Foto: DOB SIEGFRIED Ya-Chung Huang (c) Bernd Uhlig
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE MONTAG-PRESSE, 25. MAI 2026
Berlin/Deutsche Oper
Gigantische Stimmen retten einen schier unendlichen „Siegfried“
Überlange Unterbrechungen, eine überladene Inszenierung und ein zäher Meta-Wagner drohen diesen Siegfried zur Geduldsprobe zu machen. Donald Runnicles, ein herausragendes Sängerensemble und vor allem Ya-Chung Huang als unwahrscheinlich intensiver Mime verwandeln den Abend schließlich doch in ein nur selten erlebbares Kunstereignis.
Von Arthur Bertelsmann
Klassik-begeistert.de
Wien/Staatsoper
„Eugen Onegin“: Unsere russischen Leidensgeschichten (Bezahlartikel)
Staatsoper. Asmik Grigorian singt Tschaikowsky – und es packt den Musikfreund weniger das Mitleid mit einem unglücklichen Mädchen als die Sorge um das Wiener Opernrepertoire. Was soll schiefgehen, fragt man sich, wenn man den Besetzungszettel studiert: Die Staatsoper präsentiert Tschaikowskys „Eugen Onegin“ mit Boris Pinkhasovich in der Titelpartie, Asmik Grigorian als Tatjana und Bogdan Volkov als Lenski. Alle drei bieten die guten, teils sogar außergewöhnlichen Leistungen, die man von ihnen erwartet. Doch wirklich künstlerisch entfalten können sie sie ihre Talente nicht, weil man ihnen weder szenisch noch musikalisch den nötigen Halt gibt. Man leidet an diesem Abend kaum mit Puschkins Unglücksfiguren, eher hadert man mit dem Schicksal, das dem Repertoirebetrieb im Haus am Ring offenbar beschieden ist.
DiePresse.com.eugen.onegin
„Eugen Onegin“ an der Staatsoper: Wenn eine Sängerin lebt, was sie singt (Bezahlartikel)
Asmik Grigorian triumphiert in „Eugen Onegin“ an der Wiener Staatsoper.
Kurier.at,wenneinesaengerinlebt
Salzburg/Pfingstfestspiele
„Viaggio a Reims“ in Salzburg: Da dreht nicht nur die Drehtür durch (Bezahlartikel)
Schneller, höher, weiter: Barrie Kosky treibt Rossinis Komödienmaschinerie und sein Ensemble an den Rand des Kollaps. Aber Cecilia Bartoli behauptet sich.
DiePresse.com..drehtuer
Salzburger Pfingstfestspiele: Hummeln in der Aristo-Hose
Rossinis Il viaggio a Reims gerät in Salzburg dank Cecilia Bartoli und der hyperaktiven Regie von Barrie Kosky zum Lacherfolg
DerStandard.at.story.3000000.aristohose
Premiere in Salzburg: „Il viaggio a Reims“ als zeitlose Komödie inszeniert
Im November 2024 hatte ich eine Aufführung von Gioachino Rossinis Il viaggio a Reims, ossia L’albergo del giglio d’oro (1825) im Salzburger Landestheater rezensiert. In vollen Zügen habe ich die Gelegenheit genossen, das Werk im Rahmen der Salzburger Pfingstfestspiele am 22. Mai 2026 erneut besprechen zu dürfen.
opernmagazin.de.premiere
Slapstick und Türenchaos: Barrie Kosky feiert in „Il viaggio a Reims“ Cecilia Bartolis runden Geburtstag (Bezahlartikel)
Gioachino Rossinis komische Oper liefert bereits zu Pfingsten das Dessert zu den Salzburger Festspielen im Sommer
MuenchnerAbendzeitung.de
Rossinis Il Viaggio a Reims bei den Salzburger Pfingstfestspielen
Die Salzburger Pfingstfestspiele präsentieren Rossinis „Il Viaggio a Reims“ als szenisch-musikalisches Missverständnis
https://www.klassikinfo.de/rossinis-il-viaggio-a-reims-bei-den-salzburger-pfingstfestspielen/
„Il viaggio a Reims“ in Salzburg: Eine völlig überdrehte, turbulente Revue (Bezahlartikel)
Rossinis „Il viaggio a Reims“ bei den Pfingstfestspielen: Gagreich und musikalisch hochwertig.
Kurier.at.rossini.salzburg
Mozart & „Mozarts“: Mozartwoche 2027 stellt seine Komponistenkollegen ins Rampenlicht
Unter dem Motto „Mozart & ,Mozarts‘“ widmet sich die Mozartwoche 2027 einem musikalischen Experiment: Wolfgang Amadé Mozart wird mit Komponisten zusammengebracht, die einst als „andere Mozarts“ gefeiert wurden. Die Internationale Stiftung Mozarteum präsentiert damit ein Programm, das Bekanntes sowie zahlreiche selten gespielte Werke neu beleuchtet.
opernmagazin.de.mozart
Innsbruck
Österreich-Premiere für Staud-Oper
Die Oper „missing in cantu“ von Johannes Maria Staud hat Samstagabend im Tiroler Landestheater österreichische Erstaufführung gefeiert. Die Innsbrucker Inszenierung zeigte mit Mut zu Überzeichnungen blitzlichtartig in 15 Episoden den Zerfall der westlichen Zivilisation. Das Publikum reagierte überaus wohlwollend.
https://tirol.orf.at/stories/3355555/
Berlin
Deutsche Oper: Ein Spiel über die Vergänglichkeit des Lebens (Bezahlartikel)
Asia Ahmetjanova und Franziska Angerers Musiktheater „Endlich“ sorgt in der Tischlerei der Deutschen Oper für Irritation und Jubel.
