Beethoven drängt und Mahler verweilt – Jonathan Nott im Wiesbadener Kurhaus

Jonathan Nott © Guillaume Megevand

Die Internationalen Maifestspiele lieben die große Geste, und das Staatstheater Wiesbaden liefert sie prompt. Für das siebte Sinfoniekonzert kehrte ein alter Bekannter an das Pult des Hessischen Staatsorchesters zurück, der hier vor gut drei Jahrzehnten seine ersten substanziellen Sporen verdiente. Jonathan Nott, inzwischen auf den Chefstühlen der Musikwelt angekommen und designierter Lenker des Gran Teatre del Liceu in Barcelona, suchte die Begegnung mit der eigenen Vergangenheit.

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Der Titan“

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden
Jonathan Nott, musikalische Leitung

Kurhaus Wiesbaden, 20. Mai 2026

von Dirk Schauß

Auf dem Spielplan stand ein reines D-Dur-Programm, das den weiten Bogen von der Wiener Klassik bis an die Schwelle der Moderne schlug. Wer den Abend aufmerksam verfolgte, erlebte zwei völlig unterschiedliche Dirigentenpersönlichkeiten in Personalunion. „Mahler und Beethoven, Hessisches Staatsorchester Wiesbaden, Jonathan Nott
Kurhaus Wiesbaden, 20. Mai 2026“
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Neugart und Nittka überzeugen mich: diese Liebe ist der Wahnsinn!

André Benndorff, Elisabeth Nittka und im Videobild Annika Neugart © Julian Baumann

Neukomposition Eurydike und Orpheus: die Musik langweilt. Das Duo Neugart – Nittka überzeugt mich: diese Liebe ist der Wahnsinn!

Die Musik versorgt das Theater nicht mit der notwendigen dramatischen Führung: für mich scheitert damit das Stück als Musiktheater. Im Theater mit Gesang vermögen die schauspielenden Sängerinnen Annika Neugart als Eurydike und Elisabeth Nittka als Orpheus die bedingungslose wahnsinnige Liebe stimmlich zum Strahlen zu bringen. Das Stück insgesamt können sie selbst durch ihren großartigen Einsatz nicht retten.

Eurydike und Orpheus
Musiktheater über die Hoffnung auf unsterbliche Liebe

Komposition   Jan Duszyński
Libretto   Robert Bolesto

Regie   Anna Smolar
Bühne & Kostüme   Anna Met

Eurydike   Annika Neugart
Orpheus   Elisabeth Nittka
Amor   André Benndorff
Hades    Franziska Hartmann

Kammerspiele, München, 20. Mai 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend wird das Stück Eurydike und Orpheus von Komponist Jan Duszyński und Librettist Robert Bolesto zum zweiten Mal in den Kammerspielen in München aufgeführt. Die beiden haben die bekannte Geschichte für die Kammerspiele umgeschrieben, allerdings im emotionalen Kern weniger stark als die Umdrehung der Namen im Titel es vermuten lässt. „Eurydike und Orpheus, Jan Duszyński/Robert Bolesto
Kammerspiele, München, 20. Mai 2026“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE, 21. MAI 2026

Pablo Heras-Casado © Fernando Sancho

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 21. MAI 2026

Wien/Staatsoper
Pablo Heras-Casado zähmt das Rheingold
Überraschend kontrolliert nähert sich Pablo Heras-Casado dem „Ring“ an der Wiener Staatsoper. Der Spanier setzt auf Klangbalance und entrückte Atmosphäre. Kraftmeierei lässt er in seinen Tempi kaum zu. Der Cast fügt sich dem an. „Yes, endlich vorbei“. Die Erleichterung der fünf jungen Mädels war deutlich zu spüren. Auf 2 Stunden 30 Minuten hatte Dirigent Pablo Heras-Casado sich sein Konzept für „Das Rheingold“ zurechtgelegt. Ohne Pause, Richard Wagner in einem durch. Das kann schon zur Herausforderung werden. Das ausgedehnte Tempo spürte man enorm im Vorspiel, dann intensiv bei Erdas Mahnung in Richtung Wotan. Dabei war das Wiener Staatsopernorchester ein hervorragender Begleiter.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

