Avdeeva singt, Schostakowitsch schlägt zu

© Alte Oper Frankfurt/Tibor-Florestan Pluto

Sergej Rachmaninow
Klavierkonzert Nr. 2 c-moll op. 18

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 10 e-moll op. 93

Yulianna Avdeeva, Klavier
Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 17. Mai 2026

von Dirk Schauß

Es gibt Konzertabende, die man vergisst, sobald man den Mantel anzieht. Und es gibt solche, die einem noch auf dem Heimweg durch den Kopf hallen, als hätte das Orchester eine Spur in den Schädel gebrannt. Der
17. Mai in der Alten Oper Frankfurt gehörte unzweifelhaft zur zweiten Sorte. „Gewandhausorchester Leipzig, Andris Nelsons
Alte Oper Frankfurt, 17. Mai 2026“
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Mit Heinz Ferlesch und Barucco erleben wir die wahre Macht der Musik

Heinz Ferlesch am Pult von Barucco © Haydnregion Niederösterreich

 Der Abend der Klassik-Konzertreihe “Haydnregion Niederösterreich” bot im Schloss Petronell einem musikalischen Leckerbissen: das “Alexanderfest” von Georg Friedrich Händel, in der von Heinz Ferlesch intensiv und mitreißend gestalteten Interpretation durch das Originalklangensemble Barucco und Barucco Vokal. Das Programm wurde eingeleitet mit einem “Te Deum” des Namenpatrons Joseph Haydn.

Joseph Haydn
Te Deum für Fürst Nikolaus Esterházy in C-Dur Hob/XXIIIc:1

Georg Friedrich Händel
Alexander’s Feast HWV 75

Barucco Orchester und Vokalensemble
Heinz Ferlesch, Dirigent

Festsaal des Schlosses Petronell, Petronell-Carnuntum (NÖ), 17. Mai 2026

von Dr. Rudi Frühwirth

Das einleitende “Te Deum” von Joseph Haydn entstand um 1760, als Haydn seinen Dienst als Vizekapellmeister am Hof des Fürsten Nikolaus Esterházy antrat. Das strahlende Gotteslob kann durchaus auch als Huldigung an den Brotgeber verstanden werden. Orchester wie Chor, geleitet von Heinz Ferlesch, verhalfen dem kurzen, aber ausdrucksstarken Werk zu prächtiger Geltung. „G.F. Händel, Alexander’s Feast, Barucco Orchester und Vokalensemble Heinz Ferlesch,
Schloss Petronell, 17. Mai 2026“
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„Und dann spricht’s aus der Wand heraus“ – Der Lübecker „Wozzeck“ wird noch intensiver!

Foto © Olaf Malzahn / Theater Lübeck

Alban Berg     Wozzeck

Brigitte Fassbaender, Inszenierung

Theater Lübeck, 17. Mai 2026 (Premiere am 25. April 2026)

Bo Skovhus, Bariton
Adrienn Miksch, Sopran
Peter Lodahl, Tenor
Changjun Lee, Bass
Noah Schaul, Tenor
Frederike Schulten, Mezzosopran
Roman Payer, Tenor
Steffen Kubach, Bariton
Robin Frindt, Bassbariton
Thomas Stückemann, Tenor

Chor des Theaters Lübeck

Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theaters Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

von Dr. Andreas Ströbl

Bereits die umjubelte Premiere von Alban Bergs Oper „Wozzeck“ in der Regie von Brigitte Fassbaender in Lübeck ging musikalisch und darstellerisch unter die Haut (https://klassik-begeistert.de/alban-berg-wozzeck-brigitte-fassbaender-inszenierung-theater-luebeck-25-april-2026-premiere/). Aber die Produktion entwickelt eine noch intensivere Wirkung, wovon sich ein erneut begeistertes Publikum am 17. Mai 2026 im Lübecker Jugendstiltheater mit manchem Gänsehautschauer überzeugen konnte.

Eine kaum fassbare Komplexität …

Wie unglaublich komplex Alban Bergs „Wozzeck“, die erste abendfüllende Oper der Moderne, in ihrer musikalischen Struktur mit all den Zitaten, Motiven, Querverweisen und vor allem dem Gesamtaufbau gestaltet ist, machten GMD Stefan Vladar und Dramaturg Michael Sangkuhl am 5. Mai 2026 im Studio des Lübecker Theaters greifbar. Mit zahlreichen Beispielen vom Band oder auf dem Klavier und einer Präsentation erläuterten die beiden gleichermaßen verständlich und faszinierend kenntnisreich, wie Berg hier vorgegangen ist. „Alban Berg, Wozzeck, Brigitte Fassbaender, Inszenierung
Theater Lübeck, 17. Mai 2026“
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Glanzstücke der deutschen und französischen Romantik vereinigen sich

Daniele Gatti © Markenfotografie

10. Sinfoniekonzert Sächsische Staatskapelle Dresden 

Richard Wagner
Vorspiel zum 3. Aufzug und „Karfreitagszauber“ aus „Parsifal“
Camille Saint-Saëns
Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 a-Moll op. 33
Claude Debussy „La Mer“
Richard Wagner
Vorspiel und „Isoldes Liebestod“ aus „Tristan und Isolde“

Sächsische Staatskapelle Dresden 
Gautier Capuçon, Violoncello
Daniele Gatti, musikalische Leitung

Semperoper, 15. Mai 2026

von Henriette Müller

Das Konzert begann mit vertrauten Klängen.

