Daniels Anti-Klassiker 44: Franz Schubert – Ave Maria (1825)

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Die Jungfrau Maria – Inbegriff der Reinheit, christliche Ikone und Mutter von Jesus Christus – Symbol für die ewige Liebe und den Bund zwischen Gott und den Menschen. Als Gegenstand christlicher Glaubensüberzeugung lässt sich ihre Rolle kaum überschätzen. Die Liste der ihr zugesprochenen positiven Eigenschaften ließe sich entsprechend schier endlos fortsetzen. Deshalb ist es kein Wunder, dass ihr auch eine ebenso endlos erscheinende Reihe von Huldigungen zuteilwurden. Bekannteste musikalische Widmung dürfte wohl Ellens dritter Gesang – besser bekannt als „Ave Maria“ – von keinem Geringeren, als dem unbestrittenen Meister Franz Schubert sein. Doch was hat es mit diesem mittlerweile ikonografischen Gesang auf sich, dass er in eine Reihe überbewerteter Klassiker aufgenommen werden muss? „Daniels Anti-Klassiker 44: Franz Schubert – „Ave Maria“ (1825)
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Schweitzers Klassikwelt 173: Was bedeutet „etwas“, „ein wenig“, „ein bisschen“ in Kritiken?

Gefunden: funpot.net

Im Juni 2023 verfassten wir eine „Klassikwelt“ unter dem kurzen Titel „Aber“. Wir stellten fest, dass oft bei Rezensionen dieses Wörtchen zumindest einschränkend gebraucht wird. Diesmal gehen wir der Bedeutung der Wörter „etwas, ein wenig, ein bisschen“ in Opernkritiken nach.

Vorwegnehmend können wir sagen, dass man mit diesen Ausdrücken eine harsche Kritik vermeiden will. Gehen wir der Sache nach! Wenn über eine „Götterdämmerung“ zu lesen ist, dass Siegfrieds Rheinfahrt ein bisschen zu pathetisch ausfiel, geht es um Nuancen. Wenn eine Rezensentin „etwas bemängeln möchte, dann, dass der Guglielmo manchmal etwas angestrengt klang“, im folgenden Nebensatz einräumend, dass dies nicht störte.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

„Schweitzers Klassikwelt 173: Was bedeutet „etwas“, „ein wenig“, „ein bisschen“ in Kritiken?
klassik-begeistert.de, 29. September 2026“
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Ein Feuerwerk zündet mit „La Damnation de Faust“

Nikita Ivasechko (Méphistophélès) © Wolfgang Kmetitsch

Premiere ++++ Oper Graz ++++ 26. September 2026

Der Oper Graz gelingt eine ebenso vielschichtige wie unterhaltsame Interpretation von Hector Berlioz’ „La Damnation de Faust“. Pavel Petrov als Faust, Nikita Ivasechko als Méphistophélès und Anna Brull als Marguerite, allesamt der Oper Graz schon lange verbunden, sind sängerisch und schauspielerisch Idealbesetzungen. Das Team unter der Regie von Lorenzo Fioroni sprüht nur so vor Ideen: modernes Operntheater vom Feinsten.

Oper Graz, 26. September 2026

La Damnation de Faust, Légende dramatique in vier Teilen
Musik von Hector Berlioz
Text von Hector Berlioz und Almire Gandonnière

Pavel Petrov (Faust)
Nikita Ivasechko (Méphistophélès)
Anna Brull (Marguerite)

Grazer Philharmoniker
Dirigent:  Johannes Braun
Inszenierung:  Lorenzo Fioroni

von Petra und Dr. Guido Grass

„Hector Berlioz, La Damnation de Faust, Grazer Philharmoniker, Johannes Braun
PREMIERE Oper Graz, 26. September 2026“
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„La Vestale“ scheitert in Berlin an Regie und Besetzung

PREMIERE ++++ LA VESTALE ++++ STAATSOPER BERLIN

Foto © Staatsoper Unter den Linden

Mit der Primadonnenpartie der Julia hat die Staatsoper Sonya Yoncheva besetzt. Die stürzt sich beherzt in die einst auch von Maria Callas gesungene Partie, ist damit aber deutlich überfordert. Ihre Stimme klingt abgesungen, das Timbre hat eine metallische Färbung angenommen, Farben vermisst man schmerzlich. Ihr fehlt einfach auch die Dominanz einer Spitzensängerin.