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Thielemann und Levit begeben sich mit Pfitzners Klavierkonzert auf eine spannende Entdeckungsreise  

Staatskapelle Berlin, Staatsoper unter den Linden Berlin, Christian Thielemann, Igor Levit © Stephan Rabold

Thielemann und Levit sind schon seit einiger Zeit ein eingespieltes Team, das ist deutlich zu merken, auch in der Weise, wie der Dirigent seismografisch auf den Pianisten, den er kaum sehen kann, reagiert. Beide befinden sich energetisch eng auf Tuchfühlung. Das Pfitzner-Konzert hätten sie mit der Kapelle nicht trefflicher einstudieren können.

Hans Pfitzner:  Klavierkonzert Es-Dur op. 31

Franz Liszt:
Symphonische Dichtungen

Orpheus, Symphonische Dichtung Nr. 4   S98
Prometheus, Symphonische Dichtung Nr .5  S99

Richard Wagner:
Ouvertüre zu „Tannhäuser“

Berliner Staatskapelle
Christian Thielemann, musikalische Leitung

Igor Levit, Klavier

Philharmonie Berlin, 19. Mai 2026

von Kirsten Liese

Er steht anhaltend im Zenit seiner Laufbahn und ist derzeit fast noch präsenter als Barenboim in seinen letzten Jahren als Generalmusikdirektor: In dichter Folge dirigiert Christian Thielemann seit Wochen die Berliner Staatskapelle, wechselweise in Konzert und Oper. Noch dazu weniger bekannte Stücke, die der Kapellmeister mitnichten aus dem Ärmel schüttelt. Und schwer dazu. „Berliner Staatskapelle, Christian Thielemann, Igor Levit, Klavier
Philharmonie Berlin, 19. Mai 2026“
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Pablo Heras-Casado zähmt das Rheingold

Pablo Heras-Casado © Fernando Sancho

Überraschend kontrolliert nähert sich Pablo Heras-Casado dem „Ring“ an der Wiener Staatsoper. Der Spanier setzt auf Klangbalance und entrückte Atmosphäre. Kraftmeierei lässt er in seinen Tempi kaum zu. Der Cast fügt sich dem an.

Richard Wagner, Das Rheingold
Wiener Staatsoper,
19. Mai 2026

von Jürgen Pathy

„Yes, endlich vorbei“. Die Erleichterung der fünf jungen Mädels war deutlich zu spüren. Auf 2 Stunden 30 Minuten hatte Dirigent Pablo Heras-Casado sich sein Konzept für „Das Rheingold“ zurechtgelegt. Ohne Pause, Richard Wagner in einem durch. Das kann schon zur Herausforderung werden. Das ausgedehnte Tempo spürte man enorm im Vorspiel, dann intensiv bei Erdas Mahnung in Richtung Wotan. Dabei war das Wiener Staatsopernorchester ein hervorragender Begleiter.

„Richard Wagner, Das Rheingold, Pablo Heras-Casado
Wiener Staatsoper, 19. Mai 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 20. MAI 2026

Daniele Gatti © Markenfotografie

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 20. MAI 2026

Dresden/Semperoper
Glanzstücke der deutschen und französischen Romantik vereinigen sich
Schon einmal in dieser Spielzeit erfreuten uns die Dresdner Staatskapelle und ihr Chefdirigent Daniele Gatti mit den Klängen von Wagners „Parsifal“. Damals allerdings wurde das Werk in voller Länge gespielt. Besonders der „Karfreitagszauber“ erschien mir dort auch schon, als ein außergewöhnlicher Moment. Capellvirtuose 2025/26 Gautier Capuçon betrat nun das Podium. Das erwartungsvolle Publikum wurde nicht enttäuscht.
Von Henriette Müller
Klassik-begeistert.de

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Haydn lässt die Aufklärer tanzen – mit einer besoffenen Fuge

© Diana Hillesheim

Joseph Haydn
Die Jahreszeiten

Cäcilienchor Frankfurt
Figuralchor Frankfurt
Frankfurter Kantorei
Frankfurter Singakademie

Karolina Bengtsson, Sopran
Magnus Dietrich, Tenor
David Steffens, Bass

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Thomas Guggeis, musikalische Leitung

Alte Oper, 18. Mai 2026

von Dirk Schauß

Joseph Haydns weltliches Oratorium „Die Jahreszeiten“ balanciert traditionell auf dem schmalen Grat zwischen herrlicher Naturmalerei und moralischer Erbauung. Beim Frankfurter Museumskonzert im Großen Saal der Alten Oper erwies sich die Befürchtung einer zähen ersten Hälfte jedoch als unbegründet.

