DIE DIENSTAG-PRESSE – 4. FEBRUAR 2025

John Neumeier vor dem Vorhang (Foto: RW)

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 4. FEBRUAR 2025

Hamburg
Schritte ohne zwischenmenschliche Beziehung sind langweilig
Wie schön, John Neumeier wieder einmal auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper zu erleben. Demis Volpi hatte ihm die Ballettwerkstatt für Neumeiers Wiederaufnahme seines Balletts Tod in Venedig nach der Novelle von Thomas Mann überlassen.
Und wie der Choreograph den Zuschauern seine Umsetzung des Mann’schen Textes erläuterte, quasi Verständnis für seine Wahl von Musik und Bewegung vermittelte, sprach für das Genie dieses hochgebildeten Künstlers.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de

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Schweitzers Klassikwelt 130: „People with special needs“ (Menschen mit besonderen Bedürfnissen) in den Opern

Foto: Chorégies d´Orange, Rigoletto/forumopera.comi

Ich sehe ihn noch in die Szene hereinhinken: Aldo Protti als missgestalteter Hofnarr. Aber seiner mächtigen Stimme waren keine Hindernisse gesetzt. Ähnliche Gestalten kennen wir als Skulpturen aus dem Salzburger Zwergelgarten:

Sie traten in vergangenen Jahrhunderten bei Hof auch in Komödien auf. Das alles empfinden wir heute zwiespältig. Einerseits wurden auf diese Weise Menschen, die es im Leben schwer hätten, in die Gesellschaft integriert, andrerseits waren sie „homerischem Gelächter“ ausgesetzt. Wie buhlt Rigoletto beim Herzog liebedienerisch um Anerkennung! Gleichzeitig führt er ein moralisches Doppelleben. „Schweitzers Klassikwelt 130: „People with special needs“
klassik-begeistert.de, 4. Februar 2025“
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„Ist es kein Traum?“ – Wagners „Tristan und Isolde“ triumphiert in Lübeck

Tristan und Isolde, Lübeck © Jochen Quast

Gleich mehrere Rollendebüts und ein Dirigat-Debüt, eine der anspruchsvollsten Opern überhaupt und das in grandioser Qualität – das schafft das Theater Lübeck mit Wagners „Tristan und Isolde“. Die Premiere am 2. Februar 2025 war ein absoluter Erfolg, der das Publikum von den Stühlen riss. Aber ist diese Oper, die Richard Strauss „die höchste Erfüllung der 2000-jährigen Entwicklung des Theaters“ nannte, das Werk eines Kiffers?

„Tristan und Isolde“
Musikdrama in drei Akten von Richard Wagner

Theater Lübeck, 2. Februar 2025 PREMIERE

Lena Kutzner, Sopran
Ric Furman, Tenor
Marlene Lichtenberg, Mezzosopran
Steffen Kubach, Bariton
Rúni Brattaberg, Bass
Noah Schaul, Tenor

Stefan Vladar, Dirigent

Stephen Lawless, Inszenierung

Herren des Chores und Extrachores des Theaters Lübeck
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

von Dr. Andreas Ströbl

Richard Wagner und die „indischen Zigaretten“

„Herr Wagner hat schon seit einigen Tagen an Atmungsbeschwerden gelitten. Dann wurde indischer Hanf angezündet, der einen wohlriechenden, süßen Dampf verbreitete. Er hatte sich das so angewöhnt, daß er eigentlich nur noch komponieren konnte, wenn der indische Hanf seine schönen dicken Wolken machte. Wenn man dann nach dem Komponieren in das Musikzimmer kam, um die Fenster aufzumachen, wurde einem ganz schwummerig davon zumute.”, so Wagners Dienstmädchen. „Richard Wagner, Tristan und Isolde
Theater Lübeck, 2. Februar 2025 PREMIERE“
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Royal Philharmonic Orchestra: Funke da, Feuer mau

 Julia Fischer © Uwe Arens

Das Spitzenorchester aus London stellt einmal mehr in der Kölner Philharmonie großes Können unter Beweis.


