DIE FREITAG-PRESSE – 22. MAI 2026

Walküre DO © Bettina Stöß

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DIE FREITAG-PRESSE – 22. MAI 2026

Berlin/Deutsche Oper
So romantisch ist „Die Walküre“ nur selten zu erleben
Der ehemalige GMD Donald Runnicles überrascht mit einer ungewohnt zarten, hochromantischen Walküre. Getragen vom Wälsungenpaar Elisabeth Teige und Matthew Newlin sowie einem überragenden Jordan Shanahan als gebrochenen Wotan, kann der Abend nahtlos an den starken Auftakt anschließen. Während es musikalisch funkelt, verliert sich Stefan Herheims Inszenierung nun endgültig in Kofferbergen, Statistenchaos und peinlicher Pantomime.
Von Arthur Bertelsmann
Klassik-begeistert.de

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Bariton Mattia Olivieri erklärt, was das Problem mit Verdis Trinklied ist… Teil I

Mattia Olivieri © instagram

Mattia Olivieri reiht sich gerade ein in die Tradition großer italienischer Baritone wie Leo Nucci und Lucio Gallo. Engagements führten ihn an die größten Häuser, wie an das Teatro alla Scala Mailand, die Wiener Staatsoper, die Royal Opera Covent Garden London und die Metropolitan Opera New York. Im Mai 2026 fand der Italiener den Weg nach Hamburg, im Lastenheft stand Figaro aus Gioachino Rossinis Il barbiere di Siviglia. Am Tag vor der umjubelten Premiere (Inszenierung: Tatjana Gürbaca) haben wir an der Hamburgischen Staatsoper ein sehr entspanntes Gespräch geführt über Popstars, Ohrwürmer, Sixpacks und Cardio-Training. Zu Rossini kommen wir erst in Teil II…

Jörn Schmidt im Gespräch mit Mattia Olivieri (Teil I)

klassik-begeistert: Buongiorno, Signor Olivieri. Sie sehen phantastisch aus, wie ein Popstar – ist das ein guter Einstieg in unser Gespräch oder ein vergiftetes Kompliment?

Mattia Olivieri: Ich sehe, Sie haben die Pressemappe gelesen…

klassik-begeistert: Ja, da stand, dass Sie sich ursprünglich am Konservatorium in Bologna eingeschrieben hatten, um zu lernen, wie man Popsongs schreibt. Dann aber hat Ihr Professor Sie in die Oper geschickt, es gab Il barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini… „Interview: kb im Gespräch mit Mattia Olivieri, Bariton, Teil I
Hamburgische Staatsoper, 22. Mai 2026“
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Andris Nelsons zelebriert die deutsch-russische Freundschaft

Foto: Archiv, Gewandhaus zu Leipzig, Andris Nelsons © Gert Mothes

„Was der Politik oft verwehrt bleibt, gelingt der Musik mühelos: Sie verbindet die Menschen“

Im Musikverein Wien wurden an zwei Abenden sowohl russische als auch deutsche Meisterwerke gespielt. Jedes in singulärer Qualität. Geleitet von Andris Nelsons, der aus der ehemaligen Sowjetrepublik Lettland stammt – auf historisch heiklem Boden.

Sergej Rachmaninow:
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 in c-moll, op. 18
Solistin: Yuliana Adeeva, Klavier

Dmitrij Schostakowitsch:
Symphonie Nr. 10 in c-moll, op. 93
Musikverein Wien, 18. Mai 2026

+++

Robert Schumann:
Symphonie Nr. 1 in B-Dur, op. 38 „Frühlingssymphonie“

Richard Wagner:
Die Walküre, 1. Aufzug

Sarah Wegener, Sopran (Sieglinde)
Klaus Florian Vogt, Tenor (Siegmund)
Vitalij Kowaljow, Bass (Hunding)

Musikverein Wien, 19. Mai 2026

Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons, musikalische Leitung

von Herbert Hiess

Andris Nelsons ist am Höhepunkt seiner Karriere.

Im Gegensatz zu jüngeren Kollegen setzt er nicht auf oberflächliche Effekte, sondern respektiert die Komponisten und die Orchester. Was in seinem Dirigat deutlich hörbar ist. „Gewandhausorchester Leipzig, Andris Nelsons, musikalische Leitung
Musikverein Wien, 18./19. Mai 2026“
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Das Huelgas Ensemble lässt den Lärm des Tages verstummen

Huelgas Ensemble (Foto Andreas Ströbl)

„Ars moriendi“, also die „Kunst des Sterbens“, bezeichnet eine spätmittelalterliche Literaturgattung, durch die die Menschen lernen sollten, sich auf einen guten Tod vorzubereiten. Doch was ist ein „guter Tod“? Für die Menschen früherer Jahrhunderte hing das richtige Sterben immer mit einer entsprechenden Lebensführung zusammen. Vor allem wurde der Tod als das Tor zu einem besseren Leben verstanden. Wie das musikalisch vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit funktioniert hat, machte das Huelgas Ensemble unter seinem Leiter Paul Van Nevel am 20. Mai 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie beeindruckend erlebbar.

