Haydn lässt die Aufklärer tanzen – mit einer besoffenen Fuge

© Diana Hillesheim

Joseph Haydn
Die Jahreszeiten

Cäcilienchor Frankfurt
Figuralchor Frankfurt
Frankfurter Kantorei
Frankfurter Singakademie

Karolina Bengtsson, Sopran
Magnus Dietrich, Tenor
David Steffens, Bass

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Thomas Guggeis, musikalische Leitung

Alte Oper, 18. Mai 2026

von Dirk Schauß

Joseph Haydns weltliches Oratorium „Die Jahreszeiten“ balanciert traditionell auf dem schmalen Grat zwischen herrlicher Naturmalerei und moralischer Erbauung. Beim Frankfurter Museumskonzert im Großen Saal der Alten Oper erwies sich die Befürchtung einer zähen ersten Hälfte jedoch als unbegründet.

„Joseph Haydn, Die Jahreszeiten, Thomas Guggeis, musikalische Leitung
Frankfurt, Alte Oper, 18. Mai 2026“
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Thielemann und Levit überzeugen als kongeniales Duo

Berlin, Christian Thielemann Igor Levit © Stephan Rabold

SYMPHONIEKONZERT VII

Christian Thielemann
Igor Levit

Staatskapelle Berlin

Hans Pfitzner
Klavierkonzert Es-Dur op. 31

Franz Liszt
Symphonische Dichtungen

Orpheus S 98
Prometheus S 99

Richard Wagner
Ouvertüre zu Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 18. Mai 2026 

von Dr. Ingobert Waltenberger

Nein, pomphaft ist er nicht, der erste Satz, für den Pfitzner die Vortragsbezeichnung mit Kraft und Schwung wählte. Denn nach einem relativ knappen Holla-Kraftlackl-Auftakt mit wuchtigen Klavierakkorden lässt Pfitzner das Publikum in einem thematisch stückhaften, wie einem aus Wüstenwässerchen sich speisenden Sonatenhauptsatzform-Dschungel braten. Da wird motivisch verdichtet, in Chromatik herumgestöbert. Das Klavier als anfangs laut aufbegehrender, hierauf zaghaft integrierter Partner dieser „Symphonie mit obligatem Klavier“ fräst sich langsam in den von Thielemann trotz Riesenbesetzung schlank gehaltenen Orchesterklingklang hinein. „Hans Pfitzner, Christian Thielemann, Igor Levit
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 18. Mai 2026 “
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Jakub Hrůša legt die definitive Einspielung aller Martinů-Symphonien vor

CD-Besprechung:

Bohuslav Martinů
Symphonien Nr. 1 bis 6

Jakub Hrůša
Bamberger Symphoniker

Deutsche Grammophon

von Dr. Ingobert Waltenberger

Spektakuläre Klangbildräume und -träume 

Es ist ja nicht so, dass Bohuslav Martinůs sechs im gereiften Alter in den USA geschriebene Symphonien Neuland für die Musikwelt wären.

Dank guter Gesamtpräsentationen auf Tonträgern wie von Václav Neumann mit der Tschechischen Philharmonie (Supraphon), Jiří Bělohlávek mit dem BBC Symphony Orchestra (Onyx), Vladimír Válek mit dem Prager Symphony Orchestra (Supraphon) oder Cornelius Meister mit dem ORF Radio Symphonieorchester Wien (Capriccio) sind diese Spitzenschöpfungen der sinfonischen Kunst kein Geheimtipp mehr. „Bohuslav Martinů, Symphonien Nr. 1 bis 6, Jakub Hrůša Dirigent
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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Keine Angst vor Neuer Musik: Kapstadt serviert echte Klarinetten-Farben

CD-Besprechung:

Für den Connaisseur der Holzbläserliteratur, der die ausgetretenen Pfade der Romantik verlassen möchte, bietet diese CD eine erfrischende Entdeckungsreise abseits des europäischen Mainstreams.

Clarinet Colours
Maria du Toit, Klarinette

Cape Town Philharmonic Orchestra
Arjan Tien, musikalische Leitung

Channel Classics, CCS47926

von Dirk Schauß

Südafrika lockt musikalisch meist mit mächtigen Chören oder den erdigen Rhythmen des Jazz. Dass am Kap der Guten Hoffnung auch eine vitale, hochkomplexe Avantgarde für den Konzertsaal gedeiht, zeigt das niederländische Label Channel Classics mit einer bemerkenswerten Veröffentlichung. „Clarinet Colours, Maria du Toit, Klarinette
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 19. MAI 2026

HSO Il barbiere di Siviglia, Jonah Hoskins Johannes Martin Kränzle © Tanja Dorendorf

