Festtage 2026: Christian Thielemann triumphiert mit Brahms’ Requiem

Staatskapelle Berlin, Konzert zum Karfreitag Festtage 2026 I Brahms Requiem mit Christian Thielemann, Nikola Hillebrand, Samuel Hasselhorn, Staatsopernchor I Philharmonie © Stephan Rabold

Innerhalb der 30-jährigen Geschichte der österlichen Berliner Festtage gab es schon so manche Rekorde und Sternstunden, denke ich da beispielsweise an einen Marathon, als Daniel Barenboim einmal sämtliche zehn Wagner-Opern aus dem Bayreuther Kanon (also ohne die Frühwerke) nacheinander aufführte. Oder wie der Festtags-Gründer Barenboim Gipfeltreffen arrangierte, bei denen die Berliner Staatskapelle und das Chicago Symphony, das er damals ebenfalls als Chefdirigent leitete, aufeinandertrafen.

Aber auch die diesjährige Jubiläumsausgabe zum 30-jährigen Bestehen wird einen besonderen Rang einnehmen, da es die erste ist, die Christian Thielemann als Barenboims Nachfolger aktiv mitgestaltet, und zum anderen, weil er auf den vor wenigen Tagen traumhaften „Rosenkavalier“ am Karfreitag ein ebenso anrührend-grandioses Brahms-Requiem folgen ließ.

Johannes Brahms   Ein deutsches Requiem op. 45

Nikola Hillebrand, Sopran
Samuel Hasselhorn, Bariton

Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin
Musikalische Leitung:  Christian Thielemann

Philharmonie Berlin, 3. April 2026

von Kirsten Liese

Wie gut, dass weiland schon Daniel Barenboim dafür gesorgt hat, dass die Berliner Staatskapelle Sinfoniekonzerte nicht nur in der Staatsoper spielt, sondern auch immer wieder in der Philharmonie. Schließlich ist die Kapelle nicht nur ein Opern-, sondern auch ein den Berliner Philharmonikern in seiner Weltklasse mindestens ebenbürtiges Sinfonieorchester, das die besten Konzertsäle der Welt verdient hat. Abgesehen davon, dass in die Berliner Philharmonie sehr viel mehr Zuschauer hineinpassen. Und selbst da reichten die Plätze am Karfreitag nicht aus, versammelten sich vor den Türen des ausverkauften Hauses noch etliche, die eine Karte suchten. „Johannes Brahms, Ein deutsches Requiem op. 45, Leitung Christian Thielemann
Philharmonie Berlin, 3. April 2026“
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Bachs Johannespassion berührt Herzen und Gemüter in Bremen

Tobias Gravenhorst © sagmalspaghetti

Karfreitag-Domkonzert: Johannespassion

Johann Sebastian Bach    Johannespassion BWV 245, Instrumentierung von Robert Schumann

Veronika Winter  Sopran
Dorothea Zimmermann  Alt
Clemens Löschmann  Tenor (Evangelist)
Raimund Nolte  Bass (Pilatus)
Julian Redlin  Bass (Jesusworte)

Bremer Domchor
Bremer Philharmoniker


Stephan Leuthold
  Hammerklavier
Tobias Gravenhorst  Leitung

St. Petri-Dom Bremen, Karfreitag, 3. April 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Zum ruhig fließenden Pulsieren des kleinen, aus Mitgliedern der Bremer Philharmoniker zusammengestellten Kammerorchesters setzt der Chor kraftvoll adorierend ein mit dem Eingangschor „Herr, unser Herrscher, dessen Ruhm in allen Landen herrlich ist!“. Dieser Text – der sich nicht im biblischen Johannesevangelium findet, mit dem Johann Sebastian Bach jedoch bewusst chorisch markant seine Johannes-Passion beginnen lässt – verdeutlicht eindrucksvoll, dass die Passion Christi nicht Endpunkt aller Hoffnungen, sondern eine nur kurze, wenngleich bedeutsame Zwischenstufe der endgültigen Herrschaft Christi darstellt. „Karfreitag-Domkonzert: J.S. Bach, Johannespassion, Tobias Gravenhorst Leitung
St. Petri-Dom Bremen, Karfreitag, 3. April 2026“
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Petrenko verzaubert mit Mahler 8 zur Salzburg-Begrüßung 

