Genau so soll ein Konzertabend enden: Wenn das Gehörte im Kopf weiterarbeitet

Fotos © Ansgar Klostermann

Orchesterfest aus Zürich

Sergej Prokofjew
Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26

Pjotr Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 5 e-moll op.64

Hayato Sumino, Klavier

Tonhalle-Orchester Zürich
Paavo Järvi, musikalische Leitung

Kurhaus Wiesbaden, 3. September 2026

von Dirk Schauß

„Paavo Järvi und Hayato Sumino
Kurhaus Wiesbaden, aus, 3. September 2026“
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Was uns „Unter den Linden“ in der Saison 2026/27 erwartet

Staatsoper Unter den Linden © Marcus Ebener

Die eben beginnende neue Spielzeit in der Staatsoper Unter den Linden ist die dritte der Intendantin Elisabeth Sobotka und des Generalmusikdirektors Christian Thielemann. Nachdem der – in größeren personellen Turbulenzen befindliche – Berliner Kultursenat die Etats der Opernhäuser empfindlich gekürzt hat, muss auch das Berliner Vorzeigehaus sparen.

von Peter Sommeregger

Der Reigen von sechs Neuproduktionen wird mit Gaspare Spontinis „La Vestale“ eröffnet, als Hommage an den ersten Generalmusikdirektor des Hauses im 19. Jahrhundert. In der Regie von Lydia Steier und dem Dirigat von Carlo Rizzi gibt Sonya Yoncheva ihr Debüt in der Titelrolle. Premiere ist am 26. September.

„Spielzeitpräsentation 2026 Staatsoper Unter den Linden
klassik-begeistert.de, 2. September 2026“
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Was bringt die neue Saison an der Hamburgischen Staatsoper?

Aktuelle Werbung der Hamburgischen Staatsoper für dieNeuinszenierung der Verdi-Oper Macbeth (Foto: Tom Huber)

Ein Meinungsbericht von Dr. Ralf Wegner

Neulich blieb ich beim Wechseln des TV-Programms bei einer „Talk-Show“ hängen. Ein mutmaßlich dem Rocksänger-Milieu angehörender Mittvierziger mit Baseball-Käppi räsonierte über Oper. Die ihn befragende Talkmasterin fand es offensichtlich bemerkenswert, dass die neue Macbeth-Inszenierung der Hamburgischen Staatsoper mit einem jüngeren nackten, körperlich fit aussehenden, einen Baumstamm erkletternden Mann beworben wird. Ihr Vater habe früher eine Sängerin erlebt, die sich mit 60 noch auf die Bühne wagte und der „immer das Kleid aufplatzte, weil sie älter und voluminös war“. Also wollte die Moderatorin offenbar lieber einen nackten athletischen  Mann auf der Bühne sehen, aber nicht eine ältere, nicht ganz schlanke Sängerin.

Videostills NDR: Price & Eschenbach: Mozart, Verdi und Cilea (1986) / NDR-Talkshow vom 28. August 2026

Ich war mir nicht ganz sicher, ob die Moderatorin (die Quasseltante Barbara Schöneberger, Anm. des Herausgebers) das wirklich ernst meinte. Denn sie erwähnte den Namen der Sängerin, es handelte sich um die walisische, geadelte Sopranistin Margaret Price, eine der damals Besten ihres Fachs. Ich selbst hörte sie zuletzt 1992 als Ariadne auf der Hamburger Opernbühne; es eine der prägendsten Erinnerungen an diese Partie. Damals feierte Price gerade ihren 51. Geburtstag. Offiziell beendete sie ihre Opernkariere mit 58 Jahren. Ja, Margaret Price hatte keine Model-Figur, dafür sang sie überirdisch schön wie kaum eine andere Sopranistin ihrer Zeit.

„Die Neue Saison an der Hamburgischen Staatsoper
klassik-begeistert, 31. August 2026“
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Dohnányis zweite Sinfonie überzeugt mit einer packenden Neuaufnahme

Ernst von Dohnányi
Sinfonie Nr. 2 E-Dur op. 40
Suite Ruralia hungarica op. 32b

Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Michael Francis, musikalische Leitung

Capriccio, C5502

von Dirk Schauß

Die Musikgeschichte liebt ihre Lieblinge und vergisst die Unbequemen mit bedauernswerter Zuverlässigkeit. Ernst von Dohnányi, im Budapest des späten 19. Jahrhunderts als Ernő geboren, gehörte einst zu den unbestrittenen Giganten des europäischen Musiklebens. Er war ein Pianist von virtuosem Format, ein Pädagoge von prägender Ausstrahlung und als Dirigent eine Institution. Brahms selbst legte dem blutjungen Mann einst die Hände auf die Schultern, als er dessen erstes Klavierquintett hörte. „Ernst von Dohnányi, Sinfonie Nr. 2 E-Dur, Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Michael Francis
CD-Besprechung, 5. September 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 5. SEPTEMBER 2026

Bayreuth Baroque, Bruno de Sá © Bayreuth.media

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 5. SEPTEMBER 2026

Bayreuth
Sopranist Bruno de Sá: Der Mann mit der hohen Stimme
Wer ihn einmal gehört hat, staunt über die Höhe, die er mit seiner Stimme erreicht. Countertenor? Nein, Sopran! Bruno de Sás Karriere begann beim Festival Bayreuth Baroque als Einspringer – jetzt gehört er dort zu den Stars. Ein Porträt. „Ein Countertenor entwickelt das hohe Register, das Falsetto, aus der Tenor- oder Bariton-Stimme heraus, um dann wie ein Alt oder Mezzosopran zu klingen“, erklärt Bruno de Sá. Die Bandbreite im Countertenorfach sei sehr groß – und so würden die männlichen Sopranstimmen manchmal irrtümlicherweise hinzugerechnet. „Das ist aber nicht richtig. Ein männlicher Sopran ist ein Mann mit einer tatsächlichen Sopranstimme. Das heißt nicht, dass das besser oder schlechter ist, es ist einfach anders.“
BR-Klassik.de

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 5. SEPTEMBER 2026“ weiterlesen

Lieder ohne Grenzen – von Wien nach Budapest

Bernadett Nagy, Mezzosopran und Dániel Dinyés, Klavier. Foto: privat.

Unter dem Motto „Von Wien nach Budapest“ lädt die Reihe Lieder ohne Grenzen am 11. November 2026 in den Antonio-Vivaldi-Saal im Herzen Wiens ein.

Bernadett Nagy, Mezzosopran
Dániel Dinyés, Dirigent, Komponist und Pianist

Antonio-Vivaldi-Saal, Johannesgasse 8, 1010 Wien, 19.30 Uhr (Einlass 19.00 Uhr)

Die Mezzosopranistin Bernadett Nagy und der Dirigent, Komponist und Pianist Dániel Dinyés haben ein erlesenes Programm zusammengestellt. Ihr Konzept verbindet zwei musikalische Perspektiven, die im Programm immer wieder miteinander in Dialog treten. „Lieder ohne Grenzen „Von Wien nach Budapest“
Antonio-Vivaldi-Saal, Wien, 11. November 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 20: Richard Strauss – Also Sprach Zarathustra (1896)

 

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Mit „Also sprach Zarathustra“, oder dem „Welthit aus 3 Tönen“ hat Strauss ein zeitloses Epos geschaffen, das bis heute allgegenwärtig scheint. Es braucht nicht erst den Blick auf den Fernseher, um beispielsweise bei der Werbung für eine wohlbekannte Biermarke erneut die glorifizierende Eingangsfanfare dieser Komposition zu hören. Wie konnte das passieren, dass eine der epischsten Orchestermusiken so zur Ikone der Marketingindustrie wurde? „Daniels Anti-Klassiker 20: Richard Strauss – Also Sprach Zarathustra (1896)
klassik-begeistert.de, 5. September 2026“
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Im Kloster Beuerberg zupfen Nietzsche und Pergolesi an meiner Seele

Schlussapplaus Ensemble Pergolesi © Katja Kraft / Diözesanmuseum Freising

Dieser Ort wirkt auf die Musik. Wirkt auf mich, wie ich die Musik höre und empfinde. Entgrenzung und Transzendenz. Besonders der tiefe mütterliche Schmerz des Stabat Maters fährt in mich hinein. Überbordend, nicht verhallend, durchscheinend. In der Schwebe bleibend. Das Kloster Beuerberg ist ein Hort des Glücks. Auch des musikalischen.

Beuerberger Seelenklang – Eine Musikwoche mit dem Päpstlichen Institut für Musik im Vatikan (Rom)

Giovanni Battista Pergolesi   Stabat Mater und P. Theo Flury OSB   Ecce Homo (Uraufführung)

Musikalische Leitung: Pater Robert Mehlhart OP, Rektor des Päpstlichen Instituts für Musik im Vatikan (Rom)

Caroline Adler  (Sopran Ecce Homo)

Verena Maria Schmid  (Sopran Stabat Mater)

Ilme Stahnke  (Alt Ecce Homo und Stabat Mater)

Orchester La Banda, Augsburg

Choralschola des Päpstlichen Instituts für Kirchenmusik im Vatikan

Stiftskirche St. Peter und Paul, Klosterkirche Beuerberg, 02. September 2026

von Frank Heublein

„Beuerberger Seelenklang, Pater Robert Mehlhart OP, Leitung
Stiftskirche St. Peter und Paul, Klosterkirche Beuerberg, 3. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 19: Luigi Boccherini – Minuetto (1771)

 

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Hand auf’s Herz – wer kennt den Namen Boccherini? Ähnlich wie Pachelbel handelt es sich bei dem vorklassischen Komponisten um einen jener Namen, die wohl den Wenigsten bekannt sein dürften, obwohl sie hinter einer Musik stehen, die als Ohrwurm schon seit Jahrhunderten in unser kulturelles Gedächtnis eingegangen ist. Zeit also, sich auch diesem nur noch durch seine Melodien in Erinnerung gebliebenen, ansonsten aber nahezu vergessenen Meister zu widmen.

„Daniels Anti-Klassiker 19: Luigi Boccherini – Minuetto (1771)
klassik-begeistert.de, 4. September 2026“
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Verdis „Nabucco“ beugt Naturgewalt

© Asphoto.de

Als der letzte Akkord verhallte und die babylonischen Götzen in Trümmern lagen, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Das Publikum erhob sich geschlossen, klatschte im Rhythmus und feierte ein Ensemble, das ohne künstliche Lautsprecher, ohne Regie-Mätzchen und trotz des Unwetters bewies, wie mächtig das reine Handwerk der Oper sein kann. Die Gesichter wirkten am Ende wie nach einer Frischzellenkur – so viel Begeisterung und Glück lag in ihnen.

Ein großer, unvergesslicher Abend, einer von denen, an die man sich noch Jahre später erinnert, weil hier nichts anderes zählte als die Musik und die Menschen, die sie mit Herz und Können trugen.

Giuseppe Verdi    Nabucco

Gastspiel der Venezia Festival Opera

Hanauer Amphitheater, 19. August 2026

von Dirk Schauß

„Giuseppe Verdi, Nabucco, Gastspiel der Venezia Festival Opera
Hanauer Amphitheater, 19. August 2026“
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