BerlinerMorgenpost.de.deutscheoper
Berlin/ Bebelplatz
15.000 beim Auftakt zu „Staatsoper für alle“
Das Wetter herrlich, die Stimmung entspannt: Zum Auftakt von „Staatsoper für alle“ am Samstagabend kamen rund 15.000 Menschen auf den Bebelplatz, wie Intendantin Elisabeth Sobotka (60) sagte.
https://www.bz-berlin.de/unterhaltung/15-000-beim-auftakt-zu-staatsoper-fuer-alle
Augsburg
Kritik – „La Belle et la Bête“ in Augsburg: Märchen ohne Zauber
Aus Jean Cocteaus surrealem Filmklassiker „La Belle et la Bête“ machte Philip Glass ein eigenwilliges Musiktheaterexperiment. In Augsburg zeigt sich allerdings: Ohne die suggestiven Bilder des Originals gerät die minimalistische Oper an ihre Grenzen.
BR-Klassik.de.aktuell.augsburg
Karlsruhe
Träumerisches Triptychon – Zwischen Welten und Zaubern im „Sommernachtstraum“
Mit einem Blickwinkel, der sich auf die Grenzen zwischen Wahrheit und Vorgespieltem konzentriert, feierte das Badische Staatstheater Karlsruhe am Sonntag, dem 17. Mai, die Premiere von Benjamin Brittens “A Midsummer Night’s Dream”, basierend auf dem gleichnamigen Drama von Shakespeare. Die Geschichte faszinierte Britten wegen der klaren Teilung der drei parallel laufenden Geschichten und deren musikalisches Potenzial. So ist die Partitur in drei differenzierbare Klangwelten aufgeteilt mit anderen Instrumenten und rhythmischen Figuren.
opernmagazin.de.karlsruhe
Hamburg/Staatsoper
Hamburg: Ein halbleerer Saal grüßt Kratzers köstliches Kunstwerk
Eine Tragödie war die Auslastung. In dem Haus mit 1,690 Plätzen nahmen gerade einmal gut 600 Gäste Platz, „halbleer“ wäre wohl Euphemismus. 1.000 (!!) freie Plätze an einem Abend, so viele dürften an der Wiener Staatsoper aufsummiert über die ganze Spielzeit nicht frei bleiben.
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de
Berlin/ Philharmonie
Nézet-Séguin macht Mahlers 3. zum empathischen Ereignis
Gustav Mahlers dritte Symphonie sprengte schon vom geforderten Apparat die Dimensionen der Symphonik des ausgehenden 19. Jahrhunderts, mit knapp 100 Minuten Dauer ist sie auch die längste Symphonie Mahlers. Die Interpretation und Aufführung dieses Mammutwerkes verlangt nach Kräften der Spitzenklasse, und die standen bei dieser Aufführungsserie in der Berliner Philharmonie zur Verfügung.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
Magdeburg: „Spielzeit 2026/27“
Generalintendant Julien Chavaz und seinem Team ist für die neue Spielzeit eine abwechslungsreiche Mischung von Bewährtem, Seltenem und viel Neuem gelungen, die neugierig macht. Im Musiktheater beginnt es im September 2026 mit Cosi fan tutt*e. Unter dem Motto „Was bedeutet Liebe in Zeiten von Künstlicher Intelligenz?“ wird Regisseurin Martina Gredler Mozarts berühmte Oper ausdeuten; Magdeburgs neuer Generalmusikdirektor Christian Øland wird dirigieren. Im November folgt das 2013 für den New Yorker Broadway modernisierte Musical Cinderella von Richard Rodgers; die Regie hat Generalintendant Julien Chavaz, für die Choreografie ist Daniel Daniela Ojeta Yrureta verantwortlich. Eine hierzulande selten zu erlebende Rarität ist Die Zarenbraut von Nikolai Rimski-Korsakow, die auch Julien Chavaz inszenieren wird; die musikalische Leitung hat Magdeburgs Erster Kapellmeister Julian Gaudiano…
Von Gerhard Eckels
DerOpernfreund.de,spielplan Magdeburg
Hagen
Auch Buh-Rufe für Hagener Premiere der Oper „Salome“. Warum das Stück verstört (Bezahlartikel)
Am Theater Hagen spielt der Psychothriller „Salome“ in einem abgestürzten Flugzeug. Warum das nur bedingt eine gute Idee ist.
sauerundsiegerland.de.salome
Feuilleton
„Wir singen nicht zusammen, wir trinken eher Wein“
Der dänische Bariton Bo Skovhus hört und kommentiert Aufnahmen von Kollegen, ohne dass er weiß, wer singt.
https://www.concerti.de/interviews/blind-gehoert/bo-skovhus-2026/
Links zu englischsprachigen Artikeln
Hamburg
Frauenliebe und -Sterben: three masterpieces – two centuries – one narrative
seenandheard.international.com.hamburg
Zagreb
The Croatian National Theatre in Zagreb 2025–26 Review: Tannhäuser
operawire.de.croatiannational.theatre
Vicenza
Carmela Remigio, Maria Viviani, Timoteo Bene Junior, Said Gobechiya Star in 2026 Vicenza in Lirica Festival
operawire.com.carmelaremigio
London
The ears have it: Purcell’s Dido and Aeneas on the Cutty Sark
bachtrack.com.de.reviewdidoand
Heavenly Mahler – and Strauss – from Lucy Crowe, Simon Rattle and the London Symphony
bachtrack.com.de.rattle.crowe
More gold than corn: María Dueñas’ silky Korngold at the Barbican
bachtrack.com.de.barbican
Q &A: Sara Cortolezzis on her Royal Opera House Debut, Verdi & the Challenges of Being a Young Artist
operawire.com.cortolezzi
New York
The anxiety of influencer
Constance: A Confession, presented in Brooklyn by Experiments in Opera, satirizes our digital age with style.
https://parterre.com/2026/05/23/the-anxiety-of-influencer/
Wilmington
Vive la Révolution à Wilmington!
