle in dieser Saison etwas ändern wollen.

Alle vier Sätze des zweites Klavierkonzerts von Stenhammar gehen ineinander über. Die vielen Inselstellen für Soli des Pianisten erinnern zunächst an Ludwig van Beethovens Viertes Klavierkonzert.

Doch über klassische und romantische Vorbilder führt das Klavierkonzert weit hinaus. Vor allem die Tonalität wird zunächst über die Chromatik etwa bei Richard Wagner oder Franz Liszt hinaus gehend erweitert durch kontrastierende Tonalitäten zwischen Klavier und Orchester, also Bitonalitäten vor allem im ersten Satz, der so starke Spannungen schafft, die auch zum Schluss des Satzes keine Aufhebung finden.

Weitere kühne Experimente folgen in den rhapsodisch und impressionistich angehauchten Episoden der folgenden Sätze „Molto Vivace“, „Adagio“ (mit wunderschönen lyrischen und stimmungsvollen Momenten) und „Tempo moderato“. Dabei werden Formen u.a. mit Einsprengseln schwedischer Volksmelismen immer wieder aufgelöst und sorgen für Überraschungen. Auch in den Farben der originell kombinierten Soloinstrumente. Dabei fallen die Holzbläser der Staatskapelle Halle durch exquisites Spiel auf, dem aber die Streicher besonders auch im gut abgestimmten Spiel ihrer Gruppen in nichts nachstehen. „2. Sinfoniekonzert, Händel-Halle Halle (Saale)
25. Oktober 2021“
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Christian Thielemann eröffnet die herbstlichen Osterfestspiele mit Mozarts Requiem

Nebenbei gesagt sangen alle Solisten ohne Noten. Und auch auf dem Dirigierpult lag die Partitur, ohne dass Thielemann sie gebraucht hätte. Chapeau!

Foto: Christian Thielemann © Matthias Creutziger

Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem

Golda Schultz, Sopran
Christa Mayer, Alt
Sebastian Kohlhepp, Tenor
René Pape, Bass
Bachchor Salzburg (Einstudierung: Christiane Büttig)
Sächsische Staatskapelle Dresden

Musikalische Leitung: Christian Thielemann

von Kirsten Liese

Was lange währt, wird endlich gut, sagt der Volksmund, und in der Tat: Nachdem die Osterfestspiele, zweimal verschoben, nun verspätet an den Start gehen konnten, war mit Mozarts „Requiem“ ein fulminanter Auftakt zu erleben.

Wie schön, Christian Thielemann wieder einmal mit Mozart zu erleben! Seine Bruckner-, Brahms-, Wagner- und Strauss-Interpretationen gelten unangefochten als genial, mit Mozart kam er noch weniger zum Zuge, den kann er aber genauso gut! Davon konnte man sich schon einmal 2006 überzeugen, als er weiland mit den Münchner Philharmonikern eine Einspielung des Requiems vorlegte. In der Musikkritik allerdings war damals noch alles von Kopf bis Fuß auf Nikolaus Harnoncourt eingestellt und die von ihm vorgegebene Richtung der historischen Aufführungspraxis. Inzwischen ist man von dieser engen Sicht hoffentlich wieder etwas abgerückt. Zeitlose grandiose Aufnahmen von Sergiu Celibidache oder Riccardo Muti stehen für gleichwertige, traditionellere Ansätze beispielhaft. Und das Konzert im Großen Festspielhaus mit Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle Dresden reiht sich in diese Reihe unvergesslicher Aufführungen ein. „Wolfgang Amadeus Mozart, Requiem
Salzburg, 29. Oktober 2021“
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