Modest Mussorgsky (1839-1881) – Eine Nacht auf dem kahlen Berge (Bearbeitung: Nikolai Rimsky-Korsakow)

Jean Sibelius (1865-1957) – Violinkonzert op. 47

Béla Bartók (1881-1945) – Konzert für Orchester SZ 116

Royal Philharmonic Orchestra
Julia Fischer, Violine
Vasily Petrenko, Dirigent

Kölner Philharmonie, 2. Februar 2025

von Brian Cooper, Bonn

Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, seit das Royal Philharmonic Orchestra unter Chefdirigent Vasily Petrenko in der Kölner Philharmonie brillierte und ein wahres Feuer entfachte. Nun, Anfang 2025, stellte es einmal mehr seine große Virtuosität unter Beweis, unter anderem mit einem der wichtigsten Orchesterwerke des 20. Jahrhunderts, Béla Bartóks Konzert für Orchester. Um im Bild zu bleiben: Auch hier – und den gesamten Abend über – brannte zwar durchaus das Feuer, doch nicht ganz so hell und herzerwärmend wie 2023. „RPO, Julia Fischer, Violine, Vasily Petrenko, Dirigent
Kölner Philharmonie, 2. Februar 2025“
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Auf den Punkt 42: Einfach mal klatschen, wo es nichts zu applaudieren gibt

© Claudia Höhne

Publikumsschelte ist so eine Sache, das überlässt man lieber anderen. Am besten Persönlichkeiten, die über jeden Zweifel erhaben sind. Dem deutschen Schauspieler und Schriftsteller  Curt Goetz (1888-1960) zum Beispiel. Der hatte einst beobachtet: „Das Publikum ist gütig. Es lacht sogar an Stellen, wo es gar nichts zu lachen gibt.“  Das passt perfekt zu  Elbphilharmonie und Laeiszhalle. Aber kann man wirklich nur Teile des  Publikums haftbar machen?

Wolfgang Amadeus Mozart / Konzert für Klavier und Orchester d-Moll KV 466

Dmitri Schostakowitsch / Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

Symphoniker Hamburg
Han-Na Chang / Dirigentin

Boris Giltburg / Klavier

Laeiszhalle, Großer Saal, 30. Januar 2025

 von Jörn Schmidt

Vor der Pause war die Welt noch in Ordnung. Obwohl düster und dramatisch angehaucht, quasi als Einstimmung auf das Hauptwerk, verbreitete Boris Giltburg mit seiner Lesart von Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 bereits eingangs liebevoll Hoffnung auf ein Happy End. „Auf den Punkt 42: Einfach mal klatschen…
Laeiszhalle, 30. Januar 2025“
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Herbert hört hin 2: Das hohe Niveau des Wiener Opernorchesters sollte wieder erreicht werden!

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Irgendwie hat mir die gesanglich exzellente Aufführung von Mascagnis „Cavalleria“ und Leoncavallos „Bajazzo“ die Augen – und vor allem die Ohren – geöffnet.

von Herbert Hiess

Am Pult der Aufführung stand Nicola Luisotti, der erste Gastdirigent des Teatro Real in Madrid (Francesco Cilea, Adriana Lecouvreur Teatro Real, Madrid, 23. September 2024 – Klassik begeistert).

Die „Opernzwillinge“ in der phantastischen Regie Jean Pierre Ponnelles (Cavalleria rusticana/Pagliacci, Wiener Staatsoper, 22. Jänner 2025 – Klassik begeistert) wurden offenbar ganz ohne Proben aufgeführt bzw. mangelhaft einstudiert. In dieser letzten Aufführung der Serie gaben es viel zu viele Unsauberkeiten; ja fast „Schmisse“, die dann doch einige Fragen aufwerfen. „Herbert hört hin 2
klassik-begeistert.de, 30. Jänner 2025“
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DIE MONTAG-PRESSE – 3. FEBRUAR 2025

Burgtheater © Nikola Hergovich

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DIE MONTAG-PRESSE – 3. FEBRUAR 2025

Wien
Theater blicken auf Corona zurück: „Man kann sagen: Es ist vorbei!“
Coronahilfen und Kurzarbeit verhinderten Bundestheater-Pleite. Das Publikum ist zurück, kauft aber kurzfristiger Karten und hat einen Hang zur leichten Muse.
Kurier.at

Sir András Schiff im Konzerthaus: So ideal verbinden sich Interpreten und Werk nicht immer (Bezahlartikel)
Der ungarische Pianist widmete sich als Solist und Dirigent seiner Cappella Andrea Barca ausgewählter Wiener Klassik. Dabei überzeugte Mozart mehr als Haydn.
DiePresse.com

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Schritte ohne zwischenmenschliche Beziehung sind langweilig

John Neumeier vor dem Vorhang (Foto: RW)

John Neumeier vor der Wiederaufnahme von Tod in Venedig

Neumeier sprach nicht von Liebe in der Beziehung von Aschenbach zu Tadzio, Liebe würde im deutschen ausschließlicher, nicht so umfassend sein wie das englische Care. Und zwar im Sinne von Zuwendung zum Gegenüber, zum anderen Menschen und zum Leben überhaupt. Und so haben wir Neumeiers Ballette immer erlebt, als Zuwendung zum Gegenüber, zum Menschlichen an sich, ganz im christlichen Sinne.