Opera Delaware has served up such a bloody good, full-throated rendition of Giordano and Illica’s Andrea Chénier, that the cheering audience could not have been more boisterous in its rapturous reception.
https://operatoday.com/2026/05/vive-la-revolution-a-wilmington/
Salt Lake City
Poschner closes Utah Symphony season with rich and eloquent Bruckner
utahsreview.com.poschner
Vancouver
Inspiring Wolf and Britten from Ian Bostridge and Wenwen Du in Vancouver
seenandheard.international.com.vancouver
Ballet / Tanz / Preformance
Prinzendorf/NÖ
Nitsch-Vermächtnis trifft auf Florentina Holzinger
Performancekünstlerin Florentina Holzinger sorgt kurz nach der Biennale-Eröffnung erneut für Aufsehen: Bei ihrem „Pfingstspiel“ wandelte sie auf den Spuren des legendären Hermann Nitsch und lud zu einem blutigen Spektakel nach Schloss in Prinzendorf (NÖ) – eine Blitzkritik.
https://www.krone.at/4151615
Ballet / Dance
Gentleman Jack, Northern Ballet, Sadler’s Wells review – a heroine more perky than passionate
A handsome production in need of a stronger score and deeper characterisation
TheArtsdesk.com.gentleman.jack
Review: Gentleman Jack with Northern Ballet – Love, lust and the life of Anne Lister
https://www.gramilano.com/2026/05/review-gentleman-jack-northern-ballet/
Rock/ Pop
Pink Floyd in Trauer: Dick Parry ist tot. Saxofonist prägte ihre Hits
Sein Klang prägte Pink-Floyd-Hits wie „Money“ und „Shine On You Crazy Diamond“. Nun ist der Saxofonist Dick Parry mit 83 Jahren verstorben.
Schon als Teenager spielten Pink-Floyd-Gitarrist David Gilmour und Dick Parry in denselben Bands. Aus dieser frühen Verbindung entstand eine jahrzehntelange musikalische Zusammenarbeit, die Millionen Menschen weltweit kennen. Nun ist Dick Parry im Alter von 83 Jahren gestorben.
t-online.de.unterhaltung
Ausstellungen/ Kunst
Wien/ Linke Wienzeile
Wie Helnweins größtes Bild verschwand
Gottfried Helnweins monumentaler Mädchenkopf in der Linken Wienzeile 34 wurde still und heimlich weiß übermalt. Die Fans trauern, der Künstler soll davon nichts gewusst haben. Als sie davon hörte, habe sie sich erst einmal hingesetzt und geweint, erzählt Nora Frey. Die ehemalige Radiomoderatorin hatte 2008 als Agenturleiterin schließlich die Idee geboren, wie der damals neue Klima- und Energiefonds der Bundesregierung Sichtbarkeit im Stadtraum für seine Anliegen bekommen könne: Frey nahm damals Kontakt zu Gottfried Helnwein auf, dieser war begeistert, eine ganze leere Feuermauer am Haus Linke Wienzeile 34 zu gestalten, die der Fonds mieten konnte. Er stellte ein Sujet zur Verfügung, einen gen Himmel gerichteten Mädchenkopf in blauen, anämischen Farben. „Der lange Atem wird kürzer“, hieß das Werk.
https://www.diepresse.com/25571730/wie-helnweins-groesstes-bild-verschwand
Politik
Österreich
Spar-Budget: Die fetten Jahre an den Universitäten sind vorbei
Nach den Pensionisten sind jetzt die Unis dran. Auch auf den Hochschulen wird es Einsparungen geben. Bis 2027 ist das vereinbarte Uni-Budget aber noch gesichert, erst ab 2028 wird es weniger Mittel geben. Die Einsparungen erfolgen allerdings auf einem sehr hohen Niveau.
https://www.krone.at/4152036
Warum beugt sich Van der Bellen sozialen Medien?
Haben Sie unseren Bericht über Alexander Van der Bellen, der sich fast nur noch in sozialen Medien präsentiert, in der „Krone bunt“ oder auf krone.at gelesen? Der höchste Vertreter des Volkes gibt österreichischen Medien keine Interviews mehr, lässt dafür (halb-)lustige Videos in chinesischen oder US-amerikanischen sozialen Medien veröffentlichen. Kritischen Fragen mag sich Van der Bellen offenbar nicht mehr stellen, zu sprichwörtlichen Predigten von der Kanzel herab lässt er sich manchmal doch noch hinreißen. Wie bei der Verleihung von Journalistenpreisen im Vorjahr. Da erklärte er, dass Journalismus und Social Media in einem Widerspruch zueinander stünden. Auf Social Media würden sich „Gerüchte von alleine verbreiten, dafür braucht es keine Journalistinnen und Journalisten“. Er kritisierte, dass sich Medien „der Logik sozialer Medien beugen“
https://www.krone.at/4152866
Wirtschaft
Österreich. Wirtschaft von Innen
Investor Michael Tojner: „Es tut mir furchtbar leid“
Der Industrielle und umstrittene Investor gibt zu, dass er beim Problem Varta hätte vorsichtiger sein können. Den enteigneten Aktionären stellt er eine Wiedergutmachung in Aussicht.