Gaspare Spontini,  La Vestale

Sonya Yoncheva   Julia
David Butt Philip   Licinius
Marina Prudenskaya   La Grande Vestale
Siyabonga Maqungo   Cinna

Lydia Steier   Regie
Carlo Rizzi   Dirigent

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 26. September 2026

von Peter Sommeregger

Der Komponist Spontini war im frühen 19. Jahrhundert der erste Intendant der Königlichen Hofoper in Berlin. Seine erfolgreichste Oper „La Vestale“ wurde damals auch in Berlin gegeben, die aktuelle Produktion ist daher auch ein Blick zurück in die Geschichte des Hauses.

„Gaspare Spontini, La Vestale, Sonya Yoncheva 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 26. September 2026 PREMIERE“
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„Das meiste passiert innerhalb der Musik“ – Interview mit dem Tenor Benjamin Bruns

Foto: Benjamin Bruns © Andreas Ströbl

Der Tenor Benjamin Bruns (Jahrgang 1980) begann seine Laufbahn als Alt-Solist im Knabenchor Hannover, seiner Heimatstadt. Er absolvierte eine private Gesangsausbildung bei Peter Sefcik und studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Renate Behle. Bruns sang zunächst lyrische Partien, wie Mozart-Rollen, und wechselte erfolgreich zu heldischen Partien wie Max (Der Freischütz), Florestan (Fidelio) oder Lohengrin. Der Sänger tritt weltweit an großen Häusern auf, darunter an der Bayerischen Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin, der Metropolitan Opera in New York sowie bei den Bayreuther Festspielen. Benjamin Bruns ist ebenso als gefragter Oratorien- und Liedsänger in bedeutenden Konzertsälen aktiv und arbeitete mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern zusammen.

Das Gespräch führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl

„Interview: kb im Gespräch mit Benjamin Bruns, Tenor
klassik-begeistert.de, 25. September 2026“
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Daniel Harding erweist sich als Feinmechaniker des Klanges

Daniel Harding © Stephan Rabold

Der Komponist Gustav Mahler entstammte einer jüdischen Familie, und wurde in diesem Glauben erzogen. Später entschloss er sich zum Übertritt in die katholische Kirche, was ihm z.T. böswillig als Opportunismus ausgelegt wurde, wollte er doch Direktor der Wiener Hofoper werden. Aus Selbstzeugnissen, vor allem aber aus einem Teil seiner Kompositionen lässt sich eine tiefe Frömmigkeit ablesen, die ihn als authentisch katholisch erscheinen lässt.

Philharmonie Berlin, 25. September 2026

Gustav Mahler
Symphonie Nr.2 c-Moll „Auferstehung“

Johanna Wallrot

Marianne Crebassa

Daniel Harding
Rundfunkchor Berlin

von Peter Sommeregger

„Gustav Mahler, Symphonie Nr.2 c-Moll „Auferstehung“, Daniel Harding
Philharmonie Berlin, 25. September 2026“
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John Osborn erweckt Hamlet als Tenor zu neuem Leben!

J. Osborn, im Hintergrund L. Naouri © Bernd Uhlig

An der Pariser Oper wird momentan die ursprünglich gedachte Version der Oper HAMLET von Ambroise Thomas aufgeführt. Dieser hatte die Titelrolle für Tenor komponiert, änderte sie aber um für Bariton, weil kein adäquater Tenor zur Verfügung stand. Dieses Problem hat die heutige Pariser Oper nicht, denn mit John Osborn steht einer der aktuell führenden Tenorstimmen im französischen Fach zur Verfügung. An seiner Seite brilliert die Sopranistin Adela Zaharia als Ophélie. Leider vermiest der Regisseur Krzysztof Warlikowski mit unsinniger Deutung wieder einmal szenisch den Abend.