Schon einmal in dieser Spielzeit erfreuten uns die Dresdner Staatskapelle und ihr Chefdirigent Daniele Gatti mit den Klängen von Wagners „Parsifal“. Damals allerdings wurde das Werk in voller Länge gespielt. Besonders der „Karfreitagszauber“ erschien mir dort auch schon, als ein außergewöhnlicher Moment. „10. Sinfoniekonzert Sächsische Staatskapelle Dresden, Gautier Capuçon 
Semperoper, 15. Mai 2026“
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Das Duo Cristian de Sá and Keigo Mukawa trifft bei den Amigos de Música seine Freunde

Foto: Dr. Guido Grass

Zwischen spätem Sonnenlicht über der Algarve und einer zur Konzertbühne verwandelten Scheune entfaltet sich ein Kammermusikabend von seltener Intensität: Cristian de Sá und Keigo Mukawa verbinden Beethoven, Debussy, Kreisler und Grieg zu einem leidenschaftlichen Dialog zweier Musiker. In Os Agostos begegnen sich Publikum und Musiker als Freunde. Am Ende bleibt die Frage, wann dieses Duo endlich auch in Deutschland zu erleben ist.

Cristian de Sá (Violine )
Keigo Mukawa (Klavier)

Ludwig van Beethoven
Violinsonate Nr. 5 in F-Dur, op. 24 „Frühlingssonate“
Claude Debussy
Sonate in g-Moll, L. 141
Fritz Kreisler
Aucassin und Nicolette. Canzonette aus dem Mittelalter
Sérénade Espagnole (nach Cécile Chaminade)
Tempo di minuetto (im Stile von Gaetano Pugnani)
Liebesleid
Edvard Grieg
Sonate Nr. 2 in G-Dur, op. 13
Zugabe: Jules Massenet
Méditation (aus „Thaïs“, Bearbeitung für Violine und Klavier)

Os Agostos, Algarve, Budens, Portugal, 14. Mai 2026

von Petra und Dr. Guido Grass

Das Klassik-Konzertangebot an der Algarve ist leider überschaubar, aber einem Club mit nur 100 Mitgliedern gelingt es monatlich, exquisite Konzerte zu organisieren. Nur wenn ein Mitglied nicht am Konzert teilnimmt, kann man eine Konzertkarte ergattern.

Wir hatten Glück und kurven voller Vorfreude zum malerischen Landgut „Os Agostos“. Allein der Ort ist schon magisch. Bei delikaten Häppchen und Wein treffen sich die Amigos de Música, plaudern in den letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages, bevor der Schatzmeister mit der Glocke in die nun als Konzertsaal dienende „Scheune“ ruft. „Cristian de Sá (Violine ), Keigo Mukawa (Klavier)
Os Agostos, Algarve, Portugal, 14. Mai 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 18. MAI 2026

2024 Das Rheingold, Regie: Stefan Herheim, Deutsche Oper Berlin © Bernd Uhlig

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 18. MAI 2026

Berlin/Deutsche Oper
Thomas Blondelles Loge ist von absolutem Weltrang
Während die Deutsche Oper mit hohen Preisen und überschaubarer Starbesetzung kämpft, überzeugt der musikalische Auftakt des „Rheingold“ unter Donald Runnicles. Eine durchweg starke Sänger-Besetzung entwirrt die handlungsdichte Oper. Stefan Herheims Regieideen wirken hingegen überladen und chaotisch – Augen schließen bleibt die beste Strategie.
Von Arthur Bertelsmann
Klassik-begeistert.de

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Charlotte Larzeleres tänzerische Romola-Interpretation ist fabelhaft

Louis Musin (Geist der Rose), Louis Haslach (Petruschka), Artem Prokopchuk (Goldener Sklave), Xue Lin (Tamara Karsavina), Callum Linnane (Vaslaw Nijinsky), Charlotte Larzelere (Romola Nijinska), Matias Oberlin (Serge Diaghilew), Ida Stempelmann (Bronislava Nijinska), Francesco Cortese (Stanislaw Nijinsky), Hayley Page (Eleonora Bereda), Pepijn Gelderman (Thomas Nijinsky) (Foto: RW)

Wie Larzeleres Bewegungen mit der musikalischen Line legatohaft verschmelzen, mit welcher fast schon elegischen Schönheit sie ihre Arme zur Musik bewegt, welche Biegsamkeit ihr Körper zeigt und mit welcher Vertrautheit sie sich den schwierigen Hebungen hingibt, ist fabelhaft.