DiePresse.com. tojner
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Unter’m Strich
Norwegen
Wegen Mette-Marit: Sohn soll Italien verlassen haben
Im norwegischen Königshaus wächst die Sorge um Kronprinzessin Mette-Marit. Während sich ihr Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert, sorgt nun ihr Sohn Sverre Magnus für Spekulationen: Hat der Prinz seine Wahlheimat Italien verlassen, um der Familie beizustehen?
oe24.at.norwegen
Comedian kaum wiederzuerkennenFans feiern gewagte Komplett-Verwandlung von Ilka Bessin
Die als „Cindy aus Mahrzahn” in ganz Deutschland bekannte Komikerin Ilka Bessin (54) präsentiert sich auf neuen Fotos mit blondem Kurzhaarschnitt, markanter Brille und modernem Streetstyle. In den Kommentaren feiern viele Fans den neuen Auftritt. Ilka Bessin ist nicht mehr „Cindy aus Mahrzahn”. Über Jahre prägte Ilka Bessin ihre Kunstfigur mit pinkem Trainingsanzug, großer Blume im blonden Lockenhaar und schriller Bühnenoptik. Von dieser Rolle hat sie sich privat jedoch längst ein gutes Stück entfernt. Zwar steht sie weiterhin auch als „Cindy” auf deutschen Comedybühnen, abseits der Bühne gibt sie sich im Netz aber immer häufiger natürlicher und persönlicher.
bunte.de.stars
Österreich
Kuriose Geschichte jetzt enthüllt! Darum hat deine Bank-PIN nur 4 Stellen
Passwörter sollen möglichst lang sein, aber warum haben Bank-PINs nur vier Stellen? Der Grund dafür ist einigermaßen kurios.Der wahre Grund für die kurzen PINs geht auf die 1960er Jahre zurück. Damals wurden in Großbritannien die ersten Geldautomaten aufgestellt – einige mit vier, andere mit sechs Stellen.
Heute.at.bankpin
Deutschland/ Zugspitze
Bergsteiger (20) tot: Kumpel wählte US-Notruf
Möglicherweise angelockt durch Beiträge in den sozialen Medien wollten zwei 20-jährige Deutsche nach ihrem Aufstieg auf die Zugspitze den Sonnenaufgang vom höchsten Berg Deutschlands aus genießen. Jung, unerfahren und schlecht ausgerüstet wurde ein Schneefeld einem von beiden zum tödlichen Verhängnis. „Man muss beinahe davon ausgehen, dass Unglücke passieren“, kann es ein erfahrener Tiroler Bergretter kaum fassen.
https://www.krone.at/4152600
INFOS DES TAGES (MONTAG, 25. MAI 2026 – Pfingstmontag)
INFOS DES TAGES (MONTAG, 25. MAI 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Wiener Musikverein: Verdi-Requiem der Dresdener unter Gatti mit Buratto, Garanca, Bernheim, Zanellato
Der Wiener Musikverein zählt mit seiner einzigartigen Akustik zu den klangschönsten Konzertsälen der Welt! Es ist also immer etwas ganz besonderes, im Goldenen Saal des Musikvereins zu spielen, der für große musikalische Tradition und internationale Konzertkultur steht.
Unter der Leitung von Chefdirigent Daniele Gatti musizierte die Staatskapelle Dresden gemeinsam mit Eleonora Buratto (@eleonora_buratto), Elīna Garanča (@elina.garanca), Benjamin Bernheim (@benbernheimtenor), Riccardo Zanellato (@riccardozanellatobasso)sowie dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien Verdis monumentales Requiem.

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SALZBURG/ Haus für Mozart: „IL VIAGGIO A REIMS“ Hyperaktive Rossini-Manie

Es wird wild geschossen: Misha Kiria (Barone di Trombonok), Florian Sempey (Don Profondo), Peter Kellner (Don Alvaro), Dmitry Korchak (Conte de Libenskof) werden von Marina Viotti (Marchesa Melibea) und Tara Erraught (Madama Cortese) zur Vernunft gebracht. Foto: Monika Rittershaus
Cecilia Bartoli, seit 2012 künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele, gibt heuer das Motto „Bon Voyage“ vor und lädt in Rossinis Drama giocoso (1825 die letzte italienische Oper des Komponisten und zugleich das erste für Paris komponierte Werk) zu einer Reise eines äußerst turbulenten Aufenthalts ins Badehotel „Zur Goldenen Lilie“ in Plombières ein. Dort finden sich internationale Adelige, eine Künstlerin und militärische Würdeträger ein, um zur Krönung des französischen Königs Karls X zu reisen. Man kennt sich oder lernt sich gerade kennen, beginnt amouröse Abenteuer und beklagt in einer Auftrittsnummer nach der anderen den persönlichen, großen Kummer. So beweint die Contessa di Folleville den Verlust ihrer Garderobe, fällt angesichts der unendlichen Trauer in Ohnmacht, wird zu Takten von Mozart, Haydn, Beethoven und Bach versucht wiederzubeleben und ist zuletzt wieder überglücklich über das Auftauchen ihres über einem Meter großen, farbenfrohen Federhuts. Ja, das sind die wahren Probleme der High Society dieser Zeit (und vielleicht auch noch heute?).