Ballett-Werkstatt III
244. Ballett-Werkstatt seit dem 9. September 1973

Probe für Tod in Venedig

John Neumeier sprach über die kommende Wiederaufnahme

Staatsoper Hamburg, 2. Februar 2025

von Dr. Ralf Wegner

Wie schön, John Neumeier wieder einmal auf der Bühne der Hamburgischen Staatsoper zu erleben. Demis Volpi hatte ihm die Ballettwerkstatt für Neumeiers Wiederaufnahme seines Balletts Tod in Venedig nach der Novelle von Thomas Mann überlassen. „Ballett-Werkstatt III
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DIE SONNTAG-PRESSE – 2. FEBRUAR 2025

Lise Davidsen © Ray Burmiston | Decca Classics

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DIE SONNTAG-PRESSE – 2. FEBRUAR 2025

Wien/Staatsoper
Lise Davidsen fällt wegen Schwangerschaft für die Staatsoper aus
Der norwegische Opern-Shootingstar Lise Davidsen erwartet Zwillinge und sagt Staatsopernengagements für Juni ab. Anstelle von Lise Davidsen übernimmt Simone Schneider die Partie der Sieglinde in „Die Walküre“ (2. und 22. Juni 2025). Die Marschallin im „Rosenkavalier“ wird KS Krassimira Stoyanova singen (9., 12., 14. und 17. Juni 2025).
Kurier.at

Wien
Herbert hört hin 2: Das hohe Niveau des Wiener Opernorchesters sollte wieder erreicht werden!
…Und auch die Spielenden im Orchestergraben müssen ordentlich einstudiert werden; es ist nicht selbstredend, dass ein lange nicht mehr gespieltes Werk wie „Cavalleria“ und „Bajazzo“ so einfach gespielt wird. Da muss ein hervorragender Dirigent sauber einstudieren – solche Unsauberkeiten und Fehler (wie z.B. beim Eingangschor der „Cavalleria“) dürfen einfach nicht passieren. Wie oben gesagt, das Orchester (und letztlich auch das Haus) haben einen Ruf zu verteidigen. Und rückblickend an viele Sternstunden – DAS Niveau sollte wieder erreicht werden! HH hört weiter.
Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de

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Daniels vergessene Klassiker 43: Die faszinierendste Salome-Komposition überhaupt schuf Florent Schmitt

Foto: https://florentschmitt.com/florent-schmitt-french-composer/

Kritisieren kann jeder! Aber die Gretchenfrage ist immer die nach Verbesserung. In seiner Anti-Klassiker-Serie hat Daniel Janz bereits 56 Negativ-Beispiele genannt und Klassiker auseinandergenommen, die in aller Munde sind. Doch außer diesen Werken gibt es auch jene, die kaum gespielt werden. Werke, die einst für Aufsehen sorgten und heute unterrepräsentiert oder sogar vergessen sind. Meistens von Komponisten, die Zeit ihres Lebens im Schatten anderer standen. Freuen Sie sich auf Orchesterstücke, die trotz herausragender Eigenschaften zu wenig Beachtung finden.

von Daniel Janz

In der Klassischen Musik gibt es viele Versionen von Salomes Geschichte. Aus der Bibel ist diese Figur besonders durch ihre ungünstige Rolle beim Todesurteil gegen Johannes den Täufer bekannt. Unter den Komponisten, die sich ihr widmeten, sind Größen, wie Richard Strauss, Jules Massenet und Alexander Glasunow. Aber auch heute vergessene Künstler, wie Johann Joseph Fux, Victor Heinisch, Antoine Mariotte und Mel Bonis setzten ihr musikalische Denkmäler. So auch der zumindest in Deutschland völlig unterrepräsentierte Komponist Florent Schmitt, der ein psychologisch faszinierendes Portrait über Salomes Geschichte schuf. „Daniels vergessene Klassiker 43: Florent Schmitt
klassik-begeistert.de, 1. Februar 2025“
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