Nijinsky, Ballett von John Neumeier (Choreographie, Bühnenbild und Kostüme)

Musik: Chopin, Schumann, Rimskij-Korsakow und Schostakowitsch (u.a. Sinfonie Nr. 11 g-moll)

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Nathan Brock, musikalische Leitung

Klavier: Ondrej Rudcenko, Viola: Naomi Seiler, Solo-Violine: Konradin Seitzer

Hamburg Ballett, Hamburgische Staatsoper, 16. Mai 2026, 161. Vorstellung seit der Premiere am 02. Juli 2000

von Dr. Ralf Wegner

John Neumeiers mit 60 Tänzerinnen und Tänzern besetztes Nijinsky-Ballett ist Kult und sorgt seit der Premiere im Jahre 2000 unverändert für ausverkaufte Häuser, so auch am gestrigen Abend in der Hamburgischen Staatsoper. John Neumeier war anwesend. Beide Hauptpartien, jene Nijinskys und die seiner Ehefrau Romola, waren neu besetzt. Der Erste Solist des Australian Ballet Callum Linnane tanzte als Gast die Partie von Vaslaw Nijinsky, er wird zur kommenden Saison zum Hamburg Ballett wechseln; die Hamburger Solistin Charlotte Larzelere debütierte als Romola Nijinska. „Nijinsky, Ballett von John Neumeier
Hamburg Ballett, Hamburgische Staatsoper, 16. Mai 2026“
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Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie beschert Wonnemomente

© M&B Concerts

Als die ersten Takte von Beethovens Coriolan-Ouvertüre am 16. Mai 2026 durch die VILCO in Bad Vilbel ertönten, war sofort klar: Hier wird heute nicht nur schön musiziert – hier wird gelebt, gerungen und gefeiert. Das Staatsorchester Rheinische Philharmonie unter der Leitung des Belgiers Michel Tilkin lieferte einen Konzertabend, der von der ersten bis zur letzten Note spürbar war: energiegeladen, farbig und emotional echt. Kein Routinekonzert, sondern ein Abend mit echten Charakteren und großer Hingabe.

Ludwig van Beethoven
Ouvertüre zu „Coriolan“ op. 62

Carl Maria von Weber
Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 f-moll op. 73

Antonín  Dvořák
Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Staatsorchester Rheinische Philharmonie
Roeland Hendrikx, Klarinette

Michel Tilkin, musikalische Leitung

VILCO Bad Vilbel, 16. Mai 2026

von Dirk Schauß

Ludwig van Beethovens Coriolan-Ouvertüre op. 62 traf wie ein Faustschlag. Schroff, dramatisch und voller innerer Spannung spielte das Orchester das Stück genau so, wie es gemeint ist: kein gefälliges Vorspiel, sondern ein echtes Ringen mit deutlichen Ecken und Kanten. Tilkin trieb die Musiker mit präzisen, energischen Gesten an, das Orchester antwortete mit einem knackigen, transparenten Klang. Die Streicher stürmten mit Vehemenz, die Blechbläser grollten dunkel und bedrohlich. Man spürte die Dringlichkeit und den kämpferischen Geist in jedem Takt. Ein starker, charaktervoller Auftakt, der das Publikum sofort bannte und zeigte, warum Beethoven auch über 200 Jahre später noch so unmittelbar wirkt. „Staatsorchester Rheinische Philharmonie, Michel Tilkin
VILCO Bad Vilbel, 16. Mai 2026“
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Faszinierende Blockflötenwerke sorgen für ungetrübte Begeisterung

© Elisa Meyer

Das Boreas-Quartett Bremen sorgt mit faszinierenden Blockflötenwerken aus Vergangenheit und Gegenwart für ungetrübte Begeisterung

Boreas-Quartett Bremen
„Il Flauto Magico“

Werke von Tarquinio Merula, Johann Sebastian Bach, Fulvio Caldini, Diomedes Cato, Alessandro Poglietti, Sören Sieg, William Byrd, Thomas Tallis und Piet Swerts

Sendesaal Bremen, 16. Mai 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

In allen vier Ecken des Bremer Sendesaals tiriliert es hell und frohgemut. Die Flötistinnen des international erfahrenen Boreas-Quartetts Bremen bewegen sich langsam in Richtung Bühne, um dort Merulas berühmte Canzone mit dem treffenden Titel „La Lusignola“ („Die Nachtigall“) gemeinsam in vogelstimmenartiger Leichtigkeit bis zum Ende vorzutragen.

„Boreas-Quartett Bremen, „Il Flauto Magico“
Sendesaal Bremen, 16. Mai 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 17. MAI 2026

Stiffelio © Werner Kmetitsch

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 17. MAI 2026

Wien
Frontalangriff auf die Ohren: Verdis Stiffelio am Theater an der Wien
Kahl sind die Wände, nüchtern die wenigen Einrichtungsgegenstände. Auf der Bühne hat sich eine kleine Gemeinde eingefunden. Die Männer tragen schwarze Anzüge und lange Bärte, die Frauen einfache Schürzen. Das lange Haar ist züchtig unter weißen Hauben versteckt. Vasily Barkhatov hat seine neue Inszenierung von Giuseppe Verdis Dramma Lirico Stiffelio am Theater an der Wien zu den Amish verlegt.
bachtrack.com/de

„DIE SONNTAG-PRESSE – 17. MAI 2026“ weiterlesen