Regisseur Barrie Kosky inszeniert zum bereits 4. Mal bei den Salzburger Festspielen und versetzt sein Ensemble in rauschähnliche Zustände, wo – passend zur elektrisierenden, temporeichen Musik – kein Klischee der Hotelgäste aus Polen, Spanien, England, Deutschland, Frankreich oder der liebenswerten Hotelbesitzerin aus Tirol ausgelassen wird. Mit atemberaubender Geschwindigkeit folgt das Treiben auf der Bühne den raschen Tempi aus dem Orchestergraben und die Gesellschaft hüpft, springt, tanzt sich (über-)aufgeregt, zappelig und ruhelos von einer Szene zur nächsten. Die Figuren sind mit karikaturhafter Selbstironie dargestellt und unterstreichen mit überladener Gestik und Mimik die dargebrachten Emotionen. Das Konzept gelingt zum Teil und sprüht vor Witz, Fröhlichkeit und Esprit, wobei es für die SängerInnen sicherlich sehr herausfordernd ist, neben ständiger Bewegung auch noch herausragende Kantilenen und höchste Koloraturen zu singen (im Ensemble spricht man von der „Kosky-Diät“, da in der Probezeit alle 3-5 Kilo abgenommen haben). Mit den schrillen, farbenfrohen Kostümen (Victoria Behr), den skurril-bemalten Gesichtern entsteht zusätzlich zu goldenen Drehtüren und einem stark frequentierten Hotelkorridor mit 12 Türen (Bühne: Rufus Didwiszus), wo auch ununterbrochen die Personen hin und her laufen, bunteste Lebendigkeit auf der Bühne. Was anfangs noch unterhaltsam, witzig und erfrischend wirkt, bewirkt nach fast 3 Stunden Trubel, dass einem der Kopf raucht. Wie auch die Harfe zu qualmen und explodieren beginnt, nachdem sie oft durchs Hotel getragen wird (natürlich im Eiltempo), um die berühmte Improvisationskünstlerin Corinna bei ihren Auftritten zu begleiten.

Chaos und Turbulenz nach dem Ohnmachtsanfall der Contessa di Folleville (Mélissa Petit) mit Helena Rasker (Hausdame Maddalena), Misha Kiria (Barone di Trombonok) und Tara Erraught (Madama Cortese). Foto: Monika Rittershaus
Diese wird von Cecilia Bartoli mit großartiger Bühnenpräsenz und verführerischer Koketterie dargestellt. Auch wenn ihre Stimme immer kleiner ertönt, ist ihr Mezzo noch immer in den tiefsten Lagen und Höchsttönen tragfähig. Mélissa Petit begeistert als verwitwete Contessa de Folleville mit brillanten Höchsttönen und kapriziösen Drama Queen-Qualitäten. In gelber Uniform und mit enormer Stimmgewalt gefällt der bombenmäßige Bass Misha Kiria als deutscher Barone di Trombonok. Dmitry Korchak zeigt mit flexiblem Tenor und kantablen Passagen viel Leidenschaft und Eifersuchtsattacken als verliebter Conte di Libenskof. Seine angebetete Marchesa Melibea, von Marina Viotti mit wundervollem dunklem Timbre und Ausdruckskraft dargeboten, zückt Pistolen und schnalzt mit einer feuerroten, langen Gerte, um mit dominanter Strenge zu Liebe und Hoffnung zu gelangen – das Versöhnungsduett mit dem Grafen gelingt mit prachtvollen Belcanto-Stimmen im passenden Einklang. Als eleganter Cavalier Belifiore verfügt Edgardo Rocha über eine leichtfüßige Stimme mit ansprechender Höhe und macht Corinna dauerkniend den Hof, ebenso versucht auch Ildebrando D´Arcangelo als liebestrunkener Lord Sidney mit noblem, glänzendem Bass und streuenden Blüten vor Corinnas Hotelzimmer sein Glück. Mit perlenden Koloraturen, Schluckauf und flinkem parlando versucht Tara Erraught als Madama Cortese für Ordnung in ihrem Hotel zu sorgen und übersingt auch mühelos Chor und crescendo spielendes Orchester; ihre Jodeleinlagen sorgen für Gelächter. In knapper Leder-Unterbekleidung erstellt Florian Sempey mit kernigem Bariton als Don Profondo die Liste der Gäste und Peter Kellner beweist als spanischer Admiral Don Avaro mit großem Einsatz seine Spielfreudigkeit und überbordenden Slapstick.
Gianluca Capuano führt die Musiker des von Bartoli 2016 gegründeten Orchesters Les Musiciens du Prince – Monaco mit spritziger Eleganz, präzisem Feingefühl, ausladender Dynamik, rasenden Tempi und einem musikalischen Rausch gekonnt durch die schwierige Partitur und setzt auf Originalklang und umfangreiche Forschungsarbeit von Rossinis lange verschollenm Werk.

Geburtstagsfeier für Primadonna und künstlerische Leiterin Cecilia Bartoli . Foto: Monika Rittershaus
In der Schluss-Szene feiert die ausgelassene Gesellschaft an einer feudalen Festtafel mit bunt geschmücktem Hirsch überdreht wie eh und je und lässt die Harmonie und Eintracht der Völker Europas hochleben. Das Rossini-Fest endet eruptierend, als Cecilia Bartoli aus einer Geburtstagstorte entsteigt – eine Vorfeier auf den 4.6., wenn die Intendantin ihren 60er begeht: Buon Compleanno! „Die Musik soll leben und die Freude und die Liebe“, wie Corinna am Opernende singt…
Susanne Lukas, 22. Mai 2026 Premiere
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CRO-ArT Festival 2026
HERKUNFT – ZUKUNFT / HERITAGE – FUTURE / BAŠTINA – BUDUĆNOST

Die siebte Ausgabe des CRO-ArT Festivals für Neue Musik und Kunst Wien, organisiert vom Kammermusikverein WISE und unter der künstlerischen Leitung der Geigerin, Bratschistin, Dirigentin, Kuratorin und Kulturmanagerin Andrea Nikolić, widmet sich einer der zentralen Fragen unserer Zeit: Wie kann kulturelles Erbe zur Grundlage einer gemeinsamen Zukunft werden?