Archiv Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko ©  Monika Rittershaus

Nach 12 Jahren Baden-Baden sind die Berliner Philharmoniker zurück in Salzburg und schenken der österreichischen Festspielstadt eine sensationelle Mahler 8 zur Begrüßung. Unter der Leitung von Kirill Petrenko glänzte der Mahler-Klang differenziert und ausdrucksvoll im Festspielhaus und sorgte für ein einzigartiges Musikerlebnis.

Osterfestspiele Salzburg
Chorkonzert II: MAHLER

GUSTAV MAHLER
Symphonie Nr. 8 in Es-Dur
für Soli, Knabenchor, zwei gemischte Chöre und Orchester

Kirill Petrenko
Berliner Philharmoniker

Rundfunkchor Berlin, Bachchor Salzburg, Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor & Tölzer Knabenchor

Jacquelyn Wagner, Sarah Wegener & Liv Redpath, Sopran
Beth Taylor & Fleur Barron, Alt
Benjamin Bruns, Tenor
Gihoon Kim, Bariton
Le Bu, Bass

Großes Festspielhaus, Salzburg, 3. April 2026

von Johannes Karl Fischer

Unweit des Salzburger Festspielhauses ragen die Alpengipfel über die Mozartstadt. Der Blick auf die heuer schneebedeckten Bergmassive gehört mit zur hiesigen Festspiel-Experience. Eine mehr denn passende Kulisse für Mahlers Achte Sinfonie, schon allein aufgrund ihrer Dimension könnte man sie auch das Gotthard-Massiv der Spätromantik betiteln. Vier Chöre, ein Mammutorchester und acht Gesangssoli waren am Start, die Riesenbühne des Festspielhauses dichter gefüllt als bei manchen Opernproduktionen.

„Osterfestspiele Salzburg, Chorkonzert II: Mahler
Großes Festspielhaus, Salzburg, 3. April 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 4. APRIL 2026

Ricarda Merbeth, René Pape © Xiomara Bende

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 4. APRIL 2026

Erl/Tiroler Festspiele
Der Erler Parsifal etabliert sich an der Spitze der Wagnerszene
Nach nicht einmal zwei kompletten Spielzeiten der Jonas-Kaufmann-Intendanz ist der Erler Parsifal zu einem Leuchtturm der Parsifalszene aufgestiegen. Dieser Parsifal war ein magischer musikalischer Genuss, an dem sich die Konkurrenz in Wien, München und Dresden messen sollte. Einzig die leblose Regie konnte auch in der Wiederaufnahme nicht überzeugen.
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de

Erl/Tiroler Festspiele
Richard Wagners „Parsifal“ als Entdeckung der Langsamkeit (Bezahlartikel)
Kritik. Die Wiederaufnahme von Richard Wagners „Parsifal“ bei den Tiroler Festspielen wurde auch im zweiten Jahr vom Publikum bejubelt.
KleineZeitung.at

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Der Erler Parsifal etabliert sich an der Spitze der Wagnerszene  

Parsifal Erl, Jamez McCorkle © Xiomara Bende

Nach nicht einmal zwei kompletten Spielzeiten der Jonas-Kaufmann-Intendanz ist der Erler Parsifal zu einem Leuchtturm der Parsifalszene aufgestiegen. Dieser Parsifal war ein magischer musikalischer Genuss, an dem sich die Konkurrenz in Wien, München und Dresden messen sollte. Einzig die leblose Regie konnte auch in der Wiederaufnahme nicht überzeugen. 

