Sieben Solisten verschmelzen zu einem exquisiten Ensemble schieren Wohlklangs und individueller Stimmfarben

CD-Rezension

Carl Heinrich Graun
Silla

Innsbrucker Festwochenorchester
Alessandro De Marchi

cpo 555 586-2

von Peter Sommeregger

Diese 1753 im Königlichen Opernhaus Unter den Linden in Berlin uraufgeführte Oper Grauns, der zu den besonderen Lieblingen Friedrich II. zählte, musste 240 Jahre auf eine Wiederbelebung warten, die nun im letzten Jahr bei den Innsbrucker Festwochen stattfand.

Obwohl das Werk eindeutig der Gattung der Opera Seria zuzurechnen ist, erstaunt es durch die emotionale Tiefe, die für Opern dieser Zeit nicht unbedingt typisch ist. Speziell der zweite Akt gerät zu einem Feuerwerk hoch emotionalen Gesanges. Die Handlung, die im Wesentlichen die Läuterung eines Diktators beinhaltet, entspricht den Konventionen des zeitgenössischen Musiktheaters, ist aber für die Epoche vor Mozart in diesem Fall aber erstaunlich „modern“ in ihrer musikalischen Sprache. „CD-Rezension: Carl Heinrich Graun Silla
klassik-begeistert.de, 3. Juli 2023“
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La Capitale d’Été: Der fulminante zweite Abend mit dem MET Orchestra steht ganz im Zeichen von Shakespeare

Foto: Yannick Nézet-Séguin, Angel Blue, MET © Andrea Kremper

Fünf Sterne für Yannick Nézet-Séguin und das New Yorker Opernorchester


Baden-Baden, Festspielhaus, 2. Juli 2023

Leonard Bernstein (1918-1990) – Sinfonische Tänze aus West Side Story

Matthew Aucoin (*1990) – Heath. King Lear Sketches (Auftragswerk der Metropolitan Opera. Deutsche Erstaufführung)

Pjotr Tschaikowsky (1840-1893) – Romeo und Julia. Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare

Giuseppe Verdi (1813-1901) – Vierter Akt aus der Oper Otello  

Angel Blue, Sopran (Desdemona)
Russell Thomas, Tenor (Otello)
Deborah Nansteel, Mezzosopran (Emilia)

Errin Duane Brooks, Tenor (Cassio)
Michael Chioldi, Bariton (Jago)
Richard Bernstein, Bass (Lodovico)
Adam Lau, Bass (Montano)

The MET Orchestra
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent


von Brian Cooper, Bonn

Im zweiten Baden-Badener Konzert des MET Orchestra stand Shakespeare im Mittelpunkt. Alle vier programmierten Werke sind vom Swan of Avon inspiriert. William Shakespeare war zweifellos einer der größten Schriftsteller, die jemals diesen Planeten mit ihrer Sprache beglückt haben. (Natürlich wird es immer die Fraktion geben, die nichts rezipieren mag, was älter als 50 Jahre ist. Their loss.) „The MET Orchestra, Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Baden-Baden, Festspielhaus, 2. Juli 2023“
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DIE MONTAG-PRESSE – 3. Juli 2023 

© Michael Pöhn, Wiener Staatsoper

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 3. Juli 2023

Wien
30.6.23, „Götterdämmerung“, Staatsoper, „Abschied vom Ring“
Franz Welser-Möst dirigierte an diesem Abend seine letzte „Götterdämmerung“. Er hatte schon im Vorfeld der beiden „Ring“-Durchgänge an der Wiener Staatsoper angekündigt, von Wagners Tetralogie Abschied zu nehmen und sie als Dirigent zurückzulegen.
http://www.operinwien.at/werkverz/wagner/agoetter14.htm

Ende der Saison, Jubel ohne Ende (Bezahlartikel)
Mit einer akklamierten »Götterdämmerung« ging der »Ring« zu Ende, den Welser-Möst zu seinem letzten erklärt hat – und zugleich die Saison an der Staatsoper. Ein Rückblick.
DiePresse.com