Unter dem Leitthema HERKUNFT – ZUKUNFT versammelt das Festival von Mai bis Oktober 2026 — mit zusätzlichen neuen Projekten bis zum Jahresende — Konzerte, interdisziplinäre Projekte, Workshops und internationale Kooperationen zwischen Wien, Kroatien, Marokko sowie Bosnien und Herzegowina.
CRO-ArT versteht kulturelles Erbe nicht als statische Erinnerung, sondern als lebendigen Raum neuer Perspektiven, künstlerischer Offenheit und transkulturellen Dialogs.
Im Zentrum des Festivals stehen Begegnungen unterschiedlicher musikalischer Generationen, Traditionen und künstlerischer Poetiken. Werke von Boris Papandopulo, Emil Milo Cipra (dessen 120. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird), Tomislav Uhlik (70. Geburtstag), Laura Mjeda Čuperjani sowie weiterer bedeutender kroatischer Komponistinnen und Komponisten treten in Dialog mit neuen Kompositionen, österreichischen Autor:innen wie Friedrich Cerha, Erwin Schulhoff, Meinhard Rüdenauer, Gabriele Proy (u.a.) sowie weiteren mediterranen, europäischen und internationalen Komponist:innen, transmedialen Projekten und internationalen Kooperationen.

Cipra Quartett. Copyright „Wise“
Eröffnet wird das Festival am 29. Mai 2026 mit dem Konzert „Zwischen Herkunft und Zukunft“ im Bank Austria Salon im Altes Rathaus Wien mit dem Cipra Quartett und Ivana Nikolić an der Oboe. Das Konzert wird von Ulla Pilz moderiert, während die visuelle Identität des Festivals vom Architekten Hessamedin Fama entwickelt wurde — inspiriert von Reflexionen über Zeit, Erinnerung und die Transformation kulturellen Erbes als etwas Lebendiges, Fragiles und ständig Wandelbares, das gerade durch Veränderung Raum für neue Formen und Zukunft eröffnet.
Die Hauptkonzerte — die zentralen Säulen der vier Festivalabschnitte — werden am 24. Juni, 5. August und 5. Oktober 2026 in Wien fortgesetzt, begleitet von zahlreichen internationalen Kooperationen und Gastprojekten zwischen und nach diesen Festivalstationen.
Das Festival umfasst darüber hinaus:
– das transmediale Projekt „Digital Diary – On the Creation of From the Same Sea“ von Andrea Nikolić und Sanel Redžić,
– das internationale VaClaF Festival in Vareš, Bosnien und Herzegowina, in Zusammenarbeit mit dem Verein der Musikfreunde Emil Milo Cipra Vareš,
– die erste Ausgabe des Festivals Mediterranean Music Bridges in Marokko sowie Kooperationen und Konzerttourneen in der Republik Kroatien.
Das CRO-ArT Festival hat sich über die Jahre zu einer Plattform für zeitgenössische Musik entwickelt, die allen zugänglich ist und in einem relevanten gesellschaftlichen Kontext präsentiert wird — durch die Schaffung neuer kultureller Verbindungen einer Kunst, die keine Grenzen kennt.
In einer Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen möchte das Festival Räume schaffen, in denen Musik nicht trennt, sondern verbindet — zwischen Herkunft und Zukunft, Erinnerung und Vision. Ein kulturelles Erbe, das neue Horizonte eröffnet und uns in eine bessere Zukunft führt.
Das CRO-ArT Festival 2026 wird vom Kammermusikverein WISE organisiert und ist Teil der jährlichen Zusammenarbeit mit HKD Napredak Wien sowie dem Verein Emil Milo Cipra Vareš. Neben österreichischen Organisationen und Institutionen wird das Festival vom Zentralen Staatsbüro für Kroat:innen außerhalb der Republik Kroatien unterstützt und seit seinen Anfängen im Jahr 2020 in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Kroatien in der Republik Österreich realisiert.
Herzlich willkommen!
Mehr Information finden Sie auf: www.wisemusicwien.com/events
Andrea Nikolić, Mag. Art.
Violinist/Violist/Conductor/Producer
General & Artistic director of WISE / VaClaF / CRO-ArT Festival
Vienna, Austria
+436769017226
www.andreanikolic.com
Meinhard Rüdenauer
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Presseschau Musikverein Graz: Facettenreicher Edelschliff
Riccardo Muti gastierte mit den Wiener Philharmonikern im Grazer Musikverein

FOTO: LUEF / Musikverein Graz
Den Abschluss eines außerordentlichen Konzertabends im Grazer Stefaniensaal vorweg: Die Organisatoren des Grazer Musikvereins unter Intendant Michael Nemeth sowie der Vertreter des Hauptsponsors verliehen in feierlicher Form den gastierenden Wiener Philharmonikern die Ehrenmitgliedschaft. Dirigent und Maestro Riccardo Muti hatte diese Auszeichnung gesondert schon vor einem Jahr erhalten. In bewegenden Worten dankte der Sprecher der Wiener Philharmoniker, die seit 80 Jahren in Graz gastieren – zum ersten Mal im Juni 1946 (!) und just diesmal zum 25. Mal – für diese vom Publikum mit Standing Ovations bedachte Auszeichnung.