„Joseph Haydn, Die Jahreszeiten, Thomas Guggeis, musikalische Leitung
Frankfurt, Alte Oper, 18. Mai 2026“
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Thielemann und Levit überzeugen als kongeniales Duo

Berlin, Christian Thielemann Igor Levit © Stephan Rabold

SYMPHONIEKONZERT VII

Christian Thielemann
Igor Levit

Staatskapelle Berlin

Hans Pfitzner
Klavierkonzert Es-Dur op. 31

Franz Liszt
Symphonische Dichtungen

Orpheus S 98
Prometheus S 99

Richard Wagner
Ouvertüre zu Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 18. Mai 2026 

von Dr. Ingobert Waltenberger

Nein, pomphaft ist er nicht, der erste Satz, für den Pfitzner die Vortragsbezeichnung mit Kraft und Schwung wählte. Denn nach einem relativ knappen Holla-Kraftlackl-Auftakt mit wuchtigen Klavierakkorden lässt Pfitzner das Publikum in einem thematisch stückhaften, wie einem aus Wüstenwässerchen sich speisenden Sonatenhauptsatzform-Dschungel braten. Da wird motivisch verdichtet, in Chromatik herumgestöbert. Das Klavier als anfangs laut aufbegehrender, hierauf zaghaft integrierter Partner dieser „Symphonie mit obligatem Klavier“ fräst sich langsam in den von Thielemann trotz Riesenbesetzung schlank gehaltenen Orchesterklingklang hinein. „Hans Pfitzner, Christian Thielemann, Igor Levit
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 18. Mai 2026 “
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Jakub Hrůša legt die definitive Einspielung aller Martinů-Symphonien vor

CD-Besprechung:

Bohuslav Martinů
Symphonien Nr. 1 bis 6

Jakub Hrůša
Bamberger Symphoniker

Deutsche Grammophon

von Dr. Ingobert Waltenberger

Spektakuläre Klangbildräume und -träume 

Es ist ja nicht so, dass Bohuslav Martinůs sechs im gereiften Alter in den USA geschriebene Symphonien Neuland für die Musikwelt wären.

Dank guter Gesamtpräsentationen auf Tonträgern wie von Václav Neumann mit der Tschechischen Philharmonie (Supraphon), Jiří Bělohlávek mit dem BBC Symphony Orchestra (Onyx), Vladimír Válek mit dem Prager Symphony Orchestra (Supraphon) oder Cornelius Meister mit dem ORF Radio Symphonieorchester Wien (Capriccio) sind diese Spitzenschöpfungen der sinfonischen Kunst kein Geheimtipp mehr. „Bohuslav Martinů, Symphonien Nr. 1 bis 6, Jakub Hrůša Dirigent
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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Keine Angst vor Neuer Musik: Kapstadt serviert echte Klarinetten-Farben

CD-Besprechung:

Für den Connaisseur der Holzbläserliteratur, der die ausgetretenen Pfade der Romantik verlassen möchte, bietet diese CD eine erfrischende Entdeckungsreise abseits des europäischen Mainstreams.

Clarinet Colours
Maria du Toit, Klarinette

Cape Town Philharmonic Orchestra
Arjan Tien, musikalische Leitung

Channel Classics, CCS47926

von Dirk Schauß

Südafrika lockt musikalisch meist mit mächtigen Chören oder den erdigen Rhythmen des Jazz. Dass am Kap der Guten Hoffnung auch eine vitale, hochkomplexe Avantgarde für den Konzertsaal gedeiht, zeigt das niederländische Label Channel Classics mit einer bemerkenswerten Veröffentlichung. „Clarinet Colours, Maria du Toit, Klarinette
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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