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 19. MAI 2026

Hamburg/Staatsoper/Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia
Männer sind lächerliche Figuren … und Frauen lassen sich nicht mehr alles gefallen
Rossinis Barbier ist unverwüstlich, zumindest wenn das Orchester so packend und dynamisch abgestuft, mehr kammermusikalisch als auftrumpfend wie unter der Leitung von Omer Meir Wellber aufspielt. Das Bühnenbild bestand aus einer reduzierten, deutlich angehobenen Spielfläche, hinter der sich eine wohl knapp 7 m hohe und etwa 3 m breite Treppenhausfassade um sich selbst drehen ließ. Damit erschöpfte sich der bühnentechnische Aufwand bereits. So hätte man das Stück auch in der Hamburger Kammeroper ausstatten können.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de

Auf den Punkt 92: Rossini in der Villa Kunterbunt
Gioachino Rossini   Il barbiere di Siviglia: Pippi Langstrumpf wohnt in der Villa Kunterbunt. Was hat diese Information hier zu suchen, fragen Sie? Nun, in Pippis quietschbuntem Haus ist Kindern alles erlaubt, was man dem Nachwuchs sonst gerne abspricht. So wollte es Astrid Lindgren. Im Titelsong der Verfilmung ihrer Romanvorlage gipfelt dieser Lifestyle in dem berühmten Refrain: „Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt!“ Jedenfalls im deutschen Text. Die SPD-Politikerin Andrea Nahles hat das Mal im Bundestag gesungen oder, wie der SPIEGEL damals schrieb, geträllert.
Von Jörn Schmidt
Klassik-begeistert.de

„DIE DIENSTAG-PRESSE – 19. MAI 2026
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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Avdeeva singt, Schostakowitsch schlägt zu

© Alte Oper Frankfurt/Tibor-Florestan Pluto

Sergej Rachmaninow
Klavierkonzert Nr. 2 c-moll op. 18

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 10 e-moll op. 93

Yulianna Avdeeva, Klavier
Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 17. Mai 2026

von Dirk Schauß

Es gibt Konzertabende, die man vergisst, sobald man den Mantel anzieht. Und es gibt solche, die einem noch auf dem Heimweg durch den Kopf hallen, als hätte das Orchester eine Spur in den Schädel gebrannt. Der
17. Mai in der Alten Oper Frankfurt gehörte unzweifelhaft zur zweiten Sorte. „Gewandhausorchester Leipzig, Andris Nelsons
Alte Oper Frankfurt, 17. Mai 2026“
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Mit Heinz Ferlesch und Barucco erleben wir die wahre Macht der Musik

Heinz Ferlesch am Pult von Barucco © Haydnregion Niederösterreich

 Der Abend der Klassik-Konzertreihe “Haydnregion Niederösterreich” bot im Schloss Petronell einem musikalischen Leckerbissen: das “Alexanderfest” von Georg Friedrich Händel, in der von Heinz Ferlesch intensiv und mitreißend gestalteten Interpretation durch das Originalklangensemble Barucco und Barucco Vokal. Das Programm wurde eingeleitet mit einem “Te Deum” des Namenpatrons Joseph Haydn.

Joseph Haydn
Te Deum für Fürst Nikolaus Esterházy in C-Dur Hob/XXIIIc:1

Georg Friedrich Händel
Alexander’s Feast HWV 75

Barucco Orchester und Vokalensemble
Heinz Ferlesch, Dirigent

Festsaal des Schlosses Petronell, Petronell-Carnuntum (NÖ), 17. Mai 2026

von Dr. Rudi Frühwirth

Das einleitende “Te Deum” von Joseph Haydn entstand um 1760, als Haydn seinen Dienst als Vizekapellmeister am Hof des Fürsten Nikolaus Esterházy antrat. Das strahlende Gotteslob kann durchaus auch als Huldigung an den Brotgeber verstanden werden. Orchester wie Chor, geleitet von Heinz Ferlesch, verhalfen dem kurzen, aber ausdrucksstarken Werk zu prächtiger Geltung. „G.F. Händel, Alexander’s Feast, Barucco Orchester und Vokalensemble Heinz Ferlesch,
Schloss Petronell, 17. Mai 2026“
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„Und dann spricht’s aus der Wand heraus“ – Der Lübecker „Wozzeck“ wird noch intensiver!

Foto © Olaf Malzahn / Theater Lübeck

Alban Berg     Wozzeck

Brigitte Fassbaender, Inszenierung

Theater Lübeck, 17. Mai 2026 (Premiere am 25. April 2026)

Bo Skovhus, Bariton
Adrienn Miksch, Sopran
Peter Lodahl, Tenor
Changjun Lee, Bass
Noah Schaul, Tenor
Frederike Schulten, Mezzosopran
Roman Payer, Tenor
Steffen Kubach, Bariton
Robin Frindt, Bassbariton
Thomas Stückemann, Tenor

Chor des Theaters Lübeck

Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theaters Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

von Dr. Andreas Ströbl

Bereits die umjubelte Premiere von Alban Bergs Oper „Wozzeck“ in der Regie von Brigitte Fassbaender in Lübeck ging musikalisch und darstellerisch unter die Haut (https://klassik-begeistert.de/alban-berg-wozzeck-brigitte-fassbaender-inszenierung-theater-luebeck-25-april-2026-premiere/). Aber die Produktion entwickelt eine noch intensivere Wirkung, wovon sich ein erneut begeistertes Publikum am 17. Mai 2026 im Lübecker Jugendstiltheater mit manchem Gänsehautschauer überzeugen konnte.