„Memento mori”, Werke vom hohen Mittelalter bis zum Barock
Internationales Musikfest Hamburg

Huelgas Ensemble
Paul Van Nevel, musikalischer Leiter

Elbphilharmonie, Hamburg, 20. Mai 2026

von Dr. Andreas Ströbl

„Das Leben ist der Beginn der Ewigkeit“

Auf wunderbar sympathische und humorvolle Art erklärte Paul Van Nevel, Gründer und musikalischer Leiter des Huelgas Ensembles, wie das denn war mit dem Leben und dem Sterben vor vielen Jahrhunderten. In der Einführung ging es darum, wie man früher den Tod begriff: „Das Leben ist der Beginn der Ewigkeit“, so Van Nevel, und der Tod eben nur eine Übergangsstation. Vielleicht klingen deswegen all die Klagelieder und Begräbnisgesänge dieser Zeit nie depressiv, sondern tragen etwas in sich, was uns heute fremd geworden ist: Schicksals- und Gottergebenheit, verbunden mit der Hoffnung auf ein besseres „Danach“. „Internationales Musikfest Hamburg, Huelgas Ensemble, Paul Van Nevel
Elbphilharmonie, Hamburg, 20. Mai 2026“
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Beethoven drängt und Mahler verweilt – Jonathan Nott im Wiesbadener Kurhaus

Jonathan Nott © Guillaume Megevand

Die Internationalen Maifestspiele lieben die große Geste, und das Staatstheater Wiesbaden liefert sie prompt. Für das siebte Sinfoniekonzert kehrte ein alter Bekannter an das Pult des Hessischen Staatsorchesters zurück, der hier vor gut drei Jahrzehnten seine ersten substanziellen Sporen verdiente. Jonathan Nott, inzwischen auf den Chefstühlen der Musikwelt angekommen und designierter Lenker des Gran Teatre del Liceu in Barcelona, suchte die Begegnung mit der eigenen Vergangenheit.

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Der Titan“

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Jonathan Nott, musikalische Leitung

Kurhaus Wiesbaden, 20. Mai 2026

von Dirk Schauß

Auf dem Spielplan stand ein reines D-Dur-Programm, das den weiten Bogen von der Wiener Klassik bis an die Schwelle der Moderne schlug. Wer den Abend aufmerksam verfolgte, erlebte zwei völlig unterschiedliche Dirigentenpersönlichkeiten in Personalunion. „Mahler und Beethoven, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Jonathan Nott
Kurhaus Wiesbaden, 20. Mai 2026“
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Neugart und Nittka überzeugen mich: diese Liebe ist der Wahnsinn!

André Benndorff, Elisabeth Nittka und im Videobild Annika Neugart © Julian Baumann

Neukomposition Eurydike und Orpheus: die Musik langweilt. Das Duo Neugart – Nittka überzeugt mich: diese Liebe ist der Wahnsinn!

Die Musik versorgt das Theater nicht mit der notwendigen dramatischen Führung: für mich scheitert damit das Stück als Musiktheater. Im Theater mit Gesang vermögen die schauspielenden Sängerinnen Annika Neugart als Eurydike und Elisabeth Nittka als Orpheus die bedingungslose wahnsinnige Liebe stimmlich zum Strahlen zu bringen. Das Stück insgesamt können sie selbst durch ihren großartigen Einsatz nicht retten.

Eurydike und Orpheus
Musiktheater über die Hoffnung auf unsterbliche Liebe

Komposition   Jan Duszyński
Libretto   Robert Bolesto

Regie   Anna Smolar
Bühne & Kostüme   Anna Met

Eurydike   Annika Neugart
Orpheus   Elisabeth Nittka
Amor   André Benndorff
Hades    Franziska Hartmann

Kammerspiele, München, 20. Mai 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend wird das Stück Eurydike und Orpheus von Komponist Jan Duszyński und Librettist Robert Bolesto zum zweiten Mal in den Kammerspielen in München aufgeführt. Die beiden haben die bekannte Geschichte für die Kammerspiele umgeschrieben, allerdings im emotionalen Kern weniger stark als die Umdrehung der Namen im Titel es vermuten lässt. „Eurydike und Orpheus, Jan Duszyński/Robert Bolesto
Kammerspiele, München, 20. Mai 2026“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE, 21. MAI 2026

