6 : 5 – Der Tannhäuser-Vergleich Berlin-Hamburg: Die Bundeshauptstadt schlägt die schönste deutsche Stadt knapp

Staatsoper Hamburg, 7. Mai 2023
Staatsoper Unter den Linden, 4. Mai 2023

Foto: © PER-ERIK SKRAMSTAD: Lise Davidsen

Richard Wagner, Tannhäuser

Zwei Tannhäuser binnen 3 Tagen, 300 Kilometer voneinander entfernt: In der Staatsoper Unter den Linden, Berlin, und in der Staatsoper Hamburg.

Das Resultat: Berlin 4 zu Hamburg 3.

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Staatsoper Hamburg, 7. Mai 2023, Staatsoper Unter den Linden, 4. Mai 2023“
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Sommereggers Klassikwelt 184: Grace Bumbry wurde als „Schwarze Venus“ zur Legende

Heute wurde bekannt, dass die Opernsängerin Grace Bumbry am 7. Mai in ihrer Wahlheimat Wien gestorben ist.

Mit Grace Bumbry starb eine der letzten großen Sängerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Künstler wie sie behielten stets ihre Geheimnisse für sich, die heute übliche Anbiederung an die Medien war ihr fremd. Ruhe sanft, „Amazing Grace“!

von Peter Sommeregger

Die am 4. Januar 1937 in Missouri geborene Afroamerikanerin entschied sich schon früh für eine musikalische Ausbildung und setzte dies konsequent durch. Bereits mit 17 Jahren gewann sie einen Talentwettbewerb für junge Sänger. Der Preis beinhaltete ein Stipendium für das St. Louis Institute of Music, welches sie aber nicht zum Studium zuließ, weil sie schwarz war. Ereignisse wie dieses bestärkten aber Bumbry nur in ihrem festen Willen, Sängerin zu werden. „Sommereggers Klassikwelt 184: Grace Bumbry wurde als „Schwarze Venus“ zur Legende“ weiterlesen

DIE DIENSTAG-PRESSE – 9. Mai 2023 

Grace Bumbry 2009, de.wikipedia.org

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 9. Mai 2023 

Opernstar Grace Bumbry verstorben: Die erste schwarze Sängerin in Bayreuth
Sie gehörte zu den legendären Opernsängerinnen des 20. Jahrhunderts. Nun ist die große Grace Bumbry am gestrigen Sonntag im Alter von 86 Jahren in ihrer Wahlheimat Wien verstorben. Dies teilte der APA ihr Adoptivsohn David Brewer mit. Nachdem Grace Bumbry im Vorjahr einen Schlaganfall in New York erlitten hatte, wurde sie im Dezember wieder nach Wien geflogen. Hier verstarb die Sopranistin, die ihre Karriere als Mezzo begonnen hatte, nun im Krankenhaus.
Die Presse.com

Eine glamouröse Primadonna
BR-Klassik.de

Die Opernsängerin Grace Bumbry ist tot.
Sie war die erste schwarze Sängerin bei den Richard-Wagner-Festspielen und galt Wegbereiterin für andere schwarze Opern-Kolleginnen. Die US-amerikanische Opernsängerin Grace Bumbry ist in ihrer Wahlheimat Wien gestorben. Die Mezzosopranistin und Sopranistin starb am Sonntag im Alter von 86 Jahren in einem Krankenhaus, wie ihr Adoptivsohn David Brewer der Deutschen Presse-Agentur am Montag sagte.
Bunte.de

Opernlegende Grace Bumbry gestorben
Die US-Amerikanerin ist am Sonntag im Alter von 86 Jahren in ihrer Wahlheimat Wien verstorben. Sie hatte als erste schwarze Sängerin in Bayreuth debütiert.
DerStandard.at.story

Grace Bumbry – Trauer um eine Jahrhundertsängerin
Wiener Zeitung.at

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Anna und der Krieg

Die Nähe Netrebkos zu Putin vor Kriegszeiten war deutlich, gewollt und, ja, infantil. Ihr klares NEIN zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zu zögerlich. Ich habe mich mit Frau Netrebko zweimal als Reporter länger unterhalten können… und sie als sehr unpolitische, ja, eher kindlich-naive Frau erlebt. Sie interessiert sich vor allem für ihre Familie, schöne Klamotten, Schmuck, gutes Essen, Backen und ihre Wohnungen u.a. in St. Petersburg, Wien und New York.

Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 5. Mai 2023

Foto: Anna Netrebko, Staatstheater Wiesbaden

Giuseppe Verdi, Nabucco, konzertante Aufführung 

von Andreas Schmidt

Sie bewegte und berührte die Zuschauer im ausverkauften Haus, sie zwang zu Zwischenapplausen, die bis zu 1 Minuten gingen und sie musste sich nach 3 Stunden (inkl. 30 Minuten Pause) wieder und wieder und wieder einem Publikum zeigen, das außer Rand und Band war.