Christian Thielemann über Bruckner – das große Inteview „Ich schwitze viel weniger“
Zum Gespräch kommt er im schwarzen Polohemd mit Wagner-Konterfei, umrahmt von der Aufschrift „Bayreuther Festspielorchester – 1. Violine“. Kein Zweifel: Thielemann ist Wagner-Fan. Anton Bruckner war auch einer. Nun erklärt der Dirigent, was es bedeutet, Bruckner zu dirigieren.
BR-Klassik.de

Zu allem entschlossen: Christian Thielemann und das BR-Symphonieorchester mit Bruckners Fünfter
Erstmals dirigiert Christian Thielemann das BR-Symphonieorchester vor Publikum. Bruckners Fünfte wird dabei zum atemberaubenden, hochriskanten Grenzgang.
MuenchnerMerkur

„DIE MONTAG-PRESSE – 3. Juli 2023 “ weiterlesen

„Götterdämmerung“ an der Wiener Staatsoper: Ricarda Merbeth holt die Kastanien aus dem Feuer

Ricarda Merbeth als Brünnhilde an der Wiener Staatsoper © Michael Pöhn

Ganz solide. Obwohl die Wiener Staatsoper zum Ende wieder Kopf steht, mitreißen konnte das Dirigat über weite Strecken nicht wirklich. Franz Welser-Möst hat da gerade seinen „Mount Everest“ bezwungen – zum letzten Mal, denn Richard Wagners „Ring“ sei eine große Herausforderung, die mit großen Strapazen verbunden sei. Deshalb ist mit 62 nun Schluss. Die „Götterdämmerung“ stellt ihn vor einige Hürden. Zum Glück steht Ricarda Merbeth bereit.


Richard Wagner, Götterdämmerung

Wiener Staatsoper, 30. Juni 2023


von Jürgen Pathy

Mit der „Götterdämmerung“ schließt sich der Kreis. Phasenweise sensationell, über weite Strecken allerdings auf Sparflamme. So könnte man den kompletten „Ring“ zusammenfassen. Dabei legt Franz Welser-Möst dieses Mal ordentlich los. Keine Spur von angezogener Handbremse, mit der er zuvor noch ins „Rheingold“ als auch in die „Walküre“ gestartet war. In der Welt der Nornen, die am Felsen das Schicksalsseil knüpfen, da sprudelt es nur so vor Energie und Verve. Das lässt Hoffnung aufkeimen. Endergebnis nach rund vier Stunden allerdings: Anständig, aber nicht viel mehr.

„Richard Wagner, Götterdämmerung
Wiener Staatsoper, 30. Juni 2023“
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La Capitale d’Été in Baden-Baden: Die Sommerfestspiele 2023 sind eröffnet

Foto © Andrea Kremper, MET_DiDonato

Der erste von zwei Abenden mit dem New Yorker MET Orchestra unter Yannick Nézet-Séguin ist in Gänze der Musik von Hector Berlioz gewidmet


Baden-Baden, Festspielhaus, 1. Juli 2023

Hector Berlioz (1803-1869) – Le Corsaire op. 21; Auszüge aus Les Troyens; Symphonie fantastique op. 14

Joyce DiDonato, Mezzosopran

The MET Orchestra

Yannick Nézet-Séguin, Dirigent

 

von Brian Cooper, Bonn

Es ist ein Galakonzert, mit dem man das 25-jährige Bestehen des Festspielhauses Baden-Baden feiert. Und es ist leider nicht ausverkauft. „Was macht Baden-Baden falsch?“, fragt uns interessiert, und wie aus der Pistole geschossen, die seit Dekaden fest in der Region verwurzelte Gastronomenlegende später am Abend beim Krügle Bier in Rotensol, eine halbe Stunde von der Festspielstadt entfernt. Wir wissen es nicht, sind keine Betriebswirte, aber aus rein künstlerischer Sicht verstehen wir es auch nicht. „Gala-Konzert 25 Jahre Festspielhauses Baden-Baden
Baden-Baden, Festspielhaus, 1. Juli 2023“
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Nicht immer zu den Stars rennen! Gehen Sie mal in die Kirche nebenan, um sich verzaubern zu lassen...