Pablo Heras-Casado © Fernando Sancho

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 21. MAI 2026

Wien/Staatsoper
Pablo Heras-Casado zähmt das Rheingold
Überraschend kontrolliert nähert sich Pablo Heras-Casado dem „Ring“ an der Wiener Staatsoper. Der Spanier setzt auf Klangbalance und entrückte Atmosphäre. Kraftmeierei lässt er in seinen Tempi kaum zu. Der Cast fügt sich dem an. „Yes, endlich vorbei“. Die Erleichterung der fünf jungen Mädels war deutlich zu spüren. Auf 2 Stunden 30 Minuten hatte Dirigent Pablo Heras-Casado sich sein Konzept für „Das Rheingold“ zurechtgelegt. Ohne Pause, Richard Wagner in einem durch. Das kann schon zur Herausforderung werden. Das ausgedehnte Tempo spürte man enorm im Vorspiel, dann intensiv bei Erdas Mahnung in Richtung Wotan. Dabei war das Wiener Staatsopernorchester ein hervorragender Begleiter.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

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Thielemann und Levit begeben sich mit Pfitzners Klavierkonzert auf eine spannende Entdeckungsreise  

Staatskapelle Berlin, Staatsoper unter den Linden Berlin, Christian Thielemann, Igor Levit © Stephan Rabold

Thielemann und Levit sind schon seit einiger Zeit ein eingespieltes Team, das ist deutlich zu merken, auch in der Weise, wie der Dirigent seismografisch auf den Pianisten, den er kaum sehen kann, reagiert. Beide befinden sich energetisch eng auf Tuchfühlung. Das Pfitzner-Konzert hätten sie mit der Kapelle nicht trefflicher einstudieren können.

Hans Pfitzner:  Klavierkonzert Es-Dur op. 31

Franz Liszt:
Symphonische Dichtungen

Orpheus, Symphonische Dichtung Nr. 4   S98
Prometheus, Symphonische Dichtung Nr .5  S99

Richard Wagner:
Ouvertüre zu „Tannhäuser“

Berliner Staatskapelle
Christian Thielemann, musikalische Leitung

Igor Levit, Klavier

Philharmonie Berlin, 19. Mai 2026

von Kirsten Liese

Er steht anhaltend im Zenit seiner Laufbahn und ist derzeit fast noch präsenter als Barenboim in seinen letzten Jahren als Generalmusikdirektor: In dichter Folge dirigiert Christian Thielemann seit Wochen die Berliner Staatskapelle, wechselweise in Konzert und Oper. Noch dazu weniger bekannte Stücke, die der Kapellmeister mitnichten aus dem Ärmel schüttelt. Und schwer dazu. „Berliner Staatskapelle, Christian Thielemann, Igor Levit, Klavier
Philharmonie Berlin, 19. Mai 2026“
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Pablo Heras-Casado zähmt das Rheingold

Pablo Heras-Casado © Fernando Sancho

Überraschend kontrolliert nähert sich Pablo Heras-Casado dem „Ring“ an der Wiener Staatsoper. Der Spanier setzt auf Klangbalance und entrückte Atmosphäre. Kraftmeierei lässt er in seinen Tempi kaum zu. Der Cast fügt sich dem an.

Richard Wagner, Das Rheingold
Wiener Staatsoper,
19. Mai 2026

von Jürgen Pathy

„Yes, endlich vorbei“. Die Erleichterung der fünf jungen Mädels war deutlich zu spüren. Auf 2 Stunden 30 Minuten hatte Dirigent Pablo Heras-Casado sich sein Konzept für „Das Rheingold“ zurechtgelegt. Ohne Pause, Richard Wagner in einem durch. Das kann schon zur Herausforderung werden. Das ausgedehnte Tempo spürte man enorm im Vorspiel, dann intensiv bei Erdas Mahnung in Richtung Wotan. Dabei war das Wiener Staatsopernorchester ein hervorragender Begleiter.

„Richard Wagner, Das Rheingold, Pablo Heras-Casado
Wiener Staatsoper, 19. Mai 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 20. MAI 2026

Daniele Gatti © Markenfotografie

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 20. MAI 2026

Dresden/Semperoper
Glanzstücke der deutschen und französischen Romantik vereinigen sich
Schon einmal in dieser Spielzeit erfreuten uns die Dresdner Staatskapelle und ihr Chefdirigent Daniele Gatti mit den Klängen von Wagners „Parsifal“. Damals allerdings wurde das Werk in voller Länge gespielt. Besonders der „Karfreitagszauber“ erschien mir dort auch schon, als ein außergewöhnlicher Moment. Capellvirtuose 2025/26 Gautier Capuçon betrat nun das Podium. Das erwartungsvolle Publikum wurde nicht enttäuscht.
Von Henriette Müller
Klassik-begeistert.de

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