Dem vorangegangen waren die letzten drei zum Zwölferpack der „Londoner Sinfonien“ Joseph Haydns zählenden Werke, die, wie der Name sagt, im Jahr 1795 vom Rohrauer Meister anlässlich seines zweiten Aufenthalts an der Themse im „King‘s Theatre“ uraufgeführt wurden. Es sind dies Nr. 102, 103 und die feinsinnige Nr. 104 in D-Dur. Riccardo Muti maß der vorwiegend apollinischen Struktur Haydnscher Tonsprache einen entsprechenden, durchaus werkinhärenten Stellenwert zu. Muti hatte den formalen Verlauf und Zusammenhang stets „im Untergriff“ und vermittelte auf diese Weise mit durchaus sparsam gewählter Gestik eine zu erwartende – und zu erhoffende – der Musik innewohnende „Selbstverständlichkeit“. Und selbstverständlich, so wie‘s dann nämlich erklang, ist da gar nichts – zumal in seinen späteren Werken scheinen Haydns Wendungen recht kühn, ja oftmals zukunftsweisend.
Launig, ja mitunter geradezu frech changiert Haydn da zwischen den Tonarten und verpackt all dies in aufwühlende und mitreißende Dynamik. Und erschuf so ein komplexes Geflecht aus Rhythmus, Harmonie und melodischem Verlauf, alles verpackt obendrein noch in seinem eigenen gestalterischen Frohsinn. Summa summarum bildete all dieses einen ganz wunderbar funktionierenden, durch und durch ausgeglichenen, von berechtigten Jubelstürmen umkränzten Dreiklang aus Partitur, wohldosierter dirigentischer Gestik und nicht zuletzt den ganz fabelhaft respondierenden Philharmonikern.
KLEINE ZEITUNG | Walther Neumann
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Innsbruck: Johannes Maria Staud: „MISSING IN CANTU (EURE PALÄSTE SIND LEER)“ (ÖEA) – 23.5.2025 Premiere – Ein dystopischer Albtraum

Hazel Neighbour (Echo), Marcel Brunner (Seher) © Marcella Ruiz Cruz
„Missing in cantu (eure paläste sind leer)“ ist die jüngste Oper des aus Innsbruck stammenden Komponisten Johannes Maria Staud nach einem Libretto des oberösterreichischen Autors, Dramatikers und Regisseurs Thomas Köck. Nach der Uraufführung 2023 im Rahmen des Kunstfests Weimar gelangte das Werk nun in der Inszenierung von Bettina Bruinier am Tiroler Landestheater Innsbruck zur österreichischen Erstaufführung.
Die Handlung entfaltet sich in drei Strängen, die jedoch – entgegen anderslautender Hinweise im Einführungsgespräch von Julia Spinola, Co-Direktorin und leitende Dramaturgin der Sparte Musiktheater am Tiroler Landestheater, mit dem Komponisten – nicht wirklich zueinanderfinden, sondern weitgehend im Anekdotischen verbleiben. Zusammengehalten werden sie durch eine sehr unverblümt formulierte Sozialkritik an den vielfältigen Verfehlungen der Menschheit: religiösem Fanatismus, Machtgier, zwanghaftem Konsumverhalten und Turbokapitalismus. Ein „Seher“ blickt aus nachträglicher Perspektive auf die Ursachen des menschlichen Untergangs zurück. Die Paläste stehen leer, die Räume verfallen, die Menschen sind verschwunden – wie konnte es so weit kommen? Kontrapunktisch tritt ihm die Figur „Echo“ gegenüber: Sie hinterfragt seine Klagen, verschiebt die Perspektive und rückt den Seher zunehmend selbst in die Nähe eines Mitverantwortlichen dieses dystopischen Albtraums, weil er weggesehen und nicht dagegen unternommen habe.

Jennifer Maines (Hexe), Christian Miedl (Don Stepano), Chor © Marcella Ruiz Cruz
Die drei Handlungsstränge stehen exemplarisch für die genannten Verfehlungen und deren zerstörerische Folgewirkungen. Die erste Episode führt ins 16. Jahrhundert: Der Konquistador Don Gairre unternimmt mit seiner Expedition einen Zug durch den brasilianischen Dschungel, getrieben von der Suche nach der paradiesischen Stadt Eldorado. Die Truppe meutert, der Missionar Don Steppano wird zum König ausgerufen; religiöser Eifer schlägt in Gewalt um, in Morde an Indigenen und Hexenverbrennungen. Später wird Steppano von Don Gairre gestürzt, während sich die Suche nach Eldorado im Nirgendwo des Dschungels verliert.

Jakob Nistler (Schlachthausbesitzer), Chor © Marcella Ruiz Cruz
Die zweite Episode spielt in einer US-amerikanischen Vorstadt. Ein Reporter-Duo mit Kamera und Mikrofon bedrängt einen Drogenabhängigen, ein Opfer der Opioidkrise der Nullerjahre in den USA – einer massiven Gesundheits- und Gesellschaftskrise, ausgelöst durch die massenhafte Verschreibung, Abhängigkeit und Überdosierung von opioidhaltigen Schmerzmitteln – und zerrt sein Leiden in die Öffentlichkeit. Die mediale Ausbeutung wird zur Fortsetzung der Gewalt mit anderen Mitteln. Später stürmt der Mann einen Gottesdienst, nimmt Geiseln und erschießt sich.
Der dritte Strang führt in ein Schlachthaus, in dem während der Arbeit reihenweise Menschen kollabieren. Um überhaupt überleben zu können, leisten sie trotz Schlafmangels mehrere Jobs und halten sich mit Aufputschmitteln funktionsfähig. Am Ende stirbt ein Elternpaar an den Folgen einer Überdosis. Das – eher banale, aber durchaus wahre – Fazit lautet: Die Menschen lernen nichts aus der Geschichte.