Foto: https://wp.consortium-musicum-berlin.de/chorleitung/: Henzelmann © Schafgans

Paul-Gerhardt-Kirche Berlin, 1. Juli 2023 

Consortium musicum Berlin

Arndt Martin Henzelmann, Leitung
Szymon Jakubowski, Klavier- und Orgelimprovisationen

von Sandra Grohmann

Als Anna Netrebko und Rolando Villazón in Salzburg die Hauptpartien der Traviata sangen, wurde kolportiert, dass die als Sensationsproduktion gefeierte Inszenierung selbst Leute anlockte, denen das Wort Oper bis dahin als Synonym für „verstaubt“ galt. Sie sollen damals bei der Kassa angerufen und gefragt haben, ob es noch Karten für die „Netrebko-Show“ gebe. Gab es nicht.

„Consortium musicum Berlin, Arndt Martin Henzelmann, Leitung
Paul-Gerhardt-Kirche Berlin, 1. Juli 2023 “
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Daniels vergessene Klassiker Nr 24: Luise Adolpha Le Beau – Klavierkonzert in d-Moll

Quelle: Lebenserinnerungen einer Komponistin, Bildzitat; https://blog.muenchner-stadtbibliothek.de/luise-adolpha-le-beau-muenchner-schule-femaleheritage

Kritisieren kann jeder! Aber die Gretchenfrage ist immer die nach Verbesserung. In seiner Anti-Klassiker-Serie hat Daniel Janz bereits 50 Negativ-Beispiele genannt und Klassiker auseinandergenommen, die in aller Munde sind. Doch außer diesen Werken gibt es auch jene, die kaum gespielt werden. Werke, die einst für Aufsehen sorgten und heute unterrepräsentiert oder sogar vergessen sind. Meistens von Komponisten, die Zeit ihres Lebens im Schatten anderer standen. Freuen Sie sich auf Orchesterstücke, die trotz herausragender Eigenschaften zu wenig Beachtung finden.


von Daniel Janz

Nachdem zuletzt der Fokus auf Frauen aus Frankreich lag, die in ihren Leben große Musik schufen, von der modernen Kunst- und Konzertwelt aber unverdienter Weise missachtet werden, soll der Blick heute einmal in unser eigenes Land fallen. Denn auch hier gab es Frauen, die komponierten und beeindruckende Werke schufen. Frauen, die teilweise sogar zu großem Ansehen kamen und dennoch mittlerweile komplett vergessen sind. Dieser Artikel ist deshalb einer dieser Frauen mit einem ihrer beeindruckenden Werke gewidmet, die in unseren Konzertsälen eigentlich nicht fehlen dürften: Luise Adolpha Le Beau und ihr „Konzert für Klavier mit Orchesterbegleitung“, opus 37 in d-Moll. „Daniels vergessene Klassiker Nr 24: Luise Adolpha Le Beau – Klavierkonzert in d-Moll
klassik-begeistert.de, 2. Juli 2023“
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Besetzungsänderung bei den Bayreuther Festspielen 2023

Andreas Schager, Klaus-Florian Vogt und Clay Hilley springen für Stephen Gould ein!

Foto: © Copyright 2009 | Daniel Bruengger – Stephen Gould

Der US-amerikanische Tenor Stephen Gould, 61, muss bei den Bayreuther Festspielen 2023 alle Termine absagen. „Auf dringenden ärztlichen Rat“, wie man aus den Sozialen Medien entnehmen konnte. Gould hätte auf dem Grünen Hügel dieses Jahr wieder einiges zu stemmen gehabt. Den Siegfried in der „Götterdämmerung“, den „Tristan“, sowie auch die Titelpartie im „Tannhäuser“. Ersatz steht schon zur Stelle. Andreas Schager übernimmt in Richard Wagners „Götterdämmerung“, Clay Hilley den „Tristan“, und Klaus-Florian Vogt springt als „Tannhäuser“ ein.

Wie sich das alles organisatorisch auswirken wird, ist noch schwer einzuschätzen. Die Bayreuther Festspiele starten am 24. Juli 2023 mit einem Festspiel-Open-Air, gefolgt vom „Parsifal“ am Eröffnungs-Tag darauf. Acht Opern stehen insgesamt auf dem Programm. Die vier Opern des „Rings“ in der Inszenierung von Valentin Schwarz. „Der fliegende Holländer“, „Tristan und Isolde“, „Parsifal“ und der „Tannhäuser“. All das nun zu stemmen, ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Hügelchefin Katharina Wagner bedankte sich bei all den Einspringern, die Stephen Gould ersetzen werden.