Richard Wagner,  Parsifal
Musik und Libretto von Richard Wagner

Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl
Dirigent:  Asher Fisch

Regie:  Philipp M. Krenn

Szenische Leitung der Wiederaufnahme:  Sebastian Kranner, Anne Elisabeth Holste

Bühnenbild:  Heike Vollmer
Kostüme:   Regine Standfuss
Licht:   Stefan Schlagbauer
Video:   Thomas Achitz

Tiroler Festspiele Erl, Festspielhaus, 2. April 2026 PREMIERE

von Johannes Karl Fischer

Wien, München, Dresden: Die Qual der Wahl prägt die Suche nach einem Osterparsifal 2026. Doch abseits des üblichen Großstadtwahns findet man im Tiroler Erl eines der zauberhaftesten Erlebnisse der Wagnerwelt. Hier duftet die Luft noch nach holden Karfreitagsauen, vor malerischen Bergkulissen kann man Parsifals Pilgerwanderung zur Festspielanfahrt gratis dazunehmen.  Premiere – natürlich – ausverkauft.  „Richard Wagner, Parsifal, Dirigent Asher Fisch
Tiroler Festspiele Erl, 2. April 2026 PREMIERE“
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Zum Raum wird hier der Klang – vom Glück, mit der Musik von Johann Sebastian Bach aufgewachsen zu sein

Dirigent Philippe Herreweghe, Gewandhausorchester ©
Urheberrecht: Michiel MC Hendryckx – Gent © Michiel Hendryckx

„Ein musikalisches Erlebnis, das mit Sicherheit unvergesslich bleibt“ schreibt ProArte, der Konzertveranstalter, auf seiner Seite und soll damit recht behalten.

Johann Sebastian Bach (16851750)
Matthäus-Passion BW 244

Chor & Orchester des Collegium Vocale Gent
Philippe Herreweghe Leitung

Guy Cutting   Evangelist (Tenor)
Florian Boesch   Jesus (Bariton)
Grace Davidson   Sopran
Johanna Ihrig   Sopran
Alex Potter   Countertenor
Benno Schachtner   Countertenor
Samuel Boden   Tenor
Florian Sievers   Tenor
Mikhail Timoshenko   Bariton
Florian Störtz   Bassbariton
Philipp J. Kaven   Bariton

Elbphilharmonie, 2. April 2026

von Iris Röckrath

Wieder einmal zeigte sich, dass die Elbphilharmonie genau der Raum ist, in dem diese geniale Musik mit kleinem barocken Orchester, bestehend aus nur 24 begnadeten Musikern und Musikerinnen mit alten Instrumenten, und kleinem sensationell singenden vereinten Chor- bzw. Solistenensemble, die unglaublichste intensivste Klangschönheit erzeugen kann. „Johann Sebastian Bach (16851750), Matthäus-Passion BW 244, Philippe Herreweghe
Elbphilharmonie, 2. April 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 3. APRIL 2026

Jonas Kaufmann – neuer Intendant der Tiroler Festspiele Erl © Tiroler Festspiele Erl

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DIE FREITAG-PRESSE – 3. APRIL 2026

Erl/Tirol
Kaufmann singt wieder Parsifal: Festspiele Erl mit Verdi und Wagner
Intendant Jonas Kaufmann konnte Sänger Jonas Kaufmann „überreden“, wieder Parsifal-Titelrolle in Erl zu übernehmen. Die Tiroler Festspiele Erl haben am Donnerstag das Programm für Winter 2026/2027 und Sommer 2027 vorgestellt. Mit „Tristan und Isolde“ im Sommer setzen die Festspiele ganz auf die Musik von Wagner. Im Winter 2026/2027 hingegen steht Verdi mit „La Traviata“ am Spielplan. Auch Intendant Jonas Kaufmann kehrt zu Ostern 2027 als Sänger in der Titelrolle als „Parsifal“ zurück – wie bereits in seiner Antrittsspielzeit. „Ich liebe diese Produktion einfach“, sagte der Startenor.
Kurier.at

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Hamburg: Louisa Sophia Jefferson tappt in den Fußstapfen der Klavierlegenden

Louisa Sophia Jefferson, Klavier © Shigeru Kawai Europa

Nach einer spektakulären Sternstunde von Stefan Bonev am Wochenende stürzte sich nun auch Louisa Sophia Jefferson mit einem mitreißenden Programm in die Fußstapfen der Klavierlegenden. Die Elbphilharmonie eröffnet wohl gerade eine pianistische Talentschmiede, weiter so!