Eine kaum fassbare Komplexität …

Wie unglaublich komplex Alban Bergs „Wozzeck“, die erste abendfüllende Oper der Moderne, in ihrer musikalischen Struktur mit all den Zitaten, Motiven, Querverweisen und vor allem dem Gesamtaufbau gestaltet ist, machten GMD Stefan Vladar und Dramaturg Michael Sangkuhl am 5. Mai 2026 im Studio des Lübecker Theaters greifbar. Mit zahlreichen Beispielen vom Band oder auf dem Klavier und einer Präsentation erläuterten die beiden gleichermaßen verständlich und faszinierend kenntnisreich, wie Berg hier vorgegangen ist. „Alban Berg, Wozzeck, Brigitte Fassbaender, Inszenierung
Theater Lübeck, 17. Mai 2026“
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Glanzstücke der deutschen und französischen Romantik vereinigen sich

Daniele Gatti © Markenfotografie

10. Sinfoniekonzert Sächsische Staatskapelle Dresden 

Richard Wagner
Vorspiel zum 3. Aufzug und „Karfreitagszauber“ aus „Parsifal“
Camille Saint-Saëns
Konzert für Violoncello und Orchester Nr.1 a-Moll op. 33
Claude Debussy „La Mer“
Richard Wagner
Vorspiel und „Isoldes Liebestod“ aus „Tristan und Isolde“

Sächsische Staatskapelle Dresden 
Gautier Capuçon, Violoncello
Daniele Gatti, musikalische Leitung

Semperoper, 15. Mai 2026

von Henriette Müller

Das Konzert begann mit vertrauten Klängen.

Schon einmal in dieser Spielzeit erfreuten uns die Dresdner Staatskapelle und ihr Chefdirigent Daniele Gatti mit den Klängen von Wagners „Parsifal“. Damals allerdings wurde das Werk in voller Länge gespielt. Besonders der „Karfreitagszauber“ erschien mir dort auch schon, als ein außergewöhnlicher Moment. „10. Sinfoniekonzert Sächsische Staatskapelle Dresden, Gautier Capuçon 
Semperoper, 15. Mai 2026“
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Das Duo Cristian de Sá and Keigo Mukawa trifft bei den Amigos de Música seine Freunde

Foto: Dr. Guido Grass

Zwischen spätem Sonnenlicht über der Algarve und einer zur Konzertbühne verwandelten Scheune entfaltet sich ein Kammermusikabend von seltener Intensität: Cristian de Sá und Keigo Mukawa verbinden Beethoven, Debussy, Kreisler und Grieg zu einem leidenschaftlichen Dialog zweier Musiker. In Os Agostos begegnen sich Publikum und Musiker als Freunde. Am Ende bleibt die Frage, wann dieses Duo endlich auch in Deutschland zu erleben ist.

Cristian de Sá (Violine )
Keigo Mukawa (Klavier)

Ludwig van Beethoven
Violinsonate Nr. 5 in F-Dur, op. 24 „Frühlingssonate“
Claude Debussy
Sonate in g-Moll, L. 141
Fritz Kreisler
Aucassin und Nicolette. Canzonette aus dem Mittelalter
Sérénade Espagnole (nach Cécile Chaminade)
Tempo di minuetto (im Stile von Gaetano Pugnani)
Liebesleid
Edvard Grieg
Sonate Nr. 2 in G-Dur, op. 13
Zugabe: Jules Massenet
Méditation (aus „Thaïs“, Bearbeitung für Violine und Klavier)

Os Agostos, Algarve, Budens, Portugal, 14. Mai 2026

von Petra und Dr. Guido Grass

Das Klassik-Konzertangebot an der Algarve ist leider überschaubar, aber einem Club mit nur 100 Mitgliedern gelingt es monatlich, exquisite Konzerte zu organisieren. Nur wenn ein Mitglied nicht am Konzert teilnimmt, kann man eine Konzertkarte ergattern.

Wir hatten Glück und kurven voller Vorfreude zum malerischen Landgut „Os Agostos“. Allein der Ort ist schon magisch. Bei delikaten Häppchen und Wein treffen sich die Amigos de Música, plaudern in den letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages, bevor der Schatzmeister mit der Glocke in die nun als Konzertsaal dienende „Scheune“ ruft. „Cristian de Sá (Violine ), Keigo Mukawa (Klavier)
Os Agostos, Algarve, Portugal, 14. Mai 2026“
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