Die Auswirkungen dürften aber weitreichend sein. Nicht nur auf den offiziellen Spielbetrieb generell, auch den Probenplan dürfte Goulds Ausfall ziemlich durcheinander würfeln. Bayreuth ist ja bekannt dafür, dass man ein außerordentlich hohes Maß in die Probenarbeit steckt. Die Generalprobe für den „Tannhäuser“ dürfte so gut wie fix unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Normalerweise finden Generalproben immer öffentlich statt. Ausnahme: Neuproduktionen. Wie es bei den anderen Generalproben aussieht, bei denen Gould dabei gewesen wäre, steht noch nicht fest.

klassik-begeistert.de, 1. Juli 2023

Eine packende „Elektra“ in Innsbruck!

Fotos: Birgit Gufler

Tiroler Landestheater, Innsbruck, Premiere am 11. Juni 2023


ELEKTRA

Tragödie in einem Aufzug
Musik von Richard Strauss
Text von Hugo von Hofmannsthal nach seinem gleichnamigen Schauspiel 

 von Dr. Klaus Billand

 Mit einer packenden und in allen Punkten stimmigen „Elektra“ verabschiedete sich Johannes Reitmeier nach seiner 11 Jahre währenden überaus erfolgreichen Intendanz vom Publikum des Tiroler Landestheaters. Was konnte ich nicht alles hier am Haus von ihm erleben: „Tannhäuser“, „Rienzi“, „Liliom“, „Genoveva“, „Die Passagierin“, und nun auch noch „Elektra“ von Richard Strauss. „Richard Strauss, ELEKTRA
Tiroler Landestheater, Innsbruck, Premiere am 11. Juni 2023“
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Frauenpower im Orchestergraben, auf und hinter der Bühne: Lüttich beschließt die Saison mit der Oper “Dialogues des Carmélites” von Francis Poulenc

Photo © Jonathan Berger / Opéra Royal de Wallonie-Liège

Mit der Oper “Dialogues des Carmélites” von Francis Poulenc beendet die “Opéra Royal de Wallonie” in Lüttich eine Saison 2022/2023 mit vielen Höhepunkten. Einen besseren Schluss hätte man sich nicht wünschen können. Musikalisch und szenisch war die Aufführung wie aus einem Guss.

Opéra Royal de Wallonie-Liège, 29. Juni 2023

Francis Poulenc (1899-1963)

DIALOGUES DES CARMÉLITES
Oper in drei Akten
(Text: Georges Bernanos)


Musikalische Leitung    Speranza Scappucci

Inszenierung     Marie Lambert-Le Bihan
Bühnenbild und Kostüme     Cécile Trémolières

Blanche de la Force       Alexandra Marcellier         
Marquis de la Force      Patrick Bolleire
Chevalier de la Force   Bogdan Volkov   
Madame de Croissy      Julie Pasturaud
Mère Marie de l’Incarnation   Julie Boulianne
Soeur Constance           Sheva Tehoval
Madame Lidoine           Claire Antoine
L’aumônier                     François Pardailhé

Choeurs de l’Opéra Royal de Wallonie (chef des choeurs: Denis Segond)
Orchestre de l’Opéra Royal de Wallonie


von Jean-Nico Schambourg

Die Oper von Francis Poulenc spielt zwar in der aufregenden Zeit der französischen Revolution, der Zeit des Terrors (“La terreur”) von Robespierre, der Zeit der schnellen, strengen, unflexiblen Justiz. Ihre Handlung hat aber nichts mit abenteuerlichem Aktionismus zu tun. Sie erzählt die Geschichte der Nonnen des Karmels bei Compiègne, die durch die Revolution bedroht werden und schlussendlich dem Tode durch die Guillotine geweiht sind. Die junge Nonne Blanche de la Force erlebt zuerst den qualvollen Tod der Oberin. Als die Revolutionäre das Kloster stürmen, kann sie zwar entfliehen, aber erleuchtet durch den Gottesglauben kehrt sie zu ihren Schwestern zurück, befreit von ihren Lebens- und Todesängsten und stirbt mit ihnen auf dem Schaffott.

„Francis Poulenc (1899-1963), DIALOGUES DES CARMÉLITES
Opéra Royal de Wallonie-Liège, 29. Juni 2023“
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