Louisa Sophia Jefferson, Klavier

Werke von Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin, Johann Sebastian Bach/Johannes Brahms, Sergej Prokofjew und Igor Strawinsky

Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal, 31. März 2026

von Johannes Karl Fischer

Drei virtuose Spitzenwerke von Beethoven, Strawinsky, Prokofjew und als Zwischengericht ein bisschen Chopin: Dieses Programm hätte glatt aus der Feder der Pianistenlegende Maurizio Pollini stammen können! Naja, er gewann ja auch mit 18 den prestigeträchtigen Chopin-Wettbewerb, das ist schon eine recht einmalige Leistung. Und auch die heutige Pianistin Louisa Sophia Jefferson ist mit gerade einmal 20 bereits stolze Master-Absolventin, verkündete Beirat der Stiftung Flügel-Fundus Matthias Maschlanka in seiner Einführungsrede. Da tappt jemand in den Fußstapfen der ganz Großen, würde ich mal sagen … „Louisa Sophia Jefferson, Klavier, Beethoven, Chopin, Brahms
Elbphilharmonie Hamburg, 31. März 2026“
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Mahlers 5. Symphonie in Baden-Baden: „Ich hatte keine Gänsehaut“

Lozakovich Mäkelä_ RCO OFS (c) Michael Bode

Also sprach der Lebensmensch. Und sie liegt richtig, zumindest empfanden wir gleich, ob einer 5. Sinfonie von Gustav Mahler, die zwar sehr gut war, aber jegliche Magie vermissen ließ, die ein sehr gutes Konzert zum memorablen erheben kann.

Max Bruch (1838-1920) – Violinkonzert Nr. 1 g-Moll op. 26
Gustav Mahler (1860-1911) – Sinfonie Nr. 5

Daniel Lozakovich
Concertgebouworkest

Klaus Mäkelä, Dirigent

Baden-Baden, Festspielhaus, 1. April 2026

 von Brian Cooper

Der „Zirkus Karajani“ ist weitergezogen: Nach 13 Jahren Osterfestspielen in Baden-Baden sind die Berliner Philharmoniker wieder nach Salzburg zurückgekehrt. Dafür hat man am Festspielhaus mit dem Concertgebouworkest und dem Mahler Chamber Orchestra hochkarätige Nachfolger gefunden. (Das Wort „Ersatz“ verbietet sich allein schon ob der Weltklasse des Concertgebouworkest.)

„Concertgebouworkest, Klaus Mäkelä, Daniel Lozakovich
Baden-Baden, Festspielhaus, 1. April 2026“
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Cédric Pescia bittet Bach zum Tanz

Cédric Pescia hat mit diesem Album einen stillen, poetischen Innenraum geschaffen. Eine sehr persönliche Lesart, die im Katalog der Bach-Aufnahmen ihren festen Platz verdient, weil sie daran erinnert: Die größte Kunst entfaltet sich oft gerade in der Beschränkung und in der Ruhe.

CD/Blu-ray Besprechung:

Johann Sebastian Bach
The French Suites

Cédric Pescia, Klavier

La Dolce Volta, LDV130.1

von Dirk Schauß

Wer sich auf die Französischen Suiten von Johann Sebastian Bach einlässt, betritt kein prunkvolles Kathedralenschiff und keine gelehrte Studierstube. Er betritt ein privates Gemach – einen intimen Kosmos, in dem Musik nicht für die Ewigkeit oder den Fürstenhof, sondern für das unmittelbare Erleben am heimischen Tasteninstrument geschaffen wurde. „CD/Blu-ray Besprechung: Johann Sebastian Bach, The French Suites, Cédric Pescia
kklassik-begeistert.de, 2. April 2026“
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