Ambroise Thomas (1811-1896)
HAMLET
Oper in fünf Akten (Libretto von Jules Barbier und Michel Carré)

Musikalische Leitung: Michael Schønwandt

Inszenierung: Krzysztof Warlikowski
Bühne & Kostüme: Małgorzata Szczȩśniak

Orchester und Chor der Opéra national de Paris

 Opéra Bastille, 27. September 2026

 von Jean-Nico Schambourg

„Ambroise Thomas (1811-1896), Hamlet
 Opéra Bastille, 27. September 2026“
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Berlin erteilt mit Stockhausens „Mittwoch aus Licht“ eine Lektion in Dada für Fortgeschrittene

Mittwoch © Julian Roeder

An dieser vom Chor der Deutschen Oper Berlin und etlichen Instrumentalsolisten außerordentlich dicht musizierten und auf die Bretter gebrachten Oper scheiden sich die Geister: Enthusiasten der Elektronischen Musik, die gegen die esoterische Weltsicht von Karlheinz Stockhausen nichts einzuwenden haben, begeistern sich für den „Mittwoch“ aus dem Zyklus „Licht“. Meine junge Begleiterin schätzt die Erfahrung, dabei gewesen zu sein, erklärt die Angelegenheit aber inhaltlich kurz und bündig für „German Brainrot“. Das ist das Diktum für repetitive Videosequenzen, die sinnfreie oder für typisch deutsch geltende Episoden mit recht flachem Witz thematisieren, dabei aber durchaus angenehm selbstironisch sein können. Ältere Semester fühlen sich an dadaistische Lautgedichte erinnert. Ein Abend für Entdecker.

Mittwoch aus Licht
Oper in einem Gruß, vier Szenen und Abschied von Karlheinz Stockhausen

Deutsche Oper Berlin, 27. September 2026

Maxime Pascal  Musikalische Leitung
Jeremy Bines  Dirigent und Präsident Welt-Parlament

Susanne Kennedy  Regie
Markus Selg  Bühnenbild und Video
Warja Rybakova  Video
Andra Dumitrascu  Kostüme
Rachel Pinevska  Ersatz-Präsidentin (Koloratursopran)

Chor der Deutschen Oper Berlin
Ensemble Le Balcon
Instrumentalsolisten
Performer*innen

von Sandra Grohmann

„Karlheinz Stockhausen, Mittwoch aus Licht, Maxime Pascal
Deutsche Oper Berlin, 27. September 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 28. SEPTEMBER 2026

Esa-Pekka Salonen © Patrick Swirc

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 28. SEPTEMBER 2026

Wien/Musikverein
Esa-Pekka Salonen führt durch sein Land und durch sein Leben
Anlässlich ihres ersten Abonnementkonzertes eröffneten die Wiener Philharmoniker die Saison 2026/2027 mit einem hervorragenden, fast außergewöhnlichen Konzert. Da befanden sich nicht nur Klassiker wie Debussys „La Mer“ und die fünfte von Jean Sibelius, sondern auch die vierte Symphonie des äußerst selten gespielten Komponisten Witold Lutosławski – ein Komponist, der lange Zeit Salonen musikalisch begleitete.
Von Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de

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Daniels Anti-Klassiker 43: Warum Pjotr Tschaikowskys Nussknacker die Probleme moderner kultureller Praxis verdeutlicht

 

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Tradition ist gemeinhin auch als generationenübergreifende Weitergabe von Praktiken definiert, die ihren Nutzen bewährt haben. Traditionen überdauern, festigen sich und prägen Kulturen und das gesellschaftliche Zusammenleben. Als solches treffen wir aber oft auch auf Traditionen, die zu ihrer Entstehung einmal sinnvoll waren, über die Zeit aber den Kontakt zur Entwicklung einer Gesellschaft verlieren. Dementsprechend waren Sinn und Unsinn von Tradition auch in dieser Kolumne bereits Gegenstand mehrerer Beiträge. Und was könnte mehr von Traditionen geprägt sein, als das Weihnachtsfest? In diesem Kontext ist ein musikalisches Werk inzwischen traditionell so etabliert, dass es dies zu hinterfragen gilt: Die Rede ist vom Pjotr Tschaikowskys Nussknacker.

„Daniels Anti-Klassiker 43: Pjotr Tschaikowskys Nussknacker
klassik-begeistert.de, 29. September 2026“
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