Johannes Maria Stauds Musik unterlegt den Stoff stellenweise in der Art einer Filmmusik, wobei unterschiedliche Ausdrucksebenen und Stilmittel ineinandergreifen: seine eigene musikalische Sprache mit eindringlichen Kantilenen, schwebenden, teils wirkungsvoll durch den Raum des Großen Hauses kreisenden Klangflächen und klangschön aus dem Orchester hervortretenden Soli; direkte Zitate aus geistlichen Chorsätzen des 16. Jahrhunderts von William Byrd und Cristóbal de Morales; dazu Genrezitate aus Popmusik und Gospel.
Die Interpretation durch das SWR Experimentalstudio unter der Klangregie von Michael Acker und das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter der Leitung von Timothy Redmond eröffnet Freiräume für Improvisation und klangliche Entfaltung. Allerdings treten Elektronik und die Rhythmik eines beträchtlich erweiterten Schlagwerks deutlich stärker hervor als die genuinen Möglichkeiten des Orchesterklangs. Die Zitate werden collageartig eingefügt und bleiben weitgehend ohne tiefere kompositorische Verarbeitung. Zugleich schöpft die Partitur kräftig aus dem Fundus vertrauter Klischees: Gegenwartsbezogene Popularmusik markiert das Milieu des drogenabhängigen Attentäters ebenso wie die – im Übrigen äußerst eindrucksvolle – Schlachthausszene, während die Renaissance-Zitate die Eldorado-Episode signalisieren bzw. am Ende noch einmal heraufbeschwören. Manchen mag diese Art der Vertonung zu plakativ erscheinen, anderen bietet sie willkommene Orientierungspunkte in einem Libretto, das sich streckenweise in metaphorischen Bildern und Abstraktionen artikuliert, sowie in einer streckenweise unvertraut oszillierenden Klangwelt.
Formen wie Rezitativ, Arie oder Ensemblesatz, ebenso die Idee eines durchkomponierten musikalischen Verlaufs, spielen für „missing in cantu (eure paläste sind leer)“ als kompositorische Kategorien kaum eine tragende Rolle. Treffender erscheint Julia Spinolas Charakterisierung einer „mehrschichtigen, hybridhaften Szenenanlage“ (Programmheft, S. 8). Zunächst ist das Stück nicht nur Oper, sondern über weite Strecken auch gesprochenes Schauspiel, manche Rollen sind überhaupt nur Sprechrollen. Zur Hybridität des Gesamteindrucks trägt auch Bettina Bruiniers Inszenierung wesentlich bei. Neben den (Dreh-)Bühnenkonstruktionen von Volker Thiele, den anregenden Kostümen von Chani Lehmann und der dynamischen Choreografie von Volker Michl kommt dabei vor allem den Videozuspielungen von Ayşe Gülsüm Özel eine tragende Funktion zu. Gerade durch sie wird Stauds Intention, eine Nähe zu Film und Filmmusik herzustellen, besonders prägnant herausgearbeitet.
Das Werk, das in seinen 90 Minuten in 15 Einheiten gegliedert ist, wird in einer Folge vielfältiger szenischer Konstellationen geradezu opulent bildhaft visualisiert. Dass dieses Potpourri aus unterschiedlichen Klängen, Genres, dramatischen Situationen, Videoebenen und Kameraeinstellungen einen beträchtlichen Unterhaltungswert besitzt, lässt sich kaum bestreiten, und auch die schauspielerische, sängerische und instrumentalmusikalische Umsetzung ist sehr ansprechend.
Problematisch wird es allerdings dort, wo Rollen mit hohem Sprechtheateranteil Sängerinnen oder Sängern anvertraut sind, deren Deklamation nur eingeschränkt verständlich bleibt. In Innsbruck betrifft dies insbesondere die Partien von Echo und Don Gairre. Von einem Landestheater darf man erwarten, für solche Aufgaben eine auch sprachlich adäquate Besetzung zu finden, die gegenüber dem standardisierten Bühnendeutsch der Kolleginnen und Kollegen aus dem Schauspielfach nicht deutlich abfällt.
Die überragende Erscheinung des Abends ist – sängerisch wie deklamatorisch – Marcel Brunner als Seher. Mit seinem biegsamen, wendigen Bassbariton und seiner ausdrucksstarken Deklamation gibt er der Figur eindrucksvolle Kontur. Hazel Neighbour beeindruckt als Echo mit einem leuchtenden, differenziert geführten und warm timbrierten Sopran. Stephen Chaundy bringt als Don Gairre mit virilem, dynamischem Tenor Energie und Dramatik in seine Szenen, während Christian Miedl den religiösen Eiferer Don Stepano in fein austarierter Baritonlage überzeugend zeichnet. Jennifer Maines sorgt als wortlos heulende Hexe für beklemmende Momente. Auch William Blake als Don Miguel, Michael Gann als Übersetzer, Jakob Nistler als Schlachthausbesitzer und in weiteren Rollen sowie Sabrina Henschke als dritte Polizistin überzeugen sowohl in ihren Gesangs- als auch Sprechpartien. Stefan Riedl als drogenabhängiger Hausbesitzer und Attentäter sowie Bernarda Klinar als Reporterin und in weiteren Nebenrollen vertreten das Schauspielfach mit Nachdruck, Jannis Dervinis, Stanislav Stambolov und William Tyler Clark spielen den Konquistador und Ureinwohner und Jakob Noggler das betroffen schweigende Kind.

Stefan Riedl (Attentäter), Chor © Marcella Ruiz Cruz
Ein besonderes Lob gebührt dem Chor und der Statisterie des Tiroler Landestheaters, den Musikerinnen und Musikern des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck sowie dem SWR Experimentalstudio und den musikalischen Leitern des Abends.
Thomas Nußbaumer