Den meisten Applaus des Abends bekam mit Abstand die Russin mit österreichischem  Pass, Anna Netrebko, die dem Rezensenten mit ihrer in allen Lagen und Lautstärken göttlichen Stimme den Atem verschlug. Das war Gänsehaut-Feeling pur, Frau Netrebko. Die zarten Vibrati, die Fülle in der Stimme, die Bühnenpräsenz sind von einem anderen Stern. „Giuseppe Verdi, Nabucco, konzertante Aufführung 
Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 5. Mai 2023“
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Christian Thielemann triumphiert mit den „Meistersingern“ in Dresden

Foto: Georg Zeppenfeld (Hans Sachs), Julia Kleiter (Eva)
© Semperoper Dresden/Ludwig Olah

Diese Meistersinger – zuletzt 2020 gerade noch kurz vor Corona in Dresden zu erleben und jetzt in erst sechster Vorstellung – waren  eine Sensation!

Richard Wagner
Die Meistersinger von Nürnberg

Hans Sachs: Georg Zeppenfeld
Veit Pogner: Andreas Bauer Kanabas
Sixtus Beckmesser: Adrian Eröd
Walter von Stolzing: Tomislav Mužek
David: Daniel Behle
Eva: Julia Kleiter
Magdalene: Christa Mayer
Fritz Kothner: Markus Marquard
Kunz Vogelgesang: Iurie Ciobanu

Ein Nachtwächter: Alexander Kiechle
u.a.

Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Inszenierung: Jens-Daniel Herzog

Semperoper, Dresden, 7. Mai 2023

von Kirsten Liese

Die Meistersinger sind ein Großunternehmen mit einer Vielzahl an Solisten, großem Choraufgebot und opulenter Orchesterbesetzung. Der damit verbundene hohe Aufwand mag erklären, warum auch an der Semperoper im regulären Spielbetrieb die Karten im Parkett bis zu 300 Euro kosten. Und warum in der gestrigen Aufführung der Wagneroper bedauerlicherweise noch zahlreiche Plätze leer blieben, obwohl Christian Thielemann dirigierte, der nach einer Krankheitspause zur Wiederaufnahme der erfolgreichen Produktion ans Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden zurückgekehrt ist. „Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg
Dresden, Semperoper, 7. Mai 2023“
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Diese „Ariadne auf Naxos“ vom Maggio Musicale Fiorentino ist ein szenisches Desaster

Richard Strauss
Ariadne auf Naxos

Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino
Daniele Gatti, conductor
Matthias Hartmann, director

Dynamic 57970

von Peter Sommeregger

Die zweite Fassung dieser Oper von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal stellt der eigentlichen Oper ein Vorspiel voran, das zu den delikatesten Opernakten der gesamten Literatur zählt. Der Reiz der Theater-auf-dem-Theater-Situation und die meisterhafte Charakterisierung der Figuren, inklusive der Rolle des Komponisten, besitzt eine bemerkenswerte Ausgewogenheit zwischen Heiterkeit und Tiefsinn. Man möchte meinen, dass dieser furiose Auftakt zur später gezeigten Oper sich eigentlich von selbst inszeniert. „Blu-Ray: Richard Strauss Ariadne auf Naxos
klassik-begeistert.de, 8. Mai 2023“
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Ich umfange die Verschmelzung von Penelopes und Joan Didions Schicksal

Foto: A. Kursanov, C. Daniels © W. Hösl

An diesem Abend wird im Cuvilliés-Theater die zweite Premiere des Ja, Mai Festivals der Bayerischen Staatsoper Il ritorno / Das Jahr des magischen Denkens Zur Aufführung gebracht. Der Abend ist eine Fusion von Claudio Monteverdis Oper Il ritorno d’Ulisse in patria und dem Schauspiel Das Jahr des magischen Denkens, welches auf den Memoiren der Autorin Joan Didions basiert.

IL RITORNO / DAS JAHR DES MAGISCHEN DENKENS
Oper von Claudio Monteverdi (1640).

Schauspiel von Joan Didion basierend auf ihren Memoiren (2005).


Cuvilliés-Theater, München, 7. Mai 2023

von Frank Heublein

Ich finde kein passendes Wort, das beschreibt, was diese Mischung aus Oper und Schauspiel auf der Bühne darstellt. Das Verbindende der beiden Geschichten ist das verzweifelte Aufhalten-Wollen von Veränderung. Wir Menschen sind so gestrickt, dass wir die andauernde Veränderung hervorragend ignorieren können. Das Gehirn klammert sich ans Gewohnte, Ungewohntes zu verarbeiten kostet viel zu viel Energie. Wenn es passiert, kann es umso mehr schmerzen. Das ist an diesem Abend bei mir nicht so. Viel Ungewohntes, dass ich bereitwillig aufsauge, mit offenen Augen und Ohren umfange. „Ja, Mai Festival: Il ritorno / Das Jahr des magischen Denkens
Cuvilliés-Theater, München, 7. Mai 2023“
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Lieses Klassikwelt 66: Menahem Pressler

Seine schönsten weisen Worte in unseren Interviews hat Pressler über Mozart gefunden. Sie gehen mir von Zeit zu Zeit immer wieder durch den Kopf: „Ohne Mozart gehen wir zu Fuß, aber mit Mozart können wir fliegen.“

von Kirsten Liese
Foto: Menahem Pressler und Kirsten Liese

Wenn ein Musiker noch im hohen Alter auf dem Konzertpodium seinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht werden kann, ist das eine große Gnade. Es gibt nicht viele, von denen ich das sagen würde, aber einer ragt da wie ein Leuchtturm heraus: der Pianist Menahem Pressler. Am 16. Dezember 1923 wurde er in Magdeburg geboren, mit Anfang 90 gab er sein Debüt als Solist der Berliner Philharmoniker, als Gründer des legendären Beaux Arts Trios schrieb er in der Kammermusik Geschichte, der 100. Geburtstag befindet sich in Reichweite.  Ihm, den ich nicht nur als genialen Künstler, sondern in mehreren Begegnungen für Interviews auch als wunderbaren, liebenswerten Menschen kennenlernen durfte, ist meine heutige Klassikwelt gewidmet. „Lieses Klassikwelt 66: Menahem Pressler
klassik-begeistert“
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DIE MONTAG-PRESSE – 8. Mai 2023

Menahem Pressler © Marco Borggreve

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DIE MONTAG-PRESSE – 8. Mai 2023 

Ein Großer ist gegangen: Menahem Pressler
Am 6. Mai 2023, nur ein gutes halbes Jahr vor seinem 100. Geburtstag, ist der große Pianist und Kammermusiker Menahem Pressler gestorben. Über ein halbes Jahrhundert lang war er Pianist und Gründungsmitglied des Beaux Arts Trio, dem er bis zu dessen Auflösung im Jahre 2008 ununterbrochen angehörte. Die zahlreichen Einspielungen dieses Ensembles (Schubert, Beethoven, Haydn und so viele mehr) bleiben Referenzaufnahmen.
Von Brian Cooper
Klassik-begeistert.de

Menahem Pressler gestorben:  Ein Pianist mit Geist und Güte
Er war der älteste konzertierende Pianist der Welt: Menahem Pressler. Über ein halbes Jahrhundert war er das Herz und die Seele des legendären Beaux Arts Trios. Nun ist er im Alter von 99 Jahren gestorben.
BR-Klassik.de  „DIE MONTAG-PRESSE – 8. Mai 2023“ weiterlesen

Ein Großer ist gegangen

Pianist und Humanist: Zum Tod von Menahem Pressler

 von Brian Cooper, Bonn

Am 6. Mai 2023, nur ein gutes halbes Jahr vor seinem 100. Geburtstag, ist der große Pianist und Kammermusiker Menahem Pressler gestorben. Über ein halbes Jahrhundert lang war er Pianist und Gründungsmitglied des Beaux Arts Trio, dem er bis zu dessen Auflösung im Jahre 2008 ununterbrochen angehörte. Die zahlreichen Einspielungen dieses Ensembles (Schubert, Beethoven, Haydn und so viele mehr) bleiben Referenzaufnahmen.

Geboren 1923 in Magdeburg, erlebte Menahem Pressler als 15jähriger Junge die Novemberpogrome und floh aus Deutschland. Mit viel Glück konnte er über Triest nach Palästina ausreisen, damals britisches Mandatsgebiet.

Ähnlich wie Yehudi Menuhin kehrte er jedoch nie Deutschland den Rücken, trotz allen Leids, das die Nazis seiner Familie angetan haben; seine Großeltern wurden im Holocaust ermordet. Bereits ab 1956 trat er wieder im Land der Täter auf. Wie Menuhin bleibt Pressler daher ein großes Vorbild – musikalisch, vor allem aber menschlich.

Ab Mitte der 1950er Jahre lebte Pressler in den USA, wo er in Bloomington, Indiana, Generationen von Musikerinnen und Musikern ausbildete.

Swjatoslaw Richter war nur einer der ganz Großen, die das Klavierspiel Presslers nicht nur schätzten, sondern bewunderten.

Nie wieder, weder davor noch danach, erlebte ich so viele Menschen, die mit Wärme und Begeisterung von diesem alten Mann sprachen, der noch mit über 90 ein Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker in einem Klavierkonzert von Mozart mitgestaltete.

Meine einzige persönliche Begegnung mit ihm war eine Signierstunde nach einem begeisternden Konzert mit dem Beaux Arts Trio im Bonner Beethovenhaus. Ich erlebte Herrn Pressler als einen der freundlichsten und charismatischsten Künstler, die mir je begegnet sind.

Meine Beaux-Arts-Gesamtaufnahme der Beethoven-Klaviertrios versah er mit der wunderbaren Widmung „Alles Schöne! Menahem Pressler“. Seine Freundlichkeit, Bescheidenheit und Wärme, dieses unglaublich schöne und gewinnende Lächeln, das er hatte, bleiben mir unvergessen.

Der letzte Geiger des Beaux Arts Trio, Daniel Hope, hat Menahem Pressler als „Jahrhundertmenschen“ bezeichnet. Die Welt habe am 6. Mai 2023 mit Charles III. zwar einen neuen König bekommen, „aber auch einen verloren“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Dr. Brian Cooper